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	<title>Gender &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<title>Gender &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<item>
		<title>Monthly #1 – Penis? Nein, danke! Ich bin eine starke Frau.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Mar 2025 09:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Monthly]]></category>
		<category><![CDATA[Emanzipation der Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Femizid]]></category>
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		<category><![CDATA[Toxizität]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Gegenwart ist mehr denn je toxisch, alles erkrankt, alles stirbt und die erbärmliche Ursache hierfür liegt in der Natur des fragilen Mannes. Schlichte Männer, ohne besonderen Eigenschaften, die nach Privilegien verlangen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<figure style="aspect-ratio:16/9;width:400px;height:500px;" class="wp-block-post-featured-image"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="612" height="612" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Monthly-1-Flagge.png" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="" style="width:100%;height:100%;object-fit:contain;" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Monthly-1-Flagge.png 612w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Monthly-1-Flagge-450x450.png 450w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Monthly-1-Flagge-300x300.png 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Monthly-1-Flagge-250x250.png 250w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Monthly-1-Flagge-205x205.png 205w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/Monthly-1-Flagge-90x90.png 90w" sizes="(max-width: 612px) 100vw, 612px" /></figure>


<p>Unsere Gesellschaft ist durchweg toxisch – die Ursache liegt hierfür in der Natur des fragilen Mannes; typischer Mensch ohne vollständig herangereifte Persönlichkeit, die sich geistig entfalten konnte.</p>



<p>Vermutlich ist die Ursache für diese Toxizität (wieder einmal) eine Frau; namens Mutter, welche dem Jungen eine eigenständige mentale Entwicklung widersagte. Vermutlich war der Vater (wieder einmal) schuldlos abwesend. Denn der Mann trägt niemals die Schuld an einer Misere; dies sagen schon etliche religiöse Schriften.</p>



<p>Und nun? Müssen wir, emanzipierte Frauen und weitere Individuen, darunter leiden? Selbstverständlich!</p>



<p>Zumindest vergeht bei mir kein Tag, an dem ich nicht einem toxischen Mann begegne (oder männlich-gesellschaftlich integrierten Frauen). Ständig wird meine weibliche Person, die sich den gesetzten Normen des Mannes widersetzt, in einen Konflikt gezwungen. Ständig muss meine weibliche Person in den Kampf ziehen, sich zur Wehr setzen, um einer männlich konstruierten Disbalance aus Demütigung und Degradierung entgegenzuwirken.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der wahre und offene Blick kennt keinen Penisneid</h3>



<p>Oft werde ich müde; oft weiß ich, dass es ein Mangel an intellektuellen Fähigkeiten ist, der diesen Personen den wahren gesellschaftlichen Blick verwehrt. Ein Blick, der erkannt hat, dass der Mann keineswegs die Krone der Schöpfung ist und dass es mehr als <a href="https://amzn.to/42i6jFL" target="_blank" rel="noopener" title="">Zwei-Geschlechter</a> gibt. Für diese noch immer im Patriarchat lebenden Personen verschließt sich die globalisierte Welt und sie fürchten sich.</p>



<p>Ihre Furcht vor dem Gebrauch ihrer mentalen Kräfte, ist mein alltäglicher Konflikt. Ihre Furcht, ihre Faulheit und ihr Wunsch nach Privilegien machen meine Person zu einer Aussätzigen, weil ich mich aus dem Spiel des Mannes ausgestiegen bin.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="683" height="1024" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-3486" style="width:303px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-683x1024.jpg 683w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-300x450.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-768x1152.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-1024x1536.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-1365x2048.jpg 1365w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-413x620.jpg 413w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/03/krzysztof-hepner-kKHuZJTXWec-unsplash-scaled.jpg 1707w" sizes="(max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Krzysztof Hepner | Unsplash</figcaption></figure>
</div>


<p>Mein Blick ist offen und wahr. Er erkennt, dass Frauen schöpfen und die Früchte tragen. Es ist nicht der Mann, der gebären kann. So ist der <a href="https://amzn.to/4lpq2e3" title="">Penisneid von Freud</a> auch nur eine traurige Geschichte des Mannes, der Angst vor Frauen hat, sie demütigen und töten muss, um ihre schöpfende Kraft zu leugnen.</p>



<p>Täglich werden weltweit Frauen durch die Hand eines Mannes geschändet, drangsaliert und getötet. In den meisten Medien, denen das Patriarchat innewohnt, sind diese Taten Beziehungs- und Liebesdramen. Es scheint selbstverständlich, dass die Lebenspartnerin sich dem Mann unterordnen muss.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Femizid?! – Nein, der Mann nimmt nur seine konstruierte Penis-Position wahr!</h3>



<p>Femizid?! – Nein, der Mann hat nur seine konstruierte Penis-Position wahrgenommen und die nötigen Konsequenzen gezogen. Das Stück wedelnde Fleisch verleiht ihn in seinen Augen einen höheren Status. Außerhalb der Imagination des Mannes ist der Penis kein Zepter der Macht. Der Penis ist und bleibt ein Stück Fleisch, welches ohne die Frau zu keinerlei natürlichen Schöpfung fähig ist.</p>



<p>Dieser wahre Blick macht dem Mann Angst. Seine <a href="https://amzn.to/44lbV37" target="_blank" rel="noopener" title="">Angst ist existenziell</a>, denn mit dem Verlust des imaginierten Penisneides gehen alle Privilegien verloren. Der Mann wird zu einer schlichten Person ohne besonderen Status und ohne besonderen Eigenschaften.</p>



