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	<title>Rausch &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<title>Rausch &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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		<title>Gender Trouble in der Großstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2014 16:22:49 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[Falk Richter kreiert mit seinem Rechercheprojekt <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY</b> am Gorki-Theater ein reflektiertes Abbild von unserer multioptionalen Leistungsgesellschaft, in dem Großstadtmenschen mit geschlechtlichen Identitäten spielen, sexuelle Vorlieben erforschen und Beziehungsbilder hinterfragen, um sich selbst zu definieren und selbst sein zu können.
Ein cremefarbender Vorhang öffnet sich und melancholisch singt Mehmet Ateşçi den Popsong „Smalltown Boy“ von Bronski Beat „You leave in the morning/ With everything you own […] Mother will never understand/ Why you had to leave/ But the answer you seek/ Will never be found at home […] run away, turn away, run away” und leitet damit die dritte Szene “Buchholz in der Nordheide” ein, in der ein junger Mann aus der Provinz in die Großstadt flüchtet und versucht dem engen Mutter-Sohn-Verhältnis zu entkommen, um sich uneingeschränkt entfalten zu können.
<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-270" alt="annie-lennox" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1.jpg?w=238" width="238" height="300" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1.jpg 357w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1-238x300.jpg 238w" sizes="(max-width: 238px) 100vw, 238px" /></a>
Die Bühne ist mit weißen Flokati-Teppichen, einigen Tischen, einem Stahlkonstrukt und Bildern von bisexuellen David Bowie, schwulen Rainer Werner Fassbinder und der heterosexuellen Annie Lennox, die mit dem Gender spielt, geschmückt. Die Schauspieler*innen fläzen sich auf den Teppichen, durchstöbern Schallplatten und erinnern sich nostalgisch an ihre „Erste Liebe“ – Paddy Kelly, der damals einem Mädchen zum Verwechseln ähnlich sah. Kaum in der Großstadt „Berlin“ angekommen, wird der homosexuelle junge Mann mit Einsamkeitsgefühlen und der Angst vor emotionaler Nähe, welche mit der Furcht vor Freiheitsverlust einhergeht, konfrontiert. Es kommen Fragen auf: Wie sieht eine gesunde Beziehung aus? Und was hält uns davor ab, wir selbst zu sein?
Richters Projekt <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>setzt sich aus unterschiedlichen Monologen, Szenen und Gesangseinlagen zusammen, die 25 projizierte Zwischenüberschriften bilden. Die Schauspieler*innen Mehmet Ateşçi, Niels Bormann, Lea Draeger, Aleksandar Radenković und Thomas Wodianka streifen die Themen Karriere, Beziehungsstress, Problem der Einsamkeit in einer durchdigitalisierten Welt, um sich schließlich der homosexuellen Identitätsbildung zu nähern. Dabei wechseln sie ständig ihre Rollen, ihr Gender und ihre sexuelle Identität. Größtenteils sprechen sich die Darsteller*innen mit ihren realen Namen an und spielen so mit der Realität. Nicht immer wird deutlich, wer gerade spricht: die fiktive Figur oder die reale Person. In dem Richter den Schauspieler*innen keine eng zugeschnittenen Rollen zuweist, lässt er das Privatleben der Künstler*innen zur Kunst werden. Paradoxerweise kritisiert Richter in <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY</b> das Vorgehen eines Künstlers sein Privatleben als Kunst zu deklarieren.
Neben Ironie, Parodie und Witz, wie die Szene „Shades of Grey […] Angie im Kanzlerschloss“, in der Lea Draeger nach einem erfolgreichen Deal mit der Rüstungsindustrie nach ihrem Analpfropf verlangt, beinhaltet <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>auch gesellschaftskritische Momente. Das gesellschaftskritische Moment erreicht seinen Höhepunkt in der Szene „Frühling der Reaktionäre“. Dort entlädt sich Thomas Wodianka seiner Wut über die ‚Homolobby‘, Wladimir Putin mit seinen menschenrechtsverletzenden Homophobie-Gesetz, dem „Diktatorenflittchen“ Anna Netrebko, die lieber aufhören sollte Opern von homosexuellen Tschaikowsky zu singen und schließlich Angela Merkel mit ihren Mädels Erika Steinbach und Ilse Aigner, die die Institution Ehe über alles schützen, aber selber kinderlos sind und/ oder in keiner Partnerschaft leben.
