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	<title>FFT Düsseldorf &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<description>News aus Kultur und Politik</description>
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	<title>FFT Düsseldorf &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<item>
		<title>Forum Freies Theater: Sind Hacker die Künstler des Neoliberalismus?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2014 08:10:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
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					<description><![CDATA[Die gesellschaftliche Ordnung des 21. Jahrhunderts orientiert sich an einem kapitalgesteuerten Mainstream. – Wie kann Kunst da noch politisch sein?
			]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Düsseldorf – Gesellschaftskritisches Denken scheint veraltet. Im 21. Jahrhundert wird die gesellschaftliche Ordnung von einem kapitalgesteuerten Mainstream beherrscht. Dieser lässt Soziales verschwinden, drängt die Kunst aus ihrer Funktion der Gesellschaftskritik und zwingt Künstler Teil des Marktes zu werden. Sie werden zum authentischen Arbeiten genötigt, um der Realität so nah wie möglich zu kommen, damit sie ein Teil des Mainstreams, des Kapitals werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie können Kunst und Politik im 21. Jahrhundert interagieren?</h2>



<p>Das Symposium „Authentizität und Differenz“, welches am 7. und 8. November 2014 im <strong><a href="https://freigeist-magzine.de/sweet-fithteen/">Forum Freies Theater (FFT) Düsseldorf </a></strong>in Kooperation mit dem NRW Kultursekretariat veranstaltet wurde, versuchte mit den Podiumsteilnehmern, Angela Richter (Regisseurin), Armen Avanessian (Kulturphilosoph), Torsten Meyer (Kunstdidaktiker), Georg Seeßlen (Kunsttheoretiker) und Bernd Stegemann (Dramaturg) einen aktuellen Diskurs über Kunst und Politik.</p>



<p>Dabei fragten sie, kann sich politische Kunst in den neoliberalen Kontexten, wo sie stärker denn je kapitalisiert wird, überhaupt noch vor der Vermarktung entziehen? Besteht die Aufgabe der politischen Kunst des 21. Jahrhunderts im Revoltieren gegen Digitalität, welche globale Überwachungsprogramme in die Gesellschaft einbettet? Oder zusammengefasst: Wie können Kunst und Politik im 21. Jahrhundert interagieren?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-right">Authentizität ist ein historischer und kein metaphysischer Begriff. (Bernd Stegemann)</p>
</blockquote>



<p>„Authentizität ist ein historischer und kein metaphysischer Begriff.“, mit diesen Worten eröffnete der Dramaturg der Schaubühne Berlin (2014), Bernd Stegemann das Symposium „Authentizität und Differenz“ und erläuterte den Begriff von „Authentizität“, als eine aus dem 19. Jahrhundert entwickelte Glaubwürdigkeit trotz Widersprüche. </p>



<p>Ein Inszenierungseffekt des bürgerlichen Subjekts, um sich emanzipatorisch vom Adel abzusetzen, das heißt „authentisch-sein“ ist für Stegemann in erster Linie eine Art von Überlebenstrategie der Bourgeoisie, in dem der Bürger lernt, auf dem Markt vertrauenswürdig zu inszenieren, damit er erfolgreich seinen Lohn erwerben kann. Es geht um das Aushandeln des Werts der eigenen Handlungen, des eigenen Daseins und der Waren, die man produziert. Früher sollte mit Authentizität eine Illusion erschaffen werden und heute steht „Authentizität“ für eine konkrete Beschreibung der Wirklichkeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Authentizität ist ein Inszenierungseffekt des bürgerlichen Subjekts</strong></h3>



<p>„Verdammt, jetzt müssen wir im Theater Kunst machen“, sagte der Dramatiker Heiner Müller und beschreibt damit eine Wendung des Theaters, welche mit Stegemanns „Authentizität“ Erläuterung einhergeht. Theater sieht sich mit Theater konfrontiert. Auf der Bühne soll nicht mehr gehandelt werden, sondern das Bühnenspiel soll „authentisch-sein“, sprich Wirklichkeit produzieren. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Theatrale Realität führt die Authentizität ad absurdum</strong></h3>



