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	<title>Diskurs &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<title>Diskurs &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<item>
		<title>Friedman im Gespräch: Wie viel Angst verträgt eine Demokratie?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Apr 2025 08:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[Friedman und seine Gäste, Bude und Deitelhoff, entdecken gemeinsam im Diskurs die Ursachen für den modernen Populismus, der faschistoides Gedankengut nährt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Berlin <strong>· </strong>„Wovor haben Sie Angst?“, fragt der Publizist Michel Friedman seinen Gast, den Soziologen Heinz Bude, welcher mit den Worten, „vorm Sterben“ antwortet. Wer könnte es Bude verübeln, dass er sich vor dem eigenen Sterben ängstigt?! Die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff, welche dem Diskurs über die Angst am Berliner Ensemble ebenfalls beiwohnt, beschreibt Budes Angst vorm Sterben als etwas Existenzielles. Ist es das?</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="585" height="585" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff.png" alt="" class="wp-image-3477" style="width:498px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff.png 585w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff-450x450.png 450w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff-300x300.png 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff-250x250.png 250w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff-205x205.png 205w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff-90x90.png 90w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Moritz Haase</figcaption></figure>
</div>


<p>Für den Fundamentalontologen Martin Heidegger, der sich ausführlich mit „Angst“ in seinem Werk <a href="https://amzn.to/3G4POEk" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>„Sein und Zeit“</strong></a> auseinandergesetzt, ist die Angst eine Grundbefindlichkeit des Menschen. Sie verweist ihn auf „die Freiheit des sich-selbst-wählens“ und auf seine Endlichkeit. Die Angst vorm Sterben, die der Soziologe Bude empfindet, offenbart ihn seine Zeitlichkeit. Dieses Bewusstsein von Zeit benennt Heidegger als das <a href="https://freigeist-magzine.de/momo-und-die-zeitphilosophie-heideggers-2010/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>„Dasein als Sein zum Tode“</strong></a><em><a id="sdfootnote1anc" href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a>. </em>Sie ist des Menschen (existenzielle) Angst, die ihn sorgen lässt.</p>



<p></p>



<h6 class="wp-block-heading">Des Menschen Sorge ist sein Dasein</h6>



<p>Parallel zu Bude beschreibt Deitelhoff ihre Angst als Sorge. Sie sorgt sich, dass sie sich nicht mehr um ihre (jungen) Kinder kümmern, ihrer Verantwortung als Mutter nachkommen könnte. Für den Fundamentalontologen ist das „Sorgen“ ein zentrales Phänomen des Menschen. Es dient der Angst zu entkommen. Indem der Mensch („Dasein“) sich sorgt, verstreut er sich in die Welt, er kümmert sich („in-der-Welt-Sein“).</p>



<p>Weiter stellen die Diskutierenden fest, dass der Begriff „Angst“ in unserer modernen Gesellschaft teilweise inflationär verwendet wird. Sie führen die Furcht als Nebenbegriff ein und kommen dadurch zu einem neoliberalen Angstverständnis, der sich in drei Punkten äußert: </p>



<p>1. die Angst etwas zu verpassen, 2. die Angst nicht zu genügen und 3. die Angst sich selbst zu verpassen.</p>



<p></p>



<h6 class="wp-block-heading">German Angst: „Alles soll so bleiben, wie es ist.“</h6>



<p></p>



<p>Der moderne Mensch ängstigt sich sozusagen um seiner selbst willen, sprich er möchte seine gegebene Zeitlichkeit bewusst, ausgiebig, leistungsstark nutzen, schafft es aber aufgrund seiner mangelnder Priorisierung nicht und wird dadurch zum Spiegel der fragilen Moderne.</p>