<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1.jpg"><img decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-273" alt="Warhol - Drag Putin" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1.jpg?w=300" width="300" height="300" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1.jpg 1000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1-150x150.jpg 150w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1-300x300.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1-768x768.jpg 768w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>
<b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>(UA 11. Januar 2014)  ist im Großen und Ganzen eine gelungene und sehr sehenswerte Inszenierungen mit grandiosen Schauspieler*innen und wunderschöner Livemusik von Mehmet Ateşçi. Aber auch Thomas Wodianka mit seinem <i>selbstgeschrieben Song</i> „Diamonds“ – vermutlich hat Rihanna den Song auch schon mal gesungen – für Aleksandar Radenković, was in einem Duett endet, ist zauberhaft. Leider spielen homosexuelle Frauen in <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>überhaupt keine Rolle und wenn Richter Frauen thematisiert, dann sind es bei ihm eher Menschen, die sich gerne sexuell erniedrigen lassen oder griechische Tragödien ausleben. – Und warum wird Elfriede Jelinek mit „Shades of Grey“ in Verbindung gebracht? Beziehungsweise wieso wird Jelinek verbal attackiert? – Lea Draeger als einzige Frau im Ensemble spielt ihre Rollen hervorragend und verleiht der Inszenierung nötigen weiblichen Charme.  <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>behandelt – wie auch Richters frühere Projekte <b>RAUSCH</b> und <b>THE DISCONNECTED CHILD –</b> die aufdringliche Mutter, die ihrem jungen Sohn keinen Freiraum lässt und ihn mit ihrer Liebe erstickt, sowie das distanzierte Vater-Sohn-Verhältnis. Schade ist dabei, dass Richter Textpassagen aus seinen früheren Werken übernimmt und in dieser Hinsicht nichts neues kreiert. Lobenswert ist, dass Richter die Selbst- und Paarsuche diesmal auf den Fokus der sexuellen Identitätsbildung richtet und somit eine Inszenierung geschaffen hat, die sich mit der männlichen Homosexualität auseinandersetzt, das Gender kritisch hinterfragt und den Zuschauer zum Nachdenken animiert.
Maxim Gorki Theater: 10.3., 17.3., 16.4., 24.4., 30.4., 1.5. jeweils um 19.30h
Karten unter (030) 20221 115 oder <a href="http://www.gorki.de/spielplan/2014-01/small-town-boy/597/">http://www.gorki.de/spielplan/2014-01/small-town-boy/597/</a>]]&gt;		</p>
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		<title>FOR THE DISCONNECTED CHILD – Eine Hommage an das „Andere-Selbst“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Jul 2013 17:36:39 +0000</pubDate>
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<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<p><iframe title="»For the Disconnected Child« Trailer der Schaubühne Berlin" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/Sg5Dhkr3Gfo?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<blockquote>
<p><!--[CDATA[








<p align="JUSTIFY"]]--><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Wonach suchst Du? Hat Deine Suche überhaupt mal ein Ende? – Nähe? Zu abstrakt! Hey! Geh nicht weg! Bleib, bitte! – Tut mir Leid, Sie sind unvermittelbar. </span></p>
</blockquote>
<p style="text-align: right;">
