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	<title>Thomas Ostermeier &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<title>Thomas Ostermeier &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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		<title>Blutig-blinde Flecken der Gesellschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Oct 2021 14:54:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Zeldin]]></category>
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					<description><![CDATA[Berlin • Pünktlich zum goldenen Herbst präsentiert die Schaubühne ihre 20. Ausgabe vom Festival Internationale Neue Dramatik (29. September bis]]></description>
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<p>Berlin • Pünktlich zum goldenen Herbst präsentiert die Schaubühne ihre 20. Ausgabe vom Festival Internationale Neue Dramatik (29. September bis 10. Oktober 2021) -nachdem es im Vorjahr wegen der Pandemie ausgefallen war-. Assoziativer Schwerpunkt der Festivaledition ist „Gegenbild und Gegenmacht“. Ein Versuch mit Artist in Focus, Angélica Liddell und mit Arbeiten wie von Katie Mitchell, Selina Thompson oder Alexander Zeldin auf die blinden Flecke unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Inhalte und ästhetische Strukturen werden im 20. FIND gebrochen und hinterfragt. Eröffnet wurde das Festival mit der Uraufführung von Mitchells „Kein Weltuntergang“.</p>



<p>„Das ist ein Privileg“, kommentiert bissig die weiße Klimaforscherin Prof. Dr. Uta Oberdorf (Jule Böwe) den Exkurs der schwarzen Bewerberin Dr. Anna Vogel (Alina Vimbai Strähler) im Gespräch um die Post-Doc-Stelle an ihrem renommierten Institut für Kilmaforschung. Vogel sprach von über 100 Millionen indigene Kolonisierungstote seit 1492, eine demographische Katastrophe und Teil der Geschichte der europäischen Expansion. Laut der Klimaforscherin Oberdorf hat erst vor 30 Jahren das Zeitalter des Anthropozäns begonnen. Sie erwidert weiter den Exkurs über die demographische Katastrophe mit den Worten, dass den schmelzenden Polarkappen die Hautfarbe nicht interessiere. Und spielt damit auf eine aktiv agierende Position gegen klimatische Veränderungen an, die der Mensch heute -unabhängig von rassistischen Stereotypen- einnehmen könnte.</p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-2809" width="434" height="289" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-1024x683.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-500x334.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-768x512.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-1536x1025.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-2048x1366.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-307x205.jpg 307w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-650x434.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2021/10/1630773773_kein_weltuntergang_cgianmarcobresadola_7-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 434px) 100vw, 434px" /><figcaption>&#8222;KEIN WELTUNTERGANG&#8220; Szene mit Veronika Bachfischer, Jule Böwe, Alina Vimbai Strähler. Foto: Cgian Marco Bresadola</figcaption></figure></div>



<p>Das Drei-Frauen-Stück „Kein Weltuntergang“ von der britischen Autorin Chris Bush versucht über die Theorie der möglichen Welten (des Philosophen Saul A. Kripke) diverse Perspektiven der globalen Klimakrise einzunehmen, um sich mit dem Hyperobjekt Klimakatastrophe auseinanderzusetzen. Regisseurin Mitchell, die das Gegenwartsdrama von Bush an der Schaubühne (4. September 2021) uraufführte, konstruierte dafür ein klimaneutrales Setting (Bühne und Kostüm, Chloe Lamford), in dem die drei Frauen, gefangen in einer Zeitschleife, fragmentarisch Gesprächssituationen mit unterschiedlichen Narrativ spielen. Immer wieder gehen die drei Türen auf und zu. Einmal kommt Frau Dr. Vogel zu spät, ein anderes Mal hat Frau Prof. Dr. Oberdorf keine Zeit.</p>