<p></p>



<h6 class="wp-block-heading">Die Geburt des modernen Populismus</h6>



<p>Denn nicht nur der moderne Mensch ist instabil, sondern die gesellschaftlichen Zustände und die Politik sind es ebenfalls. Das ängstigt den Menschen. Er sieht sich in seiner immanenten Freiheit bedroht und reagiert auf die von ihm erlebte Bedrohung mit Hass, Wut. Laut dem Soziologen Bude schwallen diese Emotionen in unsere Gesellschaft, verkleiden sich als Extreme und äußern sich populistisch – die Geburt des modernen Populismus.</p>



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<p>Der moderne Populismus ernährt sich von den neoliberalen Ängsten des Menschen und sichert sich dadurch seine politische Macht, die faschistischen Ideologien folgt. Ironischerweise erlagen die rechten Populisten mit ihren faschistoiden Gedanken Zuspruch bei den geängstigten Menschen. Es ist so ironisch, weil die neoliberale Angst des Menschen sich vor dem Verlust seiner immanenten Freiheit fürchtet, dabei opfern sie ihre Freiheit mit dem Zuspruch von faschistischem Gedankengut.  </p>



<p>Als die letzten Worte an diesen Abend bei Friedman fallen, wird klar, dass die neoliberale Angst des Menschen seinen letzten Schatz kosten wird – die Demokratie. </p>



<p>Friedman im Gespräch | <a href="https://www.berliner-ensemble.de/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>weitere Termine und Karten </strong></a></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://www.berliner-ensemble.de/widerstand"><img decoding="async" width="850" height="233" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE.png" alt="" class="wp-image-3533" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE.png 850w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-500x137.png 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-350x96.png 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-768x211.png 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-360x99.png 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-390x107.png 390w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-130x36.png 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-650x178.png 650w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Am 26. April 2025 12.00 &#8211; 19.00 Uhr Neues Haus</figcaption></figure>
</div>


<p class="has-text-align-center">__________________________________________________________________________________</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Der Fundamentalotologe Martin Heidegger schreibt in seiner eigenen Terminologie. Seine Begrifflichkeit wurden fürs bessere Verständnis in Anführungszeichen gesetzt. Heideggers Sprache lässt sich nicht eins zu eins übersetzen, aber erläutern.</li>
</ol>
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			</item>
		<item>
		<title>Geschlossene Gesellschaft: Die Festung Europa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jun 2015 09:54:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[18.Internationale Schillertage]]></category>
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		<category><![CDATA[Flüchtlingsproblematik]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>„Ich stand an der Küste und sprach mit der Brandung BLABLA, vor unserer Festung Europa“, schrieb einst Heiner Müller in seinem Drama „Hamletmaschine“ (1977). Vorausschauend sieht Müller in seinem Drama das freiheitsliebende Europa im Jahr 2015 als Festung.</p>



<p>Das scheinbar grenzenlose Europa, das sich von den Kriegsgebieten abzuschotten versucht, lässt Tausende von Menschen im Meer ertrinken. Mehr noch, die Europäische Union hat um das Mittelmeer eine Grenzschutzagentur, Frontex, beauftragt, alle Menschen, die nicht europäischer Herkunft sind, zu ermorden. Sie sollen ins Meer geworfen werden. Jegliche Rettung von Geflüchteten soll sabotiert und unterbunden werden. </p>



<p>Der europäische Auftrag an Frontex lautet, Geflüchtete dürfen die Festung Europa nicht erreichen. Sie sollen ertrinken. Dublin II(I) erledigt den doch angekommen Rest, in dem so viele Asylanträge wie möglich abgelehnt werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Frontex ist der Auftragsmörder von Europa </strong></h3>



<p>„Wir haben keinen Platz für Geflüchtete!“, schreien die faschistisch-orientierten Individuen auf ihren Kundgebungen und Podien.  Komisch! Gerade hier in Mannheim im Benjamin Franklin Village ist ein Dorf mit leerstehenden Häusern. In den leeren Bauten könnten nahezu 6000 Menschen wohnen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Schotten dicht! Grenzenlose Freiheit für den Markt</strong></h3>