<p>Zu Recht fürchtet sich der Mann vor uns, den emanzipierten Frauen, denn wir sind frei und wir werden, wie die Amazonen, weiter für uns und für einen offenen Blick auf die globalisierte Welt kämpfen. Wir, Frauen, fürchten uns nicht vor einem Stück wedelnden Fleisch. Die Zeiten des Neides sind vorbei. Wir, Frauen, haben erkannt, dass wir die Schöpferinnen sind und keinen Mann für unsere Geschichte brauchen.</p>
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		<title>Loblied auf das emanzipierte Geschlecht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2019 10:23:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Studies]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Jenny König]]></category>
		<category><![CDATA[Katie Mitchell]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Singer]]></category>
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					<description><![CDATA[„Nothing exist“ brüllen die adeligen Partygäste während sie tanzend durch die nebeligen Clubs der Londoner Society streifen. Mit dabei die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">„<span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>Nothing exist“</i> brüllen die adeligen Partygäste während sie tanzend durch die nebeligen Clubs der Londoner Society streifen. Mit dabei die junge Orlando, eine britische Schriftstellerin. Sie ist vor einigen Tagen in Konstantinopel als Botschafterin eingetroffen und eigentlich auf der Flucht vor ihrer hartnäckigen Verehrerin, der Erzherzogin Harriet. Orlando war vor ihrer Ankunft in die muslimische Stadt ein viel umworbener Mann. Ein mehrtägiger Schlaf aufgrund sozialer Unruhen, ließ sie zur Frau werden. Nun feiert Orlando, wie sie es gewohnt ist, ausgiebig und mit vielen Sexualpartnern; bis sich die Zustände zuspitzen und sie zur Rückkehr nach England gezwungen ist.</span></span></p>
<p><figure id="attachment_2470" aria-describedby="caption-attachment-2470" style="width: 283px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" class="wp-image-2470" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/09/1568107329_k1600_pr8a0919_copystephencummiskey.jpg" alt="" width="283" height="425" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/09/1568107329_k1600_pr8a0919_copystephencummiskey.jpg 533w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/09/1568107329_k1600_pr8a0919_copystephencummiskey-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/09/1568107329_k1600_pr8a0919_copystephencummiskey-300x450.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/09/1568107329_k1600_pr8a0919_copystephencummiskey-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/09/1568107329_k1600_pr8a0919_copystephencummiskey-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/09/1568107329_k1600_pr8a0919_copystephencummiskey-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/09/1568107329_k1600_pr8a0919_copystephencummiskey-413x620.jpg 413w" sizes="(max-width: 283px) 100vw, 283px" /><figcaption id="caption-attachment-2470" class="wp-caption-text"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: xx-small;"> „Orlando“ Konrad Singer und Jenny König, <br />Foto: Stephen Cummiskey.</span></span></figcaption></figure></p>
<p align="justify"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Regisseurin Katie Mitchell inszeniert mit viel Feingefühl für Geschlechterfragen an der Berliner Schaubühne Virginia Woolfs Roman </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>„Orlando“</i></span></span> <span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">(Premiere 5. September 2019) und trifft mit ihrer Vorliebe zum Film den Kern von Woolfs Roman. Sie lässt das Publikum beschämt auf die sexualisierte Frau Orlando schauen, </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">welche durch die unterschiedlichen Sexualpartner zur Hure wird. Der männliche Orlando hat beim Herumhuren gesellschaftlich mehr Anklang gefunden. Die junge Orlando, hier gespielt von Jenny König, sieht </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">sich durch die Erzählerin (Cathlen Gawlich), immer wieder mit dem </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">konstruierten Geschlecht </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">(auch benannt als </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>Gender</i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">)</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> konfrontiert. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Die gesellschaftlichen Anforderungen an ein bestimmtes Geschlecht wandeln sich wie Orlando durch die unterschiedlichen Zeitalter. In vielen Ebenen erarbeitet die Regisseurin das Gender satirisch heraus. Beispielsweise erfährt die weibliche Orlando sich als heiratsfähiges Subjekt und begegnet ihrem zukünftigen Verlobten auf einem weißen Pferd; </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">hier bedient sich die Regisseurin eines </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">überlieferten</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> Märchen-Bildes. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Mitchells Bühnenfassung spielt auf einem Filmset mit Live-Video in minutiöser Abstimmung, </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">ergänzt sich mit Videoaufnahmen und  </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">einer</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> Erzählerin, die unter anderem Teile aus Woolfs Roman vorliest. Mit fast 90 Kostümwechsel </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">ist das Bühnengeschehen eine beeindruckende Leistung. Wobei der Blick zum größten Teil des Abends auf die bühnenbildimmanente Leinwand fällt, anstatt auf die Bühne selbst. Intensiver als gewohnt vermischt Mitchell das Genre Film mit Theater, </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">was ihr einen größeren Spielraum ermöglicht, gleichzeitig aber wegen den Übergängen eine (zeitliche) Herausforderung beschert; die sie mit ihrem Team gut meistert. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Ensemblemitglied Jenny König verkörpert die Figur Orlando in seinen beiden Geschlechterrollen passend und kritisch, sodass die gewonnene Emanzipation vom Gender glaubhaft zu einer notwendigen Befreiung des Sexes führt. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Mitchell behandelt das Gender </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">in ihrer Inszenierung </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><i>„Orlando“</i></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> wie ein Kostüm und kleidet ihre Schauspieler, wie die hübsche </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">blonde</span></span> <span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Erzherzogin </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Harriet </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">(Konrad Singer),</span></span> <span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">situationskomödiantisch. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">Die anmutige Blondine outet sich schließlich als Mann, um Orlando zu verführen.</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> Problematisch an d</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">ieser Bühnenfassung</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"> bleibt, dass der Mann noch immer als natürlicher Mensch gesehen wird und die Frau sich von einem aufgedrängten Konstrukt befreien muss. </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">So bleibt das Bild kritiklos </span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">be</span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;">stehen, der Mann sei das ursprüngliche Subjekt.</span></span></p>
<p align="justify">
<p align="justify"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Weitere Vorstellungen </span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">von „Orlando“ an der Schaubühne Berlin</span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">:</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> 11.9., 12.9., 13.9., 25.10., 26.10., 27.10. 2019</span></span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> Karten unter: </span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">030 890023 oder </span></span></span><span style="font-family: CMU Concrete;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">ticket@schaubuehne.de</span></span></span></p>
<p><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Forlando-katie-mitchell-schaubuehne-berlin%2F&amp;linkname=Loblied%20auf%20das%20emanzipierte%20Geschlecht" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Forlando-katie-mitchell-schaubuehne-berlin%2F&amp;linkname=Loblied%20auf%20das%20emanzipierte%20Geschlecht" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Forlando-katie-mitchell-schaubuehne-berlin%2F&amp;linkname=Loblied%20auf%20das%20emanzipierte%20Geschlecht" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Forlando-katie-mitchell-schaubuehne-berlin%2F&#038;title=Loblied%20auf%20das%20emanzipierte%20Geschlecht" data-a2a-url="https://freigeist-magzine.de/orlando-katie-mitchell-schaubuehne-berlin/" data-a2a-title="Loblied auf das emanzipierte Geschlecht"></a></p>]]></content:encoded>
					
