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	<title>Kritik &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<description>News aus Kultur und Politik</description>
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	<title>Kritik &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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		<title>Expressionisten zeigen Abstraktes in Potsdam</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2022 19:51:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Ad Reinhardt]]></category>
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					<description><![CDATA[Form der Freiheit Berlin · „Gut Ding will Weile haben“, sagte einst der Dichter Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen im]]></description>
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<h5 class="wp-block-heading">Form der Freiheit</h5>



<figure class="wp-block-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="481" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-1024x481.jpg" alt="" class="wp-image-2878" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-1024x481.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-500x235.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-350x164.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-768x360.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-360x169.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-1536x721.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-2048x961.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-390x183.jpg 390w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-130x61.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-650x305.jpg 650w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>F<mark style="background-color:rgba(0, 0, 0, 0)" class="has-inline-color has-black-color">oto: David von Becker</mark></strong></figcaption></figure>



<p></p>



<p>Berlin · „Gut Ding will Weile haben“, sagte einst der Dichter Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen im 17. Jahrhundert, und da mag er wohl recht haben. Die derzeitige Sonderausstellung „Internationale Abstraktion nach 1945“ vom jungen Kurator Daniel Zamani hat ihre Planungsphase in der guten alten Zeit von 2018 begonnen. 2018 ein vergangenes Sehnsuchtsjahr, wo Corona als Bier oder schrullige Eurodance-Band bekannt war und vor allem ohne einen Krieg in Europa.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><br>Ausstellung zeigt transatlantisches Wechselspiel</h3>



<p>Das intendierte Bestreben des Kurators Zamani ist nicht nur der Versuch eines transatlantischen Dialogs von Mitte der 40-iger Jahre bis zum Ende des Kalten Krieges, sondern ebenfalls ein Wechselspiel der universellen Bildsprache der abstrakten Expressionisten des freiheitlichen Westens in Abgrenzung vom sozialistischen Realismus der DDR – die internationale Ausstellung im <a href="https://freigeist-magzine.de/2018/07/08/gerhard-richter-abstraktion/" title="">Hause Baberini</a> ist sozusagen in die Zeit gefallen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><br>50 Künstler:innen begeben sich auf existentielle Sinnsuche</h3>



<p>In den rund 100 Arbeiten begeben sich über 50 renommierten Künstler:innen auf eine existentielle Sinnsuche. Sie vollziehen einen starken Wendepunkt in der Malerei, in dem sie das realistische Abbilden verwerfen und Platz machen für einen expressiven Umgang mit Form, Farbe und Material. Die bloße Geste mit dem Pinsel wird bei den abstrakten Expressionisten zu einem Ausdruck von individueller Freiheit. Große Bildformate schaffen einen meditativen Raum und bringen den Betrachter in die Situation, sich mit seinem Sein und seinem Unterbewussten auseinanderzusetzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><br>Besonders der Einfluss der Malerinnen wird hervorgehoben&nbsp;− Hedda Sterne eröffnet die Kuration</h3>



<p>Die Ausstellung „Internationale Abstraktion nach 1945“ hebt besonders den Einfluss der Malerinnen aus der Nachkriegszeit hervor; wie Hedda Sterne, Joan Mitchell, Judith Reigl oder Lee Krasner. Sie eröffnet mit dem Werk „N.Y. #7“ (Leihgabe vom Museum of Modern Arts) von Hedda Sterne aus 1954. Sterne, eine Exil-Künstlerin jüdisch-rumänischer Abstammung, war eine von wenigen Malerinnen, die sich im männerdominierenden Kunstbetrieb in den USA behaupten konnte. In ihrer Werkserie „N.Y.“ drückt sie ihre Begeisterung für ihr neues Heimatland USA aus.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><br>Starke Farben, Farbspritzer, Schlieren dominieren in den Arbeiten</h3>



<p>Während Besucher noch meinen, in Sternes Werken Abbilder hineinlesen zu können, sieht es bei den Arbeiten von Norman Bluhm („Blaue Klinge“, 1961 oder „Weißes Licht“, 1958), Lee Krasner („Durch Blau“, 1963) oder ihrem Mann <a href="https://freigeist-magzine.de/wp-admin/customize.php?url=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2F2022%2F07%2F01%2F2833%2F" target="_blank" rel="noopener" title="">Jackson Pollock</a> („Verzauberter Wald“, 1947) anders aus. Hier dominieren starke Farben, Farbspritzer, Schlieren und Komposition; dadurch erreichen die Bilder einen Puls und wirken dynamisch. Kunstwerke, die weiter in die Zeit gehen, verlieren an Bildnamen. Damit möchten ihre Künstler ihre gewonnene Ausdrucksfreiheit an die Betrachter weitergeben.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><br>Kein Verweis auf Ding-Welten&nbsp;− Ad Reinhardt macht es vor</h3>



<p>Abstrakte Expressionisten verweisen auf keine Ding-Welten mehr, sondern ermöglichen eine demokratische Kunstform, in dem sie dem Betrachter die individuelle Freiheit der eigenen Interpretation ermöglichen. Was so vielversprechend klingt, ist in der Praxis weniger der Fall. Spätestens bei Arbeiten von Ad Reinhardt oder Morris Louis („Saf Heh“, 1959), verzweifeln selbst Kunstkenner. Reinhardts „Schwarz auf Schwarz Nr.8“ zeigt auf faszinierender Art die höchste Form von abstrakter Malerei.</p>



<p>In seiner Serie „Black Paintings“ reduziert er die Werke auf die Farbe Schwarz. Er versucht dadurch den Bildern jede Form von künstlerischen Emotionen oder Meinungen zu nehmen. Der Betrachter wird bei Reinhard gerade zu gezwungen, sich mit sich selbst zu beschäftigen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><br>Kunstliebhabern wird die Ausstellung ans Herz gelegt</h3>



<p>„Die Leinwand als Bühne, auf der sich kreative Köpfe frei und spontan entfalten können.“, ein Text, der den Anfang der Ausstellung schmückt und geradezu einlädt, die Ausstellung „Internationale Abstraktion nach 1945“ zu besuchen. Kunstliebhabern kann sie nur ans Herz gelegt werden, weil die Sammlung von Hasso Plattner um Leihgaben von mehr als 30 internationalen Museen und Privatsammlungen ergänzt wurde. Ferner haben Besucher die Möglichkeit, neben der Sonderausstellung „Internationale Abstraktion nach 1945“, sich die größte Monet-Sammlung außerhalb Frankreichs anzuschauen.</p>



<p>Museum Baberini in Potsdam, „Internationale Abstraktion nach 1945“ läuft bis zum 25. September 2022. Tickets sind ermäßigt ab 10 Euro und regulär ab 16 Euro vor Ort oder im online Shop zu erwerben.</p>



<p></p>
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		<title>Expressionisten zeigen Abstraktes in Potsdam</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2022 18:54:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Notice]]></category>
		<category><![CDATA[Ad Reinhardt]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Ausstellung „Internationale Abstraktion nach 1945“ knallt mit voller Wucht in unsere jetzige Zeit. Kurator Daniel Zamani hat 2018 mit der Planung begonnen. Zu sehen im Potsdamer Museum Baberini ist sie bis Ende September 2022.]]></description>
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<p>Form der Freiheit</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="481" data-id="2878" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-1024x481.jpg" alt="" class="wp-image-2878" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-1024x481.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-500x235.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-350x164.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-768x360.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-360x169.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-1536x721.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-2048x961.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-390x183.jpg 390w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-130x61.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2022/06/VB_6142_2-9-650x305.jpg 650w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Foto: David von Becker</figcaption></figure>
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<p>Die Ausstellung „Internationale Abstraktion nach 1945“ knallt mit voller Wucht in unsere jetzige Zeit. Kurator Daniel Zamani hat 2018 mit der Planung begonnen. Zu sehen im Potsdamer Museum Baberini ist sie bis Ende September 2022.</p>