<p>„WER IST DIE LEICHE IM LEICHENWAGEN? Was geht mich deine Leiche an?&#8220;, fragt Hamlet in Müllers Werk. Die ursprüngliche Idee von Europa war eine starke, offene Gesellschaft mit unterschiedlichen Kulturen. Das Projekt Europa versprach eine grenzenlose Freiheit in einer vielfältigen Einheit. Und dies nicht nur für Märkte. Liebes Europa, du sollst auch lieben, was du getötet hast. </p>



<p>Der Pass darf nicht zum edelsten Teil eines Menschen werden. Er darf nicht über das Mensch-Sein eines Individuums bestimmen und entscheiden, wer, wann und wo ausgeschlossen werden darf.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Liebes Europa, du sollst lieben, was du getötet hast!</strong>“</h3>



<p>Die 18. Schillertage 2015, kuratiert vom Nationaltheater Mannheim, finden unter dem Motto: „Geschlossene Gesellschaft“ statt. Dafür wurden ferne Länder eingeladen, wie beispielsweise Afrika, und urbane Spielstätten verwendet. Auch privilegierte Personen sollen die Möglichkeit bekommen, sich einige Theaterabende lang mit Geflüchteten solidarisch zu zeigen.</p>



<p>Was passiert nach der Berieselung? Zurück hinter den Türen aus Panzerglas? „Ich will nicht mehr sterben. Ich will nicht mehr töten. Ein Privilegierter. Mein Ekel. Ist ein Privileg. Bestimmt die Mauer. Stacheldraht. Gefängnis.&#8220; </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Nur der Mensch grenzt bewusst aus</strong></h3>



<p>Geschlossene Gesellschaft? – Nur ich bin mein Gefangener oder wie Sartre es treffend ausdrückt, „Die Hölle, das sind die Anderen“. Sprich es wäre schön, wenn nach der ganzen Berieselung und der Solidarität mit Betroffenen sich ein Bewusstsein öffnet. Ein Bewusstsein, das verstanden hat, dass Blicke und Urteile ausgrenzen. Ein Bewusstsein, das trotz vorhandener Privilegien aufschreit und die Regierung stürzt, wenn die Würde eines Einzelnen in Gefahr ist.</p>



<p class="has-text-align-right"><em>(Zuerst erschienen 18. Juni 2015, Festival-Zeitung für die 18. Internationalen Schillertage in Mannheim // aktualisiert am 23. 12. 2025)</em> </p>



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		<item>
		<title>SWR auf den Mannheimer Schillertagen 2015 fragt: Wem gehöre ich?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jun 2015 11:17:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Constanze Kurz]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Schillertage]]></category>
		<category><![CDATA[Mannheim]]></category>
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		<category><![CDATA[SWR2]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenzgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[Das SWR2-Forum lädt auf den Mannheimer Schillertagen 2015 mit der Frage, „Was tun gegen die digitale Kontrollgesellschaft?“, zum Diskurs.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>„Das Netz ist eine Diktatur“, schreibt die FAZ und verweist somit auf unsere Transparenzgesellschaft, in der wir einer allumfassenden Kontrolle ausgeliefert sind. Der Autor Ilja Trojanow geht noch weiter und bezeichnet unsere Netzgesellschaft nicht nur als totalitären Staat, sondern verweist auf die Konsequenzen der algorithmischen Überwachung, die eine Repression des Menschen mit sich bringt, zugleich aber die Freiheit des Datenflusses fördert<em>. </em></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>SWR2-Forum: &#8222;Sie steuern Dich! Was tun gegen die digitale Kontrollgesellschaft?&#8220;</strong></h3>



<p>Im Rahmen der 18. Internationalen Schillertagen in Mannheim fragt das SWR2-Forum: „Was tun gegen die digitale Kontrollgesellschaft?“, und hat für diesen Diskurs (Gesprächsleitung: Dietrich Brants), Ilja Trojanow (Autor), Hannes Grassegger (Ökonom und Publizist) und Constanze Kurz (Sprecherin des CCC – Chaos Computer Club) eingeladen, um über unsere Transparenzgesellschaft zu diskutieren, in der algorithmisch unsere Daten ausgewertet und verkauft werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Keine Bedrohung? Kontrolle und Überwachung sind nicht wirklich spürbar</strong></h3>