</p><p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">In Falk Richters neuen Projekt <b>FOR THE DISCONNECTED CHILD </b>geht es um den Wunsch nach Nähe, Zuneigung und diese zulassen zu können. – Begegnung, Verbindung, Auflösung. – Die Disziplinargesellschaft wird zur Leistungsgesellschaft und das nach Nähe suchende Subjekt verfällt einem Optimierungszwang. Selbstoptimierung. Beziehungsoptimierung. Der Mensch unterliegt einer Narzissifizierung seines Selbst. Der Andere verschwindet, weil das Selbst die Andersartigkeit des Anderen nicht mehr wahrnimmt. Das narzisstische Selbst beginnt in dieser kapitalistischen Leistungsgesellschaft sich selbst auszubeuten. Ist ja auch viel produktiver als Fremdausbeutung. Die ständige Selbstoptimierung verläuft köhärent mit einer Selbstausbeutung, wodurch das Gehorsamsubjekt nun zum leistungsorientierten „Homo oeconomicus“ wird. </span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Wir sind am Ende der Liebe angekommen. Menschen können nicht mehr Bindungen eingehen, haben Angst vor Nähe und gleichzeitig Furcht vor der Einsamkeit. Das Zeitalter der neuen Technologien ermöglicht diverse Verbindungen mit einer unglaublichen Distanz, das heißt Beziehungen werden nicht mehr nah erfahren. Die Nähe als solche verschwindet. Die Bindungsfähigkeit des Menschen ist gestört, DISCONNECTED. Genau wie in der Psychologie: Disconnected Kinds. Autistische oder an ADHS erkrankte Kinder suche die Nähe zu ihrer Mutter. Voller Verlangen versuchen sie Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen mit der latenten Gewissheit, dass man Menschen nicht trauen kann. Vertrauen wird zur Herausforderung. Bindungsfähigkeit zu einem unerfüllbaren Wunsch. – MAMA! MAMA? HÖRST DU MICH? – Genau wie diese Kinder, sind die Menschen in Falk Richters Projekt <b>FOR THE DISCONNECTED CHILD.</b> Rastlos suchende Menschen nach Bindungen in einer Welt voller Möglichkeiten. Unfähig sich einzulassen, wie Peter Tschaikowskis Eugen Onegin. Ein freiheitsliebender Dandy, der Tatjanas gestandene Liebe dankend zurückweist. Eugen möchte seine Freiheit nicht für eine „wahrscheinlich lebenslange“ Bindung opfern. Falk Richter bettet diese Opernhandlung in sein Stück ein und lässt seine Figuren auf „Eugen Onegin“ blicken. Die Darsteller*innen (Franz Hartwig, Ursina Lardi, Stefan Stern, Tilman Strauß, Luise Wolfram) halten wie Eugen an ihrer selbst geschaffenen Freiheit fest. – Wenn eine selbstgeschaffene Freiheit zum Zwang wird, ist mensch dann noch frei? Oder unterliegt das von sich selbst entworfene Projekt „freier Mensch“ neoliberalen Zwangsstrukturen? – Liebe und der neoliberale Markt fusionieren miteinander. Der Arbeitsmarkt wird emotionalisiert und die zwischenmenschliche Beziehungen werden optimiert. Den optimalen Partner lernen wir heutzutage auf Dating- und Partnersuchwebseits kennen. Die Sprache verliert an Bedeutung, weil das Jargon des neoliberalen Marktes mit dem der Liebe zusammenfällt. Die Sprache tritt in den Hintergrund und der Klang wird zum zentralen Stilelement des Stücks <b>FOR THE DISCONNECTED CHILD</b>.</span></p>
<figure id="attachment_143" aria-describedby="caption-attachment-143" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-143" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/07/helgihrafnjatildesup3nsson_fotoarnodeclair-1-681x1024.jpg" alt="helgihrafnjatildesup3nsson_fotoarnodeclair" width="305" height="459" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/07/helgihrafnjatildesup3nsson_fotoarnodeclair-1-681x1024.jpg 681w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/07/helgihrafnjatildesup3nsson_fotoarnodeclair-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/07/helgihrafnjatildesup3nsson_fotoarnodeclair-1-768x1154.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 305px) 100vw, 305px" /><figcaption id="caption-attachment-143" class="wp-caption-text">Helgi Jonsson, Foto: Arno Declair.