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	<title>Maxim Gorki &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<title>Maxim Gorki &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<item>
		<title>Kill your Darlings: Superfrauen beleben Mondtags Rotes Haus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Oct 2025 16:25:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[7. Berliner Herbstsalon]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterklasse]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Sommer ist vorbei. Und das Berliner Maxim Gorki Theater lädt zum siebten Herbstsalon. Im Fokus steht das Rote Haus in Kreuzberg.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Berlin <strong>∙</strong> Der Sommer ist vorbei. Die ersten Blätter sind schon gefallen. Und wie die Berliner Tradition es verlangt, lädt das Maxim Gorki Theater zum Herbstsalon. Auftakt hat Shermin Langhoffs siebter Salon mit <a href="https://freigeist-magzine.de/das-internat-mondtag/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Ersan Mondtags</strong></a> postmigrantischer Inszenierung „das Rote Haus“. Ein Ort, der verspricht, alles zu verändern und neuzudenken.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Postmigrantische Frauen als stummes Uhrwerk der Arbeit</h4>



<p></p>



<p>Die Uhr steht. Sie lässt den Zeiger immer wieder an der gleichen Stelle aufschlagen, um ihr Herz (das Uhrwerk) in rhythmischen Tönen in den schwach-beleuchteten Theatersaal zu tragen. Dennoch wirkt die geschaffene Szenerie kalt. Und als der Vorhang aufgeht, steht die Frage im Raum, wo befinden wir uns?</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-3647" style="width:434px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-1024x682.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-768x511.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-1536x1022.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-2048x1363.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><br>&#8222;Das Rote Haus&#8220; von Mondtag Foto:Thomas Aurin</figcaption></figure>
</div>


<p>Erziehungsanstalt? Hof? Wartesaal? Pflegeeinrichtung? Das Rote Haus auf der Stresemannstraße 30 in Berlin-Kreuzberg hat eine lange Geschichte hinter sich. So scheint es wenig verwunderlich, dass der siebte Berliner Herbstsalon sich dieses postmigrantische Monument als Ausgangspunkt nimmt, um über <a href="https://freigeist-magzine.de/erbschaft-einer-kaempferin-ich-bin-allein-ich-will-keinen-mann-ich-bin-frei/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Frauen aus der Arbeiterklasse</strong></a> zu sprechen. Jene <em>„(…) schöne, gebildete, würdevolle, junge Frauen der ersten Generation von Einwanderinnen (…) die sich mit Arbeit unabhängig machte(n), sich emanzipierte(n) und dabei andere Frauen unterstützte(n).“</em>, wie Langhoff es ausdrückt.</p>



<p>In Ersan Mondtags Inszenierung „das Rote Haus“ treffen wir auf vier dieser Frauen, Canan, Keriman, Saadet, Yüksel. Alle vier sind ihrem <a href="https://freigeist-magzine.de/tagtraum-im-verhaltnis-zum-schlaf-traum-unter-berucksichtigung-des-funktionalen-phanomens-von-herbert-silberer/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Traum</strong></a> von Unabhängigkeit gefolgt. Sie kamen nach Berlin, nahmen eine Anstellung bei dem Elektronikunternehmen Telefunken an und zogen dafür in das firmeneigene Wohnheim, das Rote Haus.</p>



<p>Angekommen in dem Gebäude, warten die nun gealterten Frauen. Nacheinander und im Loop gefangen fragen sie, „Sind Sie meine Enkelin?“. Teilweise schon genervt, schauen die betroffenen, jungen, rauchenden Pflegekräfte (Arbeiterinnen) von ihrem Smartphone auf. Sie wollten eine Auszeit auf dem Hof nehmen. Widerwillig gehen sie auf die suchende, gealterte Frau zu, nehmen sie an die Hand. Eine <a href="https://freigeist-magzine.de/house-for-sale-ein-haus-geht-auf-distanz/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Symbiose</strong></a> entsteht.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><br>Superfrauen werden zu biografischen Blitzlichtern des Roten Hauses</h4>



