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	<title>Zentrum für politische Schönheit &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<description>— News aus Kultur und Politik</description>
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	<title>Zentrum für politische Schönheit &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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		<title>WARUM KRIEG?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 May 2017 11:01:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Antike]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Auf knapp 400 Seiten nähert sich der radikale Humanist und Inhaber vom <i>Zentrum für Politische Schönheit</i> Philipp Ruch in seiner Gefühlsgeschichte den psychologischen Ursachen von Krieg und der Motivation Kriege zu führen.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Wie geht es Dir? – So beginnen wir meistens ein Gespräch oder führen Smalltalk, versuchen eine Konversation anzufangen oder sie schnellstmöglich zu beenden, in dem wir einfach mit &gt;&gt;Gut.&lt;&lt; antworten. Die Auskunft über das Gefühlsleben eines Menschen offenbart viel über seine Handlungsmotivation. Das hat auch der Inhaber vom <i>Zentrum für Politische Schönheit</i> Philipp Ruch erkannt. Er widmet sein wissenschaftliches Werk &gt;&gt;<i>Ehre und Rache. Eine Gefühlsgeschichte des antiken Rechts.</i>&lt;&lt; den beiden Begriffen &gt;&gt;Ehre&lt;&lt; und &gt;&gt;Rache&lt;&lt;. Für ihn sind beide Wörter wichtige Elemente beziehungsweise Emotionen, die politisches Verhalten und Entscheidungen beeinflussen und Prognosen möglich machen. </span></span></p>




<blockquote>


<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Ziel ist nicht eine Erklärung, warum und wann die Ehre die Köpfe und Herzen der Menschen verlassen hat, sondern warum sie diese überhaupt regieren konnte. [&#8230;] Woraus gewinnen Ehre und Rache ihre Handlungs- und Gefühlsmächtigkeit? (S.28)</span></span></p>


</blockquote>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Der Autor nähert sich den beiden Begriffen &gt;&gt;Ehre&lt;&lt; und &gt;&gt;Rache&lt;&lt;, in dem er die antike Geschichte von der homerischen bis zur klassischen Zeit nach Zeugen absucht. Für die Arbeit wurde eine Unmenge an Studien herangezogen, die neben Historie, Prosa, Epos und Drama umfasst. Ruch vollbringt hier eine unglaubliche Rechercheleistung. Bei dem Begriff &gt;&gt;Rache&lt;&lt; verlässt sich er ausschließlich auf Epos und Dramatik, um aufzuzeigen, wie &gt;&gt;Rache&lt;&lt; als Emotion das antike Rechtssystem bestimmt hat. Beziehungsweise er verwendet fiktive Literatur als verlässliche Quellen, um Ehre und Rache als Emotionen aufzuführen, die das antike Recht organisiert haben. Auf die These, weshalb Dichtung bedeutender als Geschichtsschreibung sei, geht er nur kurz ein: </span></span></p>




<blockquote>


<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die Dichtung nämlich stellt etwas Allgemeines, die Geschichtsschreibung Einzelnes dar. Geschichte beschäftigt sich mit dem konkreten Einzelfall, Dichtung mit dem Allgemeingültigen. […] GERKE wertet Tragödien als zuverlässige Quellen, &gt;&gt;weil der Komplex der Rache und Vergeltung mit all seinen Aspekten und Facetten, nirgends umfassender thematisiert, intensiver, durchdrungen und anschaulicher dargestellt wurde&lt;&lt;. (S.59ff./ Vgl. Gerke, Hans-Joachim: Die Griechen und die Rache. Ein Versuch in historischer Psychologie, in: Franke, Herbert [u.a.] Hrsg.: Saeculum. Jahrbuch für Universalgeschichte. Band 38, Freiburg/ München, 1987. S.125.)</span></span></p>


</blockquote>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Dabei ist der Punkt, wieso fiktive Literatur als verlässliche Quelle genutzt werden kann, um reale Sachverhalte zu beschreiben von entscheidender Bedeutung und hätte ausführlich diskutiert werden müssen. Unter anderem weil er die beiden Begriffe &gt;&gt;Ehre&lt;&lt; und &gt;&gt;Rache&lt;&lt; indirekt durch fiktive Literatur bestimmt. In Teilen wirkt die Argumentationsstruktur von Ruch porös und lässt seine Vorgehensweise schwer erkennen. Oft neigt der Autor auch zu Pauschalisierungen, wie </span></span></p>