</figcaption></figure>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Sieben Komponisten (Malte Beckenbach, Achim Bornhoeft, Oliver Frick, Helgi Hrafn J<span style="font-family: Arial, sans-serif;">ónsson, Jan Kopp, Jörg Mainker, Oliver Prechtl) vertonen Texte von Falk Richter oder &#8218;</span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">kreieren eigene Kompositionen&#8216;</span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">. Vier Sänger (</span>Helgi Hrafn J<span style="font-family: Arial, sans-serif;">ónsson, Borjana Mateewa, Gyula Orendt, Maraike Schröter) mit ergreifenden Stimmen schaffen es die Zuschauer*innen in ihrem Bann zu ziehen, sei es Melancholie oder sprühender Zynismus. So sorgt die Sopranistin Maraike Schröter für unglaublich viel Witz als sie die 12. Komposition &gt;&gt;Hör auf zu weinen&lt;&lt; singt. Die 12. Szene erinnert an eine Textszene von Falk Richters Inszenierung „Rausch“: „Bist du gut angekommen?“. Menschen, die Falk Richters Stücke kennen, werden feststellen, dass </span><b>FOR THE DISCONNECTED CHILD</b> ein Remix aus neuen und alten Schriften des Autors Richters ist. Besonderes viel Lob für seine atemberaubende Gesangsleistung bekommt Helgi Hrafn J<span style="font-family: Arial, sans-serif;">ónsson, der nicht nur eine begnadete Stimme hat, die zu Tränen rührt, sondern auch instrumental den Saal mit den passenden Klängen füllt.</span></span></p>
<div class="mceTemp">&nbsp;</div>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><b>FOR THE DISCONNECTED CHILD </b></span></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">von Falk Richter ist eine einzigartige Aufführung, wo Text, Klang, Gesang und Tanz (Steven Michel, Franz Rogowski, Jorijn Vriesendorp) auf höchsten künstlerischen Niveau aufeinandertreffen. Die Zuschauer*innen bekommen einen facettenreichen Einblick (unterstützt durch das Bühnenbild von Katrin Hoffmann) in die Menschen unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft, die versuchen nahbare Liebe zu erfahren und das „Andere-Selbst“ als Erlösung für die selbstgeschaffene „Erfolgsdepression“ zu erkennen.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY">
</p><p align="JUSTIFY">
</p><p align="JUSTIFY"></p>
</div></div>



<p></p>



<p><strong>Sonntag, 5. April</strong><br><a href="https://www.schaubuehne.de/de/produktionen/for-the-disconnected-child.html">For the Disconnected Child</a><br>Text, Regie und Choreographie: Falk Richter</p>



<p><em>Premiere am 14.06.2013 an der Schaubühne am Lehniner Platz</em></p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>



<p><em>(Rezension vom 5.Juli 2013)</em></p>
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		<item>
		<title>Ekstatische Zustände in Düsseldorf – RAUSCH!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jan 2013 22:06:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[Falk Richter und Anouk van Dijk erzeugen beim Publikum bewusstseinserweiternde Zustände mit ihrer Inzenierung "RAUSCH". Mit der Kooperation von Text und Bewegung erreichen sie eine postmoderne Gesellschaftskritik auf höchsten künstlerischen Niveau.
Aller Anfang ist die Einsamkeit und so stürmt der Schauspieler Aleksandar Radenkovic mit einem unglaublich-energiegeladenen Monolog über den Wunsch nach der Zerstörung von Struktur auf die Bühne: <i>„ich würd so gern einfach schreiben/ ohne ein thema/ ohne eine richtung/ ohne etwas zu bearbeiten, das sich angestapelt hat/ ohne all diese materi</i><i>alien und textmassen, notizen, empfndungen, enttäuschungen und ängste/ mich einfach wegschreiben in eine andere Welt/ in eine andere Welt hineinschreiben“</i>. Kaum hat er seine Klage an System und Struktur zu Ende gesprochen, füllt sich die gedämmte Bühne im Stil eines Tanzstudios mit zahlreichen Menschen, die zu den gesprochenen Worten der Monologisten schwingen und aus einzelnen Bewegungen eine Choreografie ableiten. Nicht nur die Bewegungen der sieben Tänzer und fünf Schauspieler mit ihrer anfangs schlicht getragenen Kleidung, versetzen das Publikum in einen ekstatischen Zustand. Sondern vor allem die experimentelle Musik von dem australischen Künstler Ben Frost,  erweitern das Bewusstsein der Anwesenden und versetzen den Zuschauer in eine andere Welt, welche nicht weit von der Postmoderne ist.
