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	<title>Schaubühne Berlin &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<description>— News aus Kultur und Politik</description>
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	<title>Schaubühne Berlin &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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		<title>Erbschaft einer Kämpferin: „Ich bin allein. Ich will keinen Mann. Ich bin frei.“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2025 08:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[Berlin • Umkreist von den globalen (Rück-)Entwicklungen des 21. Jahrhundert, sieht sich der Mensch in einer von Männern dominierten Welt,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://www.schaubuehne.de/de/spielplan/programm.html"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="300" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Banner-Find2025.jpg" alt="" class="wp-image-3467" style="width:410px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Banner-Find2025.jpg 600w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Banner-Find2025-500x250.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Banner-Find2025-350x175.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Banner-Find2025-360x180.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Banner-Find2025-390x195.jpg 390w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Banner-Find2025-130x65.jpg 130w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></figure>
</div>


<p>Berlin • Umkreist von den globalen (Rück-)Entwicklungen des 21. Jahrhundert, sieht sich der Mensch in einer von Männern dominierten Welt, mit seiner eigenen Verelendung konfrontiert. Er versucht, die Spuren politischer Konflikte und Umbrüche in seinen intimen Beziehungen herauszufiltern, um sie zu retten. So ist es nur verständlich, dass der belgische Künstler Céderic Eeckhout, bekannt aus Falk Richters Produktion <a href="https://freigeist-magzine.de/ekstatische-zustande-im-dusseldorfer-schauspielhaus-rausch/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>„Rausch“</strong></a>, während des Berliner <strong><a href="https://freigeist-magzine.de/20-find-schaubuehne-berlin/" title="">Festival für internationale Dramatik (FIND 2025)</a></strong> seine Performance, „Héritage“ dem Schaubühnen-Publikum präsentiert.</p>



<p>„Ich habe Angst dich zu verlieren“, sagt Eeckhout zu Beginn des Stücks zu seiner Mutter Georgette (Jo), die ebenfalls, wie die Musikerin Pauline Sikirdji, auf der Bühne präsent ist. Gemeinsam sitzen sie an einem Küchentisch, schätzen im Gespräch ihre kostbaren Momente und rauschen in die 50-er Jahre.</p>



<p>Es ist Oktober 1945. Französisches Belgien. Kriegsende. Eine Zeit, in der Jos Mutter noch als Gefängniswärterin arbeitet. Schon früh musste Jo sich mit Wünschen nach Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit auseinandersetzen und verinnerlichte sie. Denn mit gerade mal 14 Jahren beginnt sie eine Ausbildung zur Friseurin, verfolgt uneingeschränkt ihren Traum von Haus, Kind, Märchenprinz; den sie kurz darauf auf einem Gesangswettbewerb kennenlernte.</p>



<p></p>



<p></p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-right is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wer sich hingibt, gibt sich auf</p>
</blockquote>



<p></p>



<p>Céderic hat sich währenddessen die Kleidung seiner <strong><a href="https://freigeist-magzine.de/muttertag-2025-festtag-fuer-alle-muetter-wann-ist-er-woher-stammt-er-und-was-wird-gefeiert/" title="">Mutter</a></strong> angeeignet. Jo erzählt und er lebt parallel ihre vergangene Zeit. Arbeiten im hauseigenen Salon, dazwischen Reisen, Kinder und Partys als Dancing Queen in roten Tüll mit Musik von ABBA. Die Beziehung von Céderic und Jo wirkt symbiotisch und lässt Jo auf der Bühne omnipräsent werden.</p>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading">Damals „war es eine andere Welt. Eine andere Zeit“;, ist es wirklich so?</h4>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="683" height="1024" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3569" style="width:369px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-683x1024.jpg 683w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-300x450.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-768x1152.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-1024x1536.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-1365x2048.jpg 1365w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-413x620.jpg 413w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Heritage-1210-©-Bea-Borgers-35-scaled.jpg 1707w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Bea Borgers</figcaption></figure>
</div>


<p>Ihre gemeinsame Reise in die scheinbar unbeschwerte Vergangenheit wird begleitet von musikalischen Klängen, Gesang, Bildern und persönlichen Requisiten. Damals „war es eine andere Welt. Eine andere Zeit“; ist es wirklich so?</p>



<p>– „Und dann kam es anders“, sagt Jo und spricht über ihren Kampf mit den patriarchalen Strukturen. Schon fast humorvoll sagt sie, dass Männer ihre Liebe auf eine seltsame Art ausdrücken. Ihr Mann hat alle Entscheidungen getroffen, sie als Frau hatte zu gehorchen. Das wollte sie nicht mehr.</p>



<p>Sie wollte nicht mehr angeschrien, unterdrückt werden. Sie wollte leben, frei handeln können. Also nahm sie ihre Kinder, verließ ihren Mann und verlor nebenbei ihren Salon, ihr Haus, ihre Freunde. Sie als Frau war die schuldige Person, die ihren Mann verlassen und die Familie zerstört hat.</p>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading">Jos neues Leben als unabhängige Blondine</h4>



<p>Nach und nach baute sie sich mit ihren Kindern ein Leben, fern ab von den männerdominierenden Strukturen, auf. Sie wurde zu einer starken, selbstbewussten und unabhängigen, blonden Frau in Stilettos, der es egal ist, was die anderen Personen von ihr denken.</p>



<p>Sie machte erneut einen Salon auf, ließ sich ein Haus für ihre Familie bauen und akzeptierte nur respektvolle Liebesbeziehungen. Zu Recht bezeichnet ihr Sohn sie als Kämpferin. Eine Person, die Trauer in Freude umwandeln kann. Eine Heldin, die keinen Vater braucht, der sie traurig macht. </p>



<p>„Héritage“ (auf Deutsch „Vermächtnis“) ist mehr als ein persönliches Denkmal an Céderics Mutter. Es ist auch mehr als ein Stück über eine symbiotische Mutter-Kind-Beziehung. </p>



<p>Der vielseitige Künstler Eeckhout und seine Mutter Jo bringen uns mit ihrer Familiengeschichte, welche in die 50-er Jahre zurückreicht, zu den fundamentalen Problemen unserer Gegenwart, der toxische Mann und die patriarchale Gesellschaftsstruktur, die immer noch nicht durchbrochen wurde. Eeckhouts Arbeit trifft das diesjährige FIND auf den Punkt, persönliches Ereignis verknüpft mit globaler Geschichte.</p>
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		<title>Blutig-blinde Flecken der Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Oct 2021 14:54:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Zeldin]]></category>
		<category><![CDATA[Angélica Liddell]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[Berlin • Pünktlich zum goldenen Herbst präsentiert die Schaubühne ihre 20. Ausgabe vom Festival Internationale Neue Dramatik (29. September bis]]></description>
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<p>Berlin • Pünktlich zum goldenen Herbst präsentiert die Schaubühne ihre 20. Ausgabe vom Festival Internationale Neue Dramatik (29. September bis 10. Oktober 2021) -nachdem es im Vorjahr wegen der Pandemie ausgefallen war-. Assoziativer Schwerpunkt der Festivaledition ist „Gegenbild und Gegenmacht“. Ein Versuch mit Artist in Focus, Angélica Liddell und mit Arbeiten wie von Katie Mitchell, Selina Thompson oder Alexander Zeldin auf die blinden Flecke unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Inhalte und ästhetische Strukturen werden im 20. FIND gebrochen und hinterfragt. Eröffnet wurde das Festival mit der Uraufführung von Mitchells „Kein Weltuntergang“.</p>



<p>„Das ist ein Privileg“, kommentiert bissig die weiße Klimaforscherin Prof. Dr. Uta Oberdorf (Jule Böwe) den Exkurs der schwarzen Bewerberin Dr. Anna Vogel (Alina Vimbai Strähler) im Gespräch um die Post-Doc-Stelle an ihrem renommierten Institut für Kilmaforschung. Vogel sprach von über 100 Millionen indigene Kolonisierungstote seit 1492, eine demographische Katastrophe und Teil der Geschichte der europäischen Expansion. Laut der Klimaforscherin Oberdorf hat erst vor 30 Jahren das Zeitalter des Anthropozäns begonnen. Sie erwidert weiter den Exkurs über die demographische Katastrophe mit den Worten, dass den schmelzenden Polarkappen die Hautfarbe nicht interessiere. Und spielt damit auf eine aktiv agierende Position gegen klimatische Veränderungen an, die der Mensch heute -unabhängig von rassistischen Stereotypen- einnehmen könnte.</p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-2809" width="434" height="289" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-1024x683.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-500x334.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-768x512.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-1536x1025.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-2048x1366.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-307x205.jpg 307w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-650x434.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 434px) 100vw, 434px" /><figcaption>&#8222;KEIN WELTUNTERGANG&#8220; Szene mit Veronika Bachfischer, Jule Böwe, Alina Vimbai Strähler. Foto: Cgian Marco Bresadola</figcaption></figure></div>