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		<title>AUSVERKAUF MONOGAMIE</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Mar 2017 22:15:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungsbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalität]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
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		<category><![CDATA[Patrick Wengenroth]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Mit <i>&gt;&gt;LOVE HURTS IN TINDER TIMES&lt;&lt; </i>läutet der Regisseur Patrick Wengenroth mit seinem Ensemble das Ende der Zweierbeziehung ein. Das Stichwort lautet: POLYGAMIE.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Bedingungslose Liebe ist im Zeitalter der Digitalität und der modernen Technologien nur noch in raren Mengen erhältlich. Liebe ist zur Ware geworden. Ein Produkt des Menschen, welches nicht nur an Bedingungen, sondern auch Transaktionen geknüpft ist. Und je mehr Liebe, Zuneigung und Bestätigung wir erlangen, umso wertvoller fühlen wir uns. Jedes Like auf Facebook, jedes Match bei Tinder und jedes Kompliment bestärken unser Ego. Damit wir unsere vielfältigen Bedürfnisse befriedigen können, unser überleben sichern, benötigen wir mehrere Arrangements. Da kann es schon passieren, dass auf die vielen Gefühle mehrere Partner fallen, zumindest ergeht so es dem Pop-Ensemble von <i>&gt;&gt;LOVE HURTS IN TINDER TIMES&lt;&lt;. </i>Gemeinsam hinterfragen sie die Liebe im digitalen Zeitalter und das abgelaufene Beziehungsmodell: Monogamie. Wie der Schauspieler Mark Waschke so schön fragt: &gt;&gt;Why the fuck?&lt;&lt;</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><a style="font-size: small;" href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1486044966_k1600_love_hurts_gp-7361-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-870 size-full" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1486044966_k1600_love_hurts_gp-7361-1.jpg" alt="" width="1000" height="666" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1486044966_k1600_love_hurts_gp-7361-1.jpg 1000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1486044966_k1600_love_hurts_gp-7361-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1486044966_k1600_love_hurts_gp-7361-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1486044966_k1600_love_hurts_gp-7361-1-768x511.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1486044966_k1600_love_hurts_gp-7361-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1486044966_k1600_love_hurts_gp-7361-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1486044966_k1600_love_hurts_gp-7361-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1486044966_k1600_love_hurts_gp-7361-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1486044966_k1600_love_hurts_gp-7361-1-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Rechts nach Links: Matze Kloppe, Lise Risom Olsen, Mark Waschke, Andreas Schroeders. Foto: Gianmoreo Bresadola.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die Liebe ist ein grenzüberschreitendes Transzendent, sie ist Kommunikation und erkennt das Subjekt nicht als bloßes Objekt, sondern lernt das andere Subjekt in seiner Eigenart anerkennen. Bei modernen Beziehungsmodellen liegt ein besonderer Fokus auf: RESPEKT und KOMMUNIKATION. Ansonsten können Polygamie und Polyamorie nicht ohne weiteres funktionieren, es sei denn die freie Liebe verkommt zur Affäre, aber das ist ein anderes Phänomen.</span></span></p>




<blockquote>


<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>&gt;&gt;Wenn man liebt, hinterlässt man Spuren&lt;&lt;</b> <i>(Patrick Wengenroth)</i></span></span></p>


</blockquote>




<p align="JUSTIFY"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-877" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839-1.jpg" alt="1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839" width="1000" height="666" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839-1.jpg 1000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839-1-768x511.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/03/1485535119_k1600_love_hurts_fp-6839-1-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Patrick Wengenroth. Foto: Gianmoreo Bresadola.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Patrick Wengenroths Inszenierung <i>&gt;&gt;LOVE HURTS IN TINDER TIMES&lt;&lt;</i>, in der der Regisseur selber als Frau mit legendärer Stimme auftritt, befindet sich musikalisch im 80-iger Jahre Pop, genau wie die Erzählungen vom Flaschendrehen des Schauspielers Mark Waschke und die Performanz des Geschechts, in der Wengenroth und Ensemble betonen möchten, dass Liebe eine Handlung ist, die immer wieder erneuert werden muss. Weswegen Schauspielerin Lise Risom Olsen mit ihrem Kollegen Andreas Schröder gerne einen revolutionären Ausflug zu Nestl<span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;">ė</span> machen möchte. Neben den gelungenen musikalischen Einlagen, komplexen Passagen, nimmt das <i>&gt;&gt;Body-auf-Leinwand&lt;&lt;</i> eine eigentümliche Rolle in der Inszenierung ein, wird zum Happening selbst und verdeutlicht, wie der Körper im digitalen Zeitalter mehr denn je zum Ausstellungsobjekt geworden ist. Ein rundum gelungener Abend, dem man gerne beiwohnt.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>&gt;&gt;LOVE HURTS IN TINDER TIMES&lt;&lt;</b></span></span><span style="font-family: Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">| Schaubühne Berlin | Spieltermine: 25.4., 26.4., 7.5., 26.5. jeweils um 19.30 Uhr und 24.5. um 20 Uhr| Karten unter: <a href="mailto:ticket@schaubuehne.de">ticket@schaubuehne.de</a> </span></span></p>