<p></p>



<p>Es beginnt eine biografische Rückblende in schwarz-weißen Pop-Art. Ein Cartoon, der sich mit den Schattenbildern von gealterten Ich und Alter Ego erweitert. Die Frauen, Canan, Keriman, Saadet und Yüksel werden in ihrer Blende wie <a href="https://freigeist-magzine.de/romaarmee/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Superheldinnen</strong></a> vorgestellt; so bekommt Yüksel den Beinamen, die Resolute.</p>



<p>Ihre Geschichten wirken wie historische Blitzlichter des Roten Hauses, weil sie kurze biografischen Sequenzen sind; die zu dicht, zu komplex und zu schnell abgehandelt werden. Letztendlich bleibt nichts von den Geschichten der Frauen im Gedächtnis haften.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><br>„Kill Your Darlings!“ für glänzende Superfrauen</h4>



<p></p>



<p>Die biografischen Sequenzen haben eine Zeitverschiebung herbeigeführt, sodass das junge Alter Ego in einem Mehrbettzimmer aufwacht. Es sind die 60er. Eine Zeit, in der die Frauen bei Telefunken angestellt waren. Im Wechselspiel und durch die Zeit reisend, erscheinen Alter Ego und gealtertes Ich; dabei nimmt das gealterte Ich in erster Linie eine kommentierende Rolle ein. Wirklich mehr erfahren wir von den Superfrauen nicht. Die Geschichte des Hauses rückt in den Vordergrund.</p>



<p>Ersan Mondtag und sein Inszenierungsteam hätten sich einen Gefallen getan, wenn sie die Worte und die Geschichten der Frauen in den Fokus gestellt hätten. Wie <a href="https://freigeist-magzine.de/cry-baby-pollesch/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>René Pollesch</strong></a> es einst sagte, Kill Your Darlings!“; weniger ist oft mehr.</p>



<p></p>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading">ЯE:IMAGINE – The Red House ist bis zum 30. November 2025 zu erleben</h4>



<p></p>



<p>Das Rote Haus auf der Stresemannstraße 30 bildet den Rahmen des siebten <a href="https://freigeist-magzine.de/stolpersteine-kroesinger-dura/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Herbstsalons</strong></a> und lädt mit unterschiedlichen Arbeiten zur Reflexion der Gegenwart ein, „<em>um das Heute zu begreifen,</em> <em>(müssen wir) das Gestern kennen. Anders bekommen wir exakt das Morgen, das wir nicht brauchen können.“</em>, schreibt Langhoff zu Яe:imagine. Ihre Worte sind ein guter Wegweiser für Deutschlands politische Misere, die droht in einer bereits erlebten Katastrophe zu enden. – Der <a href="https://www.gorki.de/de/spielplan" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Herbstsalon 2025</strong></a> ist noch bis zum 30. November geöffnet.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="7. Berliner Herbstsalon ЯE:IMAGINE: THE RED HOUSE (Teaser) | Maxim Gorki Theater" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/MuE3T_cbWP8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p></p>
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		<title>Mephistoland, Europa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Aug 2018 19:32:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Regisseur, András Dömötör schickt das Gorki Ensemble in <i>&gt;&gt;Mephistoland&lt;&lt; </i>(UA 9. Juni 2016)<i> </i>an das ungarische Nationaltheater und konfrontiert sie mit dem europäischen Faschismus.</span></span></p>


[caption id="attachment_1937" align="alignleft" width="527"]<img decoding="async" class="wp-image-1937 " src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-1024x683.jpg" alt="" width="527" height="351" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-1024x683.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-768x512.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-1536x1024.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-2048x1365.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/09/Mephistoland_MG_2576C-Ute-Langkafel-MAIFOTO-1-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 527px) 100vw, 527px" /> <span style="font-size: small;"><i><span style="font-family: Ubuntu;">&gt;&gt;</span><span style="font-family: Ubuntu;">Mephistoland</span><span style="font-family: Ubuntu;">&lt;&lt;</span></i> <i><span style="font-family: Ubuntu;">, Ensemble, Foto: </span><span style="font-family: Ubuntu;">Ute Langkafel</span></i></span>[/caption]


