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	<title>Katrin Hoffmann &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<title>Katrin Hoffmann &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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		<title>ZWEI UHR NACHTS&#124; Das moderne ICH auf der Suche nach dem authentischen Selbst in Frankfurt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Mar 2015 21:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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<p style="text-align:left;" align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;">Angetrieben von existentiellen Fragen, begeben sich Falk Richters Charaktere in <b>„ZWEI UHR NACHTS“</b> am Schauspiel Frankfurt (Bockenheimer Depot) auf die Suche nach dem „Anderen“ und dem „authentischen Leben“, welches ihr Selbst in unserer transparenten Optimierungsgesellschaft definieren soll. </span></p>




<p style="text-align:left;" align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;">In was für einer Welt leben wir? – Permanent muss der Mensch sich „Überforderungen“ aussetzen, sei es in Beziehungen, in der Arbeitswelt, die mit Wohlfühlmaßnahmen auf das Intime zugreifen wollen –das sogenannte Private, welches das Innenleben des Selbst definieren soll–, um eine Produktivitätssteigerungen zu erzielen; oder aber Bilderfluten von unterschiedlichen Medien, die in einen hineindrängen als ob es kein Morgen gäbe. Überall Überforderungen, die ständig von den Fragen: Ist das MEIN Leben? Wie bin ich in dieses Leben hineingeraten? Lebe ich FÜR JEMAND ANDERES? begleitet werden. </span></p>




<p style="text-align:left;" align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;">Falk Richters Charaktere stehen in <b>„ZWEI UHR NACHTS“</b> mitten im Leben, beschreiben gegenwärtige Zustände des modernen Leistungssubjekts, in dem sie unter anderem mit ihren Körpern in Form von Tanz die Spuren unserer transparenten Optimierungsgesellschaft offenbaren. Dabei bilden Sprechtempo, Musik, Stimme und Bewegung eine Art musikalische Partitur, die als Ausdrucksmöglichkeit emotionaler Zustände dient und zugleich die Räume öffnet, in der Sehnsüchte verbannt wurden. Im Schauspiel <b>„ZWEI UHR NACHTS“</b>, das ein Auftragswerk für die „Frankfurter Positionen 2015“ ist, wissen die Menschen nicht, wie sie weiterleben sollen, wohin das Leben sie führen wird, beziehungsweise „Warum ist überhaupt etwas und nicht viel mehr nichts?“, um es mit Leibniz Worten zu komprimieren. Hin und Her gerissen von den verschiedenen Möglichkeiten, die ein zufriedenes Leben versprechen, verlieren sich Richters Charaktere als Prototypen unserer Gegenwart in Arbeits- und Liebesleben, Einsamkeit, Verzweiflung und Zerstörungswut. Wo bleibt aber das ICH unter all den Möglichkeiten? </span></p>




<p style="text-align:left;" align="JUSTIFY">„<span style="font-family:Loma;">WER IST DIESER MANN?“, fragt sich auch Marc Oliver Schulze, nachdem Constanze Becker mit dem Mann telefoniert hat, der anscheinend lieber Radiohead hört, anstatt sich um seinen Job zu kümmern. Ja, WER IST DIESER MANN? Von dem der begnadete Schauspieler Marc O. Schulze voller Elan, atemlos erzählt. „Wieso hat [dieser Mann] seit drei Tagen sein Handy nicht mehr eingeschaltet? Warum hat er gestern Nacht um 1 Uhr 57 seinen Skype Account gelöscht und anschließend unter einem anderen Namen neu eingerichtet? Warum sitzt er unterhalb des Fensters eines Hotelzimmers in einer Stadt, in der er in diesem Augenblick […] NICHT sein sollte und – ja was? Weint? […] Was vermisst er? […] Wer bist du? […] Wie bin ich in dieses Leben hineingeraten? Ist das MEIN LEBEN?“. ZWEI UHR NACHTS: Getrieben von Identitätsproblemen und der Frage, wie möchte ich Leben? Suchen Richters Darsteller Ventile um den permanenten gesellschaftlichen Anforderungen, die in einer agonischen Überforderung enden, zu entgehen. Leider ohne Erfolg. In einen Loop gefangen, jagen Ausbeutung und Enttäuschung sich gegenseitig. Die Firma möchte die neue Familie sein und interessiert sich brennend für das Innenleben seines Arbeitnehmers, damit sie ihn nach seinen Präferenzen motivieren kann, um dadurch einen Mehrwert zu erzielen, welcher dem Kapital zugutekommt. Und die Eltern, die sich eigentlich für das Innere ihres Kindes interessieren sollten, wissen gar nicht wer ihr Kind ist und versteifen sich auf Floskeln und halbherzige Gespräche. Neben dem Einblick in unsere immer sich selbst optimierende Postmoderne, sei es das Selbst oder die technologischen Errungenschaften, ist da noch die Frau. </span></p>


