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	<title>Suizid &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<description>News aus Kultur und Politik</description>
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	<title>Suizid &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<item>
		<title>Monthly #2 – MENSCH(lich) VERSAGT: (Assistierter) Suizid wird zur Perspektive für junge Personen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 09:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Monthly]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn sich gehäuft Unter-30-Jährige mit psychischen Erkrankungen und Traumata für die aktive Sterbehilfe entscheiden, können wir das moralisch vertreten?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="612" height="612" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/04/Monthly-2.png" alt="" class="wp-image-4064" style="width:340px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/04/Monthly-2.png 612w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/04/Monthly-2-450x450.png 450w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/04/Monthly-2-300x300.png 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/04/Monthly-2-205x205.png 205w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/04/Monthly-2-90x90.png 90w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/04/Monthly-2-250x250.png 250w" sizes="(max-width: 612px) 100vw, 612px" /></figure>
</div>


<p>Kürzlich wühlte der assistierte Suizid der 25-jährigen Noelia Castillo ganz Spanien auf. Das ethische Dilemma der Sterbehilfe geriet dadurch weltweit in den Fokus der Öffentlichkeit und hat moderne Fragen aufgeworfen, ist (assistierter) Suizid in Form von Sterbehilfe für Unter-30-Jährige mit psychischen Erkrankungen moralisch vertretbar? Verkommt die scheinbare Selbstbestimmung zur Euthanasie?</p>



<p>Im geschilderten Fall wurde in Spanien eine 25-jährige Frau im Jahr 2022 von einer Gruppe minderjähriger Männern vergewaltigt. Darauf hin versuchte sie sich das Leben zu nehmen, indem sie aus dem fünften Stock sprang. Castillo überlebte den Sprung, war aber fortan querschnittsgelähmt, inkontinent und litt unter Schmerzen.</p>



<p>„Ich kann nicht mehr mit all dem, was mich in meinem Kopf quält, was ich erlebt habe“, sagte sie in einem Interview mit dem spanischen Fernsehsender Antena 3. Nach ihrem Suizidversuch beantragte sie bei den spanischen Behörden Sterbehilfe.</p>



<div style="height:24px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Linksgerichtete Regierung genehmigt 25-jährigen Spanierin aktive Sterbehilfe</h3>



<p>Seit 2021 gewährt die linksgerichtete Regierung unter Pedro Sánchez eine staatlich finanzierte, aktive Sterbehilfe, eine Tötung auf Verlangen sowie assistierten Suizid<a href="#sdfootnote1sym" id="sdfootnote1anc"><sup>1</sup></a>, für volljährige Personen mit unheilbaren, schweren chronischen Behinderungen und unerträglichen Leiden, die nicht gemildert werden können. Die Sterbewilligen müssen im vollen Besitz ihrer geistigen Fähigkeiten sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aktive Sterbehilfe nimmt bei Unter-30-Jährigen zu</h3>



<p>In der Regel nehmen Personen über 60 Jahre mit schweren neurologischen Leiden oder Krebs im Endstadium die Sterbehilfe in Anspruch. Aktive Sterbehilfe bei Unter-30-Jährigen macht weltweit weniger als ein 1 Prozent aus. Es gibt keine offiziellen Statistiken dazu. Bei den jüngeren Personengruppen fällt jedoch auf, dass es sich häufiger um Frauen handelt und die zentralen Ursachen für das Gesuch der Sterbehilfe auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind, wie Traumafolgestörungen, Depressionen, Autismus, Essstörungen oder Angststörungen.</p>



<p>Die spanische Regierung begreift aktive Sterbehilfe als ein Recht auf Selbstbestimmung. Wer in Spanien einen Antrag auf Sterbehilfe stellt, muss zwei schriftliche Anträge mit einem Mindestabstand von zwei Wochen einreichen. Diese durchlaufen ein dreistufiges Verfahren, in dem zunächst Ärzte und Juristen und schließlich eine Kommission aus Ärzten, Juristen und Sozialarbeitern über den Antrag entscheiden.</p>



<p>Dem Antrag von Castillo auf assistierten Suizid stimmten die zuständigen Behörden in Katalonien im Jahr 2024 zu. Aufgrund juristischer Verzögerungen durch Castillos Vater und weiterer Proteste, erhielt sie jedoch erst im März 2026 im Krankenhaus Sant Camil bei Barcelona die tödliche Spritze.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ist aktive Sterbehilfe bei psychisch Kranken ein Akt der Selbstbestimmung?</h3>



<p>Laut einigen Berichten wuchs Castillo größtenteils in Jugendeinrichtungen auf, konsumierte Drogen und hatte psychische Probleme. Die spanische Bischofskonferenz äußerte sich dazu, „In diesem Fall stehen wir nicht vor einer unheilbaren Krankheit, sondern vor tiefen Wunden, die Aufmerksamkeit, Behandlung und Hoffnung erfordern.“</p>



<p>Weitere dokumentierte Fälle von aktiver Sterbehilfe bei unter 30-Jährigen Personen, die aufgrund von psychischer Erkrankungen erfolgte, gibt es aus den Niederlanden. Aurelia Brouwers (29), die Frau litt unter schweren Depressionen, Borderline und hatte mehrere Suizidversuche unternommen. Zoraya ter Beek (29), ebenfalls eine Frau befand sich seit ihrer Kindheit in therapeutischer Behandlung wegen ihres diagnostizierten Autismus sowie Angststörungen und Depressionen. Ihr Antrag auf assistierten Suizid wurde im Jahr 2024 genehmigt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gehäuft nehmen junge Autisten aktive Sterbehilfe in Anspruch</h3>