<p>Im Laufe der möglichen Welten gleicht die zersplitterte Form des Textes einer linearen Erzählung, in dem die ambitionierte Post-Doc-Forscherin Anna Vogel ihren Traumjob am Institut für Klimaforschung bekommt. Sie adoptiert aus klimaökonomischer Sicht ein Kind names Lena (Veronika Bachfischer). Und stirbt unerklärlich auf einer Arktis-Expedition. Lena (Veronika Bachfischer) ist der stringente Charakter von Bushs „Kein Weltuntergang“. Zu Beginn betritt sie die Bühne mit einer Urne, dekoriert den ansonsten kahlen Bühnenraum mit Kunstblumen und einen Eisbären. Während dem Spiel zwischen Anna und Uta, zitiert sie Studien, Konventionen, Fabeln über das Hyperobjekt Klimakrise. Sie beschreibt unser Zeitalter als „Goldglöcken-Zone“, weil der Mensch wie die Märchengestalt Goldglöckchen den (Eis-)Bären die Nahrung raubt, in deren Lebensraum eindringt und einen zerstörten Haushalt hinterlässt. Zum Ende des Stücks wird deutlich, dass jede Person Anna sein kann, das heißt ein engagierter Mensch, der sich aktiv für den Klimaschutz einsetzt. „But none of all helps“, weil die Welt letztendlich wie die Forscherin Anna Vogel an alles gestorben sein wird.</p>



<p>Was es bedeutet als schwarze Frau in einer globalisierten Welt mit Kolonialgeschichte zu leben, untersucht die Performerin Selina Thompson in ihrem Film „salt: dispersed.“; die Inszenierung „salt.“ ist aufgrund von Erkrankung ausgefallen. Direkt zu Beginn berichtet die Britin Thompson von rassistischen Vorfällen in ihrem Alltag und der immer wiederkehrenden Frage, „where are you really born?“ -die meisten Engländer sind weiß-. Sie spricht von einem rassistischen Lehrer, der seinen Schülern erklärt, dass schwarze Menschen schwarz sind, weil sie laut einer Sage faul seien und die „Waschung“ verschlafen haben. Sie erzählt von einer mantrischen Abwehrhaltung, „you pushed against me, i pushed back“. Ein Versuch sich innerlich von den rassistischen und misogynen Anfeindungen zu distanzieren. Ihre Monologe wirken im Film sehr nah und emotional. Sie treffen tief in die europäische Gegenwart und in die europäische Kolonialgeschichte hinein.</p>



<p>Über das Nachleben der Sklavenroute ihrer Vorfahren an Board eines kommerziellen Containerschiffs, berichtet sie eindrücklich über ihre koloniale Vergangenheit. Mehrere Millionen schwarze Sklaven -darunter auch ihre Vorfahren- haben den Grundstein für den heutigen europäischen ökonomischen Erfolg gelegt. Zu recht betont sie, dass Europa seine Hände in Blut wäscht.</p>



<p>Dass nur ein sehr geringer Teil der Weltbevölkerung etwas von einer guten wirtschaftlichen Struktur spürt, zeigt die Arbeit „Love“ vom britischen Autor-Regisseur Alexander Zeldin. Sie ist der letzte Teil von Zeldins Triologie „The Inequalities“; andere Teile sind „Faith“ und „Hope and Charity“. Die hyperreale Inszenierung „Love“ lässt die Zuschauer einen Einblick in eine Notunterkunft für Wohnungslose werfen. Dort leben auf engsten Raum eine Patchworkfamilie (Janet Etuk, Joel MacCormack, Amelia und Oliver Finnegan), Sohn mit pflegebedürftiger Mutter (Daniel York Loh, Amelda Brown) und eine junge Frau (Hind Swareldahab) zusammen. Sie teilen sich Küche und Badezimmer. Die Einrichtung ist als Übergangsstation gedacht für Menschen, die vor der Wohnungsnot stehen und das Anrecht auf staatliche Wohnungsvermittlung haben. </p>



<p>Darauf setzt zumindest die Patchworkfamilie, welche aufgrund von Mieterhöhung ihre Bleibe zwangsräumen musste. Über die anderen Bewohner der Unterkunft erfahren sie, dass diese schon ein knappes Jahr auf die Vermittlung einer Wohnung warten. Die Inszenierung „Love“ schafft es mit ihrer realistischen Art ein Spiegelbild von den Berliner Mietverhältnissen zu schaffen. Auch in der deutschen Hauptstadt sind viele Menschen von Wohnungsnot bedroht. Hier leben Familien teilweise in beengten Wohngemeinschaften oder Wohnungen, weil sie sich keine angemessene Bleibe leisten können.</p>