<p>Der Ruf nach Authentizität geht so weit, dass Regisseure Alltagsmenschen auf die Bühne holen. So wird die Verkäuferin, die der Regisseur wegen ihrer Geschichte als Verkäuferin auf die Bühne holt, keine Verkäuferin mehr, sondern sie wird zu einem doppelt entfremdeten Subjekt. Sprich, die Verkäuferin, die nun auf der Bühne steht, hat zwei Rollen inne. Einmal die Rolle der Verkäuferin in der gelebten Realität und zum anderen die Rolle der Verkäuferin in der gespielten Realität. Ihr Leben ist nicht authentisch; so besagt es zumindest die Theorie des Sozialwissenschaftlers Erving Goffman, der für Stegemanns weitere Ausführungen herhalten muss.</p>



<p>Die Verkäuferin ist schon in ihrer Rolle als Verkäuferin in der gelebten Realität gezwungen, etwas darzustellen, tritt sie zusätzlich als Laie in der Rolle als Verkäuferin auf die Bühne, ist sie von Affekten, wie Lampenfieber geprägt, die für eine doppelte Entfremdung verantwortlich sind. Und die doppelte Entfremdung wird im Theater als Authentizität gefeiert, laut Stegemann, ist das eine große Lüge der bürgerlichen Gesellschaft.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Sprechtheater wird im Neoliberalismus vom Regietheater abgelöst</strong></h3>



<p>Ein weiterer Aspekt, den der neoliberale Ruf nach Authentizität mitbringt, ist, dass das Sprechtheater, welches den Autor in den Vordergrund stellt, vom Regietheater abgelöst wird, sprich es gibt ein Mehr an Produktionen, ein Mehr an Projekten und der Fokus sowie die Verantwortung liegen gesammelt beim Regisseur.</p>



<p>Der Neoliberalismus und der Kapitalmarkt bestimmen im 21. Jahrhundert die Kunst; behauptet der Kunst- und Filmtheoretiker Georg Seeßlen. Für ihn funktioniert der Kunstmarkt wie der Finanzmarkt, nach willkürlicher Setzung. Muss das Verhältnis von Kunst und Politik neu gedacht werden?</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Muss das Verhältnis von Kunst und Politik neu gedacht werden?</strong></h3>



<p>Mit dieser Frage beschäftigt sich der Kulturphilosoph Armen Avanessian in seinem Vortrag „Kunst oder Politik“. Der Kulturphilosoph beschreibt politische Kunst als ein Eingreifen in Herrschaftsstrukturen. Weiter zeigt er neue Definitionsmöglichkeiten von Kunst auf, wie die Ökonomisierung von Kunst (Werbung), Kunst als eine biopolitische Schnittmenge zwischen Mensch und Maschine (Pop-Art) und Kunst als eine Form von revolutionärem Widerstand.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Kulturphilosoph Avanessian beschreibt Kunst als revolutionärem Widerstand</strong></h3>



<p>Für Avanessian beschreibt die Definition „Kunst als eine Form revolutionärer Widerstand“ eine Verknüpfung von Kunst und Dissidenten; wie die Offenlegung von dem Whistleblower Edward Snowden. Gesprächspartner Thorsten Meyer (Kunstdidaktiker) sieht in Avanessians Definition eine Relation zu dem Begriff „Culture Hacking“, das ist eine künstlerische Strategie, in der Codes bearbeitet werden, um Kontrollelemente umzustrukturieren. Mit der bewussten Umstrukturierung wird ein neuer Code geschaffen, sprich Kunst.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Culture Hacking“ ist ein künstlerischer Akt von revolutionärem Widerstand</strong></h3>