<p>Ein niederländischer Jugendlicher litt ebenfalls unter Autismus sowie den Begleiterkrankungen Angststörungen und Depressionen. „Er beschrieb sein Leben als freudlos (…) fühlte sich einsam, war zutiefst unglücklich. Er konnte keinen Genuss aus irgendetwas ziehen. Er war nicht in der Lage, sich mit Gleichaltrigen zu verbinden, herauszufinden, wo er in die Gesellschaft passte. Er fühlte sich von anderen missverstanden (&#8230;) sein Arzt stimmte der Sterbehilfe (…) (2026) zu.“<a href="#sdfootnote2sym" id="sdfootnote2anc"><sup>2</sup></a></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="800" height="546" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Fotomontage-Andreea-Popa-und-Dan-Meyer_.png" alt="Fotomontage (sas): Andreea Popa und Dan Meyer" class="wp-image-4081" style="aspect-ratio:1.4651910457774322;width:519px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Fotomontage-Andreea-Popa-und-Dan-Meyer_.png 800w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Fotomontage-Andreea-Popa-und-Dan-Meyer_-500x341.png 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Fotomontage-Andreea-Popa-und-Dan-Meyer_-350x239.png 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Fotomontage-Andreea-Popa-und-Dan-Meyer_-768x524.png 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Fotomontage-Andreea-Popa-und-Dan-Meyer_-300x205.png 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Fotomontage-Andreea-Popa-und-Dan-Meyer_-130x90.png 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Fotomontage-Andreea-Popa-und-Dan-Meyer_-650x444.png 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Fotomontage-Andreea-Popa-und-Dan-Meyer_-360x246.png 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Fotomontage-Andreea-Popa-und-Dan-Meyer_-440x300.png 440w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fotomontage (sas): Andreea Popa und Dan Meyer</figcaption></figure>
</div>


<p>Laut dem Psychoanalytiker James Hillman sind Schmerz, Krankheit und Tod die natürlichen Feinde des Arztes. Sein Berufsethos ist es, Leben zu retten, und seine Maxime ist die Hoffnung, als grundlegende emotionale Lebenskraft.<a href="#sdfootnote3sym" id="sdfootnote3anc"><sup>3</sup></a> Neben dem Psychoanalytiker sind es vor allem katholische Einrichtungen oder konservative Stimmen, die sich gegen die aktive Sterbehilfe bei psychischen Erkrankungen wenden.</p>



<p>Die Autorin Cooke schreibt, „Es ist bereits offensichtlich, dass das System in den Niederlanden außer Kontrolle geraten ist (…) mehrere Menschen für Depressionen oder ähnliche psychische Probleme (wurden) getötet (…) in Kanada (sind Personen) nur aufgrund von Autismus für die Sterbehilfe zugelassen (…).“ Die spanische Politikerin Alicia Garcia von der konservativen Volkspartei „Partido Popular“ äußerter sich zu dem Fall „Castillo“, wie folgt, „Es handelt sich hier um ein klares staatliches Versagen. Gegenüber einem Kind, einer jungen Frau, deren Rechte nicht ausreichend vor sexueller Gewalt geschützt wurden. Einer Frau, die versucht hat, sich umzubringen. Dieser Fall geht uns alle an.“</p>



<div style="height:24px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Jeder Mensch hat ein grundlegendes Recht auf Suizid</h3>



<p>Als ich von den Fall „Castillo“ las, war ich uneins mit meinen Gedanken, weil ich mich fragte, was mich an der positiven Entscheidung des Gremiums für aktive Sterbehilfe in Spanien stört. Ich habe mich gefragt. Hat die Frau denn nicht das Recht über ihr Leben zu entscheiden? Darf mensch ihr das Recht auf Suizid verweigern?</p>



<p>Ich bin und war immer der Ansicht, dass jeder Mensch ein grundlegendes Recht auf Suizid hat. Wenn ich sterben möchte, aus welchen Gründen auch immer, hat niemand Recht, mir das zu verbieten. Diese Überzeugung teile ich noch heute und ich denke, dass sich daran nichts ändern wird.</p>



<p>Dennoch zeigen mir die vorgestellten Fälle, dass die Betroffenen die Entscheidung für aktive Sterbehilfe nicht aus rationalen, sondern aus emotionalen Gründen getroffen haben,</p>



<p>Eine Entscheidung für den Tod ist die schwerwiegendste, die ein Mensch treffen kann; und wenn sie getroffen wird, muss sie vernünftig getroffen werden. Das heißt, eine solche Entscheidung sollte wohlüberlegt sein und nicht aus einem reparablen Übel heraus getroffen werden. Die Entscheidung für den Suizid sollte frei und auf der Grundlage der Vernunft getroffen werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Euthanasie-Kliniken: Europäische Gesundheitspolitik hat versagt</h3>



<p>Die junge Frau Castillo, die nun die nun tot ist, hat meiner Ansicht nach, keine angemessene psychotherapeutische Behandlung und Unterstützung erfahren. Sie ist ein Opfer von fehlender, therapeutischer Begleitung (nach der Vergewaltigung). Mensch hätte der jungen Frau helfen können, wenn sie von einem Therapeuten (nach dem Traumata) angemessen behandelt worden wäre.</p>



<p>Dies ist ein Versagen der (spanischen) Gesundheitspolitik und ein Hinweis darauf, dass die Psyche ein besonderer Bestandteil des Menschen ist, der Pflege und Hilfe benötigt und an erster Stelle stehen sollte – besonders im Rahmen von gesundheitspolitischer Entscheidungen. Das spanische Gremium hätte ihr professionelle Hilfe besorgen müssen. Stattdessen haben sie ihr, wie die Vergewaltiger, ihr das Leben genommen. So böse es auch klingen mag. Die Entscheidung des Gremiums war falsch.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aktive Sterbehilfe ermöglicht einen humanen Tod bei unheilbaren Erkrankungen</h3>



<p>Aktive Sterbehilfe sollte nicht als Ventil dienen, um jungen Menschen, die ein Trauma erlebt haben, so schwer es sein möge, assistierten Suizid begehen zu dürfen. In erster Linie sollte Sterbehilfe dazu genutzt werden, Menschen mit unheilbaren Erkrankungen einen humanen Tod zu ermöglichen.</p>



<p>Natürlich gibt es unheilbare psychische Erkrankungen, die ein chronisches Leiden verursachen und das Leben eines Menschen zur Qual werden lassen. Das zentrale Problem bei psychischen Erkrankungen und dem Gesuch um Sterbehilfe ist jedoch, dass der Todeswunsch meist ein Bestandteil der Erkrankung ist und psychische Erkrankungen nicht zwangsläufig lebensbegrenzend<a href="#sdfootnote4sym" id="sdfootnote4anc"><sup>4</sup></a> sind. Hierbei eine objektive Einschätzung zu treffen, ist nahezu unmöglich.<a href="#sdfootnote5sym" id="sdfootnote5anc"><sup>5</sup></a></p>