<p>Berlin · „Gut Ding will Weile haben“, sagte einst der Dichter Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen im 17. Jahrhundert, und da mag er wohl recht haben. Die derzeitige Sonderausstellung „Internationale Abstraktion nach 1945“ vom jungen Kurator Daniel Zamani hat ihre Planungsphase in der guten alten Zeit von 2018 begonnen. 2018 ein vergangenes Sehnsuchtsjahr, wo Corona als Bier oder schrullige Eurodance-Band bekannt war und vor allem ohne einen Krieg in Europa.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Ausstellung zeigt transatlantisches Wechselspiel</strong></h5>



<p>Das intendierte Bestreben des Kurators Zamani ist nicht nur der Versuch eines transatlantischen Dialogs von Mitte der 40-iger Jahre bis zum Ende des Kalten Krieges, sondern ebenfalls ein Wechselspiel der universellen Bildsprache der abstrakten Expressionisten des freiheitlichen Westens in Abgrenzung vom sozialistischen Realismus der DDR – die internationale Ausstellung im <a href="https://freigeist-magzine.de/2018/07/08/gerhard-richter-abstraktion/" data-type="post" data-id="1738">Hause Baberini</a> ist sozusagen in die Zeit gefallen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>50 Künstler:innen begeben sich auf existentielle Sinnsuche</strong></h5>



<p>In den rund 100 Arbeiten begeben sich über 50 renommierten Künstler:innen auf eine existentielle Sinnsuche. Sie vollziehen einen starken Wendepunkt in der Malerei, in dem sie das realistische Abbilden verwerfen und Platz machen für einen expressiven Umgang mit Form, Farbe und Material. Die bloße Geste mit dem Pinsel wird bei den abstrakten Expressionisten zu einem Ausdruck von individueller Freiheit. Große Bildformate schaffen einen meditativen Raum und bringen den Betrachter in die Situation, sich mit seinem Sein und seinem Unterbewussten auseinanderzusetzen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Besonders der Einfluss der Malerinnen wird hervorgehoben&nbsp;− Hedda Sterne eröffnet die Kuration</strong></h5>



<p>Die Ausstellung „Internationale Abstraktion nach 1945“ hebt besonders den Einfluss der Malerinnen aus der Nachkriegszeit hervor; wie Hedda Sterne, Joan Mitchell, Judith Reigl oder Lee Krasner. Sie eröffnet mit dem Werk „N.Y. #7“ (Leihgabe vom Museum of Modern Arts) von Hedda Sterne aus 1954. Sterne, eine Exil-Künstlerin jüdisch-rumänischer Abstammung, war eine von wenigen Malerinnen, die sich im männerdominierenden Kunstbetrieb in den USA behaupten konnte. In ihrer Werkserie „N.Y.“ drückt sie ihre Begeisterung für ihr neues Heimatland USA aus.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Starke Farben, Farbspritzer, Schlieren dominieren in den Arbeiten</strong></h5>



<p>Während Besucher noch meinen, in Sternes Werken Abbilder hineinlesen zu können, sieht es bei den Arbeiten von Norman Bluhm („Blaue Klinge“, 1961 oder „Weißes Licht“, 1958), Lee Krasner („Durch Blau“, 1963) oder ihrem Mann <a href="https://freigeist-magzine.de/2013/09/23/horma-houellebecqs-leichenteile-sehen-aus-wie-ein-gemalde-von-pollock/" data-type="post" data-id="166">Jackson Pollock</a> („Verzauberter Wald“, 1947) anders aus. Hier dominieren starke Farben, Farbspritzer, Schlieren und Komposition; dadurch erreichen die Bilder einen Puls und wirken dynamisch. Kunstwerke, die weiter in die Zeit gehen, verlieren an Bildnamen. Damit möchten ihre Künstler ihre gewonnene Ausdrucksfreiheit an die Betrachter weitergeben.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kein Verweis auf Ding-Welten&nbsp;− Ad Reinhardt macht es vor</strong></h5>



<p>Abstrakte Expressionisten verweisen auf keine Ding-Welten mehr, sondern ermöglichen eine demokratische Kunstform, in dem sie dem Betrachter die individuelle Freiheit der eigenen Interpretation ermöglichen. Was so vielversprechend klingt, ist in der Praxis weniger der Fall.&nbsp; Spätestens bei Arbeiten von Ad Reinhardt oder Morris Louis („Saf Heh“, 1959), verzweifeln selbst Kunstkenner. Reinhardts „Schwarz auf Schwarz Nr.8“ zeigt auf faszinierender Art die höchste Form von abstrakter Malerei.</p>



<p>In seiner Serie „Black Paintings“ reduziert er die Werke auf die Farbe Schwarz. Er versucht dadurch den Bildern jede Form von künstlerischen Emotionen oder Meinungen zu nehmen. Der Betrachter wird bei Reinhard gerade zu gezwungen, sich mit sich selbst zu beschäftigen.</p>



<h5 class="wp-block-heading"><strong>Kunstliebhabern wird die Ausstellung ans Herz gelegt</strong></h5>



<p>„Die Leinwand als Bühne, auf der sich kreative Köpfe frei und spontan entfalten können.“, ein Text, der den Anfang der Ausstellung schmückt und geradezu einlädt, die Ausstellung „Internationale Abstraktion nach 1945“ zu besuchen. Kunstliebhabern kann sie nur ans Herz gelegt werden, weil die Sammlung von Hasso Plattner um Leihgaben von mehr als 30 internationalen Museen und Privatsammlungen ergänzt wurde. Ferner haben Besucher die Möglichkeit, neben der Sonderausstellung „Internationale Abstraktion nach 1945“, sich die größte Monet-Sammlung außerhalb Frankreichs anzuschauen.</p>