<p>Das Drei-Frauen-Stück „Kein Weltuntergang“ von der britischen Autorin Chris Bush versucht über die Theorie der möglichen Welten (des Philosophen Saul A. Kripke) diverse Perspektiven der globalen Klimakrise einzunehmen, um sich mit dem Hyperobjekt Klimakatastrophe auseinanderzusetzen. Regisseurin Mitchell, die das Gegenwartsdrama von Bush an der Schaubühne (4. September 2021) uraufführte, konstruierte dafür ein klimaneutrales Setting (Bühne und Kostüm, Chloe Lamford), in dem die drei Frauen, gefangen in einer Zeitschleife, fragmentarisch Gesprächssituationen mit unterschiedlichen Narrativ spielen. Immer wieder gehen die drei Türen auf und zu. Einmal kommt Frau Dr. Vogel zu spät, ein anderes Mal hat Frau Prof. Dr. Oberdorf keine Zeit.</p>



<p>Im Laufe der möglichen Welten gleicht die zersplitterte Form des Textes einer linearen Erzählung, in dem die ambitionierte Post-Doc-Forscherin Anna Vogel ihren Traumjob am Institut für Klimaforschung bekommt. Sie adoptiert aus klimaökonomischer Sicht ein Kind names Lena (Veronika Bachfischer). Und stirbt unerklärlich auf einer Arktis-Expedition. Lena (Veronika Bachfischer) ist der stringente Charakter von Bushs „Kein Weltuntergang“. Zu Beginn betritt sie die Bühne mit einer Urne, dekoriert den ansonsten kahlen Bühnenraum mit Kunstblumen und einen Eisbären. Während dem Spiel zwischen Anna und Uta, zitiert sie Studien, Konventionen, Fabeln über das Hyperobjekt Klimakrise. Sie beschreibt unser Zeitalter als „Goldglöcken-Zone“, weil der Mensch wie die Märchengestalt Goldglöckchen den (Eis-)Bären die Nahrung raubt, in deren Lebensraum eindringt und einen zerstörten Haushalt hinterlässt. Zum Ende des Stücks wird deutlich, dass jede Person Anna sein kann, das heißt ein engagierter Mensch, der sich aktiv für den Klimaschutz einsetzt. „But none of all helps“, weil die Welt letztendlich wie die Forscherin Anna Vogel an alles gestorben sein wird.</p>



<p>Was es bedeutet als schwarze Frau in einer globalisierten Welt mit Kolonialgeschichte zu leben, untersucht die Performerin Selina Thompson in ihrem Film „salt: dispersed.“; die Inszenierung „salt.“ ist aufgrund von Erkrankung ausgefallen. Direkt zu Beginn berichtet die Britin Thompson von rassistischen Vorfällen in ihrem Alltag und der immer wiederkehrenden Frage, „where are you really born?“ -die meisten Engländer sind weiß-. Sie spricht von einem rassistischen Lehrer, der seinen Schülern erklärt, dass schwarze Menschen schwarz sind, weil sie laut einer Sage faul seien und die „Waschung“ verschlafen haben. Sie erzählt von einer mantrischen Abwehrhaltung, „you pushed against me, i pushed back“. Ein Versuch sich innerlich von den rassistischen und misogynen Anfeindungen zu distanzieren. Ihre Monologe wirken im Film sehr nah und emotional. Sie treffen tief in die europäische Gegenwart und in die europäische Kolonialgeschichte hinein.</p>



<p>Über das Nachleben der Sklavenroute ihrer Vorfahren an Board eines kommerziellen Containerschiffs, berichtet sie eindrücklich über ihre koloniale Vergangenheit. Mehrere Millionen schwarze Sklaven -darunter auch ihre Vorfahren- haben den Grundstein für den heutigen europäischen ökonomischen Erfolg gelegt. Zu recht betont sie, dass Europa seine Hände in Blut wäscht.</p>



<p>Dass nur ein sehr geringer Teil der Weltbevölkerung etwas von einer guten wirtschaftlichen Struktur spürt, zeigt die Arbeit „Love“ vom britischen Autor-Regisseur Alexander Zeldin. Sie ist der letzte Teil von Zeldins Triologie „The Inequalities“; andere Teile sind „Faith“ und „Hope and Charity“. Die hyperreale Inszenierung „Love“ lässt die Zuschauer einen Einblick in eine Notunterkunft für Wohnungslose werfen. Dort leben auf engsten Raum eine Patchworkfamilie (Janet Etuk, Joel MacCormack, Amelia und Oliver Finnegan), Sohn mit pflegebedürftiger Mutter (Daniel York Loh, Amelda Brown) und eine junge Frau (Hind Swareldahab) zusammen. Sie teilen sich Küche und Badezimmer. Die Einrichtung ist als Übergangsstation gedacht für Menschen, die vor der Wohnungsnot stehen und das Anrecht auf staatliche Wohnungsvermittlung haben. </p>



<p>Darauf setzt zumindest die Patchworkfamilie, welche aufgrund von Mieterhöhung ihre Bleibe zwangsräumen musste. Über die anderen Bewohner der Unterkunft erfahren sie, dass diese schon ein knappes Jahr auf die Vermittlung einer Wohnung warten. Die Inszenierung „Love“ schafft es mit ihrer realistischen Art ein Spiegelbild von den Berliner Mietverhältnissen zu schaffen. Auch in der deutschen Hauptstadt sind viele Menschen von Wohnungsnot bedroht. Hier leben Familien teilweise in beengten Wohngemeinschaften oder Wohnungen, weil sie sich keine angemessene Bleibe leisten können.</p>



<p>Einen starken Kontrast zu den hyperrealen Arbeiten der 20. FIND-Ausgabe (fern von alltäglichen Diskursen) bieten Angélica Liddells Werke „Liebestod“ und „the Scarlet Letter“. Die Regisseurin arbeitet hier wie gewohnt provokativ, konstruiert Extreme in Bild und Wort. Ihre Texte beziehen sich auf hochkarätige Literatur, wie Richard Wagners „Tristan und Isolde“oder Antonin Artaud „Theater der Grausamkeiten“. Die Performance „Liebestod“ ist eine Art von Hommage an den spanischen Stierkämpfer Juan Belmonte und bedient sich einer Blutmetapher aus dem Stierkampf. Für ihr performatives Blutritual tunkt sie beispielsweise Brot in ihr eigenes Blut und verspeist es oder schneidet sich mit einer Rasierklinge Hände und Füße auf. Liddell bleibt in ihren neuen Arbeiten definitiv ihrer artifiziellen Theaterkunst treu und gilt laut dem Dramaturgen Florian Borchmeyer als „bedeutendste Textperformerin der Welt“.</p>



<p>Das Festival läuft noch bis zum 10. Oktober 2021 und präsentiert viele weitere spannenden Arbeiten aus dem Bereich der Gegenwartsdramatik, wie „Outside“ vom russischen Regisseur Kirill Serebrennikov oder Thomas Ostermeiers Inszenierung mit dem französischen Schriftsteller Édouard Louis „Wer hat meinen Vater umgebracht?“(„Qui a tué mon père“). </p>



<p>Einige Arbeiten aus dem FIND Programm befinden sich bereits im Repertoire der Schaubühne und lassen sich nachträglich anschauen, wie die klimaneutrale Inszenierung von Mitchell oder die Arbeit von Ostermeier. Geplant ist auch ein Remake von Alexander Zeldins „The Inequalities“ mit dem Schaubühnen Ensemble.</p>



<p><strong>20. Ausgabe von FIND (Festival für Internationale Dramatik) – Schaubühne Lehniner Platz</strong></p>



<p><strong>Spieltermine: 29. September 2021 – 10. Oktober 2021, <br><a href="https://www.schaubuehne.de/">https://www.schaubuehne.de</a></strong></p>



<p>Foto: Richard Davenport (aus „salt.“, Selina Thompson)</p>
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		<title>„Wird das unsichtbare Theater uns retten?“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2021 02:08:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorfer Schauspielhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Guillermo Calderon]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches Theater]]></category>
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		<category><![CDATA[Schaubühne Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Theater der Welt]]></category>
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					<description><![CDATA[Düsseldorf/ Berlin • Passend zur EM sitzen die Künstler*innen vom Kollektiv „Dragón“ mit Bier und leichten Snacks in einem kantinenähnlichen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Düsseldorf/ Berlin • Passend zur EM sitzen die Künstler*innen vom Kollektiv „Dragón“ mit Bier und leichten Snacks in einem kantinenähnlichen Etablissements und besprechen ihr neues Projekt. Das Kollektiv befindet sich in einer existentiellen Krise, unter anderem ist ihr dritter Kopf, Alejandra, ausgestiegen. Sie versuchen sich neu zu erfinden. Für ihre kommende Produktion haben sie eine kunsterfahrene Assistentin engagiert. Als künstlerisches Comeback ist eine Autoexplosion im Kunstmuseum Museu de arte de São Paulo (MASP) geplant. Das nun zweiköpfige Kollektiv möchte an den politischen Mord des guyanischen Historikers Walter Rodney erinnern und so auf die postkolonialen Verhältnisse in Chile aufmerksam machen.</p>



