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	<title>Goethe &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<item>
		<title>Toxische Männlichkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Jun 2019 20:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Akademie für Darstellende Kunst Baden Württemberg]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Ego-Mephisto auf der Bühne. Und das auch noch in dreifach anzugtragender Ausführung. Die jungen Schauspieler (Daniel Noël Fleischmann, Christoph Gummert,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ego-Mephisto
auf der Bühne. Und das auch noch in dreifach anzugtragender
Ausführung. Die jungen Schauspieler (Daniel Noël Fleischmann,
Christoph Gummert, Justus Wilcken) strotzen nur so vor gnadenloser
Männlichkeit, wenn sie versuchen, den <em>„ganzen
Kreis der Schöpfung“</em>
zu fassen. Statt wie Goethes Faust vom <em>„Himmel
durch die Welt zur Hölle“</em>,
beginnt das Gastspiel <em>„Faust.
Montagearbeit am deutschen Klassiker“</em>
(UA Akademie für Darstellende Kunst Baden Württemberg, 2018) des
Regisseurs Max Schaufuß direkt in der Hölle und geht noch weiter in
den Keller, genauer: Den Kerker, in dem der Österreicher Josef
Fritzl seine junge Tochter 24 Jahre gefangen gehalten hat. Sie wurde
mehrfach vergewaltigt, hat zahlreiche Kinder gebären müssen, deren
siebtes nach der Geburt verstarb und vom Vater im Ofen verbrannt
wurde. Das schockierende Gewaltverbrechen erschütterte 2008 die Welt
und veranlasste die Autorin Elfriede Jelinek, die bestürzende Tat
mit Goethes <em>Gretchentragödie</em>
zu verbinden. Entstanden ist <em>„Faustin
and Out“</em>,
ein Schreckensspiel mit ungefilterter Sprache, um die Perversität
des Vaters, Schöpfers und Mannes schonungslos wiederzugeben. 
</p>



<p>Jelineks Wunsch, das Drama <em>„Faustin and Out“ </em>nur in Verbindung mit Goethes <em>Faust</em> aufzuführen, kommt Schaufuß und die Dramaturgin Annika Henrich*) in ihrer Spielfassung nach – und mischt noch einiges mehr hinzu. Der Mann, der nicht Gott ist, aber so gerne Gott spielen möchte, steht hier als Schöpfer und Zerstörer auf der Bühne. Daneben die Frau, eine nörgelnde und stinkende Nymphomanin, die immer gleich zum Arzt rennt. <em>„Die Fotze will nur durchgefickt werden, ansonsten geht sie fremd“</em>, heißt es, wenn in einer Art szenischer Lesung der Text des längst vergessenen, YouTube-Phänomens <em>„Assi-Toni“</em> in seiner ganzen, quälenden Länge vorgetragen wird. Schaufuß‘ Montagearbeit erreicht in dieser Beschimpfung ihren Höhepunkt. Die Frau, eine minderwertige, lustgeile Fotze. Kein Individuum mit Subjektcharakter. Nur ein fickbares Stück Fleisch, welches den Mann seiner Männlichkeit beraubt.</p>



<p>Der
Versuch, die toxische Männlichkeit unserer Gesellschaft zu
punktieren, funktioniert nicht, indem die Frau in der Manier einer
Schmähung unkommentiert diffamiert wird. Der in den Worten liegende
Hass, die angestaute Wut und Aggression, mildern sich kaum durch
stimmige Ästhetik und teilweise humorvollen Zynismus. Jelineks
<em>„Faustin
and Out“</em>
ist ein Drama gegen die konsumistische Gewalt an der Frau, nicht
dafür. Auch der homosexuelle Mann unterliegt der Toxizität. Der
Begriff <em>„schwul“</em>
wird hier mit abwertendem Charakter aufgegriffen und für billige
Lacher ausgenutzt. Homophobie wird drastisch reproduziert. Der
Regisseur Schaufuß gebraucht den Begriff <em>„schwul“</em>
als Diffamation auf der Bühne, somit erkennt er diese an.
Tatsächlich rassistisch erscheint eine Szene, in der ein
Schauspieler sich das Rindebecken vom Schlagzeug auf den Kopf setzt
und ein vermeintliches Klischee der chinesischen Bevölkerung
nachahmt.</p>