<p>Die Problematik unseres Überwachungsstaats, welche Constanze Kurz präzise auf den Punkt bringt, ist, dass die Kontrolle und Überwachung nicht wirklich spürbar sind und deswegen von der Bevölkerungen nicht als nahe Bedrohung empfunden werden. </p>



<p>Angela Merkels emotionaler Rede über die Datentransparenz, in der wir nicht nur das Schlechte an der Transparenz sehen sollen, trägt sehr wenig zur Aufklärung über die Gefahren bei und blockiert die Wahlfreiheit über eigene Daten. Eine Wahlmöglichkeit, in der wir selbst entscheiden können, ob wir unsere Daten preisgeben wollen, beziehungsweise wir selber über unsere Daten verfügen und kontrollieren können, was wir preisgeben, wäre, nach Kurz ein Anfang. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Datenkrake als Apokalypse des 21. Jahrhunderts</strong></h3>



<p>Doch Kurz fügt anschließend hinzu, dass sie neben dem hinreichenden Schritt der Wahlmöglichkeit  für eine Revolution zu haben wäre, in der das System überwunden wird. Der Ökonom Hannes Grassegger, der das Buch „das Kapital und Ich“ verfasst hat, fühlt sich hinsichtlich über die eingeschränkte Verfügungsgewalt unserer Daten ins Mittelalter zurückversetzt und beansprucht eine Autonomie im Netz, weswegen er ganz klar sagt: „Die Daten gehören uns nicht! Wir gehören uns nicht!“.</p>



<p>Diese apokalyptische Aussage lässt sich besser nachvollziehen, wenn wir uns vergegenwärtigten, dass Firmen, wie „acxiom“ unsere Daten sammeln, auswerten und an Dritte weiterverkaufen, wie Grassegger es im Selbstexperiment erfahren musste. Er hat im fiktiven Auftrag einer christlichen Kochbuchkette bei „acxiom“ angerufen und nach Daten von christlichen Bürgern verlangt, die er ohne Zögern inklusive Facebook-Daten wohl sortiert in einer Exceldatei erhalten hätte. Denken wir über dieses Experiment hinaus, ist klar, dass mit solchen Daten auch gezielt Menschen ausgelöscht werden können.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Daten können gezielt Menschen auslöschen</strong></h3>



<p>Aber wie werden wir kontrolliert? Im Zeitalter von Apple Watch können biometrische Daten, wie Fingerabdruck oder Stimme als Passwort dienen. Sind diese Daten einmal im Umlauf, ist die Identität bedroht oder besser die Identifikationsmöglichkeit. Denn wie Brecht schon einst sagte: „Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustande wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustande kommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.“</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Konzerne haben die Macht der Daten erkannt und kontrollieren die Menschen</strong></h3>



<p>Und nun: Ist der Kampf für digitale Freiheit verloren? Jedenfalls haben die Konzerne erkannt, dass Daten Macht sind, weil der Mensch durch Daten erfasst und mit Daten kontrolliert, geformt wird, sodass das Kaufverhalten (alias Konsumverhalten) des Menschen bewusst manipuliert und konditionieren werden kann. </p>