[caption id="attachment_397" align="aligncenter" width="660"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-397 size-large" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1.jpg?w=660" alt="Foto: Birgit Hupfeld_Lisa Stiegler_Jojanna Lemke_Jorijn Vriesendorp." width="660" height="438" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1.jpg 1085w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1-350x232.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1-500x332.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1-768x510.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1-1024x680.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1-360x239.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1-309x205.jpg 309w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1-130x86.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1-650x431.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7486a-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a> Foto: Birgit Hupfeld_Lisa Stiegler_Jojanna Lemke_Jorijn Vriesendorp.[/caption]


<p style="text-align:left;" align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;">Lisa Stiegler kritisiert in ihrem Monolog die gesellschaftliche Stellung der Frau, in dem sie sich immer wieder selbst verneint und aufzeigt, dass sie ein Mensch ist, der versucht sich von der Gesellschaft und den Anforderungen an das weibliche Subjekt abzugrenzen. „Ich bin keine Frau, die 0,1% Fettprodukte isst […] Ich bin keine Feministin, keine Emanze […] oder vielleicht doch?“. Dieser Moment ist eins der stärksten und aussagekräftigsten Szenen, dies mag sicherlich an der hervorragenden schauspielerischen Leistung von Lisa Stiegler liegen, aber auch an den atemberaubenden Tanzeinlagen von Johanna Lemke und Jorijn Vriesendorp, die bedauerlicherweise in „ZWEI UHR NACHTS“ etwas zu kurz kommt. Johanna Lemke tanzt völlig verstört, hektisch, überfordert vom Dasein und zieht somit die Zuschauer in ihren Bann. Etliche Male versucht sie sich eine Zigarette anzuzünden; leider vergeblich, heutzutage kann mensch nicht mal mehr in Ruhe eine Zigarette rauchen. </span></p>




<p style="text-align:left;" align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;">WER ist eigentlich für den ganzen Schlamassel verantwortlich? – Natürlich ist jeder für sich selbst verantwortlich! Treu dem Sartreschen Motto: „Der Mensch ist nichts anderes als wozu er sich macht“. Wenn wir es nicht schaffen in einer Welt voller Ratgeber über ein zufriedenes und glückliches Leben, glücklich und zufrieden zu sein, dann liegt die Verantwortlichkeit auf Seiten des Selbst, unabhängig in welcher politischen, gesellschaftlichen oder kulturellen Umgebung er sich befindet. Mit einem sarkastischen Unterton gibt Richter zu verstehen, dass alles zu haben, alles zu sein und/ oder alles zu tun, dennoch kein glückliches und zufriedenes Leben garantieren kann. Spätestens um ZWEI UHR NACHTS holt der Existentialismus uns ein und fragt nach dem authentischen Selbst.</span></p>