<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Applaus! </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Vorhang fällt. D</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ie Schauspieler*innen (Aram Tafreshian, Mareike Beykirsch, Bettina Hoppe, Tim Porath, Mehmet Yilmaz) verbeugen sich. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Aram Tafreshian </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">holt einen Zettel hervor und verliest mit zittriger Stimme, dass </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">das Ensemble</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sich </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">hinter ihre</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">n</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> weltoffenen Intendanten, R</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ó</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">bert </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Alföldi </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">stellt und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ruft </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">gleichzeitig zu einer Protestaktion auf</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Dem Nationaltheater steht ein Intendantenwechsel bevor, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">weil die autoritär-nationale Partei </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Fidesz</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> während den letzten Wahlen ein</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">e</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> 2/3 Mehrheit erzielte. Der Parteivorsitzende Viktor Mih</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">á</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ly Orb</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">á</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">n hat seinen Freund, Attila </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Vidny</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">á</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">nszky </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">für die Intendanz </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">des Theaters</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> berufen. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Vidny</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">á</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">nszky </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">soll wieder eine christlich-nationalistische Tradition ins Haus einführen, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">was bei vielen in der Theatergruppe auf Widerstand stößt. Während einige sich lernen anzupassen, rebellieren die anderen. Letztendlich landen sie alle </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">in der Endstation, Erlebnisbad.
</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">D</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">as Gorki-Ensemble und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">der</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Regisseur </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Dömötör </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">entwerfen im Jahre 2016 mit </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Mephistoland&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">eine Dystopie von einem faschistischen Europa, welches heute real zu sein scheint.</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Den Rahmen für </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Mephistoland&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">liefert einerseits der Roman </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Mephisto&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> von dem Schriftsteller, Klaus Mann und andererseits ein homosexuelles </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Schauspielerpaar, das </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">jeweils </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">an unterschiedlichen Punkten </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">seiner </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Karriere steh</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">t</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Tim </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ist ein Star unter den Spielern. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Er ist</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> eigen und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">w</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">idersetzt sich gerne den Normen. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Im Gegensatz zu seinem Lebens</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">gefährte</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">n</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Aram. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Er </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">spielt Nebenrollen und passt sich an. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Eigentlich </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ergänzen sich </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">beide </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ganz gut. Bis </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sie sich zum Intendantenwechsel, beziehungsweise zum Faschismus positionieren müssen. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Tim </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">widersetzt sich der</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> christlich-nationalistische</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">n Struktur </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und Aram </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">passt sich an. Er sieht seine Chance unter neue</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">r Theaterf</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ührung berühmt zu werden.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Die Autoren, Dömötör, Korn</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">é</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">l Laboda </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und Albert Beneder schaffen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sich</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> mit diesem </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Rahmen</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> die Möglichkeit mit der Dramaturgie zu experimentieren. Sie bauen unterschiedliche Nebengeschichten in die Inszenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ein, um das Horroszenario eines faschistischen Europa zu erweitern</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Wie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">unter anderem</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> die revoltierende Regisseurin, die kein Blatt vor dem Mund nimmt, oder die hungernde Aktionskünstlerin vor dem Theater, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">oder ein Schauspieler, der nicht den Suizid vom Nationalsozialisten Adolf H. spielen möchte</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">.</span></span></p>




<blockquote>


<p align="right"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Ich bin Regisseurin, gehen sie links ab.</span></span></p>


</blockquote>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">D</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ie Nebengeschichten </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sind </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">interessant und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zeigen</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> unterschiedliche Formen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">des Widerstands. Dennoch</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">tragen sie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">auch </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">dazu bei, dass der Rahmen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">unter den anderen Geschichten abhanden kommt. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Und Bezüge und Übergänge hin und wieder orientierungslos</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">abgespielt werden</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Das </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Gorki-Ensemble </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">spricht und spielt </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">das Drama </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Mephistoland&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">in seinen einzelnen Rollen sehr überzeugend, unterhaltsam und bringt </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">den </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Zynismus des Ganzen zum Glänzen. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Und erinnert in seiner surrealistischen Art an das Musical </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Rocky Horror Picture Show&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>&gt;</b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>&gt;Mephistoland&lt;&lt;</b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">,</span></span><b> </b><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Maxim Gorki Theater, Weitere Vorstellungen: <a href="https://gorki.de/de/mephistoland">https://gorki.de/de/mephistoland</a> </span></span></p>