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		<title>SEARCHING FOR A PLACE OF BELONGING</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2015 08:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Anouk van Dijk]]></category>
		<category><![CDATA[Belonging]]></category>
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		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
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		<category><![CDATA[Karen Sibbing]]></category>
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		<category><![CDATA[Malte Beckenbach]]></category>
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		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Schaubühne Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen Philipps]]></category>
		<category><![CDATA[Zugehöhrigkeit]]></category>
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<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Das multitalent Falk Richter und die herausragende Choreografin Anouk van Dijk begaben sich am 26. Mai 2015 an der Berliner Schaubühne mit ihrer Inszenierung „Complexity of Belonging“ auf die Suche nach dem Begriff von Zugehörigkeit. Dabei formulieren sie basierend auf persönlichen Geschichten und Improvisationen mit Text, Performance und Bewegung individuelle Standpunkte, die vor dem Hintergrund eines weiten australischen Himmelpanoramas (Robert Cousins) aufeinander treffen, auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen und dadurch das Publikum nicht nur bezaubern, sondern vergegenwärtigen, wie politisches Theater heute sein kann.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Alle sind auf der Suche nach Identität beziehungsweise dem Gefühl von Zugehörigkeit; egal ob Frau, Mann, heterosexuelles oder homosexuelles Pärchen. Ihr Alltag ist ständig von Fragen begleitet: Wer bin ich? Wer sind wir? Was macht uns aus? Wo gehören wir hin? Und wer gibt uns vor, wer, wie, was wir sein sollen? Ist es die Gesellschaft? Sind es die Eltern oder die Herkunft, die für mein Zugehörigkeitsgefühl verantwortlich sind und mir sagen sollen, wie ich zu sein habe? </span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">In Falk Richters und Anouk van Dijks fünftem gemeinsamen Projekt „Complexity of Belonging“, in der fünf Tänzer und vier Schauspieler unterschiedlich miteinander agieren und sich in Szene setzen, begibt sich die französische Forscherin Eloise (Eloise Mignon) auf die Suche nach dem Begriff von Zugehörigkeit. Mittels Interviews über Herkunft, Beziehung, Gemeinschaft versucht sie sich dem Begriff und dem Gefühl von Zugehörigkeit zu nähern. Dabei trifft sie auf unterschiedliche Charaktere, wie einer Traumatherapeutin (Karen Sibbing), die um ihre Fernbeziehung kämpft oder auf einen Mann (Stephen Phillipps), der kurz vorm Burnout steht, weil die Gesellschaft mit all ihren Ansprüchen an ihm zerrt. Dieses Moment, in der der Mann seiner Freundin via Skype seine innigsten Gefühle mitteilt und von seiner Erfolgsdepression berichtet, treffen die Genres Text, Tanz und Musik in gemeinsamer Harmonie aufeinander, ergänzen sich gegenseitig und erzeugen somit die intendierte Stimmung von Stress, gesellschaftlichen Druck und Angst im Raum. Malte Beckenbachs düstere Klänge, die sich unter anderem wie ein pulsierender Herzschlag anhören, unterstützen Stephen Philipps Aussagen: „<i>Ich hasse meinen Körper und vielleicht sollte ich mit meinem Leben etwas sinnvolles machen, wie beispielsweise zu Greenpeace gehen“</i>. Während des Gesprächs tanzt Lauren Langlois um ihm herum, zerrt wie die gesellschaftlichen Zustände an ihm, laugt ihn aus, in dem sie auf ihn klettert, auf seinen Schultern sitzt und mit ihrem Gewicht einen Druck ausübt, der unsere heutigen Leistungsgesellschaft nahe kommt. <i>„Ich will schlafen und ausruhen. (…) Wieso kann mir keiner sagen, was ich machen soll? Ich möchte glücklich sein!“. </i></span></span></p>


[caption id="attachment_458" align="aligncenter" width="660"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-458 size-large" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1.jpg?w=660" alt="complexityofbelonging_Stephen_Lauren" width="660" height="440" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1.jpg 1000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-768x511.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a> Complexity of Belonging_Stephen Philipps_Lauren Langlois_Foto: Jeff Busby[/caption]


<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Aber auch die Szene in der Lauren nach ihrem perfekten Mann sucht, vergegenwärtigt, dass wir uns in einer <i>Identitätskrise</i> befinden. Lauren ist nämlich hin und her gerissen von den ganzen Stereotypen, die einen perfekten Mann ausmachen. </span></span></p>


[caption id="attachment_460" align="aligncenter" width="660"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-460 size-large" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1.jpg?w=660" alt="_complexityofbelonging_1902" width="660" height="440" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1.jpg 1000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-768x511.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a> Complexity of Belonging_Lauren Langlois_Foto: Jeff Busby[/caption]


<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Innerhalb ihres Monologs wird sie durch den Bühnenraum gezogen, gestellt, gesetzt; wie eine Marionette lässt sie sich von den ganzen gesellschaftlichen Normen und Stereotypen beeinflussen und formen. Dabei möchte sie eigentlich nur geliebt werden; auch wenn sie nicht genau weiß, was das eigentlich sein soll.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY">„<span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Complexity of Belonging“ erweitert nicht nur Text durch Tanz, sondern unterbricht das Schauspiel mit spektakulären Tanzeinlangen. Besonders aussagekräftig ist die Choreografie, in der Schauspieler und Tänzer in einer Diagonale auf Sesseln sitzen. Erst adrett, abwechselnd nach links oder rechts fallend, dann gemütlich sitzend. Wie in einem Loop gefangen, symbolisieren sie ihre Verfangenheit in der Gesellschaft, in der sich der Mensch seinen eigenen Platz suchen muss, um existieren zu können. Diese äußerst bee</span></span><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">indruckende Choreografie, wird von Malte Beckenbachs Komposition bestens untermalt und erzeugt eine energiegeladene und doch nachdenkliche Stimmung. </span></span></p>


[caption id="attachment_456" align="aligncenter" width="660"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-456" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1.jpg?w=660" alt="ComplexityofBelonging_Ensemble_Foro:JeffBusby" width="660" height="495" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1.jpg 800w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-350x263.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-500x375.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-768x576.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-333x250.jpg 333w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-273x205.jpg 273w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-120x90.jpg 120w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-600x450.jpg 600w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-650x488.jpg 650w" sizes="auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a> Complexity of Belonging_Ensemble_Foto: Jeff Busby[/caption]


