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	<title>Arbeiterklasse &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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		<title>Kill your Darlings: Superfrauen beleben Mondtags Rotes Haus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Oct 2025 16:25:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[7. Berliner Herbstsalon]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Sommer ist vorbei. Und das Berliner Maxim Gorki Theater lädt zum siebten Herbstsalon. Im Fokus steht das Rote Haus in Kreuzberg.]]></description>
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<p>Berlin <strong>∙</strong> Der Sommer ist vorbei. Die ersten Blätter sind schon gefallen. Und wie die Berliner Tradition es verlangt, lädt das Maxim Gorki Theater zum Herbstsalon. Auftakt hat Shermin Langhoffs siebter Salon mit <a href="https://freigeist-magzine.de/das-internat-mondtag/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Ersan Mondtags</strong></a> postmigrantischer Inszenierung „das Rote Haus“. Ein Ort, der verspricht, alles zu verändern und neuzudenken.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Postmigrantische Frauen als stummes Uhrwerk der Arbeit</h4>



<p></p>



<p>Die Uhr steht. Sie lässt den Zeiger immer wieder an der gleichen Stelle aufschlagen, um ihr Herz (das Uhrwerk) in rhythmischen Tönen in den schwach-beleuchteten Theatersaal zu tragen. Dennoch wirkt die geschaffene Szenerie kalt. Und als der Vorhang aufgeht, steht die Frage im Raum, wo befinden wir uns?</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-3647" style="width:434px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-1024x682.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-768x511.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-1536x1022.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-2048x1363.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/10/rotes_haus1_63020m-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><br>&#8222;Das Rote Haus&#8220; von Mondtag Foto:Thomas Aurin</figcaption></figure>
</div>


<p>Erziehungsanstalt? Hof? Wartesaal? Pflegeeinrichtung? Das Rote Haus auf der Stresemannstraße 30 in Berlin-Kreuzberg hat eine lange Geschichte hinter sich. So scheint es wenig verwunderlich, dass der siebte Berliner Herbstsalon sich dieses postmigrantische Monument als Ausgangspunkt nimmt, um über <a href="https://freigeist-magzine.de/erbschaft-einer-kaempferin-ich-bin-allein-ich-will-keinen-mann-ich-bin-frei/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Frauen aus der Arbeiterklasse</strong></a> zu sprechen. Jene <em>„(…) schöne, gebildete, würdevolle, junge Frauen der ersten Generation von Einwanderinnen (…) die sich mit Arbeit unabhängig machte(n), sich emanzipierte(n) und dabei andere Frauen unterstützte(n).“</em>, wie Langhoff es ausdrückt.</p>



<p>In Ersan Mondtags Inszenierung „das Rote Haus“ treffen wir auf vier dieser Frauen, Canan, Keriman, Saadet, Yüksel. Alle vier sind ihrem <a href="https://freigeist-magzine.de/tagtraum-im-verhaltnis-zum-schlaf-traum-unter-berucksichtigung-des-funktionalen-phanomens-von-herbert-silberer/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Traum</strong></a> von Unabhängigkeit gefolgt. Sie kamen nach Berlin, nahmen eine Anstellung bei dem Elektronikunternehmen Telefunken an und zogen dafür in das firmeneigene Wohnheim, das Rote Haus.</p>



<p>Angekommen in dem Gebäude, warten die nun gealterten Frauen. Nacheinander und im Loop gefangen fragen sie, „Sind Sie meine Enkelin?“. Teilweise schon genervt, schauen die betroffenen, jungen, rauchenden Pflegekräfte (Arbeiterinnen) von ihrem Smartphone auf. Sie wollten eine Auszeit auf dem Hof nehmen. Widerwillig gehen sie auf die suchende, gealterte Frau zu, nehmen sie an die Hand. Eine <a href="https://freigeist-magzine.de/house-for-sale-ein-haus-geht-auf-distanz/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Symbiose</strong></a> entsteht.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><br>Superfrauen werden zu biografischen Blitzlichtern des Roten Hauses</h4>



<p></p>



<p>Es beginnt eine biografische Rückblende in schwarz-weißen Pop-Art. Ein Cartoon, der sich mit den Schattenbildern von gealterten Ich und Alter Ego erweitert. Die Frauen, Canan, Keriman, Saadet und Yüksel werden in ihrer Blende wie <a href="https://freigeist-magzine.de/romaarmee/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Superheldinnen</strong></a> vorgestellt; so bekommt Yüksel den Beinamen, die Resolute.</p>