<p>In der Diskussion über die Umsetzung der geplanten Explosion stoßen die Künstler*innen an die Grenzen von theatraler Kunst im politischen Kontext; dürfen Künstler*innen Migranten als verstummte Statisten für künstlerische Zwecke gebrauchen? Ist es für People of Color- oder weiße Künstler*innen legitim mit „schwarzen Leichenteilen“ zu spielen? Können nicht-schwarze Künstler*innen ohne schwarzen Körper überhaupt etwas über Kolonialismus aussagen, ohne selbst in die Rolle der Plünderer zu verfallen?</p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignright size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="369" height="276" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/06/Bildschirmfoto-2021-06-28-um-03.33.31.png" alt="" class="wp-image-2752" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/06/Bildschirmfoto-2021-06-28-um-03.33.31.png 369w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/06/Bildschirmfoto-2021-06-28-um-03.33.31-350x262.png 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/06/Bildschirmfoto-2021-06-28-um-03.33.31-334x250.png 334w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/06/Bildschirmfoto-2021-06-28-um-03.33.31-274x205.png 274w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/06/Bildschirmfoto-2021-06-28-um-03.33.31-120x90.png 120w" sizes="auto, (max-width: 369px) 100vw, 369px" /><figcaption>Ensemble (Luis Cerda, Camila González, Francisca Lewin) Foto: Melanie Zanin</figcaption></figure></div>



<p>Wie unsichtbar muss Theater sein, um politisch wirken zu können? Ist eine zentrale Frage der hybriden Inszenierung „Dragón“ (UA Juni 2019, Santiago de Chile) vom chilenischen Regisseur Guillermo Calderón und Ensemble (Luis Cerda, Camila González, Francisca Lewin). Die deutsch-chilenische Produktion, welche am 21. Juni 2021 Deutschlandpremiere über Live-Stream auf dem Düsseldorfer Theater der Welt Festival feierte, untersucht das Verhältnis von darstellender Kunst und Politik in Zeiten von Digitalisierung und Postpandemie.</p>



<p>Dafür verdreht, verschiebt und tarnt „Dragón“ die Ebenen der Kunst. Und beruft sich auf den brasilianischen Theatertheoretiker Augusto Boal, der mit seiner Theorie über das unsichtbare Theater ein bewusstseinbildendes Theater der Unterdrückten formulierte. Im unsichtbaren Theater ist jeder Ort eine Bühne, alle Menschen sind Zuschauer und Akteure, um die soziale Ordnung zu kritisieren.</p>



<p>Auch die unscheinbare Kantine in „Dragón“ verweist auf ein bekanntes Restaurant am Plaza Italia in Chile. Zu Zeiten der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet war das Restaurant ein Treffpunkt für Intellektuelle und Aktivisten. Ebenfalls unscheinbar wirkt die Assistentin (Francisca Lewin) im Stück. Sie erreicht durch ihren Input in die Gruppe so viel Einfluss und Macht, dass sie die Rolle der Regisseurin und Projektleiterin einnimmt. Unter anderem bringt sie das Thema der sozialen Klasse in die Gruppe ein und erarbeitet ein Konzept auf der Grundlage von Boals Theatertheorie. Später wird sie vom Kollektiv als Sadistin mit falscher Identität entlarvt. Die bisher namenlose Frau entpuppt sich als die verlorene Alejandra, der dritten Kopf des Drachen, und prophezeit Rückkehr und Ende des Kollektivs.</p>



<p>Die künstlerische Krise von „Dragón“ und das Verhältnis von Theater zu Politik verweisen auf die Krise der chilenischen Politik. Das südamerikanische Land arbeitet immer noch die Strukturen der vergangenen Militärdiktatur auf, befindet sich neben der Pandemieproblematik in einer sozialen Krise. Das neoliberale System scheint ausgedient, staatliche Strukturen brechen zusammen. Die konservative Regierungskoalition unter Präsident Sebastián Piñera steht vor dem Aus. Und genau wie Präsident Piñera, muss sich das politische Theater neu erfinden und eine „tiefe Reflexion“ vornehmen.</p>



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<p><strong><u>Dragón </u></strong><u>von Guillermo Calderón (Spanisch mit deutschen Übertiteln)</u><br>Regie und Text: Guillermo Calderón, Bühne und Licht: Rocío Hernández, Kostüm: Daniela Vargas, Mit: Luis Cerda, Camila González, Francisca Lew<br>Koproduktion Festival Theater der Welt Düsseldorf 2021, Teatro a Mil Foundation, Teatro UC<br>Dauer: 1 Stunden 25 Minuten, keine Pause, Weitere Spieltermine: 21. Juni – 4. Juli 2021, Video-on-Demand, Kartenpreis, 5 Euro,                                                            Zu Gast in der Schaubühne Berlin als Lecture am 2. Oktober 2021<em><br></em>www.theaterderwelt.de, www.dhaus.de, https://www.schaubuehne.de</p>



<p>Beitragsbild &#8211; Foto: Eugenia Paz</p>
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		<title>„Dem Deutschen sein Wald.“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2019 19:57:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[„Jugend ohne Gott“]]></category>
		<category><![CDATA[Salzburger Festspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Schaubühne Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Ostermeier]]></category>
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					<description><![CDATA[„Die du liebend erzogst, sieh, sie grünen dir, deine Bäume, breiten ums Haus den Arm. Gezogen aus dem Boden, indem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">„<span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>Die du liebend erzogst, sieh, sie grünen dir, deine Bäume, breiten ums Haus den Arm. Gezogen aus dem Boden, indem wir sind und bleiben. Heimisch und Fremde zugleich. Sichrer stehen die Stämme schon. Wir sind daheim, und allmächtig empor ziehet ein ahnendes Volk, bis die Jünglinge sicher der Väter droben erinnern und aus der Erde kommen wollen.“, </i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">schreibt die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in ihrem Identitäts- und Heimatmonolog „Wolken.Heim.“ und verweist auf faschistoide Ideologien, die unvergessen in die </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>(deutschen)</i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> Böden gesickert sind und wieder aufblühen. Regisseur Thomas Ostermeier greift dieses Phänomen </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">auf </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">mit seiner neuen Inszenierung von Ödon von Horv</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">á</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">th </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>„Jugend ohne Gott“</i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> (Berlin Premiere 7. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">September </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">2019). Er versetzt sein Ensemble in den deutschen Wald (Bühne: Jan Pappelbaum), g</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">enauer gesagt in die Entstehungszeit von Horv</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">á</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">ths Roman in das Jahr 1935. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Hier</span></span> <span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">i</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">n einem Provinzgymnasium angekommen, stolpert der Lehrer (Jörg Hartmann) beim Korrigieren von Schulaufsätzen über das von der Aussichtsbehörde vorgegebene Thema, </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>„Warum müssen wir Kolonien haben?“ </i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">und auf die Aussage des Schülers N </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">(Damir Avdic),</span></span> <span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>„Alle Afrikaner sind hinterlistig, feig und faul.“</i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">. Gerne hätte er die Aussage angestrichen, aber die gleichgeschalteten Medien verbitten es ihm. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">A</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">ls er dem Schüler N das Heft persönlich reicht, erinnert er die Schüler daran, dass Afrikaner auch nur Menschen seien. Eine Welle an Unmut </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">seitens </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">von </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Eltern und Direktion </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">strömt über ihn. Die Furcht vor einer Existenznot lässt den Lehrer auch sein </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">deutsches </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Fähnchen raushängen. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Erst eine</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> Verkettung unglücklicher Umstände treibt ihn an, sich erneut aufrichtig zu äußern, womit er seine Schüler beeindruckt und </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">zum </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Widerstand gegen das faschistische Regime </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">animiert</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Thomas Ostermeier und </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">sein</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> Dramaturg Florian Borchmeyer </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">adaptieren</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> sehr werkgetreu den Roman von Horv</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">á</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">th </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">für die Bühne</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Sie e</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">rsetzen das N-Wort durch Afrikaner, was von einem reflektierten Geist zeigt und die rassistischen Strukturen des Regimes </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">passender </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">auf den Punkt bringt. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Die treffende Atmosphäre der Zeit wird auch durch die Kostüme </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">(</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Angelika Götz) </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">getragen, welche an die Zeit der </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">40-iger Jahre und an das faschistische Regime </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">erinnern. Teilweise wirken Kostümwechsel als </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Transformation, wie zu Beginn de</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">s Schauspiels. Jörg Hartmann tritt neutral gekleidet auf die Bühne und während des Vorlesens von dem Brief eines Arbeiters, <em>„Was verdanke ich Adolf Hitler?&#8220;</em> transformiert er sich über seinen braunen Anzug in die Rolle des Lehrers und in die Zeit des Nationalsozialismus. Das Ensemble ergänzt die Worte des Lehrers durch seine geführten inneren Monologe und Gedanken, dadurch legt der Regisseur die jeweilige Handlungsmotivationen des Lehrers offen; was ein Mitfühlen mit ihm ermöglicht. </span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>„Jugend ohne Gott“</i></span></span> <span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">ist eine Koproduktion mit den diesjährigen Salzburger Festspielen (Salzburg Premiere 28. Juli 2019). </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Es zeigt deutlich die Handschrift des Regisseurs, (komplexe) Klassiker stilvoll, naturalistisch und spannend zugänglich zu machen.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Weitere Vorstellungen </span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">von </span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i>„</i></span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i>Jugend ohne Gott</i></span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i>“</i></span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> an der Schaubühne Berlin</span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">:</span></span></span> <em><span style="color: #000000;"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">9. bis 12. September,</span></span></span></span></em> <em><span style="color: #000000;"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">20 Uhr </span></span></span></span></em><span style="color: #000000;"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">2019.</span></span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> Karten unter: </span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">030 890023 oder </span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">ticket@schaubuehne.de</span></span></span></p>