<p>Zur Verdeutlichung von „Culture Hacking“ greift Meyer auf die Arbeit „Salat“ des Performancekünstlers Johannes Gees. Hier greift der Performancekünstler in das strukturierte Glockenspiel einer christlichen Kirche ein, indem er eine Soundanlage installiert und neben dem christlichen Glockenspiel, den muslimischen Ruf zum Gebet ertönen lässt. Mit dieser kleinen Code-Veränderung, sorgt, Gees für eine weitreichende Irritation unter der Bevölkerung. </p>



<p>Der Kunstdidaktiker Meyer betont, dass die Form des Codes für das  „Culture Hacking“ unbedeutend ist. Es können technische, soziale oder psychische Codes sein, die umstrukturiert werden. So sieht Meyer, in dem Psychoanalytiker Jacques Lacan einen Hacker, der einen künstlerischen Akt ausübt.</p>



<p>Auf das Schlagwort „Hacker“, folgen die Worte der renommierten Regisseurin Angela Richter, die sich in ihren Theaterprojekten den digitalen Dissidenten, den Hackern widmet. Für sie sind Hacker nicht nur Personen, die revolutionären Widerstand ausüben, sondern Superhelden. Ihre Arbeiten (Schauspiel Köln) setzten sich aus einer Reihe von Interviews zusammen, welche sie innerhalb einer intensiven Recherche führt. Die Interviews bilden meist die Textgrundlage für die Inszenierung, in der sich Schauspieler mit diesen auseinandersetzen müssen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Angela Richter bringt Hacker als neue Superhelden auf die Bühne</strong></h3>



<p>Stefan Bachmann (Intendant vom Schauspiel Köln 2014) bezeichnet Richters Arbeiten als „Gonzo-Theater“, das heißt eine Vermengung von Fiktion, Realität, Journalismus und Schriftstellerei. Der Begriff „Gonzo-Theater“ ist eine Anlehnung an den amerikanischen Schriftsteller Hunter S. Thompson und bezieht sich auf Textgrundlagen, die von Modulationen, Verschiebungen und Überlappungen geprägt sind.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-right">Wenn es jeden egal ist, wer wo etwas mitliest, dann können Sie mir gerne ihre Passwörter und Kennungen geben; weil mich interessiert es immer! (Angela Richter)</p>
</blockquote>



<p>In ihrem Stück <strong><a href="https://freigeist-magzine.de/wer-im-glaskasten-sitzt-sollte-mit-steinen-werfen/">„die Avantgarde der Superhelden“ (UA 29. Mai 2015 Schauspiel Köln)</a></strong> verarbeitet die Theaterregisseurin die Konsequenzen des 11. Septembers 2001. Nach 9/11 wurde die nationale Sicherheit zum Leitfaden des transnationalen Kapitalismus und erschuf damit eine rechtsgültige Grundlage für eine uneingschränkte Transparenzgesellschaft.</p>



<p>Kommunikation, Bewegungen und Handlungen der ganzen menschlichen Bevölkerung werden durchleuchtet, algorithmisch-analysiert, ausgewertet und irgendwo gespeichert. Es ist ein umfassendes Datennetz entstanden, wofür wir größtenteils selbst verantwortlich sind, weil wir Apps und soziale Medien nutzen. Sie sind darauf programmiert Daten abzuzapfen, zu anlysieren und weiterzuverkaufen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Supernerds öffnen uns die Augen für den Überwachungsapparat Staat</strong></h3>



<p>Regisseurin Richter befasst sich in „die Avantgarde der Supernerds“ mit den Hackern unserer Zeit, wie Julian Assange (Wikileaksgründer), Chelsea Manning (Wikileaks-Whistleblowerin) oder Edward Snowden. Sie sind es, die den Menschen die Augen für den Überwachungsapparat geöffnen haben. Mit ihren Enthüllungen haben sie gezeigt, wie Staaten und Unternehmen arbeiten.</p>