<p>Einen starken Kontrast zu den hyperrealen Arbeiten der 20. FIND-Ausgabe (fern von alltäglichen Diskursen) bieten Angélica Liddells Werke „Liebestod“ und „the Scarlet Letter“. Die Regisseurin arbeitet hier wie gewohnt provokativ, konstruiert Extreme in Bild und Wort. Ihre Texte beziehen sich auf hochkarätige Literatur, wie Richard Wagners „Tristan und Isolde“oder Antonin Artaud „Theater der Grausamkeiten“. Die Performance „Liebestod“ ist eine Art von Hommage an den spanischen Stierkämpfer Juan Belmonte und bedient sich einer Blutmetapher aus dem Stierkampf. Für ihr performatives Blutritual tunkt sie beispielsweise Brot in ihr eigenes Blut und verspeist es oder schneidet sich mit einer Rasierklinge Hände und Füße auf. Liddell bleibt in ihren neuen Arbeiten definitiv ihrer artifiziellen Theaterkunst treu und gilt laut dem Dramaturgen Florian Borchmeyer als „bedeutendste Textperformerin der Welt“.</p>



<p>Das Festival läuft noch bis zum 10. Oktober 2021 und präsentiert viele weitere spannenden Arbeiten aus dem Bereich der Gegenwartsdramatik, wie „Outside“ vom russischen Regisseur Kirill Serebrennikov oder Thomas Ostermeiers Inszenierung mit dem französischen Schriftsteller Édouard Louis „Wer hat meinen Vater umgebracht?“(„Qui a tué mon père“). </p>



<p>Einige Arbeiten aus dem FIND Programm befinden sich bereits im Repertoire der Schaubühne und lassen sich nachträglich anschauen, wie die klimaneutrale Inszenierung von Mitchell oder die Arbeit von Ostermeier. Geplant ist auch ein Remake von Alexander Zeldins „The Inequalities“ mit dem Schaubühnen Ensemble.</p>



<p><strong>20. Ausgabe von FIND (Festival für Internationale Dramatik) – Schaubühne Lehniner Platz</strong></p>



<p><strong>Spieltermine: 29. September 2021 – 10. Oktober 2021, <br><a href="https://www.schaubuehne.de/">https://www.schaubuehne.de</a></strong></p>