<p style="text-align:left;" align="JUSTIFY">„<span style="font-family:Loma;"><b>ZWEI UHR NACHTS“ </b>ist genau wie „FOR THE DISCONNECTED CHILD“ (UA Schaubühne Berlin, 2013.) ein grandioses Schauspiel, das diverse Künste -Musik, Tanz, Schauspiel, Text, Video- in ein harmonisches Ganzes ohne jeglichen Makel zusammenfügt. Die Musik von Helgi Hrafn J<span style="font-family:Bitstream Charter, serif;">ó</span>nsson und Valgeir Sigurdsson erweitert und untermalt wundervoll mit ihren Klängen die melancholischen und aufreibenden Szenerien, die voller Emotionen sind. Aber auch die Tänzer erweitern das gesprochene Wort und ersetzen es manchmal ganz durch Tanz, sodass der immer wiederkehrende Wunsch nach einer neuen Ausdrucksmöglichkeit gegeben ist. Neben Musik und Tanz als neue Sprachen, ist auch Chris Kondeks Videoinstallation über die Frankfurter Großstadt hervorragend und schafft nicht nur eine neue Ebene, sondern vergegenwärtigt gelungen in einigen Szenen Einsamkeit, Verlassenheit und die Kälte in einer Großstadt.</span></p>


[caption id="attachment_398" align="alignright" width="300"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-398" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1.jpg?w=300" alt="Foto: Birgit Hupfeld_Jorijn Vriesendorp_Marc Oliver Schulze." width="300" height="200" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1.jpg 1080w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1-768x512.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1-1024x683.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/04/sf_zweiuhrnachts_7609a-1-272x182.jpg 272w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a> Foto: Birgit Hupfeld_Jorijn Vriesendorp_Marc Oliver Schulze.[/caption]


<p style="text-align:left;" align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;">In der vorletzten Szene bei der alle Genres -Tanz, Musik, Video, Text- aufeinanderprallen, sind es in erster Linie die Bilderfluten, die mit mehreren Leinwänden bei den Zuschauern eine Überforderung der Aufnahmefähigkeit erzielen und dadurch bestens eine Analogie zu unserer transparenten Optimierungsgesellschaft mit ihren Leistungssubjekten herstellt. Getrieben aus den Momenten der Unruhe, tauchen bei den einzelnen Darstellern Sinnkrisen auf, wie so häufig in Richters Werken auf der Suche nach alternativen Lebens-, Arbeits- und Beziehungskonzepten. Aber können gefundene Alternativen wirklich einen Ausweg garantieren? – Gefangen im eigenen System, kommt die Identität abhanden und der Mensch ist nur noch eine Ressource; wie in dem Sci-Fi-Thriller „The Matrix“. Traum und Realität verschwimmen und die Sehnsucht nach einem anderen Leben macht sich breit. Jedes einzelne Mitglied des Ensembles <b>„ZWEI UHR NACHTS“ </b>trägt zu dieser atemberaubenden Inszenierung bei, sei es Constanze Becker als sarkastische Business-Frau, die wie jüngst die Unternehmen Apple und facebook ihren weiblichen Angestellten anbietet, ihre Kinder einzufrieren, oder Lisa Stiegler, die der Frau eine zentrale Stimme im Spiel gibt -was ich sehr lange Zeit bei Richters Inszenierungen vermisst habe- oder Marc Oliver Schulze, der auf der Suche nach sich und dem Anderen ist. <b>„ZWEI UHR NACHTS“ </b>ist eine herausragende Inszenierung und ich hoffe sie bleibt dem Schauspiel Frankfurt erhalten.</span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;"><b>Schauspiel Frankfurt (Bockenheimer Depot)| Premiere 1.2.2015| Weitere Informationen und Aufführungstermine: <a href="https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/premieren/2-am/">https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/premieren/2-am/</a># </b></span></span></p>

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		<title>&#8222;Hör’ma Houellebecqs Leichenteile sehen aus, wie ein Gemälde von Pollock!&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2013 16:43:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
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		<category><![CDATA[Düsseldorfer Schauspielhaus]]></category>
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<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/karteundgebiet_sebastianhoppe-1.jpg" alt="" class="wp-image-167" width="661" height="439" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/karteundgebiet_sebastianhoppe-1.jpg 525w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/karteundgebiet_sebastianhoppe-1-300x199.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/09/karteundgebiet_sebastianhoppe-1-350x233.jpg 350w" sizes="(max-width: 661px) 100vw, 661px" /><figcaption>&#8222;Karte und Gebiet&#8220; Christoph Luser Foto: Sebastian Hoppe  </figcaption></figure></div>