]]&gt;		</p>
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		<title>Anonymous kämpft am Gorki für Gerechtigkeit!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jun 2016 23:18:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Cynthia Micas]]></category>
		<category><![CDATA[Das Kohlhaas-Prinzp]]></category>
		<category><![CDATA[Dimitrij Schaad]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich Kohlhaas]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich von Kleist]]></category>
		<category><![CDATA[Johnathan Aikius]]></category>
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		<category><![CDATA[Maxim Gorki Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstjustiz]]></category>
		<category><![CDATA[Taner Şahintürk]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Wodianka]]></category>
		<category><![CDATA[Ungerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Yael Ronen]]></category>
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				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;">Am 22. Juni 2016 zeigte Yael Ronen zusammen mit ihrem Ensemble zum letzten Mal in dieser Spielzeit mit <b>Das Kohlhaas-Prinzip</b> am Maxim Gorki Theater, wie unsere Gesellschaft im intakten Rechtsstaat zu funktionieren scheint.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;">Menschenrechte? Gerechtigkeit? – Wir haben einen Riss im System. Michael Kohlhass (Thomas Wodianka) muss dies am eigenen Leib erfahren, als er bei einer Radtour mit seinem Sohn angefahren wird. Statt die Verurteilung des Täters, soll er nun dafür zahlen, dass er dem Fahrer Kaffee ins Gesicht geschüttet hat. UNGERECHTIGKEIT! Der Fahrer des Wagens, Hajo von Tronka (Dimitrij Schaad) gehört zufälligerweise zu den reichsten Dynastien des Universums und hat entsprechend gute Beziehungen in die obersten Justiz- und Regierungskreise. Ein gerechter Prozess findet nicht statt. Deswegen folgt Kohlhass dem Prinzip: &#8222;Fiat iustitia, et pereat mundus – Es soll Gerechtigkeit geschehen, und gehe auch die Welt daran zugrunde!“. Gemeinsam mit seinem Freund eröffnet Kohlhaas eine Gerechtigkeits-Kampagne gegen von Tronka und lässt das Volk, wie Anonymous, rebellieren. AUSNAHMEZUSTAND.</span></span></p>




<blockquote>


<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;"><i><b>Dimitrij:</b> Mach mal die Augen auf, Cynthia! Draußen in der Welt kämpfen Menschen.</i></span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;"><i><b>Cynthia:</b> Wo? In der Kantine?</i></span></span></p>


</blockquote>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;">Noch nie war ein Kampf für die Gerechtigkeit so zynisch, lustig und treffend, wie <b>Das Kohlhaas-Prinzip</b>. Gemeinsam mit ihren Ensemble erarbeitet Yael Ronen, eine Inszenierung frei nach Heinrich von Kleist, in der sie den Rosshändler Michael Kohlhaas vom 16. Jahrhundert ins 21. Jahrhundert nach Berlin transformiert. Neben dem Plot von Kohlhaas existiert noch eine zweite Perspektive der staatlich-menschlichen Ungerechtigkeit, die sich an der israelischen Grenze abspielt. Der palästinensische Käsehändler Michail (Taner Şahintürk) wird von einer missmutigen Soldatin schikaniert. Er hat anscheinend die falschen Papiere, um mit seinem käsebeladenen Auto die Grenze zu überqueren. Zurück nach einer Odyssee, muss Michail erfahren, dass sein Auto für ein Kriegseinsatz benutzt wurde. Als Entschädigung wird er inhaftiert. Muss nach Deutschland fliehen, Asyl beantragen, wieder aus seinem (zugewiesenen) Heim fliehen, weil es von Neonazis belagert wird und lebt in Berlin auf der Fluch. </span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;">Das Streben nach Gerechtigkeit wird bei beiden Michaels zu einer moralischen Existenzfrage: Der eine möchte seine eigene Existenz in einem von Faschismus geprägten Land retten und der andere übt Selbstjustiz und verliert dadurch seinen Sohn. </span></span></p>




<p align="RIGHT"><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;"><b>WELCHEN PREIS BIST DU BEREIT ZU ZAHLEN, UM IN EINER GERECHTEN WELT ZU LEBEN?</b></span></span></p>