<blockquote>


<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Allerdings sprechen die Philosophen nicht von Mächten oder Antrieben, sondern von Zielen. <span style="color: #000000;">(S.84f.)</span></span></span></p>


</blockquote>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Ruch nimmt hier explizit Bezug auf Aristoteles, reduziert aber ohne Belege die ganze Philosophiegeschichte auf die aristotelische Philosophie; wobei ironischerweise laut dem Philosophen Alfred North Whitehead alle abendländische Philosophie Fußnoten zu Platon sind. Obwohl das Werk einige schwächen in seiner Argumentationsweise besitzt, ist es dennoch ein gelungener Wegweiser durch die antike Gefühlsgeschichte und versucht hinreichend zu klären, inwiefern Emotionen eine Rolle im antiken Recht einnehmen. Dem Leser wird deutlich, welche Kraft die Emotionen Ehre und Rache auf das menschliche Verhalten haben und in welcher Form diese Gefühle mögliche Erklärungen für Krieg wären.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-934 size-medium alignleft" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1-197x300.jpg" alt="Ruch_Cover" width="197" height="300" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1-197x300.jpg 197w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1-296x450.jpg 296w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1-768x1168.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1-673x1024.jpg 673w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1-164x250.jpg 164w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1-1010x1536.jpg 1010w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1-1346x2048.jpg 1346w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1-135x205.jpg 135w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1-59x90.jpg 59w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1-408x620.jpg 408w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/Ruch_Cover-1.jpg 1654w" sizes="(max-width: 197px) 100vw, 197px" /></a></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>PHILIPP RUCH:</b></span></span><b> </b><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;EHRE UND RACHE. EINE GEFÜHLSGESCHICHTE DES ANTIKEN RECHTS&lt;&lt;. </i></span></span><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Frankfurt/ New York: Campus Verlag, 2017.| Preis: 39,95 € | <a href="http://www.campus.de/autoren/philipp_ruch-5385.html">http://www.campus.de/autoren/philipp_ruch-5385.html</a> </span></span></p>