<p>In
Anbetracht des wachsenden europäischen Rechtspopulismus, in dem die
homosexuelle Minderheit vermehrt (staatlicher) Gewalt ausgesetzt ist,
ist dies nicht ohne weiteres tragbar. Auch ein junger Künstler
sollte sich mit gegenwärtigen politischen Verhältnissen
auseinandersetzten, eine Sensibilität entwickeln, sich seiner
politischen Verantwortlichkeit bewusst sein und dementsprechend
agieren. 
</p>



<p>Das
maskuline Gift in der Inszenierung <em>„Faust.
Montagearbeit am deutschen Klassiker“ </em>ist
auf Provokation und Aggression aus, erreicht dies aber nur durch
politische Intoleranz und Desavouierung von Opfern und nicht durch
einen kritisch-reflektieren Umgang mit dem Patriarchat. Latente
Kritik, die sich in übertriebener Gestik oder Mimik äußert, ist
angesichts der permanent reproduzierten Sprache der Gewalt nicht
ausreichend. Sie ist zu subtil, wirkt nicht und ist missverständlich.
Ein kritischer Umgang mit toxischer Männlichkeit gehört
ausgesprochen, vor allem im Sprechtheater. 
</p>



<p>Regisseur Schaufuß hat sich mit dieser Arbeit selber vergiftet, indem er die Macht der Sprache unterschätzt, sie mit der Gewalt der Bilder kreuzt und dadurch noch verdoppelt. Die Vergewaltigung einer Babypuppe auf der Bühne, welche im Anschluss ein Kind gebärt, ist als zusätzliche Eskalation pietätslos und keine geeignete Anspielung. Es entsteht eine Szene ohne wirklichen Bezug. Die Hölle, die Schaufuß auf der Bühne entfacht, ist keine imaginäre und kritische Welt. Kein reflektierter Blick auf Maskulinität, sondern bloße Bespiegelung einer rassistisch-patriarchalen Gesellschaft.</p>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading"></h2>



<p> *) <em>Appendix: </em>Die Rezension ist ein Beitrag für den <em>OUTNOW-BLOG 2019. </em>Nachdem die Redaktion <em>–vor Veröffentlichung meiner Kritik– </em>dem Produktionsteam der Inszenierung <em>„Faust. Montagearbeit am deutschen Klassiker.“</em> (BA-Inszenierung 2018) meine Rezension geschickt hatte <em>–ohne Absprache und weswegen, bleibt unklar–</em> , ist die junge Dramaturgin Annika Henrich auf mich zu gekommen, beschwerte sich über meine Kritik und den vorgeworfenen Rassismus. Sie erklärte mir Details aus dem Probenprozess, in dem sie auch Zweifel über die sexistischen Textpassagen gehabt hatte, welche die männliche Besatzung ihr aber durch eine weitere Erläuterung genommen hatten. Anschließend sei sie mit den Passagen einverstanden gewesen. Fügte aber zugleich hinzu, dass die Schauspieler, nach den Proben immer <em>„weinend unter der Dusche“</em> standen, weil sie den sexistischen Text nicht sprechen wollten.<em> „Rassistisch (Sexistisch) </em>sei die Inszenierung aber nicht“, vergewisserte mir die junge Dame, die diffamierte Frau müsse, eigentlich Mitleid mit den <em>toxischen Männern</em> haben. <br></p>
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		<title>Was bleibt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Nov 2016 09:10:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p style="text-align: left;" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Wir sind alle <i>SUPER MEGA KRASS BUSY</i>. Heute. Morgen. Eigentlich die ganze Zeit; wir sind müde und ausgelaugt.</span></span></p>




<blockquote>


<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sorry, ich habe keine Zeit mit Dir zu sprechen, Dir zu zuhören oder mich um Dich zu kümmern. Das wollte ich Dir nur sagen. Du … ICH BIN MOMENTAN <i>ECHT SUPER MEGA KRASS BUSY</i> … Das wollte ich Dir JETZT nur sagen. Deswegen schreibe ich Dir und rufe Dich an. Ich dachte Du solltest wissen, dass ich <i>SUPER MEGA KRASS BUSY </i>bin. … Und müde. Natürlich. Komme kaum noch zum Schlaf.</span></span></p>