<p align="RIGHT"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-660" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1.jpg" alt="Cynthia Micas Foto: Esra Rotthoff" width="1989" height="2712" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1.jpg 1989w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1-220x300.jpg 220w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1-330x450.jpg 330w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1-768x1047.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1-751x1024.jpg 751w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1-183x250.jpg 183w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1-1127x1536.jpg 1127w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1-1502x2048.jpg 1502w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1-150x205.jpg 150w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1-66x90.jpg 66w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/07/Cynthia-Micas-Foto-Esra-Rotthoff-1-455x620.jpg 455w" sizes="auto, (max-width: 1989px) 100vw, 1989px" /></a><strong><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;">Cynthia Micas. Foto: Esra Rotthoff </span></span></strong></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;">Ronens Inszenierung scheint in eine Parabel zu enden, was aber wieder den Kreis zu Kleist schließt. Zusammen mit dem Gorki-Ensemble (Thomas Wodianka, Dimitrij Schaad, Cynthia Micas, Taner Şahintürk und Johnathan Aikius) schafft Ronen einen gelungenen und hervorragenden Abend, der sich durch Text, Ästhetik und aberwitzigen Szenen und Dialogen auszeichnet.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;"><b>DAS KOHLHAAS-PRINZIP</b></span></span><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;">| Spieltermine in der neuen Spielzeit: 23.9.2016| 19.30h| </span></span><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;">Karten unter:</span></span><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;"> <a href="http://www.gorki.de/spielplan/kohlhaas/">http://www.gorki.de/spielplan/kohlhaas/</a> oder 030 – 20221-115.</span></span></p>