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<div class="wp-block-group is-layout-flex wp-block-group-is-layout-flex">
<p>Museum Baberini in Potsdam, „Internationale Abstraktion nach 1945“ läuft bis zum 25. September 2022. Tickets sind ermäßigt ab 10 Euro und regulär ab 16 Euro vor Ort oder im online Shop zu erwerben.</p>
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		<title>„Wer die Welt verstehen will, muss mit eigenen Augen sehen lernen.“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 May 2020 17:16:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Blumenkinder]]></category>
		<category><![CDATA[Diogenes Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheitsliebe]]></category>
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					<description><![CDATA[In seinem biografisch geprägten Roman „Hippie“ nimmt der Bestsellerautor Paulo Coelho seine Leserschaft mit auf eine außergewöhnliche Reiseroute der freiheitsliebenden]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: small;">In seinem biografisch geprägten Roman „<i>Hippie</i>“ nimmt der Bestsellerautor Paulo Coelho seine Leserschaft </span></span><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: small;">mit auf eine außergewöhnliche Reiseroute der freiheitsliebenden Menschen. Verstrickt mit spirituellen Erlebnissen und Begegnungen versuchen die reisenden Blumenkinder ihr wahres Ich zu finden.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: small;">Neugierig auf der Suche nach einer neuen Welt mit offenen Werten reisen die jungen Menschen der 70-iger Jahre in die Zentren <i>Piccadilly Circus</i> in London oder <i>Dam</i> in Amsterdam. Sie gelten als Angelpunkte für Menschen mit „[&#8230;] langen Haare[n], bunte[r] Kleidung. Die jungen Frauen trugen Blumen im geflochtenen Haar, lange Röcke, bunte Blusen, keine Büstenhalter, dazu kamen Ketten aus unterschiedlichen Materialen; die jungen Männer, seit Monaten unrasiert, das Haar lang, trugen zerschlissene Jeans.“ <em>(S.12)</em> Sogenannte Hippies, freiheitsliebend und offen für neue sexuelle Erfahrungen und Religionen. Auch der 23-jährige Brasillianer Paulo Coelho gehört dieser rebellischen Bewegung an und verlässt mit einer guten Freundin seinen Geburtsort Rio de Janeiro, um in der verlassenen Ruinenstadt Machu Picchu Erleuchtung zu finden. Die geplante Reise erweist sich durch einen Überfall als nicht zur bestehenden Probe für ihre Freundschaft, sodass Paulo alleine nach Amsterdam reist um Nachrichten aus der „unsichtbaren Zeitung“ zu erfahren. Angetrieben von der Sehnsucht nach Spiritualität, lernt Paulo die Holländerin Karla kennen, die über eine Wahrsagerin von ihrem neuen Reisegefährten erfahren hat. Ihr neues Reiseziel ist nun die nepalesische Hauptstadt Kathmandu. Gemeinsam begeben sie sich in die Obhut des <i>„Magic-Bus“</i>, welcher für 70 Dollar über Istanbul, Teheran, Kabul, Delhi und schließlich Kathmandu fährt. Für beide wird die Reise eine religiös geprägte Sinnsuche ihres wahren Ichs.</span></span></p>
<p class="western" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: small;">Das im März 2020 im Diogenes Verlag erschienene Taschenbuch <i>„Hippie“</i> von Paulo Coelho wurde aus dem Brasilianischen von Maralde Meyer-Minnemann ins Deutsche übersetzt. Mit 304 Seiten reiht sich der biografisch geprägte Roman in Coelhos Werke ein, die sich intensiv mit Spiritualität und der Suche nach Weltverständnis befassen. <i>„Hippie“</i> unterscheidet sich insofern von seinen anderen Werken, dass der Autor explizit über die dritte Person Singular eine Distanz zum Protagonisten Paulo Coelho schafft und zu Beginn des Romans auf die biografischen Elemente des Romans mit durchmischter Chronologie aufmerksam macht; was ihm zum Verhängnis wird. Zu schnelle, abrupte Wechsel sind oft überraschend. Die Dramaturgie des Romans wirkt größtenteils verworren. Parallel laufende Geschichten oder Rückblenden sind nicht immer leserfreundlich und sperrig eingearbeitet. Als Leser befinde ich mich häufig orientierungslos am Absatz und frage mich, wie sind wir dorthin gekommen? Glücklicherweise legen sich die holprigen Brüche im Verlauf des Romans und Coelhos Art zu schreiben wird wieder sichtbar.</span></span></p>
<blockquote>
<p class="western" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: small;">Den Ort habe ich zwar gefunden, aber nicht genau, was ich suchte. <em>(Paulo Coelho, „Hippie“)</em></span></span></p>
</blockquote>
<p class="western" align="JUSTIFY">„<span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: small;"><i>Hippie“</i> ist wie viele seiner anderen Romane geprägt von Weisheiten für das Leben und eine spirtuelle Sinnsuche. Es ist eine abenteuerliche Reise mit den Blumenkinder der 70-iger Jahre, die neben den Protagonisten auch das Innenleben der anderen Charaktere offenlegt und wie die Hippie-Bewegung verschiedene Perspektiven auf die Welt ermöglicht. „<i>Hippie“</i> wird für die Leser zur ihrer eigenen Reise, die sie zu ihren wahrem Ich führt.<br />
</span></span></p>
<p class="western" align="JUSTIFY"><i><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: small;"><b>Paulo Coelho: „Hippie“</b></span></span><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: small;">, e</span></span><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: small;">rschienen im Hardcover am 26. September 2018 und als Taschenbuch am 1. März 2020 im Diogenes Verlag Zürich, Kosten 22,00 Euro/ 12,00 Euro. </span></span></i></p>
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		<title>Die Ehe auf der Couch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Dec 2018 22:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Affäre]]></category>
		<category><![CDATA[Diogenes Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[John Jay Osborn]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Liebesbeziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Paartherapie]]></category>
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					<description><![CDATA[„Im Moment sehe ich nur, dass Sie Geldsorgen haben, und diese zweihunderttausend würden sie ihnen nehmen. Zumindest für eine Weile.“,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p> „Im Moment sehe ich nur, dass Sie Geldsorgen haben, und diese zweihunderttausend würden sie ihnen nehmen. Zumindest für eine Weile.“, sagt die Paartherapeutin Sandy zu ihrer Klientin, Charlotte. Ihr Ehemann Steve ist etwas bestürzt, dass er das vollständig eingenommene Geld vom Hausverkauf seiner Frau überlassen soll. Gibt aber dem Ratschlag der Therapeutin nach, um seine Ehe zu retten. Das Paar Charlotte und Steve steckt in einer Krise. Steve fühlt sich von seiner Frau nicht mehr geschätzt und geachtet. Er begann eine Affäre. Als seine Frau Charlotte davon Wind bekommen hatte, fing sie auch eine Liebesbeziehung mit einem anderen Mann an. Nun sitzen die jungen Eltern zweier Kinder gemeinsam bei Sandy und versuchen sich neu kennenzulernen. Sie erlernen andere Kommunikationswege, versuchen einander zu verstehen und über eine neugewonnene Unabhängigkeit eine neue Vertrauensbasis aufzubauen. Dank der Therapeutin Sandy begegnet sich das Ehepaar wieder als Liebespaar.</p>



<p> In einfacher und schlichter Sprache ermöglicht der amerikanische Autor John Jay Osborn, der  an der <em>Harvard Law School</em> Jurisprudenz studiert hat, mit seinem Roman <em>>>Liebe ist die beste Therapie&lt;&lt;</em> (erschienen am 24. Oktober 2018 im Diogenes Verlag/ aus dem Amerikanischen von Jenny Merling) einen Einblick in den intimen Bereich einer Psychotherapie. Dafür verwendet Osborn die Figur der Paartherapeutin Sandy, welche als personaler Erzähler auftritt. Aus ihrer Perspektive lernt der Leser das Ehepaar, Charlotte und Steve kennen. <em>>>Hemd und Hose waren ordentlich gebügelt, und seine Schuhe glänzten. Er versuchte, die Fassade seines Lebens aufrechtzuerhalten. Aber er hatte Augenringe, und seine Hände zitterten.&lt;&lt;</em> (S.9) Sandys Gedankenwelt als Psychologin während einer Paartherapie ist sehr interessant und unterhaltsam formuliert. Manchmal lässt der Autor Osborn die Protagonistin auch zynisch auftreten, häufig bleibt sie jedoch verständnisvoll. Sie gibt hin und wieder auch etwas aus ihrem eigenen Leben preis, sodass der Leser auch Sandy besser kennenlernt. Als Therapeutin nimmt sie sich aber immer wieder zurück und rückt ihre Klienten in den Vordergrund, was Osborn gut und konsequent hinbekommen hat. Weswegen der Roman auch für Paare mit Beziehungsproblemen geeignet ist, weil sie durch das Ehepaar Charlotte und Steve eigene Problemfelder entdecken können. Schön ist das Sinnbild des grünen Sessels, welcher die Präsenz der Ehe in den Therapiesitzungen einnimmt. Dennoch nimmt der rund 290-seitige Roman, ein sehr schnulzenhaftes Ende und verliert ein großes Stück an Glaubwürdigkeit.  </p>