<p>Ihre Geschichten wirken wie historische Blitzlichter des Roten Hauses, weil sie kurze biografischen Sequenzen sind; die zu dicht, zu komplex und zu schnell abgehandelt werden. Letztendlich bleibt nichts von den Geschichten der Frauen im Gedächtnis haften.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><br>„Kill Your Darlings!“ für glänzende Superfrauen</h4>



<p></p>



<p>Die biografischen Sequenzen haben eine Zeitverschiebung herbeigeführt, sodass das junge Alter Ego in einem Mehrbettzimmer aufwacht. Es sind die 60er. Eine Zeit, in der die Frauen bei Telefunken angestellt waren. Im Wechselspiel und durch die Zeit reisend, erscheinen Alter Ego und gealtertes Ich; dabei nimmt das gealterte Ich in erster Linie eine kommentierende Rolle ein. Wirklich mehr erfahren wir von den Superfrauen nicht. Die Geschichte des Hauses rückt in den Vordergrund.</p>



<p>Ersan Mondtag und sein Inszenierungsteam hätten sich einen Gefallen getan, wenn sie die Worte und die Geschichten der Frauen in den Fokus gestellt hätten. Wie <a href="https://freigeist-magzine.de/cry-baby-pollesch/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>René Pollesch</strong></a> es einst sagte, Kill Your Darlings!“; weniger ist oft mehr.</p>



<p></p>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading">ЯE:IMAGINE – The Red House ist bis zum 30. November 2025 zu erleben</h4>



<p></p>



<p>Das Rote Haus auf der Stresemannstraße 30 bildet den Rahmen des siebten <a href="https://freigeist-magzine.de/stolpersteine-kroesinger-dura/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Herbstsalons</strong></a> und lädt mit unterschiedlichen Arbeiten zur Reflexion der Gegenwart ein, „<em>um das Heute zu begreifen,</em> <em>(müssen wir) das Gestern kennen. Anders bekommen wir exakt das Morgen, das wir nicht brauchen können.“</em>, schreibt Langhoff zu Яe:imagine. Ihre Worte sind ein guter Wegweiser für Deutschlands politische Misere, die droht in einer bereits erlebten Katastrophe zu enden. – Der <a href="https://www.gorki.de/de/spielplan" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Herbstsalon 2025</strong></a> ist noch bis zum 30. November geöffnet.</p>



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<p></p>
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		<title>Für die Kunst leben und nicht von ihr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jan 2022 09:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[( ART )]]></category>
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					<description><![CDATA[Die soziale Herkunft definiert in unserer Gesellschaft die Klasse und die Zugehörigkeit der Menschen untereinander. Das klingt grausam und das]]></description>
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<p>Die soziale Herkunft definiert in unserer Gesellschaft die Klasse und die Zugehörigkeit der Menschen untereinander. Das klingt grausam und das ist es auch. Aber ohne das Bewusstsein von Klasse wäre unsere Gesellschaft gar nicht begreifbar. Herrschende Zustände und Gegebenheiten lassen sich überhaupt nur hinreichend erklären, verständlich auf den Punkt bringen, wenn der entscheidende Faktor soziale Herkunft mitgedacht wird. Von der Identitätsbildung eines Menschen ganz zu schweigen.<br><br>Ohne Sexualität und ohne ein Bewusstsein einer Herkunft, fällt es Menschen schwer, ein Ich zu konstituieren. Oder, anders ausgedrückt: Sexualität und (soziale) Herkunft sind Prägungen des Menschen, die er mit seiner Geburt auferlegt bekommt. Er wird mit Geschlecht und Klassenstatus in eine Gesellschaft integriert und bekommt dadurch seine Funktion als Subjekt zugesprochen. Es ist eine Entscheidung, die der Mensch nicht selber treffen kann – sie wird mit ihm in die Wiege gelegt. Ab diesem Punkt prägt die soziale Herkunft das Ich eines Menschen und bestimmt den von der politischen Verfasstheit der Gesellschaft vorgezeichneten Lebensweg. Triumphiert das Individuum über seine festgelegte soziale Herkunft, befreit es sich also durch Bildung von seiner Klasse, verändert sich seine Identität. Es bildet sich eine Kluft.<br></p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Der lange Weg eines Kindes der Arbeiterklasse in die Institutionen des Bildungsbürgertums</strong></h4>