<p></p>
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		<title>Politische Gegenwart trifft neue internationale Dramatik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Apr 2019 20:11:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[F.I.N.D.]]></category>
		<category><![CDATA[Festival für neue internationale Dramatik]]></category>
		<category><![CDATA[FIND Festival 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Schaubühne Berlin]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><![CDATA[


<p align="justify"]]&gt;<span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Innerhalb von elf Tagen präsentierte die Berliner Schaubühne mit der 19. Ausgabe ihres <i>Festival für </i><i>Neue </i><i>Internationale Dramatik</i>, kurz <i>F.I.N.D.</i> innovative Arbeiten von Künstlern aus Brüssel, Santiago de Chile, New York, London, Barcelona und Montréal. Im Festival-Fokus stand die <i>Archäologie der Gegenwart;</i> eine Forschungsreise durch politische und gesellschaftliche Umstände der gegenwärtigen Welt. Was in der letzten <i>F.I.N.D. </i>Ausgabe vernachlässigt wurde, bekam im diesen Jahr einen besonderen und umfangreichen Raum, wie die patriarchale Unterdrückung des weiblichen Geschlechts (unter anderem durch sexuellen Missbrauch) und das Gender als hinterfragbares Konstrukt.</span></span></p>
<p><figure id="attachment_2244" aria-describedby="caption-attachment-2244" style="width: 390px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2244" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549907010_k1600_paisajeacutescreacuteditosnicolaacutescalderoacuten6-1-300x200.jpg" alt=" Paisajes para no colorear. Foto: Nicolas Calderon." width="390" height="260" /><figcaption id="caption-attachment-2244" class="wp-caption-text"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>Paisajes para no colorear.</i> Foto: Nicolás Calderón.</span></span></figcaption></figure></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Den Einstieg in diesen Raum machte die Inszenierung <i>Paisajes para no colorear</i> (Santiago de Chile) von <i>Teatro La Re-Sentida</i> unter der Regie von Marco Layera. Gemeinsam erarbeitete der Regisseur Layera mit neun Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren <i>(Ignacia Atenas, Sara Becker, Paula Castro, Daniela López, </i><i>Angelina Miglietta, Matilde Morgado, Constanza Poloni, Rafaela Ramírez, Arwen Vásquez</i><i>) </i>ein Stücktext aus Situationen, in denen sich Frauen im Alltag konfrontiert sehen. Die fragmentarischen Geschichten umfassen beispielsweise Themen, wie Borderline, Schwangerschaft, Abtreibung, Mobbing, (Trans-)Gender und sind die persönlichen Erlebnisse der Laiendarstellerinnen oder dokumentierte Auszüge von gesammelten Erzählungen aus einer Castingreihe mit 140 (jungen) Frauen. Wie in einem Mosaik reflektieren die jungen Performerinnen über das weibliche Geschlecht in der chilenischen Gesellschaft, das zu 75 Prozent der Fälle in der eigenen Familie sexuell missbraucht wird und bei 80 Prozent ist dies auch noch der eigene Vater. In <i>Paisajes para no colorear </i>spricht ein Mädchen über ihren Missbrauchsvorfall in der Familie. Ihr Stiefvater habe sie mit gerade mal zehn Jahren vergewaltigt. Sie wurde schwanger und musste laut Gesetz das Kind gebären. Mehr als 30 000 Abtreibungen werden jährlich illegal in Chile durchgeführt. Abtreibungen sind bis heute in Chile verboten. Feministische Gruppierungen demonstrieren gegen dieses Verbot, scheitern aber immer wieder vor den konservativen Kräften des Landes. In Schulen lernen die Schülerinnen an Übungspuppen den Umgang mit Babys, berichtet die junge Mutter Ignacia zu Beginn des Stücks. Die regierende chilenische Politik betreibt damit nur fälschlich eine Ursachenbekämpfung, unter anderem weil sie nicht die patriarchalen Struktur des Landes durchbricht, sondern stützt. Weswegen eine Spielerin im Wortgefecht ruft, <i>&gt;&gt;Kein Geld für Bildung, aber für Tränengas.&lt;&lt;</i>. In der Inszenierung <i>Paisajes para no colorear </i>werden die einzelnen unchronologischen Erzählungen temperamentvoll mit peppigen Songs unterbrochen. Sie fügen sich am Ende der Inszenierung harmonisch zu einem multiperspektivischen Bild der (chilenischen) Frau(-engeschichte). Weiter zurück in die Vergangenheit zu den intellektuellen Ursprüngen des Feminismus, reist das New Yorker Kollektiv <i>The Wooster Group</i> (Enver Chakartash, Ari Fliakos, Greg Mehrten, Erin Mullin, Scott Shepherd, Maura Tierney, Kate Valk) mit ihrer Arbeit <i>THE TOWN HALL AFFAIR</i>. Mit der Methode des Reenactments und der Struktur eines Einakters rekonstruierte das Kollektiv eine Debatte, die 1971 unter dem Titel <i>&gt;&gt;A Dialogue on Women‘s Liberation&lt;&lt; </i>in der New Yorker Town Hall unter der Moderation des Frauenfeindlichen Norman Mailer stattgefunden hat. Nachempfunden wurde das Reenactment mit Hilfe der Dokumentation <i>&gt;&gt;Town Bloody Hall&lt;&lt;</i> von Chris Hegedus und D.A.Pennebaker. Unter den Diskussionsteilnehmern war die radikale Lesbe Jill Johnston, die in ihrem Buch <i>Lesbian Nation </i>ein Loblied auf die homosexuelle Frau hält. </span></span></p>
<p><figure id="attachment_2247" aria-describedby="caption-attachment-2247" style="width: 268px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2247 " src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-200x300.jpg" alt="THE TOWN HALL AFFAIR Foto: Prudence Upton." width="268" height="402" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-300x450.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-413x620.jpg 413w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1.jpg 533w" sizes="auto, (max-width: 268px) 100vw, 268px" /><figcaption id="caption-attachment-2247" class="wp-caption-text"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>THE TOWN HALL AFFAIR </i></span></span> <br /><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Foto: Prudence Upton.</span></span></figcaption></figure></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die homosexuelle Frau ist, nach ihrer Ansicht, die einzige Frau, die es verstanden hat, sich selbst und das weibliche Geschlecht uneingeschränkt zu lieben. Durch die Liebe zu sich selbst, emanzipiert sie sich völlig vom männlichen Geschlecht und wird unabhängig. Dokumentarisch war <i>F.I.N.D. </i>auch mit seiner Uraufführung von <i>Danke Deutschland – Cảm ơn nước Đức </i>unter der Regie von der aufstrebenden Europäerin Sanja Mitrović. In ihrer neuen Performance <i>Danke Deutschland (&#8230;)</i> vermischt Mitrović professionelle Schauspielkunst mit Laiendarsteller*innen aus Vietnam, um mehr über Migration zu erfahren. Dafür lässt sie die Performer*innen <i>(Veronika Bachfischer, Mai-Phuong Kollath, Denis Kuhnert, Khanh Nguyen, Felix Römer, Kay Bartholomäus Schulze, Mano Thiravong, Lukas Turtur)</i> ihre biografischen Hintergründe hinterfragen, um sich dem Begriff von einem <i>deutschen Staatsbürger</i> zu nähern. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Auf Forschungsreise und mit viel experimentellen Theater ging auch das Passagierschiff <i>&gt;&gt;Arctic Serenity&lt;&lt; </i>in der Brüsseler Inszenierung <i>ARCTIQUE</i> von Anne-Cécile Vandalem/ Das Fräulein (Kompanie). Die Inszenierung spielt im Jahr 2025, eine Zeit in der Europa von Kriegen zerstört, Ressourcen knapp und das Klima sich soweit erwärmt hat, dass die schmelzenden Eiskappen vom Nordpol seltene Mineralien, wie Uran, Gas und Öl freigelegt haben. Das ehemalige Kreuzfahrschiff <i>&gt;&gt;Arctic Serenity&lt;&lt;</i>, welches von Kopenhagen (Dänemak ist hier nun unabhängig) mit einem Schleppboot abfährt, um in Nuuk (Grönland) in ein Luxushotel umgewandelt zu werden, erweist sich für die fünf bilden Passagiere (Véronique Dumont, Epona Guillaume, Zoé Kovacs, Jean-Benoit Ugeux, Mélanie Zucconi), die über einen anonymen Brief aufs Schiff gelockt wurden, als Horrortrip.</span></span></p>
<p><figure id="attachment_2250" aria-describedby="caption-attachment-2250" style="width: 248px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2250" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-200x300.jpg" alt="ARCTIQUE  Foto: Christophe Engels." width="248" height="372" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-300x450.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-413x620.jpg 413w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1.jpg 533w" sizes="auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px" /><figcaption id="caption-attachment-2250" class="wp-caption-text"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>ARCTIQUE</i> </span></span> <br /><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Foto: Christophe Engels.</span></span></figcaption></figure></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Mit einer geräumigen Bühne (Ruimtevaarders), die den Schiffsinnenausbau der <i>&gt;&gt;Arctic Serenity&lt;&lt; </i>suggeriert, einer spitzfindigen Videotechnik und einer Motto-Live-Band <i>&gt;&gt;W</i><i>E LOVE GLOBAL WARMING</i><i>&lt;&lt; </i>erlebt der Zuschauer ein intensives Schauspiel, welches mit Leinwand und Live-Kamera ein Erweiterungselement geschaffen hat; sozusagen <i>Bild im Bild</i>. Leinwand und Bühnenspiel verbinden sich zu einer polyperspektivischen Atmosphäre, versetzen den Zuschauer immer wieder in Spannung und ins Staunen, vor allem als ein lebendiger Eisbär in Lebensgröße auf der Bühne erscheint. Die außergewöhnliche Arbeit <i>ARCTIQUE </i>von <i>Vandalem/ Das Fräulein, </i>die etwas an den Film <i>GHOST SHIP</i> von den Autoren Mark Hanlon und John Pogue erinnert, hat die 19. <i>F.I.N.D.</i> Ausgabe hervorragend eingeläutet und Lust auf neue internationale Dramatik gemacht, was sich auch an den </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Rekordbesucherzahlen von 9 500 Besuchern</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> und einer Auslastung von 98 Prozent ablesen lässt. Der künstlerische Leiter der Schaubühne Thomas Ostermeier: <i>&gt;&gt;</i><span lang="de-DE"><i>Am meisten habe ich mich über das Publikum gefreut. Es waren viele junge Leute dabei und ich habe selten so viele verschiedene Sprachen im Foyer gehört. Das ist für uns der beste Beweis, dass sich das Festival in der Stadt durchgesetzt hat.</i></span><span lang="de-DE"><i>&lt;&lt;</i></span></span></span></p>
<p align="justify">
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><u><span lang="de-DE">Vorstellungen </span><span lang="de-DE">von F.I.N.D. 2019 im Repertoire:</span></u></span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE"><i>Danke Deutschland – Cảm ơn nước Đức, 01.05., </i></span></span>02.05., 04.05., 05.05., 13.05., 14.05., 15.05., 18.06.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE"><i>a</i></span></span><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE"><i>bgrund, </i></span></span><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE"><i>09.05., </i></span></span>28.05., 29.05., 30.05., 01.06., 02.06.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Karten unter: 030 890023 oder ticket@schaubuehne.de</span></span></span></p>
<p><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ffind-19-schaubuehne-berlin%2F&amp;linkname=Politische%20Gegenwart%20trifft%20neue%20internationale%20Dramatik" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ffind-19-schaubuehne-berlin%2F&amp;linkname=Politische%20Gegenwart%20trifft%20neue%20internationale%20Dramatik" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ffind-19-schaubuehne-berlin%2F&amp;linkname=Politische%20Gegenwart%20trifft%20neue%20internationale%20Dramatik" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ffind-19-schaubuehne-berlin%2F&#038;title=Politische%20Gegenwart%20trifft%20neue%20internationale%20Dramatik" data-a2a-url="https://freigeist-magzine.de/find-19-schaubuehne-berlin/" data-a2a-title="Politische Gegenwart trifft neue internationale Dramatik"></a></p>]]></content:encoded>
					