<p>Jungen Menschen, (die traumatisiert sind), den Weg zu einer Euthanasie-Klinik zu weisen, weil sie sich isoliert, einsam und nicht passend empfinden, ist perfide. Es institutionalisiert Euthanasie und rückt den zutiefst persönlichen Akt des Suizids in einen Konsens, in den er nicht gehört.<a href="#sdfootnote6sym" id="sdfootnote6anc"><sup>6</sup></a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Soziale und frauenfreundliche Gesellschaft schafft ein zuversichtliches Leben</h3>



<p>Offene Räume, eine soziale Gesellschaft, rücksichtsvolle Normen und politische Verhältnisse, die es Individuen, vor allem Frauen, ermöglichen, ein sorgenfreies Dasein zu führen, das sind Hoffnungsträger für junge Menschen. Es gibt ihnen eine Perspektive auf ein erträgliches und zuversichtliches Leben. Hinzu gehört auch die uneingeschränkte Vermittlung, dass das Dasein einen Wert an sich hat und eine Existenz keines Sinnes bedarf.</p>



<p>Aktive Sterbehilfe sollte keine versprochene Lösung für (junge) Menschen sein, sondern allenfalls eine humane Erlösung darstellen. Es sollte klar sein, dass es im Jenseits nichts gibt, dort wartet auch niemand oder etwas auf einen, noch nicht einmal Vladimir und Estragon aus Samuel Becketts „Godot“.</p>



<p class="has-text-align-center"></p>



<hr class="extendedwopts-md-center wp-block-separator has-text-color has-alpha-channel-opacity has-background" style="background-color:#d4af37;color:#d4af37"/>



<p><a href="#sdfootnote1anc" id="sdfootnote1sym">1</a> Es gibt zwei Arten von aktiver Sterbehilfe, Tötung auf Verlangen (in anderen Sprachen Euthanasie) und assistierter Suizid (Beihilfe zur Selbsttötung). Tötung auf Verlangen beschreibt die gezielte Beendigung des Leben eines anderen Menschen auf dessen ausdrücklichen und ernsthaften Verlangen. Dabei verabreicht der Arzt zunächst ein Beruhigungsmittel, das ein Koma induziert, gefolgt von einem Muskelrelaxans, woraufhin der Tod sofort eintritt.</p>



<p>Beim assistierten Suizid wird dem Sterbewilligen die todbringende Substanz zur Selbsteinnahme bereitgestellt. Es handelt es hierbei um eine flüssige Substanz, die ein starkes Beruhigungsmittel enthält, welches den Atemstillstand unterdrückt und das Herz langsam stoppen lässt. Die Täterschaft liegt somit beim Sterbewilligen. In Deutschland ist die aktive Sterbehilfe weiterhin strafbar und wird in §216 StGB geregelt.</p>



<p><a href="#sdfootnote2anc" id="sdfootnote2sym">2</a> Cassy Cooke: „Autistischer Teenager mit psychischen Problemen in den Niederlanden eingeschläfert“ In: <a href="https://www.liveaction.org/news/teenage-boy-netherlands-euthanized-autistic">https://www.liveaction.org/news/teenage-boy-netherlands-euthanized-autistic</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026)</p>



<p><a href="#sdfootnote3anc" id="sdfootnote3sym">3</a> Hillman, James: „Selbstmord und seelische Wandlung“. 5. Aufl. Zürich: Daimon Verlag, 2023. Vgl. S.27ff.</p>



<p><a href="#sdfootnote4anc" id="sdfootnote4sym">4</a>Zu den lebensbegrenzend psychischen Erkrankungen zählen beispielsweise Essstörungen, wie die Anorexie. Primär erkranken (junge) Frauen.</p>



<p><a href="#sdfootnote5anc" id="sdfootnote5sym">5</a> In der Studie (2016) des Bioethikers Scott Kim werden makabere Szenen beschrieben, in denen niederländische Allgemeinmediziner über den medizinischen Grad von Sinnlosigkeit als unerträgliches Leidenskriterium diskutierten. Oftmals saßen sich in den Entscheidungskommissionen keine Psychiater, Psychologen oder Ethiker (= Philosophen).</p>



<p><a href="#sdfootnote6anc" id="sdfootnote6sym">6</a> Einige Studien berichten von Fällen, in denen Personen über 30 Jahre aktive Sterbehilfe gewährt wurde, weil ihr Lebenspartner oder ihre Kinder verstorben waren. In einem Fall hatte eine Patientin das Gefühl, kein Existenzrecht zu besitzen, da sie in ihrem Leben keine Liebe erfahren hatte.</p>



<div style="height:19px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-background" style="background-color:#efebdc">Deutschland gehört zu den europäischen Ländern, in denen die aktive Sterbehilfe weiterhin strafbar ist. Laut den Erhebungen des Statistischen Bundesamts haben sich im Jahr 2024 in Deutschland 10 372 Personen Suizid begangen; knapp 10 Prozent von ihnen waren unter 30 Jahre alt.<br><br><strong>Suizidprävention – Kontaktmöglichkeiten</strong><br>Telefon (24/7): 0800 111 0 111<br>Web: <a href="https://www.telefonseelsorge.de/sorgen-themen/suizidpraevention/">https://www.telefonseelsorge.de/sorgen-themen/suizidpraevention/</a></p>



<div style="height:19px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="extendedwopts-md-center wp-block-separator has-text-color has-alpha-channel-opacity has-background is-style-default" style="background-color:#d4af37;color:#d4af37"/>