<p>Sind diese Nerds nun die neuen Künstler unserer Zeit? – Laut den Definitionen der Gesprächsteilnehmer, sind sie ein wichtiger Bestandteil der modernen politischen Kunst. Sie erregen mit ihren wahren Enthüllungen ein großes öffentliches Interesse, regen die Bevölkerung zum Nachdenken an und sorgen für Gegenbewegungen. Alles Eigenschaften, die authentische, politische Kunst erfüllen sollte. Der vierte Teil des Symposiums, „Symposium IV: Operation Zukunft“  findet am Theater Bielefeld statt.</p>



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<p class="has-text-align-right">(Überarbeitet am 29.12.2025)</p>
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		<title>Nackte Körper als Revolutionsflächen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Sep 2013 23:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
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					<description><![CDATA[Vieles ist bei der Performance vom Künstler*innen Kollektiv Claudia Bosse/ theatercombiat sonderbar. Ihre neue Arbeit „designed desires“ findet im ehemaligen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignright is-resized"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-claudia-bosse_1847_kle-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-claudia-bosse_1847_kle-1.jpg?w=300" alt="Claudia Bosse_designed desires_Credit Claudia Bosse_1847_kle" class="wp-image-194" width="492" height="328" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-claudia-bosse_1847_kle-1.jpg 1772w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-claudia-bosse_1847_kle-1-300x200.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-claudia-bosse_1847_kle-1-768x512.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-claudia-bosse_1847_kle-1-1024x682.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-claudia-bosse_1847_kle-1-350x233.jpg 350w" sizes="(max-width: 492px) 100vw, 492px" /></a><figcaption>Claudia Bosse &#8222;designed desires&#8220;, Foto: Christian Herrmann</figcaption></figure></div>



<p>Vieles ist bei der Performance vom Künstler*innen Kollektiv Claudia Bosse/ theatercombiat sonderbar. Ihre neue Arbeit „designed desires“ findet im ehemaligen Kosmetikstudio „Venus &amp; Apoll“ (Düsseldorf) statt, anstatt in einem gängigen Theaterraum. Das Studio hat auch keinen durchschnittlichen Zuschauerraum und wirkt etwas kitschig. Die flache Bühne am Ende des Raums ist geschmückt mit Blümchenteppich, bunten Lichterbändern und einem goldenen Stuhl. Auf dem Stuhl sitzt eine indianisch-gekleidete Frau. Sie gestikuliert wild, steht schließlich auf und entkleidet die mit Vorhängen abgedeckten Schaufenster. Hinter den Schaufenstern stehen Menschen und bewegen sich zu musikalischen Klängen, welche an die Musik von Anne Clark erinnern. Das Schauspiel weckt Assoziationen an ein Horrorkabinett aus einem Film.</p>



<p>Neun Performer*innen -zwischen 27 und 78 Jahren- eröffnen das Schauspiel und nehmen die Besucher mit zu persönlichen Dialogen über exzessiven Gruppensex, Magenbeschwerden, bis bis letztlich zu politischen Statements, Erlebnissen von Erdbeben und den Super GAU in Fukushima (11. März 2011). Sie konstruieren mit ihren Körpern intime Situationen, Klänge und geben ihm eine Stimme. Der Körper wird in der Performance zu einer beschreibaren Fläche. Und er agiert mit eigener Biografie als handlungsfähiges Element in der spätkapitalistischen Gesellschaft.</p>