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		<title>DON‘T FORGET TO DIE</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Apr 2018 11:51:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[AETAS Lebens- und Trauerkultur GmbH & Co. KG]]></category>
		<category><![CDATA[Christof Ranke]]></category>
		<category><![CDATA[FIND FESTIVAL 2018]]></category>
		<category><![CDATA[Hospizdienst DaSein e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Karen Breece]]></category>
		<category><![CDATA[Livia Hofmann-Buoni]]></category>
		<category><![CDATA[Rosemarie Leidenfrost]]></category>
		<category><![CDATA[Schaubühne Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula Werner]]></category>
		<category><![CDATA[Uta Maaß]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Das Ensemble von <i>&gt;&gt;don‘t forget to die&lt;&lt;</i> ist zu Gast auf dem FIND Festival 2018 der Berliner Schaubühne und bereitet seine Zuschauer in einer tragischen Komödie auf das Sterben vor.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Rosemarie, Ursula, Livia und Christof sind Senioren, die sich im letzten Kapitel ihres Lebens befinden. Gemeinsam sitzen sie nun auf einer Bank im Studio der Berliner Schaubühne und philosophieren über den Tod. Von der Ältesten, Rosemarie (94) erfahren wir, dass die Frage nach der Zukunft im Alter im Alltäglichen besteht und nicht mehr im Planen von Dingen. Das Erleben im Alltag ist die neue Zukunft. Ursula (74) fragt, ob der Mensch den Tod am eigenen Leib erfahren kann. Für die Schauspielerin wurde das Sterben durch mehrere Bühnentode erlebbar, aber den Tod hat sie nicht wirklich gespürt. Livia (79) erlebte den Tod mit einer Nahtoderfahrung. Sie hat sich von oben gesehen. Um sie herum war ganz viel Licht, das sich zu einer Tür kontrastierte. Sie erinnert sich an Wasser und an ein warmes, angenehmes Gefühl. Den Tod am eigenen Körper zu spüren, ist für Christof (79) unvorstellbar. Der Tod ist immer nur über jemand Anderes erfahrbar. Er beschreibt das Ende des Seins. Das Wechselspiel zwischen Fragen und Antworten in <i>&gt;&gt;don‘t forget to die&lt;&lt; </i>vermischt immer wieder biografische Erzählungen mit Elementen aus Philosophien der Existentialisten und der Fundamentalontologen, wie beispielsweise mit Martin Heideggers &gt;&gt;Sein und Zeit&lt;&lt;, ob dies so gewollt war, ist zu bezweifeln. Ergänzt werden die Gespräche mit Videoaufzeichnungen, in denen auch das Ensemblemitglied Uta Maaß (90) zu sehen ist. Wegen eines Schlaganfalls musste die Performerin sich an diesem Abend von ihren Kolleginnen vertreten lassen. Live-Musik von Livia und Christof und Schauspielszenen beleben die Performance <i>&gt;&gt;don‘t forget to die&lt;&lt;.</i></span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i> </i>Regisseurin Karen Breece hat über ein Jahr lang Gespräche mit Senioren über das Thema Sterben geführt und gemeinsam mit dem Ensemble einen Text entwickelt, der sich im Grenzbereich von Erinnerungen und Hoffnungen, Realität und Fiktion bewegt. Sodass die Performerinnen auf eine tragisch-komische Weise über den Prozess des Sterben und ihren eigenen Tod reflektieren, ihre eigene Beerdigung nachspielen und sich in absurden Werbeslogan von Bestattungsunternehmen verlieren, wie <i>&gt;&gt;Stirb jetzt, zahl später&lt;&lt;</i>.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> <i>&gt;&gt;don‘t forget to die&lt;&lt; </i>von Breece wird so zu einer amüsanten und philosophischen Reise durch das Leben, in der kein Mitreisender sich dem Tod entziehen kann.</span></span></p>


[embed]https://www.youtube.com/watch?time_continue=7&#038;v=OaAkDlFSwLs[/embed]


<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>&gt;&gt;don‘t forget to die&lt;&lt;</b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, Schaubühne Berlin, w</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">eitere </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Veranstaltungen im Rahmen des FIND-Festival: <a href="https://www.schaubuehne.de/de/seiten/find-2017.html">https://www.schaubuehne.de/de/seiten/find-2017.html</a> .</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Karten unter: <a href="mailto:ticket@schaubuehne.de">ticket@schaubuehne.de</a> oder 030/89 00 23. </span></span></p>

