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		<title>„The World is ugly, but you are beautiful“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Jun 2019 08:10:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[OUTNOW!]]></category>
		<category><![CDATA[Performing Arts Festival Bremen]]></category>
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					<description><![CDATA[Ohne viele Worte, aber mit viel körperlicher Arbeit, beginnt das diesjährige OUTNOW! Festival an der Schwankhalle und am Theater Bremen.]]></description>
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<p>Ohne
viele Worte, aber mit viel körperlicher Arbeit, beginnt das
diesjährige <em>OUTNOW!</em> Festival an
der Schwankhalle und am Theater Bremen.
<em>OUTNOW!</em> Ist ein Festival mit und für junge Künstler*innen,
die am Anfang ihrer Laufbahn stehen. Das Festival wurde 1994 im
Bremer Künstlerhaus Schwankhalle
gegründet und kooperiert seit 2013 mit dem <em>Theater Bremen </em>und
seit diesem Jahr auch mit der Bremer Hochschule
der Künste. Zum Auftakt präsentiert die künstlerische
Leiterin der <em>Schwankhalle,</em> Pirkko Husemann, mit ihrem Team,
die französisch-tunesische Compagnie <em>„Hamdi Dridi“</em> mit
der einstündigen Tanzperformance <em>„I listen, (you) See“</em>.
Während der Eröffnungsrede spricht Husemann vom „Leben in
schwierigen Zeiten, auch für die Kunst“ und äußert sich indirekt
zur rechtspopulistischen Situation in Europa. Die Kunstfreiheit
befindet sich auch in Deutschland in Gefahr. Dies mögen vielleicht
auch Gründe dafür sein, warum der Tänzer Houcem Boukarucha kein
Visum erhalten hat und das Tänzertrio an diesem Abend zum Duo wurde.
<em>„I listen, (you) See“ </em>ist
eine Choreografie von Hamdi
Lakhdher, die in mehrfachen
Sinn mit der
Arbeit der Körper
auseinandersetzt. Hintergrund
ist Lakhdhers tunesischer Herkunft.
In seiner Heimatstadt wird viel gebaut und die meisten Menschen,
selbst Künstler,
verdienen ihren Lebensunterhalt auf der Baustelle. Mit <em>„I
listen, (you) See“ </em>hinterfragt
er die Bewegungen von
Bauarbeitern und verbindet
sie mit Streetdance. Dazu
nutzt er den kahl-schwarz eingerichteten Raum des Kleinen
Hauses am Theater Bremen.
Die Konzentration liegt völlig auf den Körpern, nur wenig Licht und
einige Geräusche,
Presslufthämmer und Plätschern von Wasser,
kommen zum Einsatz. Die Tänzer (Hamdi Lakhdher und Feteh Khiari)
gekleidet, in braunen
Overalls und schwarzer
Arbeitsschuhe
verausgaben sich, arbeiten
Mundschutz und Sicherheitsbrille.
Trotzdem bleibt das Gezeigte
vage, die Illusion einer Baugrube will sich nicht auftun.
Farbenfroh und diesmal mit
Beineinsatz des Publikums ermutigte die räumliche Intervention
<em>„UTOPIA“ </em>von
Studenten
der
Hochschule der Künste, die <em>OUTNOW!-</em>Gäste
zu einem interdisziplinären Spaziergang zwischen Theater und
Schwankhalle. Erkundet
wurden vor
allem Grünflächen,
welche
Passanten
als
Hippies wirken ließen und so alternative
Lebensweisen offenbarten.
Angekommen im
Festivalort der Schwankhalle, wurden
die
Zuschauer direkt mit der Kälte des digitalen Zeitalters
konfrontiert. Die Künstlerin Meera Theunerts befasst sich in ihrer
30-minütigen
Live-Writing-Performance
<em>„Oops i did it again“</em>
mit der Liebe in Zeiten von
WhatsApp und Tinder. Das
Publikum wird
zum Voyeur
teilweise romantischer
Chats zwischen potentiellen Beziehungspartnern. Zwischen
Phrasen wie
<em>„Ich muss dir leider absagen […] Ich merke, ich muss
besser mit meinen Ressourcen haushalten“</em>
und <em>„Ich muss das Angebot drosseln, wenn es die Nachfrage
übersteigt“</em> bringt
Theunert heutige, selbstoptimierte
Beziehungsmuster auf den
Punkt. Sie schreibt
Sätze wie <em>„Ich habe dich nicht gelikt. Ich habe dich
nach links gewischt“</em> oder
lässt den
Eminem-Song <em>„Superman“</em>
einspielen,
in dem die Frau zu
einem
belanglosen
Objekt der Begierde wird –
eine permanent verfügbare
Ressource, die
bei Missfallen
ausgetauscht wird. Der
Mensch als Abfallprodukt.
Gelungen ist die etwas
langatmige
Chat-Performance,
weil sie den Zeitgeist der Gegenwart
erfasst, in der der Mensch alles um sich herum objektiviert und sich
selbst immer mehr isoliert. Aber
auch hier gilt:
„<em>The World is ugly, but
you are beaut</em><em>i</em><em>ful“.
</em>Prost
auf den Weltfrieden, die Liebe und
willkommen bei <em>OUTNOW!</em></p>
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