<p><strong>Quellen:</strong></p>



<p><strong>Appelbaum, Paul: </strong>„Physician-Assisted Death for Patients with mental Disorders-Reasons for Concern“ In: JAMA Psychiatry (April 2016): <a href="https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/article-abstract/2491352">https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/article-abstract/2491352</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p><strong>Beneker, Christian: </strong>„Assistierter Suizid für psychisch Kranke – wird ihnen der Todeswunsch zu leicht erfüllt?“ In: deutsch.medscape (23. 02.2016): <a href="https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4904610">https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4904610</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p><strong>Braungart, Eva Maria: </strong>„29-Jährige bekommt Sterbehilfe wegen psychischer Erkrankung“ In. Berliner zeitung.de (19.05.2024): <a href="https://www.berliner-zeitung.de/article/niederlande-sterbehilfe-29-jaehrige-bekommt-sterbehilfe-wegen-psychischer-erkrankungen-2216562">https://www.berliner-zeitung.de/article/niederlande-sterbehilfe-29-jaehrige-bekommt-sterbehilfe-wegen-psychischer-erkrankungen-2216562</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p><strong>Cooke, </strong><strong>Cassy</strong><strong>:</strong> „Autistischer Teenager mit psychischen Problemen in den Niederlanden eingeschläfert“ In: liveaction.org (04.04.2026): <a href="https://www.liveaction.org/news/teenage-boy-netherlands-euthanized-autistic">https://www.liveaction.org/news/teenage-boy-netherlands-euthanized-autistic</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p><strong>Dpa:</strong> „Bestürzung nach Sterbehilfe-Fall in Spanien“ In: Deutsches Ärzteblatt (27.03.2026): <a href="https://www.aerzteblatt.de/news/besturzung-nach-sterbehilfe-fall-in-spanien-78d9d696-23d1-4820-8382-fe529cca782a">https://www.aerzteblatt.de/news/besturzung-nach-sterbehilfe-fall-in-spanien-78d9d696-23d1-4820-8382-fe529cca782a</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p><strong>Hillman, James: </strong>„Selbstmord und seelische Wandlung“. 5. Aufl. Zürich: Daimon Verlag, 2023.</p>



<p><strong>Kim, Scott und De Vries, Raymond:</strong> „Euthanasie und assistierter Suizid von Patienten mit psychischen Störungen in den Niederlanden 2011-2014“ In: JAMA Psychiatry (April 2016): <a href="https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/2491354">https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/2491354</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p><strong>Macher, Julia: </strong>„Tod einer 25-Jährigen sorgt für Bestürzung“ In: Tagesschau.de (28.03.2026): <a href="https://www.tagesschau.de/ausland/europa/spanien-sterbehilfe-106.html">https://www.tagesschau.de/ausland/europa/spanien-sterbehilfe-106.html</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p><strong>Meyer, Manuel:</strong> „25-jährige Spanierin stirbt mit staatlicher Hilfe – Kritik der Kirsche“ In: Katholisch.de (27.05.2026): <a href="https://katholisch.de/artikel/67881-25-jaehrige-spanierin-stirbt-mit-staatlicher-hilfe-kritik-der-kirche">https://katholisch.de/artikel/67881-25-jaehrige-spanierin-stirbt-mit-staatlicher-hilfe-kritik-der-kirche</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p>„<strong>Physician Assisted Death for psychiatric suffering: Experience in the netherlands“ </strong>Hrsg. Kenneeth Chambaere In: Frontiers Psychiatry (20. Juni 2022): <a href="https://www.frontiersin.org/journals/psychiatry/articles/10.3389/fpsyt.2022.895387/full">https://www.frontiersin.org/journals/psychiatry/articles/10.3389/fpsyt.2022.895387/full</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p><strong>Ree Van, Frank:</strong> Sterbehilfe und Selbsthilfe in einem psychiatrischen Krankenhaus. In: Med Contact (1983), S. 749-753.</p>



<p>„<strong>Richtlinie: Ausführung von Sterbehilfe und assistierter Suizid“</strong> Hrsg. Royal Dutch Society for the Promotion of Pharmacy In: KNMP (2021): <a href="https://www.knmp.nl/richtlijnen/uitvoering-euthanasie-en-hulp-bij-zelfdoding">https://www.knmp.nl/richtlijnen/uitvoering-euthanasie-en-hulp-bij-zelfdoding</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p><strong>Sherwood, Harriet</strong>: „Dutch Woman, 29, granted Euthanasia aproval on Grounds of mental Suffering“ In: The Guardian (16.05.2024): <a href="https://www.theguardian.com/society/article/2024/may/16/dutch-woman-euthanasia-approval-grounds-of-mental-suffering">https://www.theguardian.com/society/article/2024/may/16/dutch-woman-euthanasia-approval-grounds-of-mental-suffering</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p><strong>Statistisches Bundesamt:</strong> „Todesursache – Suizide“ In: Destatis (2024): <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html?utm_source=chatgpt.com#119576">https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html?utm_source=chatgpt.com#119576</a> (Zugriff: Mittwoch, den 29. April 2026).</p>



<p></p>
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			</item>
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		<title>FIND 2026: Ausbruch aus dem Realismus der Entfremdung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2026 12:38:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[„The End Is Near“ und die Schaubühne Berlin veranstaltet mit FIND 2026 einen Ausbruch aus dem entfremdeten Realismus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="465" height="667" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/KatieMitchell_FIND26_Gianmarco-Bresadola-e1778141207818.jpg" alt="" class="wp-image-4094" style="aspect-ratio:0.697161322223062;width:197px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/KatieMitchell_FIND26_Gianmarco-Bresadola-e1778141207818.jpg 465w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/KatieMitchell_FIND26_Gianmarco-Bresadola-e1778141207818-314x450.jpg 314w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/KatieMitchell_FIND26_Gianmarco-Bresadola-e1778141207818-209x300.jpg 209w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/KatieMitchell_FIND26_Gianmarco-Bresadola-e1778141207818-143x205.jpg 143w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/KatieMitchell_FIND26_Gianmarco-Bresadola-e1778141207818-63x90.jpg 63w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/KatieMitchell_FIND26_Gianmarco-Bresadola-e1778141207818-174x250.jpg 174w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/KatieMitchell_FIND26_Gianmarco-Bresadola-e1778141207818-432x620.jpg 432w" sizes="(max-width: 465px) 100vw, 465px" /><figcaption class="wp-element-caption">Katie Mitchell (FIND26) | Foto: Gianmarco Bresadola</figcaption></figure>
</div>


<p>Getreu dem Motto „The End Is Near“ sucht das FIND 2026 an der Schaubühne Berlin einen Umgang mit dem Realismus der Entfremdung. Geladene internationale Dramen hinterfragen unterdrückende Strukturen, die teils auf Patriarchat, Kolonialismus, Theologie fußen. „Artist in Focus“ ist die britische Regisseurin <strong><a href="https://freigeist-magzine.de/theatertreffen-2025-bernada-albas-haus-katie-mitchell/">Katie Mitchell</a></strong>.</p>