<p>Foto: Richard Davenport (aus „salt.“, Selina Thompson)</p>
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		<title>„Dem Deutschen sein Wald.“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2019 19:57:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[„Jugend ohne Gott“]]></category>
		<category><![CDATA[Salzburger Festspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Schaubühne Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Ostermeier]]></category>
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					<description><![CDATA[„Die du liebend erzogst, sieh, sie grünen dir, deine Bäume, breiten ums Haus den Arm. Gezogen aus dem Boden, indem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">„<span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>Die du liebend erzogst, sieh, sie grünen dir, deine Bäume, breiten ums Haus den Arm. Gezogen aus dem Boden, indem wir sind und bleiben. Heimisch und Fremde zugleich. Sichrer stehen die Stämme schon. Wir sind daheim, und allmächtig empor ziehet ein ahnendes Volk, bis die Jünglinge sicher der Väter droben erinnern und aus der Erde kommen wollen.“, </i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">schreibt die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in ihrem Identitäts- und Heimatmonolog „Wolken.Heim.“ und verweist auf faschistoide Ideologien, die unvergessen in die </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>(deutschen)</i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> Böden gesickert sind und wieder aufblühen. Regisseur Thomas Ostermeier greift dieses Phänomen </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">auf </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">mit seiner neuen Inszenierung von Ödon von Horv</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">á</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">th </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>„Jugend ohne Gott“</i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> (Berlin Premiere 7. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">September </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">2019). Er versetzt sein Ensemble in den deutschen Wald (Bühne: Jan Pappelbaum), g</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">enauer gesagt in die Entstehungszeit von Horv</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">á</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">ths Roman in das Jahr 1935. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Hier</span></span> <span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">i</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">n einem Provinzgymnasium angekommen, stolpert der Lehrer (Jörg Hartmann) beim Korrigieren von Schulaufsätzen über das von der Aussichtsbehörde vorgegebene Thema, </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>„Warum müssen wir Kolonien haben?“ </i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">und auf die Aussage des Schülers N </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">(Damir Avdic),</span></span> <span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>„Alle Afrikaner sind hinterlistig, feig und faul.“</i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">. Gerne hätte er die Aussage angestrichen, aber die gleichgeschalteten Medien verbitten es ihm. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">A</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">ls er dem Schüler N das Heft persönlich reicht, erinnert er die Schüler daran, dass Afrikaner auch nur Menschen seien. Eine Welle an Unmut </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">seitens </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">von </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Eltern und Direktion </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">strömt über ihn. Die Furcht vor einer Existenznot lässt den Lehrer auch sein </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">deutsches </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Fähnchen raushängen. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Erst eine</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> Verkettung unglücklicher Umstände treibt ihn an, sich erneut aufrichtig zu äußern, womit er seine Schüler beeindruckt und </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">zum </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Widerstand gegen das faschistische Regime </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">animiert</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Thomas Ostermeier und </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">sein</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> Dramaturg Florian Borchmeyer </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">adaptieren</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> sehr werkgetreu den Roman von Horv</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">á</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">th </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">für die Bühne</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Sie e</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">rsetzen das N-Wort durch Afrikaner, was von einem reflektierten Geist zeigt und die rassistischen Strukturen des Regimes </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">passender </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">auf den Punkt bringt. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Die treffende Atmosphäre der Zeit wird auch durch die Kostüme </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">(</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Angelika Götz) </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">getragen, welche an die Zeit der </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">40-iger Jahre und an das faschistische Regime </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">erinnern. Teilweise wirken Kostümwechsel als </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Transformation, wie zu Beginn de</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">s Schauspiels. Jörg Hartmann tritt neutral gekleidet auf die Bühne und während des Vorlesens von dem Brief eines Arbeiters, <em>„Was verdanke ich Adolf Hitler?&#8220;</em> transformiert er sich über seinen braunen Anzug in die Rolle des Lehrers und in die Zeit des Nationalsozialismus. Das Ensemble ergänzt die Worte des Lehrers durch seine geführten inneren Monologe und Gedanken, dadurch legt der Regisseur die jeweilige Handlungsmotivationen des Lehrers offen; was ein Mitfühlen mit ihm ermöglicht. </span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>„Jugend ohne Gott“</i></span></span> <span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">ist eine Koproduktion mit den diesjährigen Salzburger Festspielen (Salzburg Premiere 28. Juli 2019). </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Es zeigt deutlich die Handschrift des Regisseurs, (komplexe) Klassiker stilvoll, naturalistisch und spannend zugänglich zu machen.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Weitere Vorstellungen </span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">von </span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i>„</i></span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i>Jugend ohne Gott</i></span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i>“</i></span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> an der Schaubühne Berlin</span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">:</span></span></span> <em><span style="color: #000000;"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">9. bis 12. September,</span></span></span></span></em> <em><span style="color: #000000;"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">20 Uhr </span></span></span></span></em><span style="color: #000000;"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">2019.</span></span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> Karten unter: </span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">030 890023 oder </span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">ticket@schaubuehne.de</span></span></span></p>