<p>
<strong>John
Jay Osborn</strong><strong>: </strong><strong>&gt;&gt;</strong><strong>Liebe ist die beste
Therapie</strong><strong>&lt;&lt;</strong><em>,
</em>erschienen am
24.10.201 im Diogenes Verlag, Zürich. Kosten: 22,00 Euro,
https://www.diogenes.ch/leser/titel/john-jay-osborn/liebe-ist-die-beste-therapie-9783257070439.html</p>
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		<item>
		<title>&gt;&gt;Der Markt ist die letzte Diva</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Oct 2018 17:45:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Anouk van Dijk]]></category>
		<category><![CDATA[Dramatik]]></category>
		<category><![CDATA[Falk Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Poetikdozentur]]></category>
		<category><![CDATA[Regie]]></category>
		<category><![CDATA[Saarbrückender Poetikdozentur für Dramatik (2016)]]></category>
		<category><![CDATA[TRUST]]></category>
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					<description><![CDATA[„Was sagen die Worte, die ein Mensch benutzt, was sagt die Struktur seiner Sätze über sein Denken aus (…) ?“]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p> „<em>Was sagen die Worte, die ein Mensch benutzt, was sagt die Struktur seiner Sätze über sein Denken aus (…) ?“ </em>fragt Falk Richter, der Regisseur des Jahres 2018 (<em>Theater heute</em> 2018), während der fünften Saarbrückender Poetikdozentur für Dramatik (2016). Ein Forum für zeitgenössische Dramatik und wegweisende Dramatikerinnen. Hier hält Richter drei öffentliche Vorträge, die im erschienen Band <em>„Disconnected. Theater Tanz Politik“ </em>(2018) vom Alexander Verlag Berlin verlegt wurden. Er gehört zu den wichtigen internationalen Theatermachern aus dem deutschsprachigen Raum. Seine Arbeiten befassen sich mit der konkreten Gegenwart, unserer Art zu denken, zu fühlen und zu kommunizieren. Durch den erschienen Band, ist es erstmals möglich einen Blick in den Schaffensprozess des Künstlers zu werfen. Zahlreiche Textauszüge aus seinen Dramen, Notizen und Berichte von Probenprozessen vergegenwärtigen wie seine hochpolitischen Gesamtkunstwerke entstehen, in denen er den neoliberalen Kapitalismus klar analysiert und das Theater als Ort der Analyse von Sprache und Ideologie begreift. In seiner ersten Vorlesung beschreibt er sein philosophisches Suchen mit Hilfe von einzelnen Produktionen und er spricht von <em>„the void“</em>. Eine Leere, die sich immer mehr füllt. Seine Texte entstehen nicht mehr am Schreibtisch, wie die älteren Werke <em>„Die Verstörung“</em> (2005) oder <em>„Gott ist ein DJ“</em> (1999), sondern auf den Proben. Er erweitert den Autorenbegriff zum Regisseur und bezeichnet sich selbst als Autorregisseur, welcher im Schreibprozess Künstlerinnen und Ereignisse von den Proben einfließen lässt.  </p>



<p>
Sein
kreativer Motor; ein Fragenrausch. Der Wunsch <em>„(…)
all das (zu) begreifen, erfassen (…), was in mir und um mich herum
geschieht.“</em>
(S.10)
bildet
die Grundlage für ein
neues
Drama.
Am
Beispiel von der Inszenierung
„Trust“ (UA Schaubühne Berlin 2009), eine
Arbeit mit der Choreografin Anouk van
Dijk, verdeutlicht
Richter seine Arbeitsweise mit offenen Materialsammlungen,
Szenenskizzen, Essays und vieles mehr. Vier Tänzerinnen, fünf
Schauspielerinnen und ein Musiker begeben sich mit van Dijk und
Richter auf die Suche nach Vertrauen. Dem Vertrauen zwischen Bürger
und den staatlichen Institutionen.
Abhandengekommendes
Vertrauen in Beziehungen und der Frage, <em>„Was
bedeutet es für das Leben des Einzelnen, (…) wenn sich niemand
mehr auf irgendwas, auf irgendwen verlassen kann?“</em>
(S.14) Neben
Text erkunden die Künstler van Dijk und Richter den menschlichen
Körper, wie begegnen sich Körper ohne Vertrauen? <em>„Wie
agieren und bewegen sich erschöpfte Menschen in einem hochkomplexem
störanfälligen System (&#8230;)“ </em>(S.15)</p>



<p> Richters Vorlesungen, die seinen Schaffensprozess aufzeichnen, sind nicht nur interessant für <em>Falk-Richter-Liebhaber</em>, sondern auch für junge Regisseurinnen oder Dramatikerinnen, die einen verständlichen und umfassenden Einblick in seine Arbeitsweise bekommen möchten. Auch seine Sprache bleibt im Verlauf verständlich, leserfreundlich und hat einen poetischen Charakter. Richter drückt sich dennoch klar und detailliert aus, was dafür sorgt, dass <em>>>Disconnected&lt;&lt; </em>ein pures Lesevergnügen ist.  </p>



<p>
<strong>Falk
Richter</strong><strong>: </strong><em><strong>&gt;&gt;</strong></em><em><strong>Di</strong></em><em><strong>sconnected.
Theater Tanz Politik</strong></em><em><strong>&lt;&lt;</strong></em><em>,
</em>(Hrsg.
Johannes Birgfeld), erschienen
am 25.10.2018 im Alexander Verlag Berlin. Kosten: 16,00 Euro,
<a href="https://www.alexander-verlag.com/programm/titel/413-disconnected.html">https://www.alexander-verlag.com/programm/titel/413-disconnected.html</a>

</p>
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		<item>
		<title>ZWEIFELHAFTE [FAKE] NEWS</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Oct 2018 08:26:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[>>Im Zweifel für den Zweifel<<]]></category>
		<category><![CDATA[>77qm_9:26<<]]></category>
		<category><![CDATA[Alain Bieber]]></category>
		<category><![CDATA[Documenta 14]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Waldvogel]]></category>
		<category><![CDATA[Forensic Architecture.]]></category>
		<category><![CDATA[Holger Wüst]]></category>
		<category><![CDATA[NRW Forum]]></category>
		<category><![CDATA[Olaf Metzel]]></category>
		<category><![CDATA[Ólafur Elíasson]]></category>
		<category><![CDATA[Weltverschwörung]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><![CDATA[