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<p class="has-text-align-right">(Überarbeitet am 29.12.2025)</p>
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		<title>Forum Freies Theater: Sind Hacker die Künstler des Neoliberalismus?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2014 08:10:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
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					<description><![CDATA[Die gesellschaftliche Ordnung des 21. Jahrhunderts orientiert sich an einem kapitalgesteuerten Mainstream. – Wie kann Kunst da noch politisch sein?
			]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Düsseldorf – Gesellschaftskritisches Denken scheint veraltet. Im 21. Jahrhundert wird die gesellschaftliche Ordnung von einem kapitalgesteuerten Mainstream beherrscht. Dieser lässt Soziales verschwinden, drängt die Kunst aus ihrer Funktion der Gesellschaftskritik und zwingt Künstler Teil des Marktes zu werden. Sie werden zum authentischen Arbeiten genötigt, um der Realität so nah wie möglich zu kommen, damit sie ein Teil des Mainstreams, des Kapitals werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie können Kunst und Politik im 21. Jahrhundert interagieren?</h2>



<p>Das Symposium „Authentizität und Differenz“, welches am 7. und 8. November 2014 im <strong><a href="https://freigeist-magzine.de/sweet-fithteen/">Forum Freies Theater (FFT) Düsseldorf </a></strong>in Kooperation mit dem NRW Kultursekretariat veranstaltet wurde, versuchte mit den Podiumsteilnehmern, Angela Richter (Regisseurin), Armen Avanessian (Kulturphilosoph), Torsten Meyer (Kunstdidaktiker), Georg Seeßlen (Kunsttheoretiker) und Bernd Stegemann (Dramaturg) einen aktuellen Diskurs über Kunst und Politik.</p>



<p>Dabei fragten sie, kann sich politische Kunst in den neoliberalen Kontexten, wo sie stärker denn je kapitalisiert wird, überhaupt noch vor der Vermarktung entziehen? Besteht die Aufgabe der politischen Kunst des 21. Jahrhunderts im Revoltieren gegen Digitalität, welche globale Überwachungsprogramme in die Gesellschaft einbettet? Oder zusammengefasst: Wie können Kunst und Politik im 21. Jahrhundert interagieren?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-right">Authentizität ist ein historischer und kein metaphysischer Begriff. (Bernd Stegemann)</p>
</blockquote>



<p>„Authentizität ist ein historischer und kein metaphysischer Begriff.“, mit diesen Worten eröffnete der Dramaturg der Schaubühne Berlin (2014), Bernd Stegemann das Symposium „Authentizität und Differenz“ und erläuterte den Begriff von „Authentizität“, als eine aus dem 19. Jahrhundert entwickelte Glaubwürdigkeit trotz Widersprüche. </p>



<p>Ein Inszenierungseffekt des bürgerlichen Subjekts, um sich emanzipatorisch vom Adel abzusetzen, das heißt „authentisch-sein“ ist für Stegemann in erster Linie eine Art von Überlebenstrategie der Bourgeoisie, in dem der Bürger lernt, auf dem Markt vertrauenswürdig zu inszenieren, damit er erfolgreich seinen Lohn erwerben kann. Es geht um das Aushandeln des Werts der eigenen Handlungen, des eigenen Daseins und der Waren, die man produziert. Früher sollte mit Authentizität eine Illusion erschaffen werden und heute steht „Authentizität“ für eine konkrete Beschreibung der Wirklichkeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Authentizität ist ein Inszenierungseffekt des bürgerlichen Subjekts</strong></h3>



<p>„Verdammt, jetzt müssen wir im Theater Kunst machen“, sagte der Dramatiker Heiner Müller und beschreibt damit eine Wendung des Theaters, welche mit Stegemanns „Authentizität“ Erläuterung einhergeht. Theater sieht sich mit Theater konfrontiert. Auf der Bühne soll nicht mehr gehandelt werden, sondern das Bühnenspiel soll „authentisch-sein“, sprich Wirklichkeit produzieren. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Theatrale Realität führt die Authentizität ad absurdum</strong></h3>