]]&gt;		</p>
<p><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fdont-forget-to-die-breece%2F&amp;linkname=DON%E2%80%98T%20FORGET%20TO%20DIE" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fdont-forget-to-die-breece%2F&amp;linkname=DON%E2%80%98T%20FORGET%20TO%20DIE" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fdont-forget-to-die-breece%2F&amp;linkname=DON%E2%80%98T%20FORGET%20TO%20DIE" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fdont-forget-to-die-breece%2F&#038;title=DON%E2%80%98T%20FORGET%20TO%20DIE" data-a2a-url="https://freigeist-magzine.de/dont-forget-to-die-breece/" data-a2a-title="DON‘T FORGET TO DIE"></a></p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Theater, ein rechtsfreier Raum?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Apr 2018 11:47:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Alain Bressand]]></category>
		<category><![CDATA[Angélica Liddell]]></category>
		<category><![CDATA[Estíbaliz Racionero Balsera]]></category>
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		<category><![CDATA[Gumersindo Puche]]></category>
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		<category><![CDATA[Kazan Tachimoto]]></category>
		<category><![CDATA[Koproduktion: Festival d’Avignon]]></category>
		<category><![CDATA[Lola Cordón]]></category>
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		<category><![CDATA[Machtmissbrauch]]></category>
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		<category><![CDATA[Masanori Kikuzawa]]></category>
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		<category><![CDATA[Schaubühne Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Victoria Aime]]></category>
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				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i><u>Ein Kommentar:</u></i><i> </i> Performance &gt;&gt;<i>¿Qué haré yo con esta espada? </i><i>(Was werde ich mit diesem Schwert tun?)</i>&lt;&lt; von Angélica Liddell zu Gast auf dem FIND Festival 2018 an der Schaubühne am Lehniner Platz.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">W</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">as ist bloß los auf den Brettern, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">die die Welt bedeuten</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">? </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Im Gastspiel </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">&gt;&gt;</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>¿Qué haré yo con esta espada?</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">&lt;&lt; </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">kommt Regisseurin und Performerin </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Angélica Liddell </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">auf die Bühne und phantasiert genussvoll ihren Tod und beschreibt fanatisch, wie ihre Existenz durch eine Vergewaltigung an </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sinn gewinnt</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sie l</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">egt sich breitbeinig auf den Seziertisch und präsentiert minutenlang ihre Vagina. Dass die Künstlerin nach dem sexuellen Missbrauch gerne aufgegessen werden möchte, ist geschenkt. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Der erste Akt von der Triologie der Unendlichkeit befindet sich wahrhaftig in einer Tragödie des Fleisches und zwar ist es ein Trauerspiel für das weibliche Geschlecht, welches immer wieder </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">in unserer Gesellschaft </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">erniedrigt und gedemütigt wird. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Auf keinem Ort in dieser Welt besitzt das Individuum die Fähigkeit sich seines Verstandes zu bedienen, über sein</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">e</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Handlungen zu reflektieren und die Frau als Mensch </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">mit Persönlichkeit </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">anzuerkennen. Oder wieso lässt die Regisseurin eine Reihe von jungen Mädchen auf die Bühne bringen, die sich ausziehen, herumspringen und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sich</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> bis zu einem Orgasmus drangsalieren müssen? </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Anscheinend verschenkt</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> das Individuum </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">für Ruhm </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">mehr von seiner Würde, als es </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">je zur Verfügung hatte</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">.</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Als sei </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">es</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> nicht genug die Frau, die ja bekanntlich unter dem Mensch steht, zu </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">schänden</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">werden noch lebende Fische auf die Bühne gebracht. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Die Fische befinden sich in Aquarien aus denen ein Tänzer sich für sein Spiel Wasser herausnimmt. Das Tier wird </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">unnötig in Stress versetzt, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">was </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> unter anderem auch das Tierschutzgesetz </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">verletzt</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, welches auch für </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Theaterhäuser</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> gilt. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Weiter befinden sich mehrere Oktupusse auf der Bühne, mit denen die jungen Mädchen sich auspeitschen, das Tier auf den Kopf setzen und auf den Boden schmeißen, als sei es irgendein Gegenstand. Die nackten Mädchen reißen dem Tier die Tentakeln raus und werfen damit um sich. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Wird d</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">as</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> unter neue Dramatik verstanden? </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Die </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">unreflektierte Widerspiegelung der </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Wirklichkeiten in ihrer ganzen Hässlichkeit, damit das Publikum belustigt wird. Müssen Frauen und Tiere sich nun auch auf der Bühne für theatrale Zwecke erniedrigen und missbrauchen lassen, wie Sklaven im Antiken Rom. Haben </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">s</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ie auch hier kein Recht auf </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ein</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> respektvolles Leben? Finden nicht schon genug Spiele zur Verblödung der Masse außerhalb von theatralen Räumen statt? Oder möchte die </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Schaubühne Berlin</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, wie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Die Zeit </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">etwas zum</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Bedrohten Mann&lt;&lt;*</i></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">beitragen<i>?</i> </span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Unabhängig von der Erniedrigung der Frau und von dem Tiermissbrauch, ist es für jedes Geschlecht, das ohne sein Einverständnis zu sexuellen Handlungen genötigt w</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">urde</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, ein Schlag ins Gesicht, wenn auf einer renommierten Theaterbühne eine Performerin ihre Beine breit macht </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und sich wünscht </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">vergewaltigt </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zu</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> werden. Dass Liddell sich mit dem </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">kannibalistischen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Mord von Issei Sagawa an seine Kommilitonin Ren</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">é</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">e </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Hartevelt beschäftigt, um verdrängte und irrationale Gewalt im Kannibalismus und Terrorismus aufzuspüren, ist </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ja</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> interessant. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Doch es wäre auch ohne die Tötung von Tieren und Tiermissbrauch möglich gewesen.</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Moderne Dramatik </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">wäre wesentlich schöner, wenn sie sich reflektiert und politisch zeigt. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Schade, dass </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">es </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">bei</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">&gt;&gt;</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>¿Qué haré yo con esta espada?</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&lt;&lt;</i></span></span><i> </i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">hinausläuft auf</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Die Essenz des Menschen ist die Leere&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>¿Qué haré yo con esta espada?</b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Schaubühne Berlin, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">7.4.2018</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">um 19 Uhr, andere Veranstaltungen im Rahmen des FIND-Festival: <a href="https://www.schaubuehne.de/de/seiten/find-2017.html">https://www.schaubuehne.de/de/seiten/find-2017.html</a> ,</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Karten unter: <a href="mailto:ticket@schaubuehne.de">ticket@schaubuehne.de</a> oder 030/89 00 23. </span></span></p>




<p align="justify">*) <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Ein Widerwort von Simone Schmollack</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">:<i> <a href="https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/opa-erzaehlt-vom-krieg">https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/opa-erzaehlt-vom-krieg</a></i></span></span></p>

]]&gt;		</p>
<p><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ftheater-ein-rechtsfreier-raum%2F&amp;linkname=Theater%2C%20ein%20rechtsfreier%20Raum%3F" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ftheater-ein-rechtsfreier-raum%2F&amp;linkname=Theater%2C%20ein%20rechtsfreier%20Raum%3F" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ftheater-ein-rechtsfreier-raum%2F&amp;linkname=Theater%2C%20ein%20rechtsfreier%20Raum%3F" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ftheater-ein-rechtsfreier-raum%2F&#038;title=Theater%2C%20ein%20rechtsfreier%20Raum%3F" data-a2a-url="https://freigeist-magzine.de/theater-ein-rechtsfreier-raum/" data-a2a-title="Theater, ein rechtsfreier Raum?"></a></p>]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Über das Marionetten-Theater</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Mar 2018 09:37:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Wandtke]]></category>
		<category><![CDATA[Bastian Reiber]]></category>
		<category><![CDATA[Bauhaus]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Die Inszenierung &gt;&gt;Null&lt;&lt; erprobt an der <i>Schaubühne Berlin</i> die Abwesenheit von Sinn und Bedeutung auf der Bühne.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, fragt der Philosoph </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Gottfried Wilhelm Leibniz </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">und ist auf der Suche nach dem rationalen Grund von Etwas im Gegenüber von Nicht-Seienden. Die</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">se</span></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">elementare Frage stellen sich auch der Regisseur Herbert Fritsch und sein Ensemble </span></span></span><em><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">(Ingo Günther, Jule Böwe, Bastian Reiber, Bernardo Arias Porras, Axel Wandtke, Florian Anderer, Carol Schuler, Ruth Rosenfeld, Werner Eng)</span></span></span></em><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> in der theatralen Produktion &gt;&gt;Null&lt;&lt;. Wobei sie hier versuche</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">n</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> das Etwas mit Hilfe von Nicht-Sein zu ergründen, um der Null, dem sogenannten Nicht-Wert, auf die Spur zu kommen. Dafür ist die Bühne kalt, karg und maschinell eingerichtet. Ihre Aufmachung erinner</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">t</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> an den Bauhaus-Stil aus der klassischen Moderne, </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">in der die Bauhaus-Künstler eine neue Formsprache in Kombination mit dem Herstellungsprozess entwickelten</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">. </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">B</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">eispielsweise </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">ziert die Bühne ein</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> leuchtend-weiße</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">s</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> Quadrat auf der linken Bühnenseite, rote </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">und</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> gelbe Kreise oder Quadrate </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">liegen auf dem Bühnenboden und </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">geometrisch </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">angeordnete</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> Stoffstreifen </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">verdecken d</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">en</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> rechte</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">n</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> Bühnen</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">aufgang</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">.</span></span></span></p>


[caption id="attachment_1427" align="alignright" width="617"]<img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1427 " src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-1024x683.jpg" alt="" width="617" height="412" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-1024x683.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-768x512.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-1536x1024.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-2048x1365.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/04/1521482224_k800_null2_6688-1-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 617px) 100vw, 617px" /> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">&gt;&gt;Null&lt;&lt;, Ensemble, Foto: Thomas Aurin.</span></span>[/caption]