<p>Für „designed desires“ hat das Kollektiv einen außergewöhnlichen Spielraum erschaffen, in dem sie ein Kosmetikstudio angemietet und es zu einem theatralen Gebäude umfunktioniert haben. Jeder einzelne Raum wurde zu seiner eigenen Fläche für Performance und Zuschauer*innen, brachte seine eigene Geschichte mit, um dem erdachten Konzept eine intime Atmosphäre zwischen Ort, Künstler*innen, Storyline und Zuschauer*innen zu ermöglichen. Das intime Verhältnis zwischen Raum, Darsteller*innen und Zuschauer*innen machte auf Sehnsüchte, Begehren und Imaginationen der eigenen sowie der anderen Körper aufmerksam.</p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignright is-resized"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-christian-herrmann_474-1.jpg"><img decoding="async" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-christian-herrmann_474-1.jpg?w=300" alt="Claudia Bosse_designed desires_Credit Christian Herrmann_474" class="wp-image-199" width="686" height="457" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-christian-herrmann_474-1.jpg 2000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-christian-herrmann_474-1-300x200.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-christian-herrmann_474-1-768x512.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-christian-herrmann_474-1-1024x682.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/claudia-bosse_designed-desires_credit-christian-herrmann_474-1-350x233.jpg 350w" sizes="(max-width: 686px) 100vw, 686px" /></a><figcaption>Claudia Bosse &#8222;designed desires&#8220;, Foto: Christian Herrmann</figcaption></figure></div>



<p>Inspiriert von Edward Bernays Schrift „Propaganda“ stellt das Kollektiv die Sehnsüchte, Begehren und Imaginationen der eigenen sowie der anderen Körper choreografisch dar und führt die Rezipienten in einen emotionalen Konflikt. Sind die eben wahrgenommenen Sehnsüchte und Ängste meine eigenen? Oder entsprechen sie einer medial und geschellschaftlich erzeugten Natur? </p>



<p>Die Besucher wurden für das thematische Setting in „designed desires“ zu aktiven Mitspieler. Wir durften eigene Entscheidungen über räumliches Befinden oder Perspektive treffen. Beispielsweise wurden wir in den Keller zu einer Orgasmus-Orgie eingeladen. Einen Raum weiter wurden Gedichte von Sylvia Plath abgespielt oder mensch konnte den Erzählungen über berauschenden Gruppensex als erlebniswürdige Kommunenerfahrung lauschen.</p>



<p>Regisseurin Claudia Bosse und Ensemble ließen in „designed desires“ Körper sprechen und brachten den politischen Konsumismus der Postdemokratie auf den Punkt. Die Körper wurden zu revolutionären Bildern, Textflächen und zu zentralen theatralen Elementen der Performance. Sie verkörperten Klänge, nahmen politisch Stellung und traten ein in das prekäre Verhältnis zwischen Intimität und Öffentlichkeit. Sie veranschaulichten den Zuschauer*innen die Veränderung der Wahrnehmung auf den Körpers, welcher in der medialen Welt Pornografie, Folter oder Femen-Aktivistinnen ausgesetzt ist und dazu automatisch Stellung beziehen muss. Das Ensemlbe greift auf unterschiedliche Stilelemente zurück, wie verschiedene Sprachen (Englisch, Französisch, Deutsch, Japanisch), pornografischen Autofiktionen oder auf Texte von Bernay, Butler, Nancy. Auch Platons „Höhlengleichnis“ als Sinnbild für die Frage nach Erkenntnis und Wahrnehmung war Teil des performativen Konzepts. Wer also meint, in dieser Inszenierung auf Irre mit Funkel-BH’s zu treffen, dem ist nicht so!</p>



<p>FFT: 27.9.| 28.9| 20 Uhr – Venus &amp; Apoll, Worringer Platz, Dauer: ca. 140 min, ohne Pause<br>Karten unter (0211) 87 67 87-18 oder <a href="http://www.forum-freies-theater.de/tickets.html">http://www.forum-freies-theater.de</a></p>