&nbsp;]]&gt;		</p>
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		<title>Radikaler Humanismus im Schauspiel Dortmund mit dem Zentrum für Politische Schönheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Sep 2015 08:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Zentrum für politische Schönheit mit dem Chefunterhändler Philipp Ruch lässt Philosophen aus dem Jahr 2099 anreisen. Können sie die Menschheit retten?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeMono, monospace;"><span style="font-size: small;">„Die weltweiten Schrecken der vierziger Jahre scheinen vergessen. Der Regen von gestern macht uns nicht nass, sagen viele. Diese Abgestumpftheit ist es, die wir zu bekämpfen haben, ihr äußerster Grad ist der Tod. Allzu viele kommen uns schon heute vor wie Tote, wie Leute, die schon hinter sich haben, was sie vor sich haben, so wenig tun sie dagegen. Lasst uns die Warnungen erneuern, und wenn sie schon Asche in unserem Mund sind!“, so Bertolt Brecht 1952 in „Das Gedächtnis der Menschheit“. </span></span></p>
</blockquote>
<h6 align="justify"></h6>
<figure id="attachment_535" aria-describedby="caption-attachment-535" style="width: 600px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-535" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-1024x684.jpg" alt="" width="600" height="401" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-1024x684.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-350x234.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-500x334.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-768x513.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-1536x1025.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-2048x1367.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-307x205.jpg 307w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-650x434.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/10/78-79_zps-dortmund-2099_nick-jaussi-2015-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-535" class="wp-caption-text">Foto: Nick Jaussi | Ensemble</figcaption></figure>
<h6 class="wp-block-image size-large is-resized">Zurück in die Zukunft oder der Versuch, die Menschheit zu retten</h6>
<h6 style="text-align: left;" align="justify"></h6>
<p><span style="font-family: Adelle Sans Devanagari, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Gegen Ende des Jahres 2015, lässt das </span></span><span style="font-family: Adelle Sans Devanagari, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Zentrum für politische Schönheit mit dem Chefunterhändler Philipp Ruch in Kooperation mit dem Schauspiel Dortmund Philosophen aus dem Jahr 2099 anreisen, um das politische Engagement der Menschen im 21. Jahrhundert zu erforschen. Das Anliegen der Philosophen ist es, die Geschichte des 21. Jahrhundert umzuschreiben. Das Schicksal der Menschheit soll korrigiert werden. Geschichte würfelt. Und es sind die Worte, die Rhetorik, die das Jahrhundert verändern werden, nicht die futuristischen Erfindungen. Das Publikum muss handeln, bevor es zu spät ist. Also: HUMANISMUS!</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeMono, monospace;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p align="justify"> </p>
<p align="justify"> </p>
<p align="justify"> </p>
<p align="justify"> </p>
<p align="justify"> </p>
<blockquote>
<p style="text-align: right;" align="justify">„<span style="font-family: FreeMono, monospace;"><span style="font-size: small;">Jedes verdammte Mal hättest Du merken können: Die Menschheit ist nicht einfach nur da. Die Menschheit wird dir jeden Tag genommen. Du musst sie Tag für Tag verteidigen. Jeden Tag auf’s Neue – gegen die Schwerkraft.“ – </span></span><span style="font-family: FreeMono, monospace;"><span style="font-size: small;">Sebastian Kuschmann in „2099“</span></span><strong><em><span style="font-family: sans-serif;"><span style="font-size: small;"><br /></span></span></em></strong></p>
</blockquote>
<h6 align="justify">Philipp Ruch und das Zentrum für Politische Schönheit</h6>
<p><span style="font-family: Adelle Sans Devanagari, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Kurz vor der Premiere, total gestresst und zwischen Tür und Angel, habe ich den Aktionskünstler Philipp Ruch für ein kurzes Gespräch abfangen können. Gesprochen haben wir über den Anfang vom Zentrum für Politische Schönheit (ZPS), vergangene Aktionen und über seine zukünftige Inszenierung „2099“. </span></span></p>
<p align="justify"> </p>
<p><em><span style="font-family: Adelle Sans Devanagari, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>FG: Das ZPS gehört zu den innovativsten Inkubatoren politischer Aktionskunst und ihr versteht euch als eine Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit. Mit welcher Aktion habt ihr das ZPS eingeweiht?</b></span></span></em></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeMono, monospace;"><span style="font-size: small;">Ruch: Wir haben zu unserem Amtsantritt einen Anschlag auf den Deutschen Bundestag verübt – mit Thesen. Und da uns kein namhafter Autohersteller eine Dienstlimousine zur Verfügung stellen wollte, haben wir uns gedacht, wir brechen das mal etwas auf und sind auf Pferden angeritten. Leider war das Hauptportal nicht aus Holz. Luther hätte da heute seine Schwierigkeiten, 99 Thesen dranzuhämmern. Wir hatten aber auch nur 10.</span></span></p>
<p align="justify"> </p>