<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Richters Texte, die er mit Hilfe von persönlichen Geschichten der Darsteller geschrieben hat, greifen nicht nur Klischees auf, stellen unsere transparente Leistungsgesellschaft in Frage, sondern thematisieren ganz zentral Rassismus, Gender, das Finden von </span></span><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;"><i>Geschlechteridentitäten </i></span></span><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">und wie unsere Gesellschaft damit umgeht. Beispielsweise wünscht sich Josh von Joel ein Kind. Mit Sarkasmus versucht Josh seinem Partner zu erklären, wie sie ihren Kinderwunsch erfüllen können: „</span></span><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Let’s have an international surrogate baby“</span></span><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">. </span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Falk Richters und Anouk van Dijks Projekt „Complexity of Belonging“, welches am 6.10.2014 an der Melbourne Theatre Company seine Uraufführung feierte und nun durch Europa tourt, ist eine beeindruckende Inszenierung, in der die Schauspieler und vor allem die Tänzer von Chunky Move großartige Leistungen vollbringen. Auch die Musik von Malte Beckenbach, die immer wieder mit ihren Klängen Tanz und Text unterstützt und die Szenen in Emotionen und Energien festigt, ist einfach wundervoll. Das australische Himmelpanorama von Robert Cousins wird durch die unterschiedliche Beleuchtung (Niklas Pajanti) zum Leben erweckt und verleiht der ganzen Szenerie Lebendigkeit. So atemberaubend „Complexity of Belonging“ auch ist, weil ernsthafte politische Problematiken sich in beeindruckenden Tanz und unter anderem Humor finden lassen, eröffnet das Schlussmoment die „Weisheit des Abends“, dass der Mensch für den Anderen lebt – abgesehen von der falsche Schlussfolgerung – eine viel zu starke Tragik, die nicht weiter ausgeführt wird und dadurch plakativ wirkt. Dennoch ist „Complexity of Belonging“ von den Künstlern Falk Richter und Anouk van Dijk ein großartiges Meisterwerk mit atemberaubenden Tänzern und Schauspielern, das jegliche Art von Bewunderung verdient!</span></span></p>




<p align="JUSTIFY">[embed]https://vimeo.com/115044879[/embed]</p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Loma;">Schaubühne Berlin | COMPLEXITY OF BELONGING | 26., 27., 28., 29. Mai 2015 | Jeweils um 20:00h. Karten unter: <a href="mailto:ticket@schaubuehne.de">ticket@schaubuehne.de</a></span></span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Loma;">Thèâtre National de Chaillot | COMPLEXITY OF BELONGING | 3., 4., 5., 6., Juni 2015 | Jeweils um 21:00h. Karten unter: <a href="http://theatre-chaillot.fr/en/dance/complexity-of-belonging">http://theatre-chaillot.fr/en/dance/complexity-of-belonging</a> </span></span></span></p>