<p>Das Houelllebecqsche Künstlerdrama „<strong>Karte und Gebiet“</strong> erlebte am Wahlsonntag 2013 unter der Regie vom Postdramatiker Falk Richter eine gelungene Wiederaufnahme im Düsseldorfer Schauspielhaus.</p>



<p>Überall sind Bilder und Fotos auf dem schiefen Bühnenboden verteilt. Mikros. Kameras und unendlich viele Leinwände, die zeitweise als Tische, Stühle, Trennwände oder Türen fungieren, lassen beim Betreten des Spielraums Falk Richters Handschrift erkennen. Der Regisseur hat eine Vorliebe für moderne Technologie als theatralisches Element. Richters neuste Inszenierung <strong>„Karte und Gebiet“</strong> von Michel Houellebecq thematisiert einen jungen Künstler namens Jed Martin (Christoph Luser), der mit Fotografien von metallischen Utensilien und Karten eine Ausstellung plant. Damit die Ausstellung zum großen Erfolg wird, soll der stark umstrittene französische Autor Michel Houellebecq (Olaf Johannessen) das Vorwort für den Katalog schreiben. Leichter gesagt als getan, denn der französische Autor hat ein leichtes Alkoholproblem, was natürlich nur den hirnlosen Journalisten angelastet werden kann. Mal ehrlich, wer erträgt schon hohle Nüsse nüchtern. Und schließlich ist Houellebecq der &gt;&gt;Baudelaire des Supermarkts&lt;&lt;.</p>



<p>Neben der hochtalentierten schauspielerischen Leistung von Olaf Johannessen, der unter anderem als Houellebecq auftritt, fragt man sich, was der leicht verwirrte Jüngling als Verkörperung von Jed Martin auf der Bühne zu suchen hat. Nicht nur als Liebhaber mit schlecht gespielter Erektion, die ihn anscheinend peinlich zu spielen scheint, sondern auch sonst verblasst die schauspielerische Leistung von Christoph Luser –Nachname ist anscheinend Programm–. Zwei Mal muss die aufmerksame Souffleuse Pia Beine als ‚Textmobilisator‘ anspringen, damit die Inszenierung weiterlaufen kann und letztlich scheint Christoph Luser so gar nicht in seiner Rolle aufzugehen. Im Gegenteil zum restlichen Ensemble, wo die „Kratzszene Houellebecqs“ von Johannessen mehr erotische Spannung verbreitet als Lusers „Erektionsszene“. Auch die unglaublichen Verwandlungskünstler Moritz Führmann und Karin Pfammatter erweisen nicht nur Talent, sondern machen auch eine gute Figur auf der Bühne.</p>



<p>Die postdramatische Bühnenbearbeitung <strong>„Karte und Gebiet“</strong> von Falk Richter vermittelt hervorragenden den Künstlerroman von Houellebecq mit modernen Hilfsmittel als theatralische Elemente, wie der Einbindung von Projektionen und Livemusik von Malte Beckenbach. Genauso beeindruckend ist die Konstitution des Bühnenbildes von Katrin Hoffmann, das nicht nur Jed Martins Aussage: „Das Einzige, was ich in meinem Leben habe, sind Wände“ beherzigt, sondern Projektionen zur emotionalen Untermalung verwendet, wie in der Szene, wo Vater Martin über seine Zeit als Architekt erzählt. Hier werden architektonische Bauwerke eingeblendet. Zusammenfassend ist <strong>„Karte und Gebiet“</strong> ein absolutes Kunstwerk, denn selbst der am Ende zerstückelte Houellebecq erinnert an ein Gemälde von Pollock.</p>