<p><em><strong><span style="font-family: Adelle Sans Devanagari, sans-serif;"><span style="font-size: small;">FG: </span></span></strong><strong><span style="font-family: Adelle Sans Devanagari, sans-serif;"><span style="font-size: small;">In eurer Aktion &#8222;die Toten kommen&#8220; habt ihr, um es mit euren Worten zu sagen: &#8222;Opfer der militärischen Abriegelung Europas im Herzen des Kontinents geehrt und beerdigt&#8220;. Diese künstlerische Aktion war ziemlich erfolgreich und hat viele Menschen in den unterschiedlichsten Ländern mobilisiert. Natürlich gab es auch Kritik, wie beispielsweise von Radek Krolczyk. Er schreibt in seinem Konkret-Artikel „Gespenstersonaten. Eine Kritik der Aktionen des Zentrums für Politische Schönheit“, dass er eure Aktion „die Toten kommen“ nicht konkret genug fand. Sprich er fand, dass ihr die Geflüchteten als anonyme Masse habt verkommen lassen und genau wie die öffentliche Berichterstattung, die einzelnen Menschen nicht in den Fokus genommen habt. Findest Du die Äußerung gerechtfertigt?</span></span></strong></em></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeMono, monospace;"><span style="font-size: small;">Ruch: Nein. Arno Widmann schreibt zu unserer Aktion „die Toten kommen“ in seinem Berliner-Zeitungs-Artikel „So werden Flüchtlinge zu Menschen. Kommentar zum Zentrum für politische Schönheit.“: „Ab und zu sehen wir Menschen, die aus dem Mittelmeer aufgefischt werden. Die nächstens mit ihren Booten untergehen, sehen wir nicht. Aber das, was wir sehen, ist mehr, als was wir ertragen können. Menschen, die ihr Leben riskieren, um eines mitten unter uns führen zu können. Wir werden mit den Folgen dessen, was wir tun oder lassen, konfrontiert. Das ist das eine. Das andere ist: Die Aktion des Zentrums für Politische Schönheit verwandelt Leichenberge in zu Tode gebrachte Einzelne, sie verwandelt Flüchtlinge in Menschen. Und sie bestärkt uns in dem Gefühl, dass wir dabei sind, schlimmste Fehler zu begehen. Das Berliner Zentrum für politische Schönheit bringt uns, da die Lebenden es nicht geschafft haben, die Toten ins Land. Wir fragten nicht nach den Toten und was mit ihnen geschah. Das tun jetzt die Künstler.“ Unter anderem hatten wir das Problem, dass wir den Angehörigen Anonymität zusichern mussten. Wir mussten deren Partei mit vertreten. Aber wir haben das Schicksal der Getöteten umfassend geschildert.</span></span></p>
<p align="justify"> </p>
<p><strong><span style="font-family: Adelle Sans Devanagari, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>FG: </i></span></span></strong><strong><span style="font-family: Adelle Sans Devanagari, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>Am 19. September 2015 findet mit „2099“ die erste Inszenierung des ZPS statt, wie kommt ihr von Aktionskunst ins konventionelle Stadttheater?</i></span></span></strong></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeMono, monospace;"><span style="font-size: small;">Ruch: Aus rein finanziellen Gründen, um den laufenden Betrieb halbwegs solvent zu halten.   </span></span></p>
<p align="justify"> </p>
<blockquote>
<p align="justify">Natur würfelt nicht, aber die Geschichte würfelt. Der Humanismus des Publikums wird verlangt. – Philipp Ruch über „2099“</p>
</blockquote>
<p> </p>
<p><strong><span style="font-family: Adelle Sans Devanagari, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>FG: Worum geht es in „2099“?</i></span></span></strong></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeMono, monospace;"><span style="font-size: small;">Es geht um vier Philosophen, die vom Ende des 21. Jahrhunderts über eine Zeitreise auf die Theaterbühne des Schauspiels Dortmund kommen, nun den Zuschauern vom Beginn des 21. Jahrhunderts gegenüber stehen und sie mit ihrer (Un-)Tätigkeit konfrontieren. Dabei versuchen die Philosophen aus „2099“ die Geschichte des 21. Jahrhunderts umzuschreiben. Sie sind von der Überzeugung getragten: Natur würfelt nicht, aber die Geschichte würfelt. Der Humanismus des Publikums wird verlangt, damit das Schicksal korrigiert werden kann. </span></span></p>
<p align="justify"> </p>
<p align="justify"> </p>
<p><strong><span style="font-family: Adelle Sans Devanagari, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>FG: Eure Inszenierung &#8222;2099&#8220; lehnt sich an Peter Handkes &#8222;Publikumsbeschimpfung&#8220; an und beschreibt ein revolutionäres Sprechtheater, in dem die vierte Wand nicht nur weg ist, sondern zertrümmert wurde. Wieso war euch die Wende zum Sprechtheater wichtig?</i></span></span></strong></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeMono, monospace;"><span style="font-size: small;">Wir halten sehr viel vom gesprochenen Wort und relativ wenig von dem ganzen Inszenierungsfirlefanz, der im Theater derzeit üblich ist. Rhetorik und die Kraft von Rhetoren ist das, was uns in „2099“ beschäftigt und fasziniert.</span></span></p>
<p align="justify"> </p>
<p align="justify"> </p>
<p><strong><em><span style="font-family: Adelle Sans Devanagari, sans-serif;"><span style="font-size: small;">FG: Vielen Dank für das Gespräch und ganz viel Erfolg bei euren weiteren Aktionen!</span></span></em></strong></p>
<p align="justify"> </p>
<p align="justify"> </p>


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<p>Die nächsten Spieltermine für „2099“| Schauspiel Dortmund| 28.10, 7.11., 13.11.2015 und 8.1. und 13.1.2016. Karten unter: 0231/ 50 27 222 oder unter <a href="http://www.theaterdo.de/">www.theaterdo.de</a>.</p>
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