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		<title>Gender Trouble in der Großstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2014 16:22:49 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[Falk Richter kreiert mit seinem Rechercheprojekt <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY</b> am Gorki-Theater ein reflektiertes Abbild von unserer multioptionalen Leistungsgesellschaft, in dem Großstadtmenschen mit geschlechtlichen Identitäten spielen, sexuelle Vorlieben erforschen und Beziehungsbilder hinterfragen, um sich selbst zu definieren und selbst sein zu können.
Ein cremefarbender Vorhang öffnet sich und melancholisch singt Mehmet Ateşçi den Popsong „Smalltown Boy“ von Bronski Beat „You leave in the morning/ With everything you own […] Mother will never understand/ Why you had to leave/ But the answer you seek/ Will never be found at home […] run away, turn away, run away” und leitet damit die dritte Szene “Buchholz in der Nordheide” ein, in der ein junger Mann aus der Provinz in die Großstadt flüchtet und versucht dem engen Mutter-Sohn-Verhältnis zu entkommen, um sich uneingeschränkt entfalten zu können.
<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-270" alt="annie-lennox" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1.jpg?w=238" width="238" height="300" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1.jpg 357w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/annie-lennox-1-238x300.jpg 238w" sizes="auto, (max-width: 238px) 100vw, 238px" /></a>
Die Bühne ist mit weißen Flokati-Teppichen, einigen Tischen, einem Stahlkonstrukt und Bildern von bisexuellen David Bowie, schwulen Rainer Werner Fassbinder und der heterosexuellen Annie Lennox, die mit dem Gender spielt, geschmückt. Die Schauspieler*innen fläzen sich auf den Teppichen, durchstöbern Schallplatten und erinnern sich nostalgisch an ihre „Erste Liebe“ – Paddy Kelly, der damals einem Mädchen zum Verwechseln ähnlich sah. Kaum in der Großstadt „Berlin“ angekommen, wird der homosexuelle junge Mann mit Einsamkeitsgefühlen und der Angst vor emotionaler Nähe, welche mit der Furcht vor Freiheitsverlust einhergeht, konfrontiert. Es kommen Fragen auf: Wie sieht eine gesunde Beziehung aus? Und was hält uns davor ab, wir selbst zu sein?
Richters Projekt <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>setzt sich aus unterschiedlichen Monologen, Szenen und Gesangseinlagen zusammen, die 25 projizierte Zwischenüberschriften bilden. Die Schauspieler*innen Mehmet Ateşçi, Niels Bormann, Lea Draeger, Aleksandar Radenković und Thomas Wodianka streifen die Themen Karriere, Beziehungsstress, Problem der Einsamkeit in einer durchdigitalisierten Welt, um sich schließlich der homosexuellen Identitätsbildung zu nähern. Dabei wechseln sie ständig ihre Rollen, ihr Gender und ihre sexuelle Identität. Größtenteils sprechen sich die Darsteller*innen mit ihren realen Namen an und spielen so mit der Realität. Nicht immer wird deutlich, wer gerade spricht: die fiktive Figur oder die reale Person. In dem Richter den Schauspieler*innen keine eng zugeschnittenen Rollen zuweist, lässt er das Privatleben der Künstler*innen zur Kunst werden. Paradoxerweise kritisiert Richter in <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY</b> das Vorgehen eines Künstlers sein Privatleben als Kunst zu deklarieren.
Neben Ironie, Parodie und Witz, wie die Szene „Shades of Grey […] Angie im Kanzlerschloss“, in der Lea Draeger nach einem erfolgreichen Deal mit der Rüstungsindustrie nach ihrem Analpfropf verlangt, beinhaltet <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>auch gesellschaftskritische Momente. Das gesellschaftskritische Moment erreicht seinen Höhepunkt in der Szene „Frühling der Reaktionäre“. Dort entlädt sich Thomas Wodianka seiner Wut über die ‚Homolobby‘, Wladimir Putin mit seinen menschenrechtsverletzenden Homophobie-Gesetz, dem „Diktatorenflittchen“ Anna Netrebko, die lieber aufhören sollte Opern von homosexuellen Tschaikowsky zu singen und schließlich Angela Merkel mit ihren Mädels Erika Steinbach und Ilse Aigner, die die Institution Ehe über alles schützen, aber selber kinderlos sind und/ oder in keiner Partnerschaft leben.
<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-273" alt="Warhol - Drag Putin" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1.jpg?w=300" width="300" height="300" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1.jpg 1000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1-150x150.jpg 150w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1-300x300.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2014/03/putin-1-768x768.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>
<b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>(UA 11. Januar 2014)  ist im Großen und Ganzen eine gelungene und sehr sehenswerte Inszenierungen mit grandiosen Schauspieler*innen und wunderschöner Livemusik von Mehmet Ateşçi. Aber auch Thomas Wodianka mit seinem <i>selbstgeschrieben Song</i> „Diamonds“ – vermutlich hat Rihanna den Song auch schon mal gesungen – für Aleksandar Radenković, was in einem Duett endet, ist zauberhaft. Leider spielen homosexuelle Frauen in <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>überhaupt keine Rolle und wenn Richter Frauen thematisiert, dann sind es bei ihm eher Menschen, die sich gerne sexuell erniedrigen lassen oder griechische Tragödien ausleben. – Und warum wird Elfriede Jelinek mit „Shades of Grey“ in Verbindung gebracht? Beziehungsweise wieso wird Jelinek verbal attackiert? – Lea Draeger als einzige Frau im Ensemble spielt ihre Rollen hervorragend und verleiht der Inszenierung nötigen weiblichen Charme.  <b>SMALL TOWN</b> <b>BOY </b>behandelt – wie auch Richters frühere Projekte <b>RAUSCH</b> und <b>THE DISCONNECTED CHILD –</b> die aufdringliche Mutter, die ihrem jungen Sohn keinen Freiraum lässt und ihn mit ihrer Liebe erstickt, sowie das distanzierte Vater-Sohn-Verhältnis. Schade ist dabei, dass Richter Textpassagen aus seinen früheren Werken übernimmt und in dieser Hinsicht nichts neues kreiert. Lobenswert ist, dass Richter die Selbst- und Paarsuche diesmal auf den Fokus der sexuellen Identitätsbildung richtet und somit eine Inszenierung geschaffen hat, die sich mit der männlichen Homosexualität auseinandersetzt, das Gender kritisch hinterfragt und den Zuschauer zum Nachdenken animiert.
Maxim Gorki Theater: 10.3., 17.3., 16.4., 24.4., 30.4., 1.5. jeweils um 19.30h
Karten unter (030) 20221 115 oder <a href="http://www.gorki.de/spielplan/2014-01/small-town-boy/597/">http://www.gorki.de/spielplan/2014-01/small-town-boy/597/</a>]]&gt;		</p>