<p></p>



<h3 class="wp-block-heading">Nationalstolz als Identitätsbestimmung</h3>



<p>Moderne Gesellschaften entfremden sich immer mehr von ihrer Umwelt. Mitmenschen, Beziehungen und Arbeit unterliegen zunehmend den strukturellen Zwängen des Kapitalismus. Der Mensch bleibt dabei wie eine verlorene Hülle zurück. Zwanghaft versucht er sich an altbekannten Mustern festzuhalten, um sich Identität und Macht in den Körper einzuschreiben. Ganz vorne dabei ist der Nationalstolz.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Performer Clayton macht in „Macacos“ seinen Körper zur Bühne</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="667" height="1000" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Macacos_Noelia_Najera.jpg" alt="" class="wp-image-4091" style="aspect-ratio:0.6669968496911814;width:303px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Macacos_Noelia_Najera.jpg 667w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Macacos_Noelia_Najera-300x450.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Macacos_Noelia_Najera-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Macacos_Noelia_Najera-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Macacos_Noelia_Najera-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Macacos_Noelia_Najera-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Macacos_Noelia_Najera-414x620.jpg 414w" sizes="auto, (max-width: 667px) 100vw, 667px" /><figcaption class="wp-element-caption">„Macacos“ | Foto: Noelia Najera</figcaption></figure>
</div>


<p>In seiner Lecture Performance „Macacos“ nimmt der Performer Clayton Nasciemnto die vermeintliche Identitätsbestimmung des Nationalstolzes unter die Lupe und reist mit ihr durch die rassistisch geprägte Geschichte Brasiliens. Ausgehend vom brasilianischen Fußball, der bis in die 1950er Jahre als Elitesport für Weiße galt, ruft er in den leeren Bühnenraum „Macacos. Macacos. Macacos.“</p>



<p>Bei diesen Worten zittert Nasciementos leicht bekleideter Körper. Sie sind wie Stiche, die seinen Körper treffen und durchfahren.</p>



<p>Der portugiesische Ausdruck „Macacos“ bedeutet „Affe“ und ist in Brasilien strafbar. Rassistische Fußball-Fans, vor allem die Fans der brasilianischen Nationalmannschaft, und Spieler diffamieren mit diesem Ausdruck schwarze Spieler.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Brasiliens Geschichte ist geprägt von Rassismus</h3>



<p>Weiter reist Nasciementos Körper mit seiner Stimme in die Zeit zurück, in der schwarze Menschen in den Favelas von der brasilianischen Militärpolizei systematisch ermordet wurden. Sein Körper dient als Erweiterung für seine Worte, Aussagen und Rufe. Er verdeutlicht dadurch wie tief sich rassistische Ressentiments in den Körper einschreiben und Traumata verursachen.</p>



<div style="height:25px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Ressentiments schreiben sich in Kinder-Körper ein</h2>



<p>Die katastrophalen Auswirkungen traumatischer Ereignisse erleben wir bei FIND 2026 im norwegischen Gastspiel „11 ÅR“ von den Künstlern Toril Goksøyr und Camila Martens. Hier blickt das Publikum auf einen belebten Schulhof. Es ist große Pause.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="667" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Ano_FIND26_Gianmarco-Bresadola.jpg" alt="" class="wp-image-4095" style="aspect-ratio:1.4992366631468905;width:343px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Ano_FIND26_Gianmarco-Bresadola.jpg 1000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Ano_FIND26_Gianmarco-Bresadola-500x334.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Ano_FIND26_Gianmarco-Bresadola-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Ano_FIND26_Gianmarco-Bresadola-768x512.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Ano_FIND26_Gianmarco-Bresadola-307x205.jpg 307w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Ano_FIND26_Gianmarco-Bresadola-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Ano_FIND26_Gianmarco-Bresadola-650x434.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Ano_FIND26_Gianmarco-Bresadola-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/Ano_FIND26_Gianmarco-Bresadola-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">„11 ÅR“ | Foto: Gianmarco Bresadola</figcaption></figure>
</div>


<p>Ein elfjähriges Mädchen klettert, andere beschäftigen sich mit ihren Smartphones, spielen oder tanzen. Und das Tag um Tag. Pause um Pause. Doch plötzlich ist die junge Kletterin nicht mehr da. Sie hat <a href="https://freigeist-magzine.de/monthly-2-aktive-sterbehilfe-suizid-junge-personen/"><strong>Suizid</strong></a> begangen. Was ist passiert?</p>



<p>Obwohl das Publikum die Szenen verfolgt und die Soundkulisse über Kopfhörer intensiv mithört, lässt sich nur über die Atmosphäre erahnen, dass sich das Mädchen aufgrund von Mobbing zum Suizid entschieden hat. Ihre Familie und ihr Umfeld sind sprachlos und ringen um Aufklärung.</p>



<div style="height:35px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Jungfrau Maria ist schuld an der Unterdrückung von Frauen</h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="667" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/StabatM_FIND26_Gianmarco-Bresadola.jpg" alt="&quot;Stabat Mater&quot; | Foto: Gianmarco Bresadola" class="wp-image-4097" style="aspect-ratio:1.4992421983322486;width:417px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/StabatM_FIND26_Gianmarco-Bresadola.jpg 1000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/StabatM_FIND26_Gianmarco-Bresadola-500x334.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/StabatM_FIND26_Gianmarco-Bresadola-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/StabatM_FIND26_Gianmarco-Bresadola-768x512.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/StabatM_FIND26_Gianmarco-Bresadola-307x205.jpg 307w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/StabatM_FIND26_Gianmarco-Bresadola-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/StabatM_FIND26_Gianmarco-Bresadola-650x434.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/StabatM_FIND26_Gianmarco-Bresadola-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2026/05/StabatM_FIND26_Gianmarco-Bresadola-450x300.jpg 450w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Stabat Mater&#8220; | Foto: Gianmarco Bresadola</figcaption></figure>
</div>


<p>Ebenfalls um Aufklärung bemüht, greift die brasilianische Künstlerin Janaina Leite in ihrer Performance „Stabat Mater“ zu drastischen und unkonventionellen Mitteln, um die Ursachen für die Unterdrückung von Frauen zu ergründen. Sie ließ sich dabei von der Psychoanalytikerin Julia Kristeva und ihrem Essay „Stabat Mater“ inspirieren.</p>



<p>In Obhut ihrer Mutter beschwört Leite gemeinsam mit einem Pornodarsteller das Motiv von der Jungfrau Maria herauf. Sie erzeugt Bilder von Weiblichkeit, um die Beziehung zwischen Frauen und Männern zu untersuchen. </p>