<p></p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignleft is-resized"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/holzingerriebeek_wellness_-c2aephiledeprez1020-1.jpg"><img decoding="async" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/holzingerriebeek_wellness_-c2aephiledeprez1020-1.jpg?w=300" alt="HolzingerRiebeek_Wellness_PhileDeprez" class="wp-image-206" width="418" height="281" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/holzingerriebeek_wellness_-c2aephiledeprez1020-1.jpg 3602w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/holzingerriebeek_wellness_-c2aephiledeprez1020-1-300x202.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/holzingerriebeek_wellness_-c2aephiledeprez1020-1-768x516.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/holzingerriebeek_wellness_-c2aephiledeprez1020-1-1024x688.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/holzingerriebeek_wellness_-c2aephiledeprez1020-1-350x235.jpg 350w" sizes="(max-width: 418px) 100vw, 418px" /></a><figcaption>Holzinger Riebeek &#8222;Wellness&#8220;, Foto: Phile Deprez</figcaption></figure></div>



<p>„designed desires“ von Claudia Bosse/ theatercombiat (UA 26. September 2013 im Düsseldorfer „Venus &amp; Apoll“) ist Teil der FFT Produktionsreihe „Public Bodies“ . Begonnen hatte die Reihe im Juni 2013 mit Keren Levis „The Dry Piece“. </p>



<p>„Wellness“ von Florentina Holzinger und Vincent Riebeek wird die Produktionsreihe „Public Bodies“ beenden. &#8211; Holzinger und Riebeek („Kein Applaus für Scheiße“, „Spirit“) bewegen sich mit dieser Performance auf einen schmalen Grat zwischen Obszönität und Schönheit sowie Faszination und Ekel.<strong> </strong>„Wellness“ soll die heilende Wirkung von Kunst und Tanz offenbaren. „The only art that is worth making, is an art that heals“.</p>



<p class="has-text-align-left">FFT Juta: 15. + 16.11.| 20 Uhr, Karten unter (0211) 87 67 87-18 oder <a href="http://www.forum-freies-theater.de/tickets.html">http://www.forum-freies-theater.de</a></p>
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		<title>„I don&#039;t eat animals, I won&#039;t nothing dead in me“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Mar 2013 23:52:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropomorphismus]]></category>
		<category><![CDATA[Die Sehnsucht des Menschen ein Tier zu werden]]></category>
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<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">&#8211; das singen der Regiesseur, Martin Kloepfer und der Musiker, Kornelius Heidebrecht von der deutsch-russischen Gruppe <b>Subbotnik</b> während ihrer ersten Produktion <b>„Die Sehnsucht des Menschen ein Tier zu werden“</b> in den Kammerspielen des FFT Düsseldorf.</span></span></p>


[caption id="attachment_106" align="alignleft" width="300"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/03/subbotnik_sehnsucht_-c2ae-oliver-paul_dsc4592_v-l-n-r-oleg-zhukov-olaf-helbing-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-106 " alt="Subbotnik_Sehnsucht_-® Oliver Paul_DSC4592_v.l.n.r.Oleg Zhukov, Olaf Helbing" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/03/subbotnik_sehnsucht_-c2ae-oliver-paul_dsc4592_v-l-n-r-oleg-zhukov-olaf-helbing-1.jpg?w=300" width="300" height="200" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/03/subbotnik_sehnsucht_-c2ae-oliver-paul_dsc4592_v-l-n-r-oleg-zhukov-olaf-helbing-1.jpg 2800w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/03/subbotnik_sehnsucht_-c2ae-oliver-paul_dsc4592_v-l-n-r-oleg-zhukov-olaf-helbing-1-300x201.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/03/subbotnik_sehnsucht_-c2ae-oliver-paul_dsc4592_v-l-n-r-oleg-zhukov-olaf-helbing-1-768x514.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/03/subbotnik_sehnsucht_-c2ae-oliver-paul_dsc4592_v-l-n-r-oleg-zhukov-olaf-helbing-1-1024x685.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/03/subbotnik_sehnsucht_-c2ae-oliver-paul_dsc4592_v-l-n-r-oleg-zhukov-olaf-helbing-1-350x234.jpg 350w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a> Subbotnik_Sehnsucht_-® Oliver Paul_v.l.n.r.Oleg Zhukov, Olaf Helbing[/caption]