<p>Mein Vater ist gelernter Tischler, wechselte über einen Onkel in die Automobilindustrie. Vom Tischler zum Kfz-Schlosser. Statt Tische, schraubte er am Fließband Autos zusammen. Er selber besitzt bis heute keinen Führerschein. Auch meine Mutter nicht. Meine ältere Schwester machte ihren während ihrer Ausbildung zur Arzthelferin. Ein Führerschein ist für mich bis heute immer noch ein Luxusgut. Viele meiner ehemaligen Schulkollegen und -Kolleginnen haben ihren Führerschein während ihres Abiturs gemacht – nicht alle haben den von ihren Eltern bezahlt bekommen, viele arbeiteten neben der Schule bei ihren Eltern oder hatten andere Gelegenheitsjobs. Irgendwie sah ich während dieser Zeit nie die Notwendigkeit, mein gespartes oder erarbeitetes Geld für einen Führerschein anzulegen. Wir wohnten mitten in der Stadt, gut angebunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Heute ärgert es mich schon, dass mich niemand über die Notwendigkeit der Fahrerlaubnis aufgeklärt hat. Tatsache ist, dass dieser Lappen für unendlich viele Jobs gebraucht wird, beziehungsweise dafür Voraussetzung ist. Und ich mittlerweile verstanden habe, dass die gesellschaftliche Struktur öffentliche Verkehrsmittel hauptsächlich für eine niedere Klasse vorgesehen hat – unabhängig davon, dass öffentliche Verkehrsmittel klimafreundlich sind, mehr oder generell in sie investiert und sie weiter ausgebaut werden sollten. Für Deutsche ist das Auto ein Prestigeobjekt. Es verschafft Autonomie und ein anderes Bewusstsein der eigenen Klasse, indem die Angewiesenheit auf öffentliche Verkehrsmittel aufgelöst wird, und sich die Prestigeobjekt-Eigner voller Stolz von der vorausgesetzten Klasse abheben können.</p>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Das Auto als Prestigeobjekt des Deutschen</strong></h4>



<p>Wie meine ältere Schwester – sowie meine Eltern und Tanten – ging ich auf eine Hauptschule, machte meine Fachoberschulreife, lehnte aber einen Ausbildungsplatz ab. Ich hatte ein Angebot bei der Bezirksregierung im Bereich Bürokommunikation. Heute frage ich mich schon, was wäre, wenn ich kein Abitur gemacht hätte und wie dann mein Verhältnis zu meiner Familie wäre. Mit dem Segen meiner Eltern ging ich aufs Gymnasium. Ich hatte sie gefragt, ob es in Ordnung wäre, wenn ich noch weiter zu Hause wohnen bliebe. In dem Moment war es für sie kein Problem. Ich denke, sie hatten gar nicht verstanden, was dieser Schritt bedeutete und welche Konsequenzen er für sie haben würde. Erst im Nachhinein wurde ich immer wieder von meinem Vater gefragt, wie lange ich noch gedenken würde zur Schule zu gehen, wann ich ausziehe und zu arbeiten anfangen würde. Meine Eltern und meine Familie hatten gar keinen Begriff für so einen Werdegang wie meinen. Sie haben gar nicht verstanden, wie anstrengend es für mich war, von einer Hauptschule, wo wir im Kunstunterricht Mandalas ausmalten, auf ein Gymnasium zu wechseln, in dem Kunst eine Geschichte mit Bildern hatte.</p>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Der Berufszweig der Künste ist nicht für die Arbeiterklasse vorgesehen</strong></h4>



<p>Dasselbe Szenario gab es dann nochmal bei meinem Schritt zum Studium. Direkt war es kein Problem, aber indirekt war es meinen Eltern doch lieb, wenn ich endlich mal ausziehen und wie meine Schwester mein eigenes Geld verdienen würde. Immer wieder wurde ich darauf hingewiesen, dass ich mir doch endlich eine Arbeit suchen solle. Viel zu spät und mit großer Tragik bin ich – natürlich ohne irgendein Kapital – mit Mitte 20 von zu Hause ausgezogen und in eine für mich viel zu teure Wohnung in Uni-Nähe eingezogen.<br><br>Hineingerutscht in den Berufszweig der Künste, wurde mir nach meinem Studium schnell deutlich, dass ich als Kind der Arbeiterklasse keine Chancen in diesem Berufszweig haben werde. Mir fehlt das Kapital, welches ich für meine Existenz benötige. Engagements haben in der Regel schlechte Konditionen und eine schlechte Vergütung. Ferner fehlt mir das Netzwerk, das viele Kunstschaffenden aufgrund ihrer sozialen Herkunft mitbringen.&nbsp; Oftmals ist selbst das bei Gesprächen zu Engagements ein Tabuthema. Die Bewerberin soll ja für die Kunst leben und nicht von ihr.</p>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong>Bewerberin soll ja für die Kunst leben und nicht von ihr</strong></h4>