<p align="justify"]]&gt;<span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Das<i> </i><i>NRW Forum Düsseldorf</i> beäugt mit der internationalen Gruppenausstellung <i>&gt;&gt;Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung&lt;&lt;</i> (21. September – 18. November 2018) <i>alternative Wahrheiten</i> im <i>postfaktischen Zeitalter</i>.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Was ist wahr? Und was ist fake? </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Diese Fragen, die den Kampf um eine </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>(mediale) Wahrheit</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> beschreiben, existieren, schon lange bevor der US-Präsident Donald Trump mit dem Unwort 201</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">7</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, „alternative Fakten“ das </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>postfaktische Zeitalter </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">eingeläutet hat. Die Bedeutung nach einer </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>(medialen) Wahrheit,</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> wächst in Zeiten von Umbrüchen und politischen und wirtschaftlichen Krisen, weil traditionelle Deutungsmuster oft nicht mehr greifen und Menschen sich nach </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>alternativen Wahrheiten</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> sehn</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">en</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Dabei endet die Suche nach </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>alternativen Wahrheiten</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> oder </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Fakten</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> häufig in Verschwörungstheorien, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">wie beispielsweise, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">dass die US-Regierung für den</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Terroranschlag vom 11. September 2001 in New York City </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">verantwortlich </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sei</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Oder</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> der Mensch landet </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">während seiner Suche </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">nach der Wahrheit </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">bei sogenannten </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>fake News</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Die Kuratoren Florian Waldvogel und Alain Bi</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">e</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ber </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>(zugleich künstlerischer Leiter des NRW-Forum Düsseldorf)</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> nehmen die Fragen nach einer (</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>mediale</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>n</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>) Wahrheit </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">an und untersuchen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">die Macht von Verschwörungstheorien</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> in den Räumen des Düsseldorfer </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>NRW Forum </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">mit ihrer internationalen Gruppenausstellung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Sie stellen den Zweifel und das kritische Denken ins Zentrum der </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>crossmedia</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Ausstellung und versetzen die Besucher in verstörende Situationen oder verleiten sie in die Rolle eines Skeptikers.</span></span></p>
<figure id="attachment_2079" aria-describedby="caption-attachment-2079" style="width: 540px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" class="wp-image-2079 " src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-1024x683.jpg" alt="" width="540" height="360" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-1024x683.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-768x512.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-1536x1024.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-2048x1365.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Im_Zweifel_fuer_den_Zweifel_NRW_Forum_Duesseldorf_Foto-B.Babic26-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 540px) 100vw, 540px" /><figcaption id="caption-attachment-2079" class="wp-caption-text"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> <i>&gt;&gt;Highlighter&lt;&lt;</i> von Ólafur Elíasson. Foto: B. Babic.</span></span></figcaption></figure>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Die Ausstellung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">beginnt  mit </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Highlighter&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> von </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Ólafur Elíasson. Elíasson</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">s Werk ist e</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">in Spotlight, welches über unterschiedliche Wände und Räume versucht den Besucher einzufangen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und den Spot auf ihn zu werfen. Das Lichtspiel erinnert an eine Verfolgungsjagd. Schnell wird er Besucher hier zu einem gesuchten Straftäter. Weitaus kritischer sind die Arbeiten von Holger Wüst und Olaf Metzel. Wüst widmet sich in seiner großflächigen Fotocollage </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Ideologiekritische Studien&lt;&lt;</i></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">einem Hörsaal, der neben linken Studien von Marx, revolutionären Parolen und Aufschriften, wie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>„Brutalismus statt Rokoko“</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, sozial vernetzte Individuen aufzeigt. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Die Individuen äußern ihre Meinungen in Statusmeldungen oder online Profilen, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">revoltieren in digitalen Welten. Mensch könnte meinen, dass s</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">o moderner (passiver) Widerstand im 21. Jahrhundert aussieht. Der Künstler Wüst hat seine Fotomontage mit einem Zitat von Adorno aus dem Spiegel-Interview von 1969 ergänzt: </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>„</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>SPIEGEL: Herr Professor, vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung … </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>ADORNO: Mir nicht.“ </i></span></span></p>
<figure id="attachment_2080" aria-describedby="caption-attachment-2080" style="width: 488px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2080 " src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/11/Olaf-Metzel_postfaktisch-1-1024x683.jpg" alt="" width="488" height="325" /><figcaption id="caption-attachment-2080" class="wp-caption-text"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> <i>&gt;&gt;Postfaktisch&lt;&lt;</i> von Olaf Metzel. Foto: B. Babic.</span></span></figcaption></figure>
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<p align="justify"> </p>
<p align="justify"> </p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Mit dem hängenden Objekt </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Postfaktisch&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">von dem Objektkünstler Olaf Metzel, erreicht die Ausstellung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Im Zweifel für den Zweifel </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>(&#8230;)&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">einer ihrer Höhepunkte im Bezug auf kritisches Denken. Metzel hat in dieser Arbeit zwei silberfarbige Fußgitter </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">neben</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">einander gehängt. Beide Gitter sind im Aufbau identisch; wobei </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">im ersten Gitter ein Trapez ausgeschnitten und an </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">da</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">s zweite Gitter als Fahne </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">montiert</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> wurde</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Dieser Ausschnitt unterbricht die Linearität vom Gitter und verhält sich im Duplikat asymetrisch. Es wirkt, als würde der Ausschnitt das lineare Denken in Frage stellen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sich dem System quer entgegenstellen, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">weil der Einschnitt ins strukturelle System vom Gitter eingreift. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Besonders wissenschaftlich wird </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Im Zweifel für den Zweifel </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>(&#8230;)&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">mit der Installation </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;77qm_9:26&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> von </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Forensic Architecture. </i></span></span><i></i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Das Kunst- und Rechercheinstitut </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">war mit dieser Arbeit schon </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">auf</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> der Documenta </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">14 </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">vertreten. Die Installation </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;77qm_9:26&lt;&lt;</i></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ergründet mit architektonisch-forensischen Mitteln die Wahrheit vom NSU-Mord im Kassel. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sie rollt </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">gesammelte </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Indizien, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">widersprüchliche</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Aussagen und Zeitungsartikel auf und bringt die Besucher in die Rolle einer Jury, die ihr Urteil zu dem </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">NSU-</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Mord </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">im Internetcaf</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">é</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">fällen darf. </span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Immer </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">tiefer</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">verstrickt</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> die Düsseldorfer Ausstellung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Im Zweifel für den Zweifel </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>(&#8230;)&lt;&lt;</i></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ihre Konsumenten in Wirklichkeiten, in denen Nachrichten digitaler werden, Wahrheiten sich leichter manipulieren lassen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und digitale Realitäten in reale Wirklichkeiten eingreifen, wie das soziale Netzwerk </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>facebook</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Waldvogel und Bieber </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">treffen mit ihrer internationalen Ausstellung den </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Dorn im </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Zeitgeist </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und animier</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">en</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> zum kritischen Denken</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung&lt;&lt;</i><i>, </i><i>bis zum 18.11.2018 im NRW Forum Düsseldorf: <a href="https://www.nrw-forum.de/">https://www.nrw-forum.de</a></i><i>, Eintritt: </i><i>8</i><i>&#8211;</i><i>4</i><i> Euro.</i></span></span></p>
<p> </p>


<p></p>
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		<title>Notizen aus der Anstalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Oct 2018 15:30:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Bipolarität]]></category>
		<category><![CDATA[Buchpreis 2016]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Manie]]></category>
		<category><![CDATA[Manisch-Depressiv]]></category>
		<category><![CDATA[Poetische Autobiografie]]></category>
		<category><![CDATA[Rowohlt Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Melle]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Schriftsteller Thomas Melle erzählt in seinem autobiografischen Werk <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt;</i> von seiner manisch-depressiven Erkrankung und von dem Zusammenstoß von sich und der Welt.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Neuronen explodieren in Thomas Melles Kopf, während er Thomas Bernhard im McDonald‘s am Wuppertaler S-Bahnhof sieht, oder als Björk in einer Bar gleich nebenan nur für ihn singt. Im Rausch seiner paranoiden Schizophrenie gefangen, durchquert er im Höhenflug unterschiedliche Orte und hat mit Prominenten, wie Madonna Sex. Was für einige seiner Mitmenschen unerreichbar scheint, erlangt der deutsche Schriftsteller Thomas Melle in nur einigen Stunden oder Minuten. Durch sein intensives und extremes Gefühlsleben steigt der Autor bis zum Messias auf, erlebt die abenteuerliche Welt voller Farben und nur für ihn zu entschlüsselnde Chiffren. In seiner manischen Phase erscheint alles möglich und er ist immer nur einen Schritt bis zur völligen Selbstzerstörung entfernt. Nach dem Höhenflug, kommt die Depression und Melle findet sich in einer Psychiatrie wieder, oder wie er es nennt, <i>&gt;&gt;ein Sammelsurium von Fehlexemplaren&lt;&lt;</i>. Dort erfährt der Autor von seiner Bipolarität, von der Disposition im Gehirn, die dafür sorgt, dass seine Persönlichkeitstruktur über manisch-depressive Eigenschaften verfügt. Immer wieder heißt es nun für ihn, Achterbahn fahren. Größenwahn, Zusammenbruch, Wiederherstellen.</span></span></p>




<blockquote>


<p style="text-align: right;" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Etwas stimmte also nicht. Ich meinte: mit der Welt. Er meinte natürlich mit mir.</span></span></p>