<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Alles voller Pappeln. Leicht düster. Ein Stück weiße Leinwand. Und vor dieser Leinwand ein verzweifelter Mann (Oleg Zhukov). Der Protagonist des Stücks „Die Sehnsucht des Menschen ein Tier zu werden“ erinnert an einem traurigen Büromenschen, welcher tagtäglich mit Anzug, Krawatte und seiner kaffeebestückten Aktentasche zur Arbeit maschiert, um sich dem Leben hinzugeben. „Der Mensch hat mehr Welt als die Tiere“, zitiert der traurige Büromensch aus Heideggers Philosophie, wo die Angst als Existenzangst die Grundbefindlichkeit des Menschen ist. Voller Sorge vor seinem Sein und der Furcht vor zu viel Welt, wo alles irgendwie gleich wichtig scheint, flüchtet der Schauspieler Oleg Zhukov mit dem Wunsch ein Tier zu werden in den Wald. Dem verzweifelten Mann erscheint das Leben der Tiere voller Sorglosigkeit, Leichtigkeit und einer unbeschreiblichen Freiheit vor den gesellschaftlichen Zwängen. Angekommen im Wald, trifft er n</span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">eben eine</span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">m Affen und einer leicht kreischenden Krähe auf einen Eisbären. Anfangs herrscht zwischen dem M</span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">ann und dem knuffigen Eisbären (Olaf Helbing) Harmonie. Da der Eisbär sich langsam</span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;"> mit den mens</span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">chlichen Gegenständen des Mannes vertraut macht. Doch als der</span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;"> Eisbär ein intensives Interesse für die kaffeebefüllte Th</span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">ermoskanne entwickelt, ist die freundschaftliche Beziehung leider aus. Schnell und ohne viel Worte kriegt der Mann mit dem Wunsch ein Tier zu werden eins mit der Pfote des Eisbären ins Gesicht. Der Zuschauer, der sich auch in einem Wald voller Pappeln befindet, könnte meinen die Anthropomorphismusproblematik hätte sich mit dieser Geste erledigt. Menschen und Tiere mögen nie wirklich zueinander find</span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">en. Niemals kann der Me</span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">nsch ein Tier werde</span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">n oder schon gar nicht, können Tiere zu Menschen werden.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Genau in diesem Moment beginnt die deutsch-russiche </span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Gruppe Subbotnik, was soviel bedeutet, wie: zwangsweise freiwillige Samstagsarbeit im Dienste des Gemeinwesens, mit dem Erzählen von Mythen aus dem ewigen Eis, weil in den Sagen der Inuit die Verwandlungen von Menschen zu Tieren ein gängiges Motiv sind. Weg vom Anthropomorphismus, schlägt das Ensemble die Richtung der Therianthopie ein. So sind Affe und Krähe auf einmal Erzähler</span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;"> und </span></span><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">entführen den Zuschauer in eine märchenhafte Welt von egoistischen Fleischessern. Oder aber der gestresste Mann, der nach einem Ausweg aus dem menschlichen Sein sucht, trifft auf gelassene Hirsche und schließt sich der Hirschherde als Hirsch an. Der Mensch verwandelt sich unzählige Male an diesem Abend zum Tiere, sodass die Fremdheit des Menschen zum Tier aufgehoben wirkt. </span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Nicht nur die Verwandlungen, die Märchen, das zauberhafte Bühnenbild oder der flauschige Eisbär sind dafür verantwortlich, dass die Zuschauer in diesen Minuten von ihrem Sein fortgetrieben werden. Sondern vor allem die musikalischen Klänge vereinen die Seele des Zuschauers mit der eines Tiers.</span></span></p>




<p align="RIGHT"><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Sabine Schmidt</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:small;">&#8222;Die Sehnsucht des Menschen ein Tier zu werden&#8220;. Urauführung am 14.2.2013 in den Kammerspielen des <a href="http://www.fft-duesseldorf.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FFT Düsseldorf.</a></span></span></p>

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