</blockquote>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Ubuntu;">In Falk Richters und Nir de Volffs Inszenierung </span><span style="font-family: Ubuntu;"><b>NEVER FOREVER</b></span><span style="font-family: Ubuntu;">, welche im September 2014 an der Schaubühne Berlin Uraufführung feierte, befinden sich die Charaktere mitten in unserer digitalen Leistungsgesellschaft. Isoliert und arbeitend, leben wir mehr oder minder vor uns hin und suchen nach Leben. Nach wahren Begegnungen, die uns spüren lassen, dass wir existieren. Gemeinsam zusammenlebend. Beziehung. NEIN! DAS IST MIR ZU NAH. – Die Angst vor Nähe und vor der Symbiose, in der das eigene Ich mit dem Anderen zu verschmelzen droht, lässt das Ich ins Digitale verschwinden. Das Netz schafft Nähe. Schafft (erträgliche) Verbindungen, die ich jederzeit kappen kann. Jeder ist für sich. Getrennt und doch verbunden. Wir leben in einem Neoliberalismus, der Kapitalakkumulation über Isolation betreibt. Der Autor und Regisseur Richter schafft mit </span><span style="font-family: Ubuntu;"><b>NEVER FOREVER </b></span><span style="font-family: Ubuntu;">ein Äquivalent zu unserer Gesellschaft. Ein Ebenbild, welches sich in abgetrennten Zimmern und Zellenblöcken abspielt. Beziehungen gehen auf und ab, sodass mensch es gar nicht mehr aushalten kann. </span></span></span></p>




<p style="text-align: center;"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1410258436_k1600_never_forever-1641-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-778 aligncenter" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1410258436_k1600_never_forever-1641-1.jpg" alt="Regine Zimmermann. Foto: Arno Declair" width="366" height="550" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1410258436_k1600_never_forever-1641-1.jpg 366w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1410258436_k1600_never_forever-1641-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1410258436_k1600_never_forever-1641-1-299x450.jpg 299w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1410258436_k1600_never_forever-1641-1-166x250.jpg 166w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1410258436_k1600_never_forever-1641-1-136x205.jpg 136w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1410258436_k1600_never_forever-1641-1-60x90.jpg 60w" sizes="(max-width: 366px) 100vw, 366px" /></a><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Regine Zimmermann. Foto: Arno Declair</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Ubuntu;">Und lieber allein bleiben möchte; wäre da nicht der Wunsch nach Nähe. Gefangen in einer melancholischen Stimmung sind die Schauspieler und Tänzer auf der Suche nach sich selbst, haben Angst sich durch den Anderen, beziehungsweise durch die Anderen zu verlieren. Dafür setzt die Inszenierung auf Monologe oder Solos. Die Verbindung zum Anderen erfolgt meist über ein Kommunikationsmedium oder durch Spiegelung. Das narzisstische Ich versucht über die Spiegelung mit dem Anderen in Kontakt zu treten, eine Beziehung aufzubauen und sich Selbst zu finden. Aber statt Selbstfindung, bleibt nur die unerträgliche Nähe und der Selbstverlust. Denn, wer ist der Mensch unter all den Möglichkeiten und Rollen?</span></span></span></p>




<blockquote>


<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i><span style="font-family: Ubuntu;">»Ich bin Deine Tochter.</span></i></span></span></p>




<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i><span style="font-family: Ubuntu;">Also das kann nicht sein. Die Mutterrolle habe ich immer abgelehnt, die wollte ich nicht spielen.« </span></i></span></span></p>