</blockquote>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Mit poetischer Authentizität beschreibt der Autor Thomas Melle in <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt;</i> (erschienen im rororo Taschenbuchverlag am 20.2.2018) auf 352 Seiten seine manisch-depressiven Schübe und sein Gefühl von toter Materie, <i>&gt;&gt;Ich sitze da. Ich bin nichts. Etwas sitzt da und ist nicht mehr.&lt;&lt;</i> (S.115) Sein Krankheitsbericht ist in vielerlei Hinsicht sprachlich gewaltig. Mal wütend, voller Adrenalin und dann verletzend und voller Tiefe; <i>&gt;&gt;Jeder Tod, den ich sterbe, ist ein weiterer Verrat an der Wahrheit.&lt;&lt;</i> (S.27) Die Sprache in <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt; </i>passt sich den Stimmungen von Melle an, versucht Gedanken festzuhalten und Geschehenes zu rekonstruieren. Sein Bericht erzählt detailliert von der Zerbrechlichkeit des Seins, das heißt von der prekären Persönlichkeitsstruktur bei manisch-depressiv Erkrankten. <i>&gt;&gt; (…) das Leben des Depressiven, das Leben des Manikers und das Leben des zwischenzeitlich Geheilten. Letzterem ist nicht zugänglich, was seine Vorgänger taten, ließen und dachten&lt;&lt; </i>(S.111) Melles Notizen und Erfahrungsberichte aus psychiatrischen Anstalten sind theoretisch unterwandert und lockern mit Zynismus die trostlose und angespannte Atmosphäre auf, <i>&gt;&gt; Und hören Sie Stimmen? – Was? – Stimmen? Hören Sie? – Ja, Ihre. Ganz deutlich. – Das meine ich nicht. Andere Stimmen?&lt;&lt;</i> (S.22) und verschaffen den Lesern nicht nur einen Einblick in das tragische Krankheitsbild, eins an Bipolarität erkrankten Mannes, sondern auch in die Kulturszene, in der Thomas Melle zu Hause ist. </span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">So gesehen, ist Melles Werk <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt; </i>auch ein <em>Kultroman</em>, in dem der Schriftsteller die Kulturszene des 20. Jahrhunderts nachzeichnet. Er spricht nicht nur von der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Künstler*innen, wie Jule Böwe, sondern auch von Moden, wie der <i>&gt;&gt;Pollesch-Sprech&lt;&lt;. </i>So gelungen das autobiografische Werk <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt; </i>auch sein mag, ist es dennoch mit seinen fast 400 Seiten etwas zu lang. Die Schilderung von drei aufeinanderfolgenden Episoden der Bipolarität zieht sich etwas, unter anderem auch weil Verhaltensweisen und Erlebnisse sich wiederholen. Komprimierter wäre <i>&gt;&gt;Die Welt im Rücken&lt;&lt;</i> etwas weiter von einem poetischen Krankheitsbericht entfernt und näher an einem autobiografischen <em>Kultroman</em>.
</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>Thomas Melle</b><b>: </b><b>&gt;&gt;</b><b>Die Welt im Rücken</b><b>&lt;&lt;</b><i>, </i>erschienen am 20.2.2018 im rororo Taschenbuch (Rowohlt Verlag) Reinbek. Kosten: 9, 99 Euro, <a href="https://www.rowohlt.de/taschenbuch/thomas-melle-die-welt-im-ruecken.html">https://www.rowohlt.de/taschenbuch/thomas-melle-die-welt-im-ruecken.html</a> </span></span></p>

]]&gt;		</p>
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		<title>Gerhard Richter. Abstraktion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Jul 2018 14:28:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Abstraktion]]></category>
		<category><![CDATA[Farben]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Museum Barberini Potsdam]]></category>
		<category><![CDATA[Rakel]]></category>
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					<description><![CDATA[
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="702" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/07/ausstellungsansicht_gerhard_richter_8-1-1024x702.jpg" alt="" class="wp-image-1740" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/07/ausstellungsansicht_gerhard_richter_8-1-1024x702.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/07/ausstellungsansicht_gerhard_richter_8-1-350x240.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/07/ausstellungsansicht_gerhard_richter_8-1-500x343.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/07/ausstellungsansicht_gerhard_richter_8-1-768x527.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/07/ausstellungsansicht_gerhard_richter_8-1-360x247.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/07/ausstellungsansicht_gerhard_richter_8-1-299x205.jpg 299w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/07/ausstellungsansicht_gerhard_richter_8-1-130x90.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/07/ausstellungsansicht_gerhard_richter_8-1-650x446.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/07/ausstellungsansicht_gerhard_richter_8-1.jpg 1500w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Ausstellungsansicht Gerhard Richter. Foto: Helge Mundt    </figcaption></figure>



<p>Auf einer Ausstellungsfläche von 1 200 m² präsentiert das Museum Barberini in Potsdam mit <em>&#8222;Gerhard Richter. Abstraktion</em>&#8220; 94 abstrakte Werke aus internationalen Museums- und Privatsammlungen des deutschen Malers Gerhard Richter.</p>



<p>Wie fein gemalte Neonröhre in Grautönen wirkt Gerhard Richters Bild <em>&#8222;Vorhang (hell)</em>&#8220; aus dem Jahr 1965. Erst die schwarze Abgrenzung am Bildende lässt den hellgrauen Vorhang erkennen. Richters Bildreihe <em>&#8222;Graue Bilder</em>&#8220; widmet sich in den 1960-iger Jahren der Fotografie und experimentiert mit deren reduzierter Ästhetik von Schwarz und Weiß. Das vorangegangene Werk <em>&#8222;Vorhang</em>&#8220; (1964) ist durch die dunklen Schattierungen wesentlich detaillierter und lässt auf Anhieb den Vorhang erkennen. Die erwählte strenge Komposition ermöglicht Richter über neutrale Motive, den Blick auf die Textur und die Illusion zu lenken. Einige Bilder aus Richters Reihe >>Graue Bilder&lt;&lt; erinnern an optische Täuschungen oder sehen nahezu wie eine Fotografie aus.</p>



<p>In der Ausstellung <em>&#8222;Gerhard Richter. Abstraktion</em>&#8220; kuratiert Dietmar Elger, Leiter des Gerhard Richter Archivs an der staatlichen Kunstsammlung Dresden, unterschiedliche Bildreihen des bildenden Künstlers, Gerhard Richter und vereint Werke von Richter, die sich abstrakten Strategien und Verfahrensweisen zuwenden. Die Bildreihe &#8222;Graue Bilder&#8220; ist der Beginn in eine Auswahl von knapp 94 Werken des Künstlers, die von internationalen Museen und Privatsammlungen zusammengetragen wurden. Viele der Arbeiten sind in der Ausstellung <em>&#8222;Gerhard Richter. Abstraktion&#8220; </em>erstmals öffentlich zugänglich. Alle abstrakten Werke des Malers, Gerhard Richter haben gemein, dass seine Maltechniken, sein Umgang mit Farben und der Zufall seine Arbeiten besonders machen. In <em>&#8222;1024 Farben</em>&#8220; (1974), Lackfarbe auf Leinwand, hat Richter mit äußerster Präzision ein Mosaikbild aus 1024 Quadraten mit unterschiedlichen Farben geschaffen. Das Bild erinnert an eine industriell erstellte Farbpalette aus dem Baumarkt. Diese Wirkung erzeugt unter anderem die Lackfarbe auf Leinwand. Im Vergleich zu<em> &#8222;192 Farben</em>&#8220; (1966), hier hat Richter Ölfarbe verwendet, die die einzelnen Pinselstriche des Künstlers erkennen lassen.</p>



<p>Richters abstrakte Bilder beschreiben dadurch auch die Sehnsucht des Menschen zu modernen Technologien und die Anziehung von maschineller Produktion. In seinen etwas neueren Werken, wie &#8222;Pyramide&#8220; (1983) arbeitet Richter mit einem selbstgebauten Rakel. Mit dem Rakel, das ist ein Abstreichholz, kann Richter Farbe auf- und abtragen und es ermöglicht ihm zufällige textuelle Effekte. Das Bild &#8222;Pyramide&#8220; ist ein Farbspektakel mit leuchtenden Farben, wie Neongrün, helles Gelb, Pastellrosa, Rosa, Rot, Schwarz, Hellblau, Weiß. Richters bekannter Druck <em>&#8222;Strip&#8220; (2013/ 2016) </em>vereint unterschiedliche Farbstriche auf Papier zwischen Alu-Dibond und Acrylglas. Hier hat der Maler vollends digitale Technologie in menschliche Schöpfung verwandelt.</p>