<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">An diesem Abend befinden sich auch keine Schauspieler auf der Bühne, sondern eher Spieler, die versuchen Kunst und Technik (Handwerk) in Einklang zu bringen.  Wie Marionetten hängen die Spieler an Karabinerhaken, schwingen sich hin und her, lassen sich auf den Rücken fallen oder kippen mit dem Gesicht nach vorne. </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Später erkunden</span></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">sie</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> eine Pole-Dance-Stange </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">und werden zu Artisten. </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">D</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">ie </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">industrielle Hand-Gottes, die hin und wieder ihre Finger bewegt, </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">wird von den Darstellern als Schöpfendes entdeckt</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">. </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Fritsch greift mit dem Motiv der </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">(maschinellen) </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Bewegung die Bewegung als Urgund für Seiendes auf. </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Wie auch in den ersten Spielzügen der Produktion &gt;&gt;Null&lt;&lt;, in der das Ensemble versucht auf theoretischer Ebene eine Choreografie zu erlernen, die anschließend im zweiten Teil folgt. Mit </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i>&gt;&gt;Wir machen das jetzt einfach mal, würde ich sagen&lt;&lt;</i></span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">, gewinnt das Experimentelle an Bedeutung und das Nachdenken an Etwas schwindet. So ist der Verlauf von &gt;&gt;Null&lt;&lt;, ein reiner Versuch </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Etwas auf die Bühne zu bringen, das im starken Kontrast zu dem Nichts steht.</span></span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Fritschs abstrakte Versuchsanordnung, in der Spieler zu Marionetten, Tänzer und Artisten werden, um über die Nachahmung von Künstlichkeit etwas Natürliches zu produzieren, das unter anderem als Kunst entlarvt werden kann, ist ein interessanter Gedanke. Die sonderbare Herangehensweise das Nichts, die Null als Möglichkeit von theatralen Etwas zu erkunden, ist außergewöhnlich, aber nicht fassbar und erfahrbar. Es zeigt von viel Mut einfach mal so gar nichts auf die Bühne zu bringen, das in irgendeiner Weise an Wert hat. Und dies obwohl Regisseur Fritsch ein starkes Ensemble zur Verfügung hat, welches sein schauspielerisches Handwerk beherrscht. In dieser Hinsicht sympathisiere ich mich mit den Worten einer Zuschauerin, die den Saal vorzeitig mit den Worten: <i>&gt;&gt;Ich kann es einfach nicht mehr ertragen&lt;&lt;</i>, verlassen hat. Manchmal ist es einfach besser, wirklich nichts zu machen als etwas zu erzwingen.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>&gt;&gt;NULL&lt;&lt; </b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">| Schaubühne Berlin. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Weitere Spieltermine: 1.4., 2.4., 28.4. 29.4., 30.4., 1.5., 2.5.2018. </span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Karten unter: <a href="mailto:ticket@schaubuehne.de">ticket@schaubuehne.de</a> oder 030/89 00 23. </span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>




<p align="justify">

]]&gt;		</p>
<p><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fnull-fritsch%2F&amp;linkname=%C3%9Cber%20das%20Marionetten-Theater" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fnull-fritsch%2F&amp;linkname=%C3%9Cber%20das%20Marionetten-Theater" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fnull-fritsch%2F&amp;linkname=%C3%9Cber%20das%20Marionetten-Theater" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fnull-fritsch%2F&#038;title=%C3%9Cber%20das%20Marionetten-Theater" data-a2a-url="https://freigeist-magzine.de/null-fritsch/" data-a2a-title="Über das Marionetten-Theater"></a></p>]]></content:encoded>
					
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		<title>&gt;&gt;Die Revolution stirbt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Oct 2017 15:19:15 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><![CDATA[


<p align="justify"]]&gt;<span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Regisseur Milo Rau und das Ensemble der Schaubühne Berlin transportieren mit der Inszenierung <span lang="de-DE"><i>&gt;&gt;LENIN&lt;&lt;</i></span> ihr Publikum in die ehemalige Sowjetunion und lassen uns am Untergang des Staatsführers Lenin und des Sozialismus teilnehmen.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Wie ein Erzähler, begleitet der russische Revolutionär und Theoretiker Leo Trotzki (Felix Römer) uns in Lenins Heimat, die ehemalige Sowjetunion. Lenin </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">(Ursina Lardi)</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, der für viele seiner Genossen der klügste Mann seines Jahrhunderts war, wurde nach der Oktoberrevolution und der Gründung einer </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> zum Pflegefall. Trotzki, der eine Biografie über Lenin geschrieben hat, beschreibt uns zu Beginn des Schauspiels, welches hauptsächlich auf der Leinwand abspielt, dass wir eine transzendentale Perspektive auf die Geschichte nach der Oktoberrevolution von 1917 einnehmen. Eine aufklärerische Perspektive, die omnipotent wirkt, weil Drehbühnen-Technik und Kameras, das Schauspiel auf eine Leinwand für einen anderen Blick projizieren. Angekommen in Lenins Datsche, finden wir den großen Revolutionär </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Wladimir Iljitsch Lenin </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">in seinem Krankenbett vor. Sein Körper ist schwach und je weiter der Abend voranschreiten, um so schwächer wird auch sein Geist. </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Gemeinsam erleben wir an diesen Abend den Verfall der Sowjetrepubliken mit seinem Staatsführer Lenin. </span></span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> </span></span></span></p>
<p><figure id="attachment_1152" aria-describedby="caption-attachment-1152" style="width: 700px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1152 size-large" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-1024x684.jpg" alt="Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin &quot;LENIN&quot; von Milo Rau &amp; Ensemble, Uraufführung: 19.10.2017, Regie: Milo Rau, Bühne und Kostüme: Anton Lukas, Silvie Naunheim, Video: Kevin Graber, Dramaturgie: Stefan Bläske, Florian Borchmeyer, Nils Haarmann, Recherche: Gleb J. Albert, Licht: Erich Schneider v.l.: ,, Nina Kunzendorf, Ursina Lardi, Iris Becher, Copyright (C) Thomas Aurin Gleditschstr. 45, D-10781 Berlin Tel.:+49 (0)30 2175 6205 Mobil.:+49 (0)170 2933679 Abdruck nur gegen Honorar zzgl. 7% MWSt. und Belegexemplar Steuer Nr.: 118/213/52812, UID Nr.: DE 170 902 977 Commerzbank, BLZ: 810 80 000, Konto-Nr.: 316 030 000 SWIFT-BIC: DRES DE FF 810, IBAN: DE07 81080000 0316030000" width="700" height="468" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-1024x684.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-350x234.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-500x334.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-768x513.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-1536x1025.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-2048x1367.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-307x205.jpg 307w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-650x434.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421144_k800_lenin2_9652-1-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1152" class="wp-caption-text">&gt;&gt;LENIN&lt;&lt; Ensemble Foto: Thomas Aurin.</figcaption></figure></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Über unterschiedliche Blickwinkel und Charaktere wird die Zeit nach der Oktoberrevolution im Hause Lenin nachgespielt. Die große Revolution, die die Freiheit aller Bürger zum Ziel hatte, forderte eiskalte Gewalt und viele Todesopfer. Und </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">genau so verhält es sich mit Lenin, ein Sozialist, der über die Revolution einen neuen Menschen erschaffen und von der Unterdrückung befreien wollte, spricht mit den anwesenden Kindern als erstes Mordopfer der Revolution. </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Zuerst </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">sterben </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">immer</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> die Kinder im Krieg. Auch der ehemalige Soldat </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">(Konrad Singer) </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">ist der Ansicht, dass die Revolution </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">viel Unheil angerichtet habe</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">: &gt;&gt;Alle sind noch dreckiger geworden, alle tot, Tiere sterben auch aus.&lt;&lt; Und Lenins Köchin </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">(Veronika Bachfischer)</span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> beschreibt ihre Zeit im Kampf, als wörtliches gefressen oder gefressen werden. </span></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Wofür war die Revolution gut? – Eine Frage auf die der immer schwächer werdende Lenin keine Antwort finden wird.</span></span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> </span></span></span></p>
<p><figure id="attachment_1151" aria-describedby="caption-attachment-1151" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421544_k800_lenin3_0881-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1151" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1508421544_k800_lenin3_0881-1.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a><figcaption id="caption-attachment-1151" class="wp-caption-text">&gt;&gt;LENIN&lt;&lt; Ensemble Foto: Thomas Aurin.</figcaption></figure></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Milo Rau schafft mit seiner multiperspektivischen Herangehensweise in Darstellung und Erzählstruktur unterschiedliche Wege, um sich den Untergang von Lenin und der Revolution zu nähern. Dabei versucht er fortwährend Bezüge zur gegenwärtigen Realität herzustellen, in dem Schauspieler beispielsweise offensichtlich abgehen oder während des Spiels maskiert werden. Garderobe und Schminktisch befinden sich jeweils an den Außenseiten der Bühne. Welcher Bezug hat die gegenwärtige Realität mit dem fiktiven Spiel? Ist es die Maskerade, die meist Faschisten als Sozialisten tarnt? Oder ist es die Frage, wie mensch den Zustand der Unterdrückung entkommen kann, ohne zum eiskalten Mörder zu werden? Raus Umgang mit den Theatralen zum Film ist besonders gut gelungen und vereint beide Medien zu einem ästhetischen Ganzen. Teilweise erinnerte es an David Leans Ästhetik von &gt;&gt;Doktor Schiwango&lt;&lt;, <span lang="de-DE">was für Raus originalgetreue Herangehensweise an den Stoff &gt;&gt;Lenin&lt;&lt; spricht. Etwas bedauerlich an der Ästhetik von Film und Schauspiel ist das Schwinden von Emotionen, </span><span lang="de-DE">die durchs Schauspiel besser als über den Film übertragen werden können. Nichtsdestotrotz ist </span><span lang="de-DE"><i>&gt;&gt;LENIN&lt;&lt;</i></span><span lang="de-DE">, eine herausragende Inszenierung mit einer gelungenen Besetzung. </span></span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Ubuntu;"><span lang="de-DE"> </span></span></span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>LENIN</b></span></span><i> </i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">|</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Schaubühne Berlin</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> | </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">23.+24.10., 4.+5.11., 16.-19.11. und 5.,9. und 10.12.2017 </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Karten unter: 030-890023 oder </span></span><a href="mailto:ticket@schaubuehne.de"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ticket@schaubuehne.de</span></span></a></p>
<p><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Flenin-milo-rau%2F&amp;linkname=%3E%3EDie%20Revolution%20stirbt" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Flenin-milo-rau%2F&amp;linkname=%3E%3EDie%20Revolution%20stirbt" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Flenin-milo-rau%2F&amp;linkname=%3E%3EDie%20Revolution%20stirbt" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Flenin-milo-rau%2F&#038;title=%3E%3EDie%20Revolution%20stirbt" data-a2a-url="https://freigeist-magzine.de/lenin-milo-rau/" data-a2a-title="&gt;&gt;Die Revolution stirbt"></a></p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Hoffnung stirbt zuletzt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Oct 2017 19:36:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
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<p style="text-align: left;" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Regisseur </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Thomas Ostermeier adaptiert den autobiografischen Roman </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> von Didier Eribon und begibt sich gemeinsam mit Eribon und der Schauspielerin Nina Hoss auf die Suche nach Heimat </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und dem Niedergang der Sozialisten.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Obwohl der Roman </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ein autobiografischer Roman des französischen Philosophen Didier Eribon ist, spricht </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">er</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> all</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">e</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Individuen an, die sich aus </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ihren</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> sozialisierten Strukturen lösen m</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ussten,</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> um sich selbst zu finden. Eribon stammt aus der französischen Arbeiterstadt Reims. Sein Vater war Fabrikarbeiter und seine Mutter Putzfrau. Seine Geschwister </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">gehören</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> ebenfalls </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">der </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Arbeiter</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">klasse an</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Früher wählten die französischen Arbeiter die Kommunisten und lehnten sich gegen die Bourgeoisie auf. Sie identifizierten sich mit der </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">kommunistischen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Partei, die sie zu politischen Subjekten </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">machte</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Beeindruckt von der politischen Kraft der Arbeiter </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und von den linksintellektuellen Schriften</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, strebte der junge Eribon nach dem Leben eines Intellektuellen. Er wurde Marxist und entdeckte in jungen Jahren seine Homosexualität, die er nur eingeschränkt in Reims ausleben </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">konnte</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Nach und nach distanzierte sich Eribon von seiner Familie und von der Klasse der Arbeiter. Er ging nach Paris und wurde </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">dort </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">als Biograf des Philosophen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Michel Foucault berühmt. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Heute zählt er zu den französischen Intellektuellen, zur Elite und ist ein bedeutender Philosoph und Soziologe. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Er hat sich von der Schicht der Arbeiter, von seiner Herkunft und von seiner Familie lösen müssen, um sich in den Reihen der Akademiker integrieren zu können. Eribon hat nichts mehr mit seiner Familie gemeinsam. </span></span></p>