<p></p>
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		<title>Hipster auf Abwegen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2019 20:02:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[abgrund]]></category>
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		<category><![CDATA[FIND Festival 2019]]></category>
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				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><![CDATA[<p align="justify"]]&gt;<span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">In einer modisch-</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">hochglänzenden Edelstahlk</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">üche auf der Bühne</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> (Nina Wetzel)</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> der </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Berliner </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Schaubühne bekochen die frischen Eltern Bettina und Matthias (Jenny König und Christoph Gawenda) das junge offene Paar, Sabine und Stefan (Alina Stiegler, Moritz Gottwald), die jetsettende Sing</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">le</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> Lady Anna (Isabelle Redfern) und den homosexuellen Mark (Laurenz Laufenberg). Unterschiedliche Alltage, Beziehungsmuster </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">und</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> sexuelle Orientierungen prägen die Berliner Szenemenschen. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die konstruierten Charaktere im Stück </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;abgrund&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">von der Dramatikerin Maja Zade sind facettenreich und ihre Gespräche schwanken zwischen </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Trüffelsuppe, vollmundigen Weißwein und </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Filmkritik, </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">zu Religion, Faschismus und linker Politik</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Fetzige Diskussionen, die sich zu ernsthaften Konflikten </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">entwickeln</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> oder zu intim werden, gibt es im Drama </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;abgrund&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> nicht. Meist bleiben die Dialoge oberflächlich. Die Szenemenschen bleiben distanziert und hüpfen von einem Thema zum nächsten, um nicht verfänglich zu werden. Kein Charakter investiert zu viel Gefühl an diesem Abend. Auch nicht als der Plot </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">auf </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">den dramatischen Akt der Kindstötung durch Geschwisterneid </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">stößt. </span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Regisseur Thomas Ostermeier inszeniert </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;abgrund&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> mit einem ausgeprägten Realismus, um den gegenwärtigen Menschen und seine Gesellschaft umfassend offenzulegen. Der moderne Mensch neigt zu Distanz, Isolation, möchte flexibel bleiben, sich nicht festlegen, sich nicht involvieren. Er möchte Ich-Sein, oder doch lieber jemand anderes. Sein Ego steht im Vordergrund, aber am besten ist alles ganz unverfänglich und gleichzeitig irgendwie doch mittendrin. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Gut erkennbar wird der moderne Mensch in Sabines Verhalten. Sie weist</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> ängstlich das Telefonat von der verzweifelten Bettina ab, um nicht in ein Problem miteinbezogen zu werden. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Der Mensch ist da und engagiert, aber nur insoweit es für ihn nützlich ist. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Ostermeier</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> greift </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">für seine realistischen Phänomene,</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> unter anderem auf einen PVC-Vorhang zurück und bespielt diesen mit Filmaufnahmen, die sich mit weiteren Filmaufnahmen kreuzen. Vereint wirken die Bilder dreidimensional. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Eine Live Kamera projiziert dramatische Momente und Gefühle auf die Wand. Zwar sind die Stimmungen intensiver sichtbar, werden aber gefiltert, sodass Empathie verloren geht. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Emotionen sind an diesen Abend minder erfahrbar. </span></span></p>
<figure id="attachment_2214" aria-describedby="caption-attachment-2214" style="width: 265px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" class="wp-image-2214" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-200x300.jpg" alt="" width="265" height="398" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-300x450.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-768x1151.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-683x1024.jpg 683w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-1025x1536.jpg 1025w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-1366x2048.jpg 1366w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-414x620.jpg 414w" sizes="(max-width: 265px) 100vw, 265px" /><figcaption id="caption-attachment-2214" class="wp-caption-text"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Ensemble. Foto: Arno Declair.</span></span></figcaption></figure>
<p class="western" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Die am Publikumssitz installierten Kopfhörer spielen Ton und Musik in Stereo und verstärken somit das Hörerlebnis; andererseits entfremden sie vom Schauspiel. Mannigfache Überschriften und Stimmungen sorgen für andere Settings und geben Gesprächsthemen an. Realismus und zeitliche Chronologie schwinden mit der Einführung des zweiten Plots; in dem das Kleinkind Pia (Tabea Fromholz / Lucy Kip / Nele Richter) ihre Mutter Bettina aufdringlich nach Mich fragt, während sie ihre kleine Schwester Gertrud stillt. </span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p class="western" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Regisseur Ostermeier und Zade haben mit der Inszenierung <i>&gt;&gt;abgrund&lt;&lt;</i> ein gutes Abbild unserer (Berliner) Gesellschaft geschaffen. Hin und wieder macht die emotionale Distanz einige Szenen zu Abbildern aus einem Möbelhauskatalog. Stärkt damit aber den immanenten Appell an den Zeitgeist</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p align="justify"> </p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i><b>&gt;&gt;</b></i></span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i><b>a</b></i></span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i><b>bgrund</b></i></span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i><b>&lt;&lt;, </b></i></span></span></span> <span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Schaubühne </span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Berlin</span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">, Weitere Vorstellungen: </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">17.04.</span></span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">, </span></span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">19.04.,</span></span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> 21.04.,22.04.,09.05., 28.05., 29.05.,30.05.2019.</span></span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> Karten unter: </span></span></span><strong><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">030 890023 oder </span></span></span></strong><strong><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">ticket@schaubuehne.de</span></span></span></strong></p>
<p align="justify"> </p>
<p> </p>