<p>Paradoxerweise hält sich der ganze Bereich um die darstellenden Künste für sehr sozial, tolerant und aufgeschlossen. Und versucht, diskriminierende Strukturen unserer Gesellschaft aufzudecken und in künstlerischen Arbeiten zu thematisieren. Erstaunlicherweise wird über die soziale Herkunft so gut wie nie gesprochen, vermutlich weil es ein genereller Konsens ist, dass die verachtete Unterschicht – für die Theater ja immer wieder zugänglich gemacht werden soll – niemals dort auftauchen wird.</p>



<p></p>



<p> </p>



<p>Zuerst erschienen auf <a href="https://expanded.dock11-berlin.de/Lesen9" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>„Der lange Weg ins Bildungssystem – Autobiografische Fragmente“</strong></a> von <strong><a href="https://dock11-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener" title="">Dock11</a></strong> in Berlin.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Hoffnung stirbt zuletzt</title>
		<link>https://freigeist-magzine.de/rueckkehr-nach-reims-ostermeier/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=rueckkehr-nach-reims-ostermeier</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Oct 2017 19:36:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p style="text-align: left;" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Regisseur </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Thomas Ostermeier adaptiert den autobiografischen Roman </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> von Didier Eribon und begibt sich gemeinsam mit Eribon und der Schauspielerin Nina Hoss auf die Suche nach Heimat </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und dem Niedergang der Sozialisten.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Obwohl der Roman </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ein autobiografischer Roman des französischen Philosophen Didier Eribon ist, spricht </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">er</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> all</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">e</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Individuen an, die sich aus </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ihren</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> sozialisierten Strukturen lösen m</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ussten,</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> um sich selbst zu finden. Eribon stammt aus der französischen Arbeiterstadt Reims. Sein Vater war Fabrikarbeiter und seine Mutter Putzfrau. Seine Geschwister </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">gehören</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> ebenfalls </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">der </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Arbeiter</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">klasse an</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Früher wählten die französischen Arbeiter die Kommunisten und lehnten sich gegen die Bourgeoisie auf. Sie identifizierten sich mit der </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">kommunistischen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Partei, die sie zu politischen Subjekten </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">machte</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Beeindruckt von der politischen Kraft der Arbeiter </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und von den linksintellektuellen Schriften</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, strebte der junge Eribon nach dem Leben eines Intellektuellen. Er wurde Marxist und entdeckte in jungen Jahren seine Homosexualität, die er nur eingeschränkt in Reims ausleben </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">konnte</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Nach und nach distanzierte sich Eribon von seiner Familie und von der Klasse der Arbeiter. Er ging nach Paris und wurde </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">dort </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">als Biograf des Philosophen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Michel Foucault berühmt. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Heute zählt er zu den französischen Intellektuellen, zur Elite und ist ein bedeutender Philosoph und Soziologe. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Er hat sich von der Schicht der Arbeiter, von seiner Herkunft und von seiner Familie lösen müssen, um sich in den Reihen der Akademiker integrieren zu können. Eribon hat nichts mehr mit seiner Familie gemeinsam. </span></span></p>


[caption id="attachment_1126" align="aligncenter" width="684"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-1126 size-large" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-684x1024.jpg" alt="&gt;&gt;Rückkehr nach Reims&lt;&lt; Nina Hoss, Foto: Arno Declair." width="684" height="1024" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-684x1024.jpg 684w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-301x450.jpg 301w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-768x1150.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-1026x1536.jpg 1026w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-1368x2048.jpg 1368w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-414x620.jpg 414w" sizes="(max-width: 684px) 100vw, 684px" /></a> <em>&gt;&gt;Rückkehr nach Reims&lt;&lt; Nina Hoss, Foto: Arno Declair.</em>[/caption]
&nbsp;