<p>Der Ruf nach Authentizität geht so weit, dass Regisseure Alltagsmenschen auf die Bühne holen. So wird die Verkäuferin, die der Regisseur wegen ihrer Geschichte als Verkäuferin auf die Bühne holt, keine Verkäuferin mehr, sondern sie wird zu einem doppelt entfremdeten Subjekt. Sprich, die Verkäuferin, die nun auf der Bühne steht, hat zwei Rollen inne. Einmal die Rolle der Verkäuferin in der gelebten Realität und zum anderen die Rolle der Verkäuferin in der gespielten Realität. Ihr Leben ist nicht authentisch; so besagt es zumindest die Theorie des Sozialwissenschaftlers Erving Goffman, der für Stegemanns weitere Ausführungen herhalten muss.</p>



<p>Die Verkäuferin ist schon in ihrer Rolle als Verkäuferin in der gelebten Realität gezwungen, etwas darzustellen, tritt sie zusätzlich als Laie in der Rolle als Verkäuferin auf die Bühne, ist sie von Affekten, wie Lampenfieber geprägt, die für eine doppelte Entfremdung verantwortlich sind. Und die doppelte Entfremdung wird im Theater als Authentizität gefeiert, laut Stegemann, ist das eine große Lüge der bürgerlichen Gesellschaft.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Sprechtheater wird im Neoliberalismus vom Regietheater abgelöst</strong></h3>



<p>Ein weiterer Aspekt, den der neoliberale Ruf nach Authentizität mitbringt, ist, dass das Sprechtheater, welches den Autor in den Vordergrund stellt, vom Regietheater abgelöst wird, sprich es gibt ein Mehr an Produktionen, ein Mehr an Projekten und der Fokus sowie die Verantwortung liegen gesammelt beim Regisseur.</p>



<p>Der Neoliberalismus und der Kapitalmarkt bestimmen im 21. Jahrhundert die Kunst; behauptet der Kunst- und Filmtheoretiker Georg Seeßlen. Für ihn funktioniert der Kunstmarkt wie der Finanzmarkt, nach willkürlicher Setzung. Muss das Verhältnis von Kunst und Politik neu gedacht werden?</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Muss das Verhältnis von Kunst und Politik neu gedacht werden?</strong></h3>



<p>Mit dieser Frage beschäftigt sich der Kulturphilosoph Armen Avanessian in seinem Vortrag „Kunst oder Politik“. Der Kulturphilosoph beschreibt politische Kunst als ein Eingreifen in Herrschaftsstrukturen. Weiter zeigt er neue Definitionsmöglichkeiten von Kunst auf, wie die Ökonomisierung von Kunst (Werbung), Kunst als eine biopolitische Schnittmenge zwischen Mensch und Maschine (Pop-Art) und Kunst als eine Form von revolutionärem Widerstand.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Kulturphilosoph Avanessian beschreibt Kunst als revolutionärem Widerstand</strong></h3>



<p>Für Avanessian beschreibt die Definition „Kunst als eine Form revolutionärer Widerstand“ eine Verknüpfung von Kunst und Dissidenten; wie die Offenlegung von dem Whistleblower Edward Snowden. Gesprächspartner Thorsten Meyer (Kunstdidaktiker) sieht in Avanessians Definition eine Relation zu dem Begriff „Culture Hacking“, das ist eine künstlerische Strategie, in der Codes bearbeitet werden, um Kontrollelemente umzustrukturieren. Mit der bewussten Umstrukturierung wird ein neuer Code geschaffen, sprich Kunst.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Culture Hacking“ ist ein künstlerischer Akt von revolutionärem Widerstand</strong></h3>



<p>Zur Verdeutlichung von „Culture Hacking“ greift Meyer auf die Arbeit „Salat“ des Performancekünstlers Johannes Gees. Hier greift der Performancekünstler in das strukturierte Glockenspiel einer christlichen Kirche ein, indem er eine Soundanlage installiert und neben dem christlichen Glockenspiel, den muslimischen Ruf zum Gebet ertönen lässt. Mit dieser kleinen Code-Veränderung, sorgt, Gees für eine weitreichende Irritation unter der Bevölkerung. </p>