]]&gt;		</p>
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		<title>Gender Trouble in der Großstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2014 16:22:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Annie Lennox]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungsbilder]]></category>
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		<category><![CDATA[SMALL TOWN BOY]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[Falk Richter kreiert mit seinem Rechercheprojekt <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY</b> am Gorki-Theater ein reflektiertes Abbild von unserer multioptionalen Leistungsgesellschaft, in dem Großstadtmenschen mit geschlechtlichen Identitäten spielen, sexuelle Vorlieben erforschen und Beziehungsbilder hinterfragen, um sich selbst zu definieren und selbst sein zu können.
Ein cremefarbender Vorhang öffnet sich und melancholisch singt Mehmet Ateşçi den Popsong „Smalltown Boy“ von Bronski Beat „You leave in the morning/ With everything you own […] Mother will never understand/ Why you had to leave/ But the answer you seek/ Will never be found at home […] run away, turn away, run away” und leitet damit die dritte Szene “Buchholz in der Nordheide” ein, in der ein junger Mann aus der Provinz in die Großstadt flüchtet und versucht dem engen Mutter-Sohn-Verhältnis zu entkommen, um sich uneingeschränkt entfalten zu können.
<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-270" alt="annie-lennox" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1.jpg?w=238" width="238" height="300" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1.jpg 357w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1-238x300.jpg 238w" sizes="auto, (max-width: 238px) 100vw, 238px" /></a>
Die Bühne ist mit weißen Flokati-Teppichen, einigen Tischen, einem Stahlkonstrukt und Bildern von bisexuellen David Bowie, schwulen Rainer Werner Fassbinder und der heterosexuellen Annie Lennox, die mit dem Gender spielt, geschmückt. Die Schauspieler*innen fläzen sich auf den Teppichen, durchstöbern Schallplatten und erinnern sich nostalgisch an ihre „Erste Liebe“ – Paddy Kelly, der damals einem Mädchen zum Verwechseln ähnlich sah. Kaum in der Großstadt „Berlin“ angekommen, wird der homosexuelle junge Mann mit Einsamkeitsgefühlen und der Angst vor emotionaler Nähe, welche mit der Furcht vor Freiheitsverlust einhergeht, konfrontiert. Es kommen Fragen auf: Wie sieht eine gesunde Beziehung aus? Und was hält uns davor ab, wir selbst zu sein?
Richters Projekt <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>setzt sich aus unterschiedlichen Monologen, Szenen und Gesangseinlagen zusammen, die 25 projizierte Zwischenüberschriften bilden. Die Schauspieler*innen Mehmet Ateşçi, Niels Bormann, Lea Draeger, Aleksandar Radenković und Thomas Wodianka streifen die Themen Karriere, Beziehungsstress, Problem der Einsamkeit in einer durchdigitalisierten Welt, um sich schließlich der homosexuellen Identitätsbildung zu nähern. Dabei wechseln sie ständig ihre Rollen, ihr Gender und ihre sexuelle Identität. Größtenteils sprechen sich die Darsteller*innen mit ihren realen Namen an und spielen so mit der Realität. Nicht immer wird deutlich, wer gerade spricht: die fiktive Figur oder die reale Person. In dem Richter den Schauspieler*innen keine eng zugeschnittenen Rollen zuweist, lässt er das Privatleben der Künstler*innen zur Kunst werden. Paradoxerweise kritisiert Richter in <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY</b> das Vorgehen eines Künstlers sein Privatleben als Kunst zu deklarieren.
Neben Ironie, Parodie und Witz, wie die Szene „Shades of Grey […] Angie im Kanzlerschloss“, in der Lea Draeger nach einem erfolgreichen Deal mit der Rüstungsindustrie nach ihrem Analpfropf verlangt, beinhaltet <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>auch gesellschaftskritische Momente. Das gesellschaftskritische Moment erreicht seinen Höhepunkt in der Szene „Frühling der Reaktionäre“. Dort entlädt sich Thomas Wodianka seiner Wut über die ‚Homolobby‘, Wladimir Putin mit seinen menschenrechtsverletzenden Homophobie-Gesetz, dem „Diktatorenflittchen“ Anna Netrebko, die lieber aufhören sollte Opern von homosexuellen Tschaikowsky zu singen und schließlich Angela Merkel mit ihren Mädels Erika Steinbach und Ilse Aigner, die die Institution Ehe über alles schützen, aber selber kinderlos sind und/ oder in keiner Partnerschaft leben.
<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-273" alt="Warhol - Drag Putin" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1.jpg?w=300" width="300" height="300" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1.jpg 1000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1-150x150.jpg 150w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1-300x300.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1-768x768.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>
<b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>(UA 11. Januar 2014)  ist im Großen und Ganzen eine gelungene und sehr sehenswerte Inszenierungen mit grandiosen Schauspieler*innen und wunderschöner Livemusik von Mehmet Ateşçi. Aber auch Thomas Wodianka mit seinem <i>selbstgeschrieben Song</i> „Diamonds“ – vermutlich hat Rihanna den Song auch schon mal gesungen – für Aleksandar Radenković, was in einem Duett endet, ist zauberhaft. Leider spielen homosexuelle Frauen in <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>überhaupt keine Rolle und wenn Richter Frauen thematisiert, dann sind es bei ihm eher Menschen, die sich gerne sexuell erniedrigen lassen oder griechische Tragödien ausleben. – Und warum wird Elfriede Jelinek mit „Shades of Grey“ in Verbindung gebracht? Beziehungsweise wieso wird Jelinek verbal attackiert? – Lea Draeger als einzige Frau im Ensemble spielt ihre Rollen hervorragend und verleiht der Inszenierung nötigen weiblichen Charme.  <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>behandelt – wie auch Richters frühere Projekte <b>RAUSCH</b> und <b>THE DISCONNECTED CHILD –</b> die aufdringliche Mutter, die ihrem jungen Sohn keinen Freiraum lässt und ihn mit ihrer Liebe erstickt, sowie das distanzierte Vater-Sohn-Verhältnis. Schade ist dabei, dass Richter Textpassagen aus seinen früheren Werken übernimmt und in dieser Hinsicht nichts neues kreiert. Lobenswert ist, dass Richter die Selbst- und Paarsuche diesmal auf den Fokus der sexuellen Identitätsbildung richtet und somit eine Inszenierung geschaffen hat, die sich mit der männlichen Homosexualität auseinandersetzt, das Gender kritisch hinterfragt und den Zuschauer zum Nachdenken animiert.
Maxim Gorki Theater: 10.3., 17.3., 16.4., 24.4., 30.4., 1.5. jeweils um 19.30h
Karten unter (030) 20221 115 oder <a href="http://www.gorki.de/spielplan/2014-01/small-town-boy/597/">http://www.gorki.de/spielplan/2014-01/small-town-boy/597/</a>]]&gt;		</p>
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