<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Er hatte jahrelang </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">keinen Kontakt zu seiner Familie. Während seiner Abwesenheit ist  sein Vater verstorben. D</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">er Regisseur Thomas Ostermeier schaffte es Eribon für seine Inszenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">(UA </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Manchester International Festival</i></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">(MIF)</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Juli 2017) </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zu gewinnen. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Erinnerungsreise, in der Eribon in seine Heimatstadt Reims zurückkehrt, seine Mutter besucht und den Spuren des </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">europäischen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Rechtsruck auf den Grund geht. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Aus der Erinnerungsreise ist ein Film (Thomas Ostermeier und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">S</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">é</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">bastien Dupouey</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">) entstanden, der in Ostermeiers Inszenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zu einem dokumentarischen Essay verarbeitet wird. Im Schauspiel möchte der Filmr</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">egisseur (Hans-Jochen Wagner) Eribons Roman </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt;</i></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">adaptieren, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">dafür engagiert er die Schauspielerin Katrin (Nina Hoss), die </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">den Roman auf das vorhandene Filmmaterial einsprechen soll.</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Zusammen mit dem Tontechniker (Renato Schuch) erarbeiten sie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Eribons Erinnerungsreise in </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">eine </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">dokumentarische</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Niedergangserzählung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">des Sozialismus.</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sie beschreiben einen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sozialismus, der sich nach rechts bewegt und eine Arbeiterklasse, die ihr politisches Bewusstsein </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">an die</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Bourgeoisie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">abgegeben hat und nun</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> konstruie</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">rten Phantasmen, wie</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Ausländer&lt;&lt;,</i></span></span><i> </i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Flüchtlinge</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und</span></span><i> </i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Nation&lt;&lt;</i></span></span><i> </i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">hinterher jagt</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Innerhalb der Produktion kommt es zwischen den Beteiligten zu </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Streitereien</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, unter anderem weil Katrin den Film hoffnungslos findet, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">weil </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Eribons Familie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sich aufgegeben hat. Es scheint, als gäbe es keinen anderen Ausweg für die Arbeiterklasse, als sich mit den Rechten zu sympathisieren. Das macht Katrin sauer, weswegen sie sich von ihrer Rolle als Katrin entfremdet und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">nun beginnt </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">als Schauspielerin Nina Hoss von ihren Vater, Willi Hoss zu erzählen. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Willi Hoss sei auch Arbeiter gewesen, aber er habe sich nicht selbst aufgegeben, sondern hat als Kommunist bei Daimler Benz für die Rechte der Gastarbeiter gekämpft. Er hat die Grünen mitgegründet und sich für den Regenwald in Brasilien engagiert.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">O</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">stermeiers Inszenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ist eine</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> spannende, humorvolle und</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> gelungene Adaption, die neben Eribons </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Erinnerungsreise in seine Heimat und seinen gesellschaftsanalytischen Ableitungen aus der Scham seiner Sexualität und seiner Armut, den Niedergang der Sozialdemokraten darstellt, wie es in Deutschland mit der Agenda 2010 unter Gerhard Schröder passiert ist. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Nina Hoss spielt sehr authentisch die Rolle der Katrin, sodass während des Spiels ein Moment der Entfremdung stattfindet, als Nina Hoss in Persona beginnt von der Vergangenheit ihres Vaters, Willi Hoss, zu sprechen. Hoss Stimme ist </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">elektrisierend, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">f</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">esselt an die Filmaufnahmen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und den Text von Eribon</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sie ermöglicht dadurch eine Empathie mit Eribon, aber auch mit seiner Familie, wodurch die Tragik des Ganzen spürbar wird.</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Ostermeier </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">verschränkt</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Film und Schauspiel zu einem Elemen</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">t, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">schafft aber</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> dennoch zwei unterschiedliche Ausgangsmöglichkeiten </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">aus dem Drama</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, wie die filmische Selbstaufgabe </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">der Familie Eribon </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">oder wie die im Schauspiel erzählte Auflehnung gegen die herrschenden Verhältnisse </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">von Willi</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Hoss</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Dem Zuschauer bleibt es überlassen, welchen Ausgang er aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit wählt.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt;</b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">|</span></span><i> </i> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Schaubühne Berlin</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">| </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">22.11. um 20.00 Uhr, 25.-28.11. jeweils um 19.30 Uhr|</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Karten unter: </span></span><a href="mailto:ticket@schaubuehne.de"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ticket@schaubuehne.de</span></span></a> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">oder 030-890023</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>

]]&gt;		</p>
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