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		<title>Revolution in der Dunkelkammer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2013 21:44:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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<p align="RIGHT"]]&gt;– <span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>Ein Magier der mit den Strahlen des Lichts und dem Dunkeln zaubert</b></span></span></p>
<p align="RIGHT">„<span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>Alles kann durch das Licht verändert, deformiert oder eliminiert werden. Es ist genauso geschmeidig wie der Pinsel.“ (Man Ray)</i></span></span></p>
<p align="RIGHT">
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>MAN RAY – FOTOGRAF IM PARIS DER SURREALISTEN </b>heißt die Ausstellung vom 15.9. bis zum 8.12.2013 des Max Ernst Museums in Brühl. In dieser einmaligen Ausstellung bekommt der Rezipient rund 150 fotografische Werke des wichtigsten Fotokünstlers des 20. Jahrhunderts zu sehen. Sogar selten gezeigte Aufnahmen aus den Fotosammlungen führender Museen in Deutschland, Frankreich und den USA schmücken die Ausstellung.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Man Ray (Michael Emmanuel Radnitzky) oder der „große Poet der Dunkelkammer“, wie Jean Cocteau ihn nannte, zählt zu den wichtigsten Fotokünstlern des Surrealismus und zu den Revolutionären der Fotografie. Obwohl er sich selbst eher als Maler, Objektkünstler oder Filmemacher sah, hat er weitgehend unsere Vorstellungen von der Fotografie mit seinen Techniken der „Rayografie“ und der „Solarisation“ geprägt. Die „Rayografie“ hat Man Ray Anfang der 1920er Jahre entwickelt. Bei dieser Technik werden Gegenstände auf ein Fotopapier gelegt und belichtet, sodass die belichteten Gegenstände eine neue Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit offenbaren und eine faszinierende Bilderwelt aus Licht und Schatten wiedergeben. Ein Wechselspiel von Hell und Dunkel lässt banale Alltagsgegenstände geheimnisvoll auftauchen und verleiht ihnen eine geisterhafte Form. Die „Solarisation“, welche eine starke Überbelichtung im Entwicklungsprozess beschreibt, hat Man Ray als surrealistischen Verfremdungseffekt eingesetzt, um Körper sowie Gegenstände in einer geheimnisvollen Aura erstrahlen zu lassen. Am besten wird die „Solariation“ in der Aufnahme „Profil und Hände“ (1932) sichtbar, dort scheinen die Hände vor allem die Fingernägel wie aus Porzellan.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Mit diesen Techniken wollte Ray die Fotografie aus ihrer dokumentarischen Abbildhaftigkeit befreien und der Reproduktionsfähigkeit von Fotografie entgegenwirken sowie das unbewusste, scheinbare, hintergründige und das angedeutet mystische des Abgelichteten hervorholen. Neben den abgelichteten Alltagsgegenständen und Porträtbildern von prominenten Künstlern, nimmt die Darstellung der Frau im Sinne der Aktfotografie eine zentrale Stellung in seinen Fotografien ein. Mit den Aktfotografien versuchter er auch teilweise seine erotischen Fantasien auszuleben. </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die Ausstellung <b>MAN RAY – FOTOGRAF IM PARIS DER SURREALISTEN </b>legt ihren Schwerpunkt auf die 1920- und 1930er Jahre, weil diese Jahrzehnte als die produktivsten seines Schaffens gelten. Das vielleicht bekannteste Bild der Ausstellung ist „Le violon d&#8217;Ingres“ (Die Violine von Ingres) (1924). Es zeigt Kiki vom Montparnasse (eigentlich Alice Prin) in Rückenansicht mit schablonierten Formen von Schalllöchern, die Man Ray später einbelichtete. In surrealistischer Manier deutet die weibliche Silhouette auf eine Violine hin. Auch „Noire et blanche“ (Schwarz und Weiß) (1926), welches Man Ray wegen seiner Vielschichtigkeit sehr schätzte, ist eine sehenswürdige Aufnahme der Ausstellung. In „Noire et blanche“ positioniert Man Ray fast waagerecht den Kopf von Kiki, der isoliert vom Körper erscheint, und setzt ihn in Kontrast mit einer dunklen auf Hochglanz polierten afrikanischen Maske im Boule-Stil, welche Kiki mit ihrer Hand in der Senkrechten stützt. Die Fotografie erfährt ihre Vielschichtigkeit im Hinblick auf ihren Kontrast, da sie nicht nur Bezug auf den Prozess der Schwarzweißaufnahmen nimmt, sondern auf die Rassenproblematik aufmerksam macht. Weiter sind die Augen von Kiki und der Maske geschlossen, sodass sie ein Einsinken in das Unbewusste signalisieren. Mein absolutes Highlight der Ausstellung war die Fotografie „Les Larmes“ (Die Tränen) (1932). Es bildet die Augen der Cancan Tänzerin Lydia ab, die Man Ray mit Glastropfen schmückte. Ihre Augen sind sehr gekünstelt geschminkt, sodass ihre Wimpern wie gefroren wirken. Die gefrorenen Wimpern und die (Glas-)Tränen sollen die Emotionslosigkeit der Tänzerin ausdrücken. </span></span></p>
<p><figure id="attachment_228" aria-describedby="caption-attachment-228" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/10/man_ray_bild_03-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-228 " src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/10/man_ray_bild_03-1.jpg?w=300" alt="Larmes (Tears); Man Ray, American, 1890 - 1976; Paris, France, Europe; 1930 - 1932; " width="300" height="230" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/10/man_ray_bild_03-1.jpg 1535w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/10/man_ray_bild_03-1-300x231.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/10/man_ray_bild_03-1-768x591.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/10/man_ray_bild_03-1-1024x788.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2013/10/man_ray_bild_03-1-350x269.jpg 350w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-228" class="wp-caption-text">Larmes (Tears); Man Ray, American, 1890 &#8211; 1976; Paris, France, Europe; 1930 &#8211; 1932</figcaption></figure></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Man Ray fotografierte vermehrt einzelne Körperteile, um eine Durchbrechung von konventionellen Sehgewohnheiten zu erzielen und um auf ungewöhnliche Sicht- und Gestaltungsweisen aufmerksam zu machen. „Vielleicht ist ein Auge, ein Ohr, eine Nase oder ein Mund allein das vollkommene Porträt eines Menschen den man liebt.“ (Man Ray). Den Abschluss der Ausstellung <b>MAN RAY – FOTOGRAF IM PARIS DER SURREALISTEN </b>veranstalten die vier gezeigten Filme Man Rays in einem leicht abgetrennten Raum. Die vier Filme „Le Retour <span style="font-family: Arial, sans-serif;">à</span> la raison“ (Die Rückkehr der Vernunft) (1923), „Emak Bakia“ (1926), „L&#8216;<span style="font-family: Arial, sans-serif;">É</span>toile de mer“ (Seestern) (1928), „Les myst<span style="font-family: Arial, sans-serif;">è</span>res du Ch<span style="font-family: Arial, sans-serif;">â</span>teau de D<span style="font-family: Arial, sans-serif;">é“ (Die Geheimnisse des Würfelschlosses) (1929) zeigen wie Ray den Geist des Dadaismus und des Surrealismus auf die Leinwand übertragen hat. </span></span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>Fazit:</b> Die Ausstellung ist ein Absolutes-Muss für Man Ray Liebhaber und Freunde der surrealistischen Kunst. </span></span></p>