[caption id="attachment_1126" align="aligncenter" width="684"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1126 size-large" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-684x1024.jpg" alt="&gt;&gt;Rückkehr nach Reims&lt;&lt; Nina Hoss, Foto: Arno Declair." width="684" height="1024" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-684x1024.jpg 684w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-301x450.jpg 301w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-768x1150.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-1026x1536.jpg 1026w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-1368x2048.jpg 1368w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-414x620.jpg 414w" sizes="auto, (max-width: 684px) 100vw, 684px" /></a> <em>&gt;&gt;Rückkehr nach Reims&lt;&lt; Nina Hoss, Foto: Arno Declair.</em>[/caption]
&nbsp;


<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Er hatte jahrelang </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">keinen Kontakt zu seiner Familie. Während seiner Abwesenheit ist  sein Vater verstorben. D</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">er Regisseur Thomas Ostermeier schaffte es Eribon für seine Inszenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">(UA </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Manchester International Festival</i></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">(MIF)</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Juli 2017) </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zu gewinnen. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Erinnerungsreise, in der Eribon in seine Heimatstadt Reims zurückkehrt, seine Mutter besucht und den Spuren des </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">europäischen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Rechtsruck auf den Grund geht. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Aus der Erinnerungsreise ist ein Film (Thomas Ostermeier und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">S</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">é</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">bastien Dupouey</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">) entstanden, der in Ostermeiers Inszenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zu einem dokumentarischen Essay verarbeitet wird. Im Schauspiel möchte der Filmr</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">egisseur (Hans-Jochen Wagner) Eribons Roman </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt;</i></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">adaptieren, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">dafür engagiert er die Schauspielerin Katrin (Nina Hoss), die </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">den Roman auf das vorhandene Filmmaterial einsprechen soll.</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Zusammen mit dem Tontechniker (Renato Schuch) erarbeiten sie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Eribons Erinnerungsreise in </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">eine </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">dokumentarische</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Niedergangserzählung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">des Sozialismus.</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sie beschreiben einen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sozialismus, der sich nach rechts bewegt und eine Arbeiterklasse, die ihr politisches Bewusstsein </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">an die</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Bourgeoisie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">abgegeben hat und nun</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> konstruie</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">rten Phantasmen, wie</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Ausländer&lt;&lt;,</i></span></span><i> </i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Flüchtlinge</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und</span></span><i> </i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Nation&lt;&lt;</i></span></span><i> </i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">hinterher jagt</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Innerhalb der Produktion kommt es zwischen den Beteiligten zu </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Streitereien</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, unter anderem weil Katrin den Film hoffnungslos findet, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">weil </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Eribons Familie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sich aufgegeben hat. Es scheint, als gäbe es keinen anderen Ausweg für die Arbeiterklasse, als sich mit den Rechten zu sympathisieren. Das macht Katrin sauer, weswegen sie sich von ihrer Rolle als Katrin entfremdet und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">nun beginnt </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">als Schauspielerin Nina Hoss von ihren Vater, Willi Hoss zu erzählen. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Willi Hoss sei auch Arbeiter gewesen, aber er habe sich nicht selbst aufgegeben, sondern hat als Kommunist bei Daimler Benz für die Rechte der Gastarbeiter gekämpft. Er hat die Grünen mitgegründet und sich für den Regenwald in Brasilien engagiert.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">O</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">stermeiers Inszenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ist eine</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> spannende, humorvolle und</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> gelungene Adaption, die neben Eribons </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Erinnerungsreise in seine Heimat und seinen gesellschaftsanalytischen Ableitungen aus der Scham seiner Sexualität und seiner Armut, den Niedergang der Sozialdemokraten darstellt, wie es in Deutschland mit der Agenda 2010 unter Gerhard Schröder passiert ist. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Nina Hoss spielt sehr authentisch die Rolle der Katrin, sodass während des Spiels ein Moment der Entfremdung stattfindet, als Nina Hoss in Persona beginnt von der Vergangenheit ihres Vaters, Willi Hoss, zu sprechen. Hoss Stimme ist </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">elektrisierend, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">f</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">esselt an die Filmaufnahmen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und den Text von Eribon</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sie ermöglicht dadurch eine Empathie mit Eribon, aber auch mit seiner Familie, wodurch die Tragik des Ganzen spürbar wird.</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Ostermeier </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">verschränkt</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Film und Schauspiel zu einem Elemen</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">t, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">schafft aber</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> dennoch zwei unterschiedliche Ausgangsmöglichkeiten </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">aus dem Drama</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, wie die filmische Selbstaufgabe </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">der Familie Eribon </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">oder wie die im Schauspiel erzählte Auflehnung gegen die herrschenden Verhältnisse </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">von Willi</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Hoss</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Dem Zuschauer bleibt es überlassen, welchen Ausgang er aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit wählt.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt;</b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">|</span></span><i> </i> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Schaubühne Berlin</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">| </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">22.11. um 20.00 Uhr, 25.-28.11. jeweils um 19.30 Uhr|</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Karten unter: </span></span><a href="mailto:ticket@schaubuehne.de"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ticket@schaubuehne.de</span></span></a> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">oder 030-890023</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>

]]&gt;		</p>
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