<p></p>
<p><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fhipster-auf-abwegen%2F&amp;linkname=Hipster%20auf%20Abwegen" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fhipster-auf-abwegen%2F&amp;linkname=Hipster%20auf%20Abwegen" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fhipster-auf-abwegen%2F&amp;linkname=Hipster%20auf%20Abwegen" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Fhipster-auf-abwegen%2F&#038;title=Hipster%20auf%20Abwegen" data-a2a-url="https://freigeist-magzine.de/hipster-auf-abwegen/" data-a2a-title="Hipster auf Abwegen"></a></p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Die Hoffnung stirbt zuletzt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Oct 2017 19:36:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterklasse]]></category>
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<p style="text-align: left;" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Regisseur </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Thomas Ostermeier adaptiert den autobiografischen Roman </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> von Didier Eribon und begibt sich gemeinsam mit Eribon und der Schauspielerin Nina Hoss auf die Suche nach Heimat </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und dem Niedergang der Sozialisten.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Obwohl der Roman </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ein autobiografischer Roman des französischen Philosophen Didier Eribon ist, spricht </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">er</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> all</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">e</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Individuen an, die sich aus </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ihren</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> sozialisierten Strukturen lösen m</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ussten,</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> um sich selbst zu finden. Eribon stammt aus der französischen Arbeiterstadt Reims. Sein Vater war Fabrikarbeiter und seine Mutter Putzfrau. Seine Geschwister </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">gehören</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> ebenfalls </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">der </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Arbeiter</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">klasse an</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Früher wählten die französischen Arbeiter die Kommunisten und lehnten sich gegen die Bourgeoisie auf. Sie identifizierten sich mit der </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">kommunistischen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Partei, die sie zu politischen Subjekten </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">machte</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Beeindruckt von der politischen Kraft der Arbeiter </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und von den linksintellektuellen Schriften</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, strebte der junge Eribon nach dem Leben eines Intellektuellen. Er wurde Marxist und entdeckte in jungen Jahren seine Homosexualität, die er nur eingeschränkt in Reims ausleben </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">konnte</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Nach und nach distanzierte sich Eribon von seiner Familie und von der Klasse der Arbeiter. Er ging nach Paris und wurde </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">dort </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">als Biograf des Philosophen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Michel Foucault berühmt. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Heute zählt er zu den französischen Intellektuellen, zur Elite und ist ein bedeutender Philosoph und Soziologe. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Er hat sich von der Schicht der Arbeiter, von seiner Herkunft und von seiner Familie lösen müssen, um sich in den Reihen der Akademiker integrieren zu können. Eribon hat nichts mehr mit seiner Familie gemeinsam. </span></span></p>


[caption id="attachment_1126" align="aligncenter" width="684"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-1126 size-large" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-684x1024.jpg" alt="&gt;&gt;Rückkehr nach Reims&lt;&lt; Nina Hoss, Foto: Arno Declair." width="684" height="1024" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-684x1024.jpg 684w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-301x450.jpg 301w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-768x1150.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-1026x1536.jpg 1026w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-1368x2048.jpg 1368w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/10/1498119501_k1024_reims-3987-1-414x620.jpg 414w" sizes="(max-width: 684px) 100vw, 684px" /></a> <em>&gt;&gt;Rückkehr nach Reims&lt;&lt; Nina Hoss, Foto: Arno Declair.</em>[/caption]
&nbsp;