<p>Dabei konzentriert sie sich auf die weibliche Lust und das Empfinden von Schmerz. Sie möchte das Paradox der Jungfrau Maria herausarbeiten. Eine Frau, die ohne Lust zu sein scheint, eine Heilige ohne Sünde, die dennoch ein uneheliches Kind gebar.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Artifizielles Potpourri Post-FIND 2026 in der Schaubühne</h3>



<p>Das FIND 2026 ist nur noch bis Ende April erlebbar. Einige Arbeiten des Festivals sind jedoch ins Repertoire des Hauses übergegangen und können weiterhin gesehen werden.<br></p>



<p><strong><a href="https://www.schaubuehne.de/de/seiten/festival-internationale-neue-dramatik-16-bis-26-april-2026.html">FIND 2026</a></strong> (16. April – 26. April 2026) | <a href="https://www.schaubuehne.de/de/spielplan/programm.html"><strong>Schaubühne Berlin</strong> </a>| <a href="mailto:ticket@schaubuehne.de">ticket@schaubuehne.de</a></p>



<p></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Notizen aus der Anstalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Oct 2018 15:30:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Bipolarität]]></category>
		<category><![CDATA[Buchpreis 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Manie]]></category>
		<category><![CDATA[Manisch-Depressiv]]></category>
		<category><![CDATA[Poetische Autobiografie]]></category>
		<category><![CDATA[Rowohlt Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Melle]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Schriftsteller Thomas Melle erzählt in seinem autobiografischen Werk <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt;</i> von seiner manisch-depressiven Erkrankung und von dem Zusammenstoß von sich und der Welt.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Neuronen explodieren in Thomas Melles Kopf, während er Thomas Bernhard im McDonald‘s am Wuppertaler S-Bahnhof sieht, oder als Björk in einer Bar gleich nebenan nur für ihn singt. Im Rausch seiner paranoiden Schizophrenie gefangen, durchquert er im Höhenflug unterschiedliche Orte und hat mit Prominenten, wie Madonna Sex. Was für einige seiner Mitmenschen unerreichbar scheint, erlangt der deutsche Schriftsteller Thomas Melle in nur einigen Stunden oder Minuten. Durch sein intensives und extremes Gefühlsleben steigt der Autor bis zum Messias auf, erlebt die abenteuerliche Welt voller Farben und nur für ihn zu entschlüsselnde Chiffren. In seiner manischen Phase erscheint alles möglich und er ist immer nur einen Schritt bis zur völligen Selbstzerstörung entfernt. Nach dem Höhenflug, kommt die Depression und Melle findet sich in einer Psychiatrie wieder, oder wie er es nennt, <i>&gt;&gt;ein Sammelsurium von Fehlexemplaren&lt;&lt;</i>. Dort erfährt der Autor von seiner Bipolarität, von der Disposition im Gehirn, die dafür sorgt, dass seine Persönlichkeitstruktur über manisch-depressive Eigenschaften verfügt. Immer wieder heißt es nun für ihn, Achterbahn fahren. Größenwahn, Zusammenbruch, Wiederherstellen.</span></span></p>




<blockquote>


<p style="text-align: right;" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Etwas stimmte also nicht. Ich meinte: mit der Welt. Er meinte natürlich mit mir.</span></span></p>


</blockquote>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Mit poetischer Authentizität beschreibt der Autor Thomas Melle in <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt;</i> (erschienen im rororo Taschenbuchverlag am 20.2.2018) auf 352 Seiten seine manisch-depressiven Schübe und sein Gefühl von toter Materie, <i>&gt;&gt;Ich sitze da. Ich bin nichts. Etwas sitzt da und ist nicht mehr.&lt;&lt;</i> (S.115) Sein Krankheitsbericht ist in vielerlei Hinsicht sprachlich gewaltig. Mal wütend, voller Adrenalin und dann verletzend und voller Tiefe; <i>&gt;&gt;Jeder Tod, den ich sterbe, ist ein weiterer Verrat an der Wahrheit.&lt;&lt;</i> (S.27) Die Sprache in <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt; </i>passt sich den Stimmungen von Melle an, versucht Gedanken festzuhalten und Geschehenes zu rekonstruieren. Sein Bericht erzählt detailliert von der Zerbrechlichkeit des Seins, das heißt von der prekären Persönlichkeitsstruktur bei manisch-depressiv Erkrankten. <i>&gt;&gt; (…) das Leben des Depressiven, das Leben des Manikers und das Leben des zwischenzeitlich Geheilten. Letzterem ist nicht zugänglich, was seine Vorgänger taten, ließen und dachten&lt;&lt; </i>(S.111) Melles Notizen und Erfahrungsberichte aus psychiatrischen Anstalten sind theoretisch unterwandert und lockern mit Zynismus die trostlose und angespannte Atmosphäre auf, <i>&gt;&gt; Und hören Sie Stimmen? – Was? – Stimmen? Hören Sie? – Ja, Ihre. Ganz deutlich. – Das meine ich nicht. Andere Stimmen?&lt;&lt;</i> (S.22) und verschaffen den Lesern nicht nur einen Einblick in das tragische Krankheitsbild, eins an Bipolarität erkrankten Mannes, sondern auch in die Kulturszene, in der Thomas Melle zu Hause ist. </span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">So gesehen, ist Melles Werk <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt; </i>auch ein <em>Kultroman</em>, in dem der Schriftsteller die Kulturszene des 20. Jahrhunderts nachzeichnet. Er spricht nicht nur von der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Künstler*innen, wie Jule Böwe, sondern auch von Moden, wie der <i>&gt;&gt;Pollesch-Sprech&lt;&lt;. </i>So gelungen das autobiografische Werk <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt; </i>auch sein mag, ist es dennoch mit seinen fast 400 Seiten etwas zu lang. Die Schilderung von drei aufeinanderfolgenden Episoden der Bipolarität zieht sich etwas, unter anderem auch weil Verhaltensweisen und Erlebnisse sich wiederholen. Komprimierter wäre <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt;</i> etwas weiter von einem poetischen Krankheitsbericht entfernt und näher an einem autobiografischen <em>Kultroman</em>.
</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>Thomas Melle</b><b>: </b><b>&gt;&gt;</b><b>Die Welt im Rücken</b><b>&lt;&lt;</b><i>, </i>erschienen am 20.2.2018 im rororo Taschenbuch (Rowohlt Verlag) Reinbek. Kosten: 9, 99 Euro, <a href="https://www.rowohlt.de/taschenbuch/thomas-melle-die-welt-im-ruecken.html">https://www.rowohlt.de/taschenbuch/thomas-melle-die-welt-im-ruecken.html</a> </span></span></p>