<p>Die gesamten Werke der Ausstellung <em>&#8222;Gerhard Richter. Abstraktion&#8220; </em>sind im <a href="https://freigeist-magzine.de/2022/07/01/2833/" data-type="post" data-id="2833">Potsdamer Museum Barberini</a> zu sehen. Der Kurator von <em>&#8222;Gerhard Richter. Abstraktion&#8220; </em> Dietmar Elger hat mit der Ausstellung einen roten Faden durch Richters Malerei und Maltechniken geschaffen und bringt dadurch konzentriert die erstaunlichen Effekte in den Bildern von dem Maler Richter zum Ausdruck, sodass Richters einzigartige Malweise sichtbar wird. Richters Experiment menschliche Produktionen durch moderne Technologien zu erweitern, wird hier sehr eindrucksvoll und fesselnd ausgestellt. Richters malerische Entwicklung ist noch bis zum 21.10.2018 im Museum Barberini in Potsdam zu bewundern. Neben den knapp 94 Werken des Künstlers auf einer Ausstellungsfläche von 1 200 m², bietet das Museum ein umfangreiches Vermittlungsangebot, wie Videos mit Interviews oder der Arbeitsweise von Richter im Auditorium.</p>



<p><em><a href="https://www.museum-barberini.com/gerhard-richter-abstraktion/">&#8222;Gerhard Richter. Abstraktion</a>&#8222;, </em><em>t</em><em>äglich außer dienstags 10-19 Uhr, Eintritt: 14-10 Euro.</em></p>
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		<title>Penelop total verhext!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jun 2018 12:40:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><![CDATA[<p align="justify"]]&gt;<span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Fischers Kinder- und Jugendbuchverlag publiziert <i>&gt;&gt;Penelop – und der funkenrote Zauber&lt;&lt;</i> von der Künstlerin Valija Zinck und verführt junge Leser ab 10 Jahre in eine magische Familie, die viele Hürden und Konflikte überwindet.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Penelop Gowinder ist 10 Jahre alt, hat bleigraues Haar, und wohnt mit ihrer Mutter Frau Gowinder, ihrer Oma O.E. und ihrer grauen Katze Cucuu im Drachenhaus, einem kleinen Holzhaus am Ortsrand gleich neben den Sumpfwäldern. Ihr Vater wohnt nicht mehr mit ihnen im Haus. Er ist gestorben, als Penelop noch sehr jung war. Aber das Mädchen hat im Moment ganz andere Sorgen, bald hat sie wieder Geburtstag. Und an ihrem Geburtstag, den 13. August, einem Sommertag, regnet es. Immer. Jedes Jahr an ihrem Geburtstag regnet es. Das erstaunliche ist nicht, dass es jedes Jahr an einem Sommertag regnet, sondern dass es jedes Jahr an ihrem Geburtstag regnet und sie als einzige nicht nass wird. Als Penelop es an ihrem siebten Geburtstag ihrer Mutter erzählt, wollte sie nichts von solchen eigenartigen Dingen hören und wurde wütend. Dabei hätte sie ihrer Mutter gern noch ganz andere Sachen erzählt. Beispielsweise kann Penelop Aussagen hören, die noch gar nicht ausgesprochen wurden. Anfangs war es noch ganz lustig, weil sie ihrer Mutter schon antworten konnte, bevor sie den Mund aufgemacht hat. Doch mit der Zeit verwunderte das <i>Schon-vorher-Hören</i> einige aus ihrem Umfeld, weswegen sie nun achtsam mit dieser Gabe umgeht. Auch wenn gerade der Frühling beginnt und es bis zum Sommer noch etwas dauert, sind Penelops Gedanken bei ihrem Geburtstag und dem Regen. Erst der Unfall ihrer Mutter, reißt sie aus dem Gedankenstrudel, verändert schlagartig ihr Leben und führt sie zu ihrer wahren Identität.</span></span></p>
<p> </p>
<figure id="attachment_1669" aria-describedby="caption-attachment-1669" style="width: 956px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1669 size-full" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/06/illustrationen-1.jpg" alt="" width="956" height="377" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/06/illustrationen-1.jpg 956w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/06/illustrationen-1-350x138.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/06/illustrationen-1-500x197.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/06/illustrationen-1-768x303.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/06/illustrationen-1-360x142.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/06/illustrationen-1-390x154.jpg 390w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/06/illustrationen-1-130x51.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2018/06/illustrationen-1-650x256.jpg 650w" sizes="auto, (max-width: 956px) 100vw, 956px" /><figcaption id="caption-attachment-1669" class="wp-caption-text"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Vignetten von Annabelle von Sperber</span></span></figcaption></figure>
<p><br /> </p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Autorin Valija Zinck beschreibt in ihrem 256 seitenlangen Jugendroman <i>&gt;&gt;Penelop und der funkenrote Zauber&lt;&lt;</i> ein junges Mädchen namens Penelop, das in einem Haus ohne Vater aufwächst, schnell lernt auf eigenen Beinen zu stehen und während ihres Erwachsenwerdens magische Fähigkeiten entwickelt. Um den besonderen Fähigkeiten der Protagonist Ausdruck zu verleihen, verwendet die Autorin eine bunte Sprache, schafft Neologismen und bebildert ihre Kapitelüberschirften mit Vignetten von Annabelle von Sperber. Die Illustratorin von Sperber ergänzt mit ihren Bildern, die leichte und bunte Sprache des Romans und begleitet die Protagonistin und den Leser auf ihrem gemeinsamen Abenteuer. Sprache und Bild fangen den Leser, sodass der Roman besonders für Menschen ab 10 Jahren (aufwärts) geeignet</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> ist</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Zudem versucht Zinck das Verhalten der Protagonistin, Penelop, ihrer jungen Freunde und Mitschüler pädagogisch wertvoll aufzubereiten, in dem sie Werte, wie <i>Geben und Nehmen </i>und einen respektvollen Umgang miteinander<i>,</i> in ihre Geschichte integriert. Einige Gegebenheiten im Leben der Protagonistin sind aber psychologisch und pädagogisch fragwürdig, wieso nennt Penelop ihre Mutter <i>&gt;&gt;Frau Gowinder&lt;&lt;</i>? Warum empfindet sie keine Wut über die jahrelangen Lügen ihrer Mutter bezüglich ihres Vaters und ihrer Identität? Und warum verarbeitet die Autorin Zinck diese Momente nicht in ihrem Roman und lässt sie stattdessen unkommentiert und bedeutungsleer stehen? Hierbei geht ein Mehrwert verloren. Eine Aufarbeitung dieser Gegebenheiten von der Protagonistin, hätte hilfreich für junge Leser sein können. Zudem hätte es die Protagonistin anthropomorphisiert. Besonders interessant ist die Erzählstruktur von <i>&gt;&gt;Penelop und der funkenrote Zauber&lt;&lt;</i>, weil das zentrale Abenteuer der Protagonistin auf den letzten 100 Seiten stattfindet und die vorherigen Seiten eine Kehrwende erfahren. Dadurch entsteht eine fesselnde und spannende Geschichte eines jungen, emanzipierten Mädchens. </span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i><u>Valija Zinck</u></i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i><u>: </u></i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i><u>&gt;&gt;</u></i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i><u>Penelop und der funkenrote Zauber</u></i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i><u>&lt;&lt;</u></i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>, </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>erschienen </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Anfang </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>2017 im </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Fischer Kinder- und Jugendverlag, </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Kosten: </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>12</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>,</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>99</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i> Euro. </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Zu bestellen unter: </i></span></span><i> </i><a href="https://www.fischerverlage.de/buch/penelop_und_der_funkenrote_zauber/9783737340786"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>https://www.fischerverlage.de/buch/penelop_und_der_funkenrote_zauber</i></span></span></a></p>
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		<title>Versuchslabor: Kinderzimmer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 May 2018 22:32:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Begabtes Kind]]></category>
		<category><![CDATA[BuchTipp]]></category>
		<category><![CDATA[Diogenes]]></category>
		<category><![CDATA[Diogenes Verlag]]></category>
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		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Genie]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Cäsar Zehrer]]></category>
		<category><![CDATA[Pädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Zehrer rezipiert in seinem Roman „Das Genie“ die tragische Familiengeschichte von dem Wunderkind Boris Sidis und seinem Sohn William James, dem Genie.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Kulturwissenschaftler Klaus Cäsar Zehrer rezipiert in seinem Romandebüt „Das Genie“ die tragische Geschichte des amerikanischen Wunderkinds William James Sidis und schafft damit ein fesselndes Stück Weltliteratur.</p>