Keine Zeit, kein erkennbarer Ort, keine identifizierbaren Personen prägen die Inszenierung RAUSCH. Dennoch ist das Interesse der beiden Künstler Richter und van Dijk eindeutig: eine postdramatische Widerspiegelung von körperlich-seelischen Zuständen des modernen Individuums, sowie seine aktuelle Position im ökonomischen System. Die gemeinsame Zusammenarbeit von Schauspielern und Tänzern lassen die künstlerische Inspiration von der Wechselwirkung Text und Bewegung zur Erreichung eines ekstatischen Zustands umsetzten und öffnen den menschlichen Geist für eine Kritik an die bürgerliche Gesellschaft, in der der Mensch sich in einer allumfassenden Krise befindet. Das menschliche Selbst mit seiner Gefühlswelt und seinen Partnerschaften im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit wandelt sich zu einer Krise, weil die Liebe mit ihrem Rauschzustand zur letzten erfüllbaren Utopie geworden ist. Der Liebesrausch als einziges authentisches Gefühl fällt nun mit den im Kapitalismus arrangierten kapitalsteigernden Räuschen, wie Arbeitsrausch, Börsenrausch und Kaufrausch zusammen. Liebe ist zu einer unersättlichen Ware geworden und in der Postmoderne auch über soziale Netzwerke, wie <i>facebook</i> erhältlich. RAUSCH spiegelt in einer anderen ekstatischen Welt unsere Gesellschaft wieder, in der die konservativ-verfehlte Politik der CDU und FDP in die Mangel genommen wird und auf die herrschenden Occupy-Aufstände auf der ganzen Welt aufmerksam macht. Auch die Adelshäuser und die parasitäre katholische Kirche stehen auf der Bühne im Augenmerk des Gefechts und lassen einige Zuschauer schmunzeln oder andere wiederum zornig werden. Jegliche Kritik an unserer bürgerlichen Gesellschaft über die Zuspitzung des Kapitalismus, welche bis zur Rechtsverletzung des Bürgers führt, wird auf der Bühne annehmbar und sorgt für Reflektion, die unter anderem mit einer Parodie über den Pfefferspray-Einsatz der Polizei bei Demonstrationen gegen das kapitalistische System erreicht wird. Der unkontrollierbare RAUSCH und der Wunsch nach einem Ausbruch aus den gesellschaftlichen Zwängen in eine soziale Wirklichkeit der Freiheit, sind im Tanz der einzelnen Darsteller und in der schauspielerischen Leistung erkennbar. Eine Paartherapie unter der Obhut eines profitorientierten Therapeuten sorgt für Witz und pointierender Problematisierung von Partnerschaften, wo alle Beteiligten aufgrund des Überflusses an Bedürfnisbefriedigung ihre Bedürfnisse befriedigt haben möchten, obwohl keiner seine Bedürfnisse kennt. Wo ist die alles verzehrende Leidenschaft hin? Verschwunden; unter den anderen Räuschen.
RAUSCH ist eine gelungene gesellschaftskritische Inszenierung auf höchsten künstlerischem Niveau. Literatur, Tanz, Musik und Schauspielkunst animieren zum Applause ins Unendliche und verlangen nach Reflektion und Ekstase. Gratulation.
Karten und aktuelle Spieltermine: http://duesseldorfer-schauspielhaus.de/de_DE/Aktuell/Rausch.783870]]&gt;		</p>
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