<p>Der Kunstdidaktiker Meyer betont, dass die Form des Codes für das  „Culture Hacking“ unbedeutend ist. Es können technische, soziale oder psychische Codes sein, die umstrukturiert werden. So sieht Meyer, in dem Psychoanalytiker Jacques Lacan einen Hacker, der einen künstlerischen Akt ausübt.</p>



<p>Auf das Schlagwort „Hacker“, folgen die Worte der renommierten Regisseurin Angela Richter, die sich in ihren Theaterprojekten den digitalen Dissidenten, den Hackern widmet. Für sie sind Hacker nicht nur Personen, die revolutionären Widerstand ausüben, sondern Superhelden. Ihre Arbeiten (Schauspiel Köln) setzten sich aus einer Reihe von Interviews zusammen, welche sie innerhalb einer intensiven Recherche führt. Die Interviews bilden meist die Textgrundlage für die Inszenierung, in der sich Schauspieler mit diesen auseinandersetzen müssen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Angela Richter bringt Hacker als neue Superhelden auf die Bühne</strong></h3>



<p>Stefan Bachmann (Intendant vom Schauspiel Köln 2014) bezeichnet Richters Arbeiten als „Gonzo-Theater“, das heißt eine Vermengung von Fiktion, Realität, Journalismus und Schriftstellerei. Der Begriff „Gonzo-Theater“ ist eine Anlehnung an den amerikanischen Schriftsteller Hunter S. Thompson und bezieht sich auf Textgrundlagen, die von Modulationen, Verschiebungen und Überlappungen geprägt sind.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-right">Wenn es jeden egal ist, wer wo etwas mitliest, dann können Sie mir gerne ihre Passwörter und Kennungen geben; weil mich interessiert es immer! (Angela Richter)</p>
</blockquote>



<p>In ihrem Stück <strong><a href="https://freigeist-magzine.de/wer-im-glaskasten-sitzt-sollte-mit-steinen-werfen/">„die Avantgarde der Superhelden“ (UA 29. Mai 2015 Schauspiel Köln)</a></strong> verarbeitet die Theaterregisseurin die Konsequenzen des 11. Septembers 2001. Nach 9/11 wurde die nationale Sicherheit zum Leitfaden des transnationalen Kapitalismus und erschuf damit eine rechtsgültige Grundlage für eine uneingschränkte Transparenzgesellschaft.</p>



<p>Kommunikation, Bewegungen und Handlungen der ganzen menschlichen Bevölkerung werden durchleuchtet, algorithmisch-analysiert, ausgewertet und irgendwo gespeichert. Es ist ein umfassendes Datennetz entstanden, wofür wir größtenteils selbst verantwortlich sind, weil wir Apps und soziale Medien nutzen. Sie sind darauf programmiert Daten abzuzapfen, zu anlysieren und weiterzuverkaufen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Supernerds öffnen uns die Augen für den Überwachungsapparat Staat</strong></h3>



<p>Regisseurin Richter befasst sich in „die Avantgarde der Supernerds“ mit den Hackern unserer Zeit, wie Julian Assange (Wikileaksgründer), Chelsea Manning (Wikileaks-Whistleblowerin) oder Edward Snowden. Sie sind es, die den Menschen die Augen für den Überwachungsapparat geöffnen haben. Mit ihren Enthüllungen haben sie gezeigt, wie Staaten und Unternehmen arbeiten.</p>



<p>Sind diese Nerds nun die neuen Künstler unserer Zeit? – Laut den Definitionen der Gesprächsteilnehmer, sind sie ein wichtiger Bestandteil der modernen politischen Kunst. Sie erregen mit ihren wahren Enthüllungen ein großes öffentliches Interesse, regen die Bevölkerung zum Nachdenken an und sorgen für Gegenbewegungen. Alles Eigenschaften, die authentische, politische Kunst erfüllen sollte. Der vierte Teil des Symposiums, „Symposium IV: Operation Zukunft“  findet am Theater Bielefeld statt.</p>



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<p class="has-text-align-right">(Überarbeitet am 29.12.2025)</p>
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