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	<title>Rottstraße 5 &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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		<title>Wo seid ihr? Wir brauchen euch!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2015 08:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Björn Gabriel]]></category>
		<category><![CDATA[Rottstraße 5]]></category>
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<p align="JUSTIFY">„<span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Wohin des Weges – Volksvertreter?“, fragt das Künstlerkollektiv Sir Gabriel Dellmann bei seiner Uraufführung am 26. September 2015 im Dortmunder Theater im Depot mit der performativen Intervention, in der politische Verantwortung ganz groß geschrieben wird und die passiven Zuschauer zum Interagieren bittet.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Mit dem Rücken zum Publikum und mit dem Kopf in die Kamera versichert die selbsternannte Miss Universe Dr. Fiona Metscher (Fiona Metscher): <i>„Deutschand</i> <i>ist</i> <i>gesund!“,</i> als der Showmaster Dr. Martin Hohner (Martin Hohner) im Polit-Talk „Wohin des Weges – Volksvertreter?“, sie auf die Entdemokratisierung Deutschlands anspricht. Auch der Möchtegern-Finanzgott im Anzug Dr. Matthias Kelle (Matthias Kelle) entgegnet dem Moderator, der wie ein Rockstar aus dem 70-igern aussieht, dass wir doch in der besten allerrmöglichen Welten leben. Sicher hat er schon – wie Voltaires „Candide“ – den Garten bestellt. Die Oppositionspolitikerin alias Superheldin im schwarzen Jumpsuite Dr. Aischa Löbbert (Aischa-Lina Löbbert) sagt ganz klar: „Alles geschieht unter dem Diktat des Kapitals.“ So und nun zur Abstimmung, wer ist ihr Volksvertreter? </span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Mit rasanten Erzähltempo und passenden Bildern schafft das Performance-Kollektiv Sir Gabriel Dellmann hochkomplexe politische Themen, wie Griechenlandkrise, Afrika, Flüchtlingsproblematik und Freihandelsabkommen auf den Punkt zu bringen. Und genau wie im wahren Leben, schaffen es die Politiker durch Abschweifungen oder durch etwas Zuckerbrot das Volk (Zuschauer) zufrieden zu stellen. </span></span></p>




<p align="JUSTIFY">„<span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;"><i>Wir können für einige Tage die Grenzen öffnen, aber dann müssen wir sie wieder schließen!“ (Dr. Fiona Metscher| Miss Universe)</i></span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Ja, aber warum hungern die Kinder in Afrika? Agrarspekulationen?! Reden wir lieber über ein Nichtraucherschutzgesetz oder Wassereis, das betrifft uns alle irgendwie. Der Text von Björn Gabriel, der auch Regie geführt hat, lässt neben den harten Fakten viel Platz für Humor und Zynismus, sodass die multimediale TV-Show „Wohin des Weges – Volksvertreter?“ eine kleine Parodie des deutschen Bundestages bietet, in dem aber nicht nur schwadroniert wird, sondern auch Tatsachen ans Licht kommen. Deswegen liefern die vier talentierten Performer und die genialen Videokünstler (Tilman Oestereich, Mario Simon) eine hervorragende Show, in der sie nicht nur unterhalten, sondern mit unterschiedlichen Positionen dem Dilemma zwischen Recht und Moral auf den Grund gehen. Wo seid ihr? – Ist die Frage, die sich vorerst an die Volksvertreter richtet, sich aber schließlich als ein Appell an die passiven Zuschauer entpuppt, die eigentlich nur unterhalten werden wollen. Da sich unsere Volksvertreter lieber von Konzernen kaufen lassen, brauchen wir das Engagement des Volkes, um die Probleme in der Welt zu lösen. </span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Das Performance-Kollektiv Sir Gabriel Dellmann, das für das Experimentieren mit neuen Theaterformen, Videotechniken und Darstellungsstrukturen bekannt ist, schafft es auch dieses Mal unter anderem mit provokanten Bildern das politische Bewusstsein der Bevölkerung wach zu rütteln. Und es ist kaum verwunderlich, dass das Kollektiv für ihre letzte Produktion „The Great Democracy Show – it&#8217;s unbelievable“ den Petra Meuer Preis 2015 für innovative Theaterinszenierung erhalten hat und für den Kölner Theaterpreis 2015 nominiert ist. Bevor Sir Gabriel Dellmann bei den Heidelberger Theatertagen mit seiner ausgezeichneten Performance gastiert, ist die performative Intervention „Wohin des Weges – Volksvertreter?“ im diesen Jahr noch im Dortmunder Theater im Depot und am Bochumer Off-Theater Rottstraße 5 zu sehen.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;"><b>SIR GABRIEL DELLMANN „Wohin des Weges – Volksvertreter?“</b>| Bochum (<a href="http://www.rottstr5-theater.de/">Rottstraße 5</a>) : 9.10. und 11.10.2015 jeweils um 19.30h| Dortmund (<a href="http://www.depotdortmund.de/">Theater im Depot</a>): 25.10.2015 um 18h| Köln (<a href="http://studiobuehnekoeln.de/">Studiobühne</a>): 26.02., 27.02., 28.02., 29.02. und 1.3.2016| <a href="http://www.sir-gabriel-dellmann.de/">http://www.sir-gabriel-dellmann.de/</a> </span></span></p>

]]&gt;		</p>
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		<title>Caligula – the tragedy of the intelligence</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Aug 2014 09:04:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Albert Camus]]></category>
		<category><![CDATA[Alte Farbwerke]]></category>
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		<category><![CDATA[ASPHALT – Sommerfestival für Theater und Musik in Düsseldorf]]></category>
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<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">ASPHALT holt Marco Massafras „Caligula“ am 10.8. in die alten Farbwerke und zeigt dem Düsseldorfer Publikum, dass man für eine grandiose Inszenierung eines Klassikers kein subventioniertes Stadttheater braucht.</span></span></p>