<p>Düsseldorfer Schauspielhaus: So. 27.10., 19.30 Uhr</p>



<p>Karten unter (0211) 36 99 11 oder <a href="http://duesseldorfer-schauspielhaus.de/de_DE/Aktuell/Karte_und_Gebiet.783850#">http://duesseldorfer-schauspielhaus.de/de_DE/Aktuell/Karte_und_Gebiet.783850#</a></p>
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		<title>FOR THE DISCONNECTED CHILD – Eine Hommage an das „Andere-Selbst“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Jul 2013 17:36:39 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
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<p><iframe loading="lazy" title="»For the Disconnected Child« Trailer der Schaubühne Berlin" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/Sg5Dhkr3Gfo?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<blockquote>
<p><!--[CDATA[








<p align="JUSTIFY"]]--><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Wonach suchst Du? Hat Deine Suche überhaupt mal ein Ende? – Nähe? Zu abstrakt! Hey! Geh nicht weg! Bleib, bitte! – Tut mir Leid, Sie sind unvermittelbar. </span></p>
</blockquote>
<p style="text-align: right;">
</p><p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">In Falk Richters neuen Projekt <b>FOR THE DISCONNECTED CHILD </b>geht es um den Wunsch nach Nähe, Zuneigung und diese zulassen zu können. – Begegnung, Verbindung, Auflösung. – Die Disziplinargesellschaft wird zur Leistungsgesellschaft und das nach Nähe suchende Subjekt verfällt einem Optimierungszwang. Selbstoptimierung. Beziehungsoptimierung. Der Mensch unterliegt einer Narzissifizierung seines Selbst. Der Andere verschwindet, weil das Selbst die Andersartigkeit des Anderen nicht mehr wahrnimmt. Das narzisstische Selbst beginnt in dieser kapitalistischen Leistungsgesellschaft sich selbst auszubeuten. Ist ja auch viel produktiver als Fremdausbeutung. Die ständige Selbstoptimierung verläuft köhärent mit einer Selbstausbeutung, wodurch das Gehorsamsubjekt nun zum leistungsorientierten „Homo oeconomicus“ wird. </span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Wir sind am Ende der Liebe angekommen. Menschen können nicht mehr Bindungen eingehen, haben Angst vor Nähe und gleichzeitig Furcht vor der Einsamkeit. Das Zeitalter der neuen Technologien ermöglicht diverse Verbindungen mit einer unglaublichen Distanz, das heißt Beziehungen werden nicht mehr nah erfahren. Die Nähe als solche verschwindet. Die Bindungsfähigkeit des Menschen ist gestört, DISCONNECTED. Genau wie in der Psychologie: Disconnected Kinds. Autistische oder an ADHS erkrankte Kinder suche die Nähe zu ihrer Mutter. Voller Verlangen versuchen sie Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen mit der latenten Gewissheit, dass man Menschen nicht trauen kann. Vertrauen wird zur Herausforderung. Bindungsfähigkeit zu einem unerfüllbaren Wunsch. – MAMA! MAMA? HÖRST DU MICH? – Genau wie diese Kinder, sind die Menschen in Falk Richters Projekt <b>FOR THE DISCONNECTED CHILD.</b> Rastlos suchende Menschen nach Bindungen in einer Welt voller Möglichkeiten. Unfähig sich einzulassen, wie Peter Tschaikowskis Eugen Onegin. Ein freiheitsliebender Dandy, der Tatjanas gestandene Liebe dankend zurückweist. Eugen möchte seine Freiheit nicht für eine „wahrscheinlich lebenslange“ Bindung opfern. Falk Richter bettet diese Opernhandlung in sein Stück ein und lässt seine Figuren auf „Eugen Onegin“ blicken. Die Darsteller*innen (Franz Hartwig, Ursina Lardi, Stefan Stern, Tilman Strauß, Luise Wolfram) halten wie Eugen an ihrer selbst geschaffenen Freiheit fest. – Wenn eine selbstgeschaffene Freiheit zum Zwang wird, ist mensch dann noch frei? Oder unterliegt das von sich selbst entworfene Projekt „freier Mensch“ neoliberalen Zwangsstrukturen? – Liebe und der neoliberale Markt fusionieren miteinander. Der Arbeitsmarkt wird emotionalisiert und die zwischenmenschliche Beziehungen werden optimiert. Den optimalen Partner lernen wir heutzutage auf Dating- und Partnersuchwebseits kennen. Die Sprache verliert an Bedeutung, weil das Jargon des neoliberalen Marktes mit dem der Liebe zusammenfällt. Die Sprache tritt in den Hintergrund und der Klang wird zum zentralen Stilelement des Stücks <b>FOR THE DISCONNECTED CHILD</b>.</span></p>