<p>Angekommen als Emigrant in New York, verabschiedet sich der junge Ukrainer Boris Sidis von seinen beiden nervigen Reisebegleitern. Ohne die Amtssprache zu beherrschen, ohne Beruf und mit kaum Geld, sozusagen mittellos in einer fremden Stadt, versucht er seinen Neubeginn. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Boris Sidis – ein ukrainisches Wunderkind trotzt mit seiner Bildung dem Klassensystem</strong></h3>



<p>Boris Sidis mangelt es nicht an Intellekt. Er ist hochbegabt, die Gleichberechtigung ist ihm immanent und für ihn ist Bildung der Schlüssel für eine gerechte Gesellschaft. So kommt es, dass Sidis in kurzer Zeit Englisch lernt, unterrichtet, heiratet, an der Eliteuniversität in Harvard in Philosophie und Medizin promoviert und eine erfolgreiche Karriere als Psychologe und Psychiater einschlägt. Er wird berühmt mit der Auffassung, Psychosen sind auf geistige Dissoziation zurückzuführen und mit der Entdeckung des Subwaking Self und seiner hypnotischen Therapiemethode. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Das Kinderzimmer der Sidis wird zum Forschungslabor</strong></h3>



<p>Als seine Frau Sarah Mandelbaum-Sidis ihr gemeinsames Kind, William James Sidis zur Welt bringt, verwandelt sich die Wohnung des jungen Ehepaars zu einem Forschungslabor. Hier wird das Neugeborene mit der Sidis Erziehungsmethode als Genie herangezüchtet. Der junge William James kann mit nur zwei Jahren lesen, spricht im Alter von sechs Jahren 10 Sprachen und hat vier Bücher verfasst. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Scheitert die Erziehungsmethode von Boris Sidis?</strong></h3>



<p>Mit 10 Jahren hält er an der Harvard Universität seinen ersten Vortrag über seine Theorie der 4. Dimension. Laut der <em>New York Times</em> zählt das amerikanische Wunderkind zu den größten Mathematikern aller Zeiten. Doch Williams vorprogrammierte Karriere beginnt zu scheitern.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Zehrers Romandebüt erzählt von der tragischen Geschichte eines Genies</strong></h3>



<p>Auf knapp 650 Seiten erzählt der Autor Klaus Cäsar Zehrer in seinem Romandebüt „Das Genie“,<em> </em>welches am 23.8.2017 im Diogenes Verlag erschienen ist, von dem Leben der Familie Sidis. Von dem hochbegabten Boris Sidis, der dank seiner Bildung, seinem Können dem Klassensystem trotzt und der als neu gewordener Vater sein Kind zu einem Genie erzieht. Hier beginnt die Tragik der Geschichte. Denn Boris Sidis hat vergessen, dass der Geist eines Kindes ohne die bedingungslose Liebe von seinen Eltern nicht erblühen kann. So erwächst Boris Sohn, William James, zwar zu einem herausragenden Genie, aber aufgrund seines Geistes, bleibt es ihm verwehrt, ein (funktionierender) Teil der Gesellschaft zu werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Zehrers Roman ist detailgetreu und episch einmalig</strong></h3>



<p>Zehrers umfassende Recherchen ermöglichen es, ihm, eine detailgetreue und episch-einmalige Rezeption zu schreiben, die dank ihrer zeitgenössischen Sprache und humorvollen Zynismus unterhaltsam ist. Sie fesselt den Leser an die tragischen Geschichten seiner Protagonisten. So lässt der Autor gekonnt den Protagonisten Boris Sidis von seinem Sohn William James Sidis als Hauptcharakter ablösen und verbindet somit beide Biografien zu einer tragischen Familiengeschichte. Doch Zehrer verliert sich nicht in der Familiengeschichte und behält den Fokus auf das Schicksal seiner Protagonisten, Boris und William James. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Das Genie“ ist eine gelungene Aufzeichnung der Psychologiegeschichte des 19. Jahrhunderts</strong></h3>



<p>Ebenso schafft die historische Detailgetreue des Romans eine gelungene Aufzeichnung der Psychologiegeschichte des 19. Jahrhunderts und eröffnet einen Diskurs über geeignete Erziehungsmethoden und die Frage, ab wann Kindesmissbrauch anfängt. </p>



<p>Viele Erziehungsberechtigte sehnen sich nach hochbegabten Kindern und vergessen dabei die besondere Fürsorge und die Vermittlung von sozialen Komponenten, welche begabte Kinder benötigen, um nicht gefühlsgestört und überlebensfähig aufzuwachsen. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Hochbegabte Menschen finden selten einen Platz in der Gesellschaft</strong></h3>



<p>Am Beispiel vom Wunderkind William James, das immer noch mit seinem Intelligenzquotienten den Weltrekord hält, zeichnet der Autor Zehrer auf, wie schwer hochbegabte Menschen sich in den gesellschaftlichen Alltag integrieren können. Und immer wieder an gesellschaftliche Strukturen anecken, dabei auf Unverständnis bei ihren Mitmenschen stoßen. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>[…], er [William James Sidis] war nicht unglücklich mit sich, sondern eher mit der Gesellschaft. (Klaus Cäsar Zehrer)</p>
</blockquote>



<p>Häufig werden intelligente Menschen als melancholische Zeitgenossen kategorisiert. Zehrer glaubt, „[…], er [William James Sidis] war nicht unglücklich mit sich, sondern eher mit der Gesellschaft.“ Es mag sehr gut sein, dass viele Genies nicht mit sich selbst, sondern mit der Gesellschaft unglücklich sind. Aber auch ein genialer Geist kann nicht ohne Mitmenschen existieren, was die Tragik des Romans „Das Genie“<em> </em>auf den Punkt bringt. </p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ist Bildung der Schlüssel für eine klassenlose und friedliche Gesellschaft?</strong></h3>



<p>Der Psychologe Boris Sidis wollte mit seiner Erziehungsmethode aus allen Menschen hochbegabte Individuen erschaffen, die gemeinsam in einer klassenlosen, gerechten und friedlichen Gesellschaft zusammenleben. In seinen Augen war der Schlüssel für so eine Gesellschaft, die Bildung. Weil Wissen die Spiegelung von Macht ist.</p>



<p>Die epische Rezeption „Das Genie“  von Klaus Cäsar Zehrer ist einzigartig und auf vielen Ebenen, wie beispielsweise Erzählstruktur, Schreibweise, Detailtreue und Unterhaltung sehr gelungen und ein fesselndes Stück Weltliteratur.</p>



<p><a href="https://www.diogenes.ch/leser/titel/klaus-caesar-zehrer/das-genie-9783257608243.html"><strong>Klaus Cäsar Zehrer: „Das Genie“</strong></a> erschienen am 23.8.2017 im Diogenes Verlag Zürich| Kosten: 11,99 Euro</p>



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