</blockquote>




<p align="JUSTIFY"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-769 size-large" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1-684x1024.jpg" alt="NEVER FOREVER von Falk Richter Regie: Falk Richter Choreographie: Nir de Volff/TOTAL BRUTAL Bühne: Katrin Hoffmann Kostüme: Daniela Selig Dramaturgie: Nils Haarmann Licht: Carsten Sander Schaubühne Berlin, Uraufführung am 9.9.2014 mit Florian Bilbao, Katharina Horn, Johanna Lemke, Ilse Ritter, Christopher Scherer, Kay Bartholomäus Schulze, Tilman Strauß, Regine Zimmermann Copyright by Arno Declair Birkenstr. 13b, 10559 Berlin Telefon +49 (0) 30 695 287 62 mobil +49 (0)172 400 85 84 arno@iworld.de Konto 600065 208 Blz 20010020 Postbank Hamburg IBAN/BIC : DE70 2001 0020 0600 0652 08 / PBNKDEFF Veröffentlichung honorarpflichtig! Mehrwertsteuerpflichtig 7% USt-ID Nr. DE118970763 St.Nr. 34/257/00024 FA Berlin Mitte/Tiergarten" width="684" height="1024" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1-684x1024.jpg 684w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1-301x450.jpg 301w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1-768x1150.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1-1026x1536.jpg 1026w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1-1368x2048.jpg 1368w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/11/1404132125_k640_never_forever-1316-1-414x620.jpg 414w" sizes="(max-width: 684px) 100vw, 684px" /></a><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Ensemble. Foto: Arno Declair</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Ubuntu;">Verstörend, prallen die Protagonisten gegen Wände oder hauen mit dem Hammer auf dem Tisch. Verletzen sich, um sich zu spüren. Die Szenen erscheinen, wie  das Innenleben eines von Borderline-Erkrankten Individuums. Richter hat mit dem Choreografen Nir de Volff eine veränderte ästhetische Richtung eingeschlagen, die mehr Brutalität und Gewalt zulässt, um hervorzuheben, dass unsere Gesellschaft in Körper und Seele Spuren hinterlässt. Nir de Volff zeigt mit seinen Tänzern von </span><span style="font-family: Ubuntu;"><i><b>Total Brutal</b></i></span><span style="font-family: Ubuntu;"> das </span><span style="font-family: Ubuntu;"><i>Gegenwarts-Indivduum</i></span><span style="font-family: Ubuntu;"> : erschöpft, isoliert, einsam, verletzt. SYSTEMFEHLER. Der Mensch durchlebt im Zeitalter der Digitalität eine Wandlung. Es wird zum narzisstischen Leistungssubjekt, das keiner Beziehung stand hält und sich immer wieder als Projekt-Ich neu entwerfen muss. Genau wie Goethes Gretchen prophezeit die Schauspielerin Ilse Ritter den Untergang der Menschen: </span></span></span></p>




<blockquote>


<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Ubuntu;"><i>»</i></span>Meine Ruh ist hin. Mein Herz ist schwer. Ich finde sie nimmer und nimmermehr. Wo ich ihn nicht hab, Ist mir das Grab. Die ganze Welt Ist mir vergällt. Mein armer Kopf Ist mir verrückt. Meiner armer Sinn Ist mir zerstückt.<span style="font-family: Ubuntu;"><i>« </i></span></span></span></p>


</blockquote>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Ubuntu;"><b>NEVER FOREVER </b></span><span style="font-family: Ubuntu;">ist ein hartes Stück Realität, in der der Mensch an der digitalen Leistungsgesellschaft körperlich und seelisch zugrunde geht. Düster und brutal angehaucht, versucht das Ensemble die Zuschauer ästhetisch wachzurütteln und zu erklären, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft bewegt. Narzissmus, Isolation und ein ständiges Leistungsstreben, das für individuellen Zerfall und für Kapitalakkumulation sorgt. Nichts bleibt. Nichts hält. Alles entwirft sich immer wieder neu; bis alles verschwunden ist.</span></span></span></p>


[embed]https://www.youtube.com/watch?v=z3Uiwu5hf1g[/embed]


<p align="LEFT"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>NEVER FOREVER</b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">| weitere Spieltermine an der Schaubühne Berlin: <a href="http://www.schaubuehne.de/de/produktionen/never-forever.html/m=318">http://www.schaubuehne.de/de/produktionen/never-forever.html/m=318</a> | Karten unter: <a href="mailto:ticket@schaubuehne.de">ticket@schaubuehne.de</a> oder 030/89 00 23. </span></span></p>

]]&gt;		</p>
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