<figure id="attachment_143" aria-describedby="caption-attachment-143" style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-143" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/07/helgihrafnjatildesup3nsson_fotoarnodeclair-1-681x1024.jpg" alt="helgihrafnjatildesup3nsson_fotoarnodeclair" width="305" height="459" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/07/helgihrafnjatildesup3nsson_fotoarnodeclair-1-681x1024.jpg 681w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/07/helgihrafnjatildesup3nsson_fotoarnodeclair-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/07/helgihrafnjatildesup3nsson_fotoarnodeclair-1-768x1154.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 305px) 100vw, 305px" /><figcaption id="caption-attachment-143" class="wp-caption-text">Helgi Jonsson, Foto: Arno Declair.</figcaption></figure>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">Sieben Komponisten (Malte Beckenbach, Achim Bornhoeft, Oliver Frick, Helgi Hrafn J<span style="font-family: Arial, sans-serif;">ónsson, Jan Kopp, Jörg Mainker, Oliver Prechtl) vertonen Texte von Falk Richter oder &#8218;</span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">kreieren eigene Kompositionen&#8216;</span><span style="font-family: Arial, sans-serif;">. Vier Sänger (</span>Helgi Hrafn J<span style="font-family: Arial, sans-serif;">ónsson, Borjana Mateewa, Gyula Orendt, Maraike Schröter) mit ergreifenden Stimmen schaffen es die Zuschauer*innen in ihrem Bann zu ziehen, sei es Melancholie oder sprühender Zynismus. So sorgt die Sopranistin Maraike Schröter für unglaublich viel Witz als sie die 12. Komposition &gt;&gt;Hör auf zu weinen&lt;&lt; singt. Die 12. Szene erinnert an eine Textszene von Falk Richters Inszenierung „Rausch“: „Bist du gut angekommen?“. Menschen, die Falk Richters Stücke kennen, werden feststellen, dass </span><b>FOR THE DISCONNECTED CHILD</b> ein Remix aus neuen und alten Schriften des Autors Richters ist. Besonderes viel Lob für seine atemberaubende Gesangsleistung bekommt Helgi Hrafn J<span style="font-family: Arial, sans-serif;">ónsson, der nicht nur eine begnadete Stimme hat, die zu Tränen rührt, sondern auch instrumental den Saal mit den passenden Klängen füllt.</span></span></p>
<div class="mceTemp">&nbsp;</div>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><b>FOR THE DISCONNECTED CHILD </b></span></span><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;">von Falk Richter ist eine einzigartige Aufführung, wo Text, Klang, Gesang und Tanz (Steven Michel, Franz Rogowski, Jorijn Vriesendorp) auf höchsten künstlerischen Niveau aufeinandertreffen. Die Zuschauer*innen bekommen einen facettenreichen Einblick (unterstützt durch das Bühnenbild von Katrin Hoffmann) in die Menschen unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft, die versuchen nahbare Liebe zu erfahren und das „Andere-Selbst“ als Erlösung für die selbstgeschaffene „Erfolgsdepression“ zu erkennen.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY">
</p><p align="JUSTIFY">
</p><p align="JUSTIFY"></p>
</div></div>



<p></p>



<p><strong>Sonntag, 5. April</strong><br><a href="https://www.schaubuehne.de/de/produktionen/for-the-disconnected-child.html">For the Disconnected Child</a><br>Text, Regie und Choreographie: Falk Richter</p>



<p><em>Premiere am 14.06.2013 an der Schaubühne am Lehniner Platz</em></p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>



<p><em>(Rezension vom 5.Juli 2013)</em></p>
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