]]&gt;		</p>
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		<title>Herzlich Willkommen in der Irrenanstalt im Innenleben von Sarah Kane</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2014 13:58:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[4.48 Psychose]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Smeja]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Irrenanstalt]]></category>
		<category><![CDATA[Psychose]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Kane]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterfabrik]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterfabrik Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterkollektiv Spin off]]></category>
		<category><![CDATA[Wahnsinn]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[<b>4.48 Psychose</b>,<b> </b>das letzte Werk von Sarah Kane, feierte am 18.1.2014 unter der Regie von Alexander Smeja mit seinem Theaterkollektiv <i>Spin off </i>eine wahnwitzige und zugleich gefühlsbetonte Premiere.
<i>„Sie haben doch Freunde – Sie haben doch sehr viele Freunde – was geben Sie Ihren Freunden, dass sie so hilfsbereit sind.“</i>, sagen immer wieder die Darstellerinnen zu einzelnen Zuschauern im Vorraum und drängen sie damit im penetranten Stil in die Ecke. Die Darstellerinnen verfolgen einen schlichtweg mit ihrem Wahnsinn und lassen den Rezipienten zweifeln: Bin ich wirklich im Theater oder ist das hier eine Irrenanstalt?
Die fünf seltsamen Damen (Alexandra Peschke, Carine Lin-Kwang, Daniela Kaschinski, Katrin Wendrich und Sarah Scholl), die den Wahnsinn in sich tragen, trifft man schließlich auf der Bühne wieder. Alle fünf sprechen simultan und dann in einem durcheinander Textauszüge von <b>4.48 Psychose</b>: <i>„Ich bin traurig/ Ich hab das Gefühl, die Zukunft ist hoffnungslos, und es wird nie besser/ Ich langweile mich und bin unzufrieden mit allem/ Ich bin ein absoluter Versager als Mensch/ Ich bin schuldig, ich werde bestraft/ Ich möchte mich umbringen“</i>.  Das sind Ängste und Gedanken, die das Stück von einer depressiven und suizidalen Persönlichkeit, die mit Sarah Kane gleichgesetzt werden kann, offenbart. <b>4.48 Psychose </b>beschreibt die Uhrzeit der absoluten Psychose beziehungsweise die letzte depressive Phase. Die depressive Persönlichkeit plant sich genau um 4.48 Uhr mit einer Überdosis, aufgeschnittenen Pulsadern und durch erhängen zu suizidieren. Der geäußerte Wunsch nach dem Suizid wird mit Zirkusmusik unterbrochen und der Zuschauer findet sich anschließend in einer Psychiatrie mit durchgeknallten Ärztinnen wieder.
<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/01/4-48psychose_ensemble-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-260" alt="4.48Psychose_Ensemble" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/01/4-48psychose_ensemble-1.jpg" width="300" height="199" /></a>
Immer wieder werden melancholische Szenen durch absurde Musikeinschübe oder humorvolle Texteinlagen unterbrochen, sodass die ernsthaften Themen Depression und Suizid aufgelockert werden. Obwohl diese absurden Einschübe vorhanden sind, ist das Stück von gefühlsbetonten Momenten geprägt, wie beispielsweise der <i>Fuck-You-Monolog </i>oder das Gespräch zwischen verzweifelter Ärztin und Patientin<i>. </i>
Die Schauspielerinnen schlüpfen an diesem Abend problemlos in diverse Rollen, wie Ärztin, Patientin, Psychotikerin, Liebende oder Wahnsinnige. Und schaffen es den Zuschauer mit den gelungenen Darstellungen von Psychose, Euphorie und Trauer in die wirre Gefühlswelt von Psychotikern mitzureißen.
<b>4.48 Psychose </b>unter der Regie von Alexander Smeja mit seinem Theaterkollektiv <i>Spin off </i>ist eine wirklich gelungene und sehenswerte Inszenierung mit einem hohen Gehalt an Authentizität und zugleich Absurdität. Glückwunsch!
<b><span style="text-decoration:underline;">Theaterfabrik Düsseldorf</span></b>: Fr. 14.3., 20 Uhr | So. 16.3., 20h
<i>Karten unter (0211) 158 99 33 oder <a href="mailto:info@theaterfabrik.org">info@theaterfabrik.org</a> </i>]]&gt;		</p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Schneewittchen, die sieben Zwerge“ und die Fremdheit ihres Selbst – Das Phänomen einer Borderline Persönlichkeitsstörung</title>
		<link>https://freigeist-magzine.de/schneewittchen-die-sieben-zwerge-und-die-fremdheit-ihres-selbst-das-phanomen-einer-borderline-personlichkeitsstorung/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=schneewittchen-die-sieben-zwerge-und-die-fremdheit-ihres-selbst-das-phanomen-einer-borderline-personlichkeitsstorung</link>
					<comments>https://freigeist-magzine.de/schneewittchen-die-sieben-zwerge-und-die-fremdheit-ihres-selbst-das-phanomen-einer-borderline-personlichkeitsstorung/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Jan 2013 21:47:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Borderliche Persönlichkeitsstörung]]></category>
		<category><![CDATA[Die Sehnsucht nach dem wahren Selbst]]></category>
		<category><![CDATA[Essstörungen]]></category>
		<category><![CDATA[Freud]]></category>
		<category><![CDATA[James F. Masterson]]></category>
		<category><![CDATA[primitive Abwehrmechanismen]]></category>
		<category><![CDATA[Schneewittchen]]></category>
		<category><![CDATA[Schneewittchen und die sieben Zwerge]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
		<category><![CDATA[Verlassenheitsdepression]]></category>
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					<description><![CDATA[„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ – eine Analogie über die Vernachlässigung der Mutter auf das junge Selbst eines Kindes (Persönlichkeitsbild, Borderline).]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><![CDATA[