<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Er hatte jahrelang </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">keinen Kontakt zu seiner Familie. Während seiner Abwesenheit ist  sein Vater verstorben. D</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">er Regisseur Thomas Ostermeier schaffte es Eribon für seine Inszenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">(UA </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Manchester International Festival</i></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">(MIF)</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Juli 2017) </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zu gewinnen. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Erinnerungsreise, in der Eribon in seine Heimatstadt Reims zurückkehrt, seine Mutter besucht und den Spuren des </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">europäischen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Rechtsruck auf den Grund geht. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Aus der Erinnerungsreise ist ein Film (Thomas Ostermeier und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">S</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">é</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">bastien Dupouey</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">) entstanden, der in Ostermeiers Inszenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zu einem dokumentarischen Essay verarbeitet wird. Im Schauspiel möchte der Filmr</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">egisseur (Hans-Jochen Wagner) Eribons Roman </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt;</i></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">adaptieren, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">dafür engagiert er die Schauspielerin Katrin (Nina Hoss), die </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">den Roman auf das vorhandene Filmmaterial einsprechen soll.</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Zusammen mit dem Tontechniker (Renato Schuch) erarbeiten sie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Eribons Erinnerungsreise in </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">eine </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">dokumentarische</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Niedergangserzählung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">des Sozialismus.</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sie beschreiben einen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sozialismus, der sich nach rechts bewegt und eine Arbeiterklasse, die ihr politisches Bewusstsein </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">an die</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Bourgeoisie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">abgegeben hat und nun</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> konstruie</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">rten Phantasmen, wie</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Ausländer&lt;&lt;,</i></span></span><i> </i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Flüchtlinge</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und</span></span><i> </i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Nation&lt;&lt;</i></span></span><i> </i><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">hinterher jagt</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Innerhalb der Produktion kommt es zwischen den Beteiligten zu </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Streitereien</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, unter anderem weil Katrin den Film hoffnungslos findet, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">weil </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Eribons Familie </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sich aufgegeben hat. Es scheint, als gäbe es keinen anderen Ausweg für die Arbeiterklasse, als sich mit den Rechten zu sympathisieren. Das macht Katrin sauer, weswegen sie sich von ihrer Rolle als Katrin entfremdet und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">nun beginnt </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">als Schauspielerin Nina Hoss von ihren Vater, Willi Hoss zu erzählen. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Willi Hoss sei auch Arbeiter gewesen, aber er habe sich nicht selbst aufgegeben, sondern hat als Kommunist bei Daimler Benz für die Rechte der Gastarbeiter gekämpft. Er hat die Grünen mitgegründet und sich für den Regenwald in Brasilien engagiert.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">O</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">stermeiers Inszenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ist eine</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> spannende, humorvolle und</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> gelungene Adaption, die neben Eribons </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Erinnerungsreise in seine Heimat und seinen gesellschaftsanalytischen Ableitungen aus der Scham seiner Sexualität und seiner Armut, den Niedergang der Sozialdemokraten darstellt, wie es in Deutschland mit der Agenda 2010 unter Gerhard Schröder passiert ist. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Nina Hoss spielt sehr authentisch die Rolle der Katrin, sodass während des Spiels ein Moment der Entfremdung stattfindet, als Nina Hoss in Persona beginnt von der Vergangenheit ihres Vaters, Willi Hoss, zu sprechen. Hoss Stimme ist </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">elektrisierend, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">f</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">esselt an die Filmaufnahmen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und den Text von Eribon</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sie ermöglicht dadurch eine Empathie mit Eribon, aber auch mit seiner Familie, wodurch die Tragik des Ganzen spürbar wird.</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Ostermeier </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">verschränkt</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Film und Schauspiel zu einem Elemen</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">t, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">schafft aber</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> dennoch zwei unterschiedliche Ausgangsmöglichkeiten </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">aus dem Drama</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, wie die filmische Selbstaufgabe </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">der Familie Eribon </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">oder wie die im Schauspiel erzählte Auflehnung gegen die herrschenden Verhältnisse </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">von Willi</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Hoss</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Dem Zuschauer bleibt es überlassen, welchen Ausgang er aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit wählt.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>&gt;&gt;RÜCKKEHR NACH REIMS&lt;&lt;</b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">|</span></span><i> </i> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Schaubühne Berlin</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">| </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">22.11. um 20.00 Uhr, 25.-28.11. jeweils um 19.30 Uhr|</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Karten unter: </span></span><a href="mailto:ticket@schaubuehne.de"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ticket@schaubuehne.de</span></span></a> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">oder 030-890023</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>