<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Mitten in den Ruinen Roms liegt das modern ausgestattete Büro des neuen Kaisers Caligula (Martin Bretschneider), in dem der Cäsar mit seinen Senatoren das Imperium Rom mit seinen Bürgern verwaltet. Cherea (Marco Massafra) tritt als erster auf und schaltet Licht, Rechner und Kaffeemaschine ein. Schließlich muss alles vorbereitet sein, wenn der Kaiser wieder auftaucht. Dieser ist nach dem Tod seiner Cousine Drusilla unauffindbar. Scipio (Bernhard Schmidt-Hackenberg), der mit einer Lorbeerpflanze zur Kaffeemaschine schreitet, wundert sich auch über das Verschwinden des neuen Cäsaren und diskutiert mit Cherea über die wahren Gründe für Caligulas Abwesenheit. Erst als Helicon (Damir Avdie), der dritte Senator Liebestrauer als rührenden Grund für Caligulas Verschwinden aufführt, kommt etwas mehr Licht in das Verhältnis zwischen Drusilla und dem Kaiser. Caligula war in Drusilla verliebt und sie befanden sich in einer inzestuösen Liebesbeziehung.</span></span></p>



<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Nun ist Helicon alleine im Büro. Caligula tappt völlig durchnässt und verärgert zu ihm und spricht davon den Mond gesucht zu haben, weil er diesen doch gerne haben möchte. Helicon versteht den Kaiser nicht wirklich und fragt nach: „Den Mond hast Du gesucht?“, „Ja!“, versicherte ihn Caligula, „den Mond. Ich möchte das Unmögliche haben, weil diese Welt, so wie sie ist, nicht zu ertragen ist. Darum brauche ich den Mond, oder das Glück oder die Unsterblichkeit, etwas, was unsinnig sein mag, was aber nicht von dieser Welt ist“. Durch den Tod seiner Geliebten Drusilla offenbarte sich Caligula, dass Menschen sterben und nicht glücklich sind. „Die Menschen leben in der Lüge und ich möchte in der Wahrheit leben“, sagt Caligula zu Helicon. Deswegen wünscht Caligula sich das Unmögliche und versucht somit die Absurdität des Daseins bis zum Äußersten zu treiben, in dem er &#8218;den Lauf der Dinge&#8216; ändert, um zu beweisen, dass er frei ist. Sprich er lässt die Sonne im Osten untergehen. </span></span></p>



<p align="JUSTIFY"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/08/caligula-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-315" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/08/caligula-1.jpg?w=200" alt="Caligula" width="200" height="300" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/08/caligula-1.jpg 640w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/08/caligula-1-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></a><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">In der Betriebsbesprechung verkündet Caligula den Senatoren Cherea, Scipio, Caesonia (Lisa Balzer) und Helicon sein Vorgehen. Um das Unmögliche möglich zu machen, müssen erst mal alle Bürger Roms ihr Erbe an den Staat abtreten. Und von nun an entscheidet Gaius, wer leben darf oder sterben muss.</span></span></p>



<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Das ist der Beginn des wahnwitzigen Caligula, der jetzt zu jederzeit zufrieden gestellt werden muss, weil es ansonsten Tote gibt. Doch leider hat der Cäsar vergessen, dass man nicht alle Menschen zerstören kann, ohne sich selbst zu zerstören.</span></span></p>



<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Massafra hat mit seiner „Caligula“-Inszenierung nicht nur einen Klassiker von Albert Camus in seiner ganzen Größe zum Ausdruck gebracht, sondern ihn auch in unsere Zeit übertragen, in der adrett gekleidete Staatschefs mit ihren Vertrauten in Büros sitzen und über Leben und Tod sowie &#8218;Staatsgelder&#8216; entscheiden dürfen. Wodurch Caligula, der versuchte das Absurde mit logischen Denken zu überwinden, im Gegensatz zu anderen gegenwärtigen Staatsherren oder Staatsdamen gar nicht so verrückt zu sein scheint. Caligula – verkörpert durch den hervorragenden Schauspieler Martin Bretschneider – schikanierte seine Senatoren zutiefst zynisch, sarkastisch und außerordentlich humorvoll. Dies vor allem in der „Poetry-Slam-Szene“. Dort sollten Caligulas Senatoren in kürzester Zeit etwas über den Tod dichten, um ihn zu unterhalten. </span></span>– <span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Einfach fantastisch! Aber in dieser Inszenierung zeigt sich der Kaiser auch von einer ganz anderen Seite; nachdenklich, philosophisch und mit Genialität behaftet. Ganz nach dem Worten des Autors Camus, lässt Massafra „Caligula“ als „the tragedy of the intelligence“ spielen. Natürlich gebührt auch den anderen Schauspieler*innen ein großer Applaus für ihre sensationelle schauspielerische Leistung. Gemeinsam tragen alle dazu bei, dass es das Werk eines ganz großen Theaters ist! </span></span></p>



<p align="JUSTIFY">„<span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;"><b>Caligula“</b> als Gastspiel beim <span style="font-size:small;"><b>ASPHALT – Sommerfestival für Theater und Musik in Düsseldorf (8.-17. Aug. 2014) </b></span><span style="font-size:small;">| Düsseldorf (Alte Farbwerke, Halle 21) | 10.8. | 20 Uhr<span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;"> |</span></span> http://www.asphalt-festival.de/2014/programm/caligula.htm<span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;"> | </span></span></span>Noch zu sehen auf der <b>Rottstraße 5</b>: http://www.rottstr5-theater.de/ <br /></span></span></p>

]]&gt;		</p>
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