<p align="JUSTIFY"]]&gt;„<span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> Der Spiegel antwortet: </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>„Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land!“</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> Doch was passiert, wenn der Spiegel beim nächsten Mal antwortet: </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier. Aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr“?</i></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Die böse Stiefmutter, die schon vorher für Schneewittchen nicht große Sympathien entwickeln konnte, verfällt in Hass auf das junge Mädchen, straft es mit Ablehnung und verweigert ihr jegliche Liebe. Schneewittchens leibliche sowie gute Mutter ist tot und sie kann nur noch in Schneewittchens Fantasien existieren. Die böse Stiefmutter ist die einzig gegenwärtige </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>Mutter-Figur </i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">für Schneewittchen. Durch die Ablehnung und Vergegenwärtigung der Minderwertigkeit gegen die eigene Person, entwickelt sich beim jungen Mädchen eine Art Selbsthass auf die eigene Person und die Entwicklung des eigenen </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>wahren Selbst</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> bleibt stehen; d.h. die Ablehnung, das Nicht-Vermitteln von emotionaler Wärme und Geborgenheit, löst bei dem jungen Mädchen eine </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>Verlassenheitsdepression</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> aus. Die </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>Ich-Funktion</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> von Schneewittchen kann sich nicht entfalten. Das Mädchen beharrt auf </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>primitive Abwehrmechanismen</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">, um mit dem </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>Verlassenheitsgefühl</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> zu Recht zukommen und nicht verletzt zu werden. Zu den </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>primitiven Abwehrmechanismen </i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">gehören: das Verleugnen, Anklammern, Vermeiden, Distanzieren, Projizieren, sowie Agieren von Gefühlen zu ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt. </span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Die böse Stiefmutter kann Schneewittchen nur hässlich ertragen. Schneewittchen nimmt dies wahr und versucht nicht ihre Schönheit zu entfalten, um der wahrgenommenen Ablehnung der Stiefmutter auf ihre Person entgegenzuwirken. Schönheit und Hässlichkeit sind eine Analogie für </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>das wahre Selbst</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> und für </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>das falsche Selbst. </i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Die böse Stiefmutter versucht bei Schneewittchens Entwicklung von Autonomie und Selbstbehauptung mittels emotionaler Kälte und Distanz ein regressives Verhalten zu erzeugen, damit Schneewittchen verlernt ihr </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>wahres Selbst</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> zu entfalten. Das heißt, </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">solange Schneewittchen nicht ihr </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>wahres Selbst</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> entfaltet, sondern im von der Mutter erwünschten Selbst lebt, dem </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>falschen Selbst</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">, stellt Schneewittchen keine Bedrohung für die böse Stiefmutter dar.</span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Schließlich wächst Schneewittchen zu einer wunderschönen jungen Frau heran und jegliche Versuche Schneewittchen zu </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>verunstalten,</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> misslingen der bösen Stiefmutter. Die böse Stiefmutter möchte Schneewittchens </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>Individualisierungsprozess</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> verhindern, indem sie beschließt, dass die einzige Lösung Schneewittchens tot ist.</span><sup><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><a href="#sdfootnote1sym" name="sdfootnote1anc"><sup>1</sup></a></span></sup><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> Sie heckt dazu eine Reihe von </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>satanistischen Plänen</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> aus, um den Tod ihrer Stieftochter herbei zu führen. </span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Als Schneewittchen bei den sieben Zwergen ankommt, wird sie voller Liebe aufgenommen und Schneewittchen fängt an, sich um den Haushalt der Zwerge zu kümmern. Die sieben Zwerge stellen Schneewittchens verkümmerte Aspekte ihrer Persönlichkeit dar, die unter der Obhut der bösen Stiefmutter nicht wachsen durften. Schneewittchen kann sich nun, um diese verkümmerten Aspekte ihrer Seele kümmern. Es ist der Beginn eines langen Konfliktlösungsprozesses für Schneewittchen. Obwohl Schneewittchen weit von der bösen Stiefmutter entfernt lebt, ist sie immer noch präsent und versucht die junge Frau zu töten. </span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Im Märchen kommt Schneewittchen der Prinz zur Hilfe, um sie von dem </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>falschen Selbst</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> zu befreien und zum </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>wahren Selbst</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> zu führen. In der Realität kommt leider kein Prinz. Schneewittchen, die laut psychoanalytischer Studien eine Borderline Persönlichkeitsstörung entwickelt hat, muss lernen auf nicht selbstschädigendem Weg</span><sup><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><a href="#sdfootnote2sym" name="sdfootnote2anc"><sup>2</sup></a></span></sup><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> mit der </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>Verlassenheitsdepression</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> umzugehen. Sie muss lernen sich vom </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>falschen Selbst</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> zu befreien, um Ihr </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>wahres Selbst</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> zu finden und Ihre Identität zu entwickeln. Dieser Konfliktlösungsprozess ist ein langer </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>heimtückischer Prozess</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> ihres Selbst, der niemals enden wird. Die Borderline Persönlichkeitsstörung ist behandelbar, aber nicht heilbar. Schneewittchen wird ihr Leben lang mit der Fremdheit Ihres Selbst in Konflikt treten müssen, um ein glückliches Leben führen zu können.</span></p>
<p align="JUSTIFY">______________________________________________________________</p>
<div id="sdfootnote1"><a href="#sdfootnote1anc" name="sdfootnote1sym">1</a><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> Einige </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>Borderline-Patienten</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> berichten von dem Gefühl, ihre Mutter nur befriedigen zu können, wenn sie Suizid begehen würden.</span></div>
<div id="sdfootnote2"><a href="#sdfootnote2anc" name="sdfootnote2sym">2</a><span style="font-family: Arial, sans-serif;"> Borderline Patienten neigen zu selbst zerstörerischen Verhaltensweisen, wie </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>Ritzen</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">, </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>extremen Drogenkonsum</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">, </span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><i>Essstörungen</i></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">.</span></div>
<div id="sdfootnote2">______________________________________________________________</p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Masterson, James F.: „Die Sehnsucht nach dem wahren Selbst“. Stuttgart: Klett Cotta Verlag, 1993.</span></p>
<p align="JUSTIFY"> <span style="color: #0000ff;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.gsgoehl.de/maer_schnee.htm"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">http://www.gsgoehl.de/maer_schnee.htm</span></a></span></span></p>
</div>
<p>]]&gt;</p>
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