]]&gt;		</p>
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		<title>Wie viel kostest Du?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 May 2017 13:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Regisseur Thomas Ostermeier verwandelt Henrik Ibsens &gt;&gt;Ein Volksfeind&lt;&lt; (UA Schaubühne, 2012) in ein politisches Stück, welches in realistischer Manier nach dem Preis der Wahrheit in unserer ökonomisierten Gesellschaft fragt.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Obwohl die Uraufführung von Ostermeiers &gt;&gt;Ein Volksfeind&lt;&lt; knapp fünf Jahre her ist, trifft es unseren heutigen Zeitgeist auf dem Punkt. Wir sind gefangen zwischen Recht und Gerechtigkeit, Macht und Wahrheit und der Frage, für welchen Preis ein Mensch beginnt seine Überzeugungen zu verraten? Wie hoch ist der Preis um die Wahrheit fallen zu lassen? Ab welchen Betrag wird Recht zu Unrecht? Oder welches Gefühl motiviert uns zu betrügen? In Ibsens &gt;&gt;Ein Volksfeind&lt;&lt; findet der Badearzt Thomas Stockmann (Christoph Gawenda) heraus, dass das Wasser im Kurort mit krankheitserregenden Mikroorganismen kontaminiert ist. Nachdem er seine Langzeitstudie seinen Freunden von der Presse zeigt, stehen sie absolut hinter ihm, oder wie der Verleger Aslaksen (David Ruland) so schön sagt: &gt;&gt;Sie haben die Mehrheit hinter sich.&lt;&lt;. Ein Artikel wird für den Druck vorbereitet, um das Volk über das verunreinigte Wasser aufzuklären. Doch dann taucht Thomas Bruder Peter (Ingo Hülsmann) in der Redaktion auf. Er ist der Stadtrat von dem Kurort und vergegenwärtigt dem Verleger Aslaksen und dem Redakteur Horstad (Renato Schuch), welche Auswirkungen so ein Skandal auf die Gemeinde haben würde. Prompt wird der Druck gestoppt. – Ab wann fängst Du an gegen Deine Überzeugungen zu handeln?</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Der Regisseur Ostermeier inszeniert Ibsens Drama in realistischer Manier. Thomas Stockmann ist ein junger promovierter Familienvater, lebt mit Ehefrau (Eva Meckbach) und Kind in einer studentenähnlichen Bleibe, in der seine Freunde zum Jamen oder zum Essen vorbeischauen. Das Bühnenbild ist schlicht und zeichnet sich durch die ästhetischen Wandzeichnungen der Künstlerin Katharina Ziemke aus. Besonders durch Ostermeiers Methode des <i>Storytelling</i> können sich Zuschauer mit den Schauspielern und dem Gespielten identifizieren, was bei Thomas Stockmanns einberufener Versammlung zu einer hohen Partizipation der Zuschauern führt. In der Versammlung geht um das Ich, welches in unserer Gesellschaft irgendwo hineingepresst wird. INTEGRATION. Schlägt diese Integration bei Kindern beispielsweise fehl, dann werden sie pathologisiert, haben ADHS und bekommen Medikamente. Schließlich bewegt sich die Diskussionsrunde in Richtung Demokratie und der Frage: Ist es noch Demokratie, wenn es die Demokratie in Frage stellt?</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-966" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1-691x1024.jpg" alt="Christoph Gawenda Foto: Arno Declair" width="691" height="1024" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1-691x1024.jpg 691w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1-203x300.jpg 203w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1-304x450.jpg 304w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1-768x1137.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1-169x250.jpg 169w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1-1037x1536.jpg 1037w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1-1383x2048.jpg 1383w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1-138x205.jpg 138w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1-61x90.jpg 61w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/05/1410969432_k1600_volksfeind-8690-1-1-419x620.jpg 419w" sizes="auto, (max-width: 691px) 100vw, 691px" /></a><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Christoph Gawenda Foto: Arno Declair</span></span></p>




<p align="RIGHT"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>&gt;&gt;Tut mir Leid, wir konnten nicht anders.&lt;&lt;</b></span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Eigentlich verdient unsere Gesellschaft den Untergang, da muss ich Dr. Stockmann zustimmen. In unserer Gesellschaft kann ein jeder erfolgreich sein, wenn er bloß Macht hat. Wer Macht hat, hat Freunde. Und wer im Recht ist, dem steht schon längst keine Gerechtigkeit zu. Er kann sich diese aber kaufen, sobald er die finanziellen Mittel dafür hat. Laut Aslaksen, ist der Mensch wandelbar, hoffentlich wandelt er sich bald zum besseren.</span></span></p>




<p align="LEFT"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Ein Volksfeind&lt;&lt; | </i></span></span><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Schaubühne Berlin | Termine unter: <a href="http://www.schaubuehne.de/de/produktionen/ein-volksfeind.html/m=318">http://www.schaubuehne.de/de/produktionen/ein-volksfeind.html/m=318</a>  Karten unter: +49.30.890023</span></span><i> </i><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">oder <a href="mailto:ticket@schaubuehne.de">ticket@schaubuehne.de</a></span></span></p>

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