<p align="LEFT">
<p align="LEFT">
<p align="LEFT">
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>Max Ernst Museum Brühl des LVR</b></span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Comesstraße 42/ Max-Ernst-Allee 1</span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">D – 50321 Brühl/ Rheinland</span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><a href="http://www.maxernstmuseum.lvr.de/">www.maxernstmuseum.lvr.de</a></span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Tel + [0] 2232 5793 0</span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>Öffnungszeiten</b></span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Dienstag – Sonntag 11-18 Uhr</span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>Eintritt</b></span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Erwachsene 6 Euro/ ermäßigt 3,50 Euro</span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Kinder uns Jugendliche bis 18 Jahre: Eintritt frei</span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><b>Öffentliche Führungen</b></span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Sa. 15.30h | So. 13.30h und 15h</span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Dauer: 1 Stunde</span></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: small;">5 Euro/ ermäßigt 3 Euro zzgl. Eintritt</span></span></p>
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		<title>Ein Abriss: Das kritische Geschlecht oder der Versuch einer Konzeption für eine Genderfreie-Gesellschaft (2010)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jan 2013 21:56:20 +0000</pubDate>
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				<![CDATA[]]>		]]></description>
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<p align="JUSTIFY"-->„Männlich oder Weiblich ist die erste Unterscheidung, die Sie machen, wenn Sie mit einem anderen menschlichen Wesen zusammentreffen, und sie sind gewöhnt, diese Unterscheidung mit unbedenklicher Sicherheit zu machen.“<i>(Sigmund Freud)</i><a href="#sdfootnote1sym" name="sdfootnote1anc"><sup>1</sup></a></p>
<p align="JUSTIFY">Die Geschlechterkategorien in unserer bürgerlichen Gesellschaft dienen nicht nur zur Identitätsbildung des Subjekts, sondern beschreiben auch Herrschafts- und Machtverhältnisse, die versuchen das Subjekt mit seiner Sexualität zu unterjochen. Der Mensch kann sich nicht <i>frei</i> entwickeln. Eine Überwindung der Unterdrückungsverhältnisse und das Erreichen einer emanzipierten Gesellschaft, hinsichtlich des Geschlechts, sind in einer <i>Genderfreien-Gesellschaft</i> möglich. Verschiedene Theorien befassen sich mit dem Themenkomplex des Geschlechts und versuchen die herrschenden Geschlechterverhältnisse aufzuzeigen und zu modifizieren, welche oft mit <i>gedanklichen Fehlern</i> behaftet sind und eine <i>Gendefreie-Gesellschaft</i> zur Utopie werden lassen. Der vorliegende Abriss ist eine kritische Auseinandersetzung des Geschlechts innerhalb unserer bürgerlichen Gesellschaft, unter methodischer Berücksichtigung der <i>kritischen Theorie.</i> Es zeigt einen neuen Denkungsansatz für eine <i>Gendefreie-Gesellschaft</i> auf, indem der Begriff des <i>Gender</i> zur Leerformel wird und somit das <i>konstruierte Geschlecht</i> sich relativiert. Berücksichtigt werden Theorien von Judith Butler und Theodor W. Adorno, die beide eine <i>freie Gesellschaft</i> anstreben, aber aufgrund von Irrtümern fehlgeleitet werden. Dabei nimmt die &#8218;widersprüchliche&#8216; Theorie, <i>Gender produziert Sex</i> von Butler ein zentrale Stellung ein, weil die Begriffe <i>Gender und Sex,</i> unter der Bedeutung von Butler verwendet werden, um die Missstände unserer bürgerlichen Gesellschaft hinsichtlich der Geschlechterverhältnisse zu kritisieren und aufzuzeigen, wie eine <i>Gendefreie-Gesellschaft </i>möglich ist.</p>
<p align="JUSTIFY">Ein Abriss: Das <i>kritische Geschlecht</i> oder der Versuch einer Konzeption für eine <i>Genderfreie-Gesellschaft</i></p>
<p align="JUSTIFY">In unserer bürgerlichen Gesellschaft ist es ein herrschender Gedanke, dass die Geschlechterkategorien zur Identität eines Subjekts dienen, um sich eine Rolle in der Gesellschaft zu verschaffen. Das kulturell-geformte Konstrukt des <i>Gender</i>, welches sich hauptsächlich aus Männlichkeit und Weiblichkeit zusammensetzt, grenzt vor allem in juristischer Hinsicht andere Geschlechter, wie Transsexualität oder Hermaphroditismus aus und spricht ihnen innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft den Anspruch auf Identität ab, was dazu führt, dass Transsexuelle und Hermaphroditen gezwungen sind, sich in eine Geschlechterkategorie von Männlich oder Weiblich hineinzufühlen oder hineinzupressen, mittels Operationen und Medikamente, die das <i>transsexuelle Wesen</i> in die erwählte Geschlechterkategorie hineinführt und so Teil der bürgerlichen Gesellschaft werden lässt.</p>
<p align="JUSTIFY">Das <i>Sex </i>als biologisch-anatomisches Geschlecht dient dem sozialen Konstrukt des <i>Gender </i>als Stütze, weil <i>Sex</i> offensichtlich existiert, das heißt ein menschliches Wesen besitzt Geschlechtsorgane, ob inter*, männlich, oder weiblich ist irrelevant. Sie existieren und ihre Existenz kann man nicht bestreiten, weswegen es auch eine gute Stütze für das <i>Gender </i>ist. Diese Annahme weicht von der These Butlers ab, wo das <i>Gender Sex</i> produziert. Zwar unterscheiden sich beide häufig, aber nach Butler sind <i>Gender </i>und <i>Sex </i>diskursive Konstrukte, um den Menschen in ein Herrschafts- und Machtsystem einzugliedern, damit er in der Welt unterdrückt werden kann. Der Vorwand zur Unterdrückung des Menschen ist beim <i>Sex </i>die biologisch-anatomische Tatsache, dass der Mensch Geschlechtsorgane besitzt, wobei Butler in ihrem Werk „Gender Trouble (= Das Unbehagen der Geschlechter)“ nur von Zweigeschlechtlichkeit spricht, das heißt Frau und Mann. Folglich wird gar nicht über Intersexualität*, Transsexualität* oder anderen Geschlechtern gesprochen. Das <i>Gender </i>beschreibt bei Butler eine Geschlechtsidentität, die den Individuen mit seinem jeweiligen Geschlecht, Verhaltensweisen zuschreibt. Sie geht d&#8217;accord mit der Ansicht von Foucault, dass Sexualität und Macht äquivalent sind, weil eine Klassifizierung der Gesellschaft in Geschlechter ein weiteres Machtgefüge schafft, wodurch Menschen unterdrückt werden.</p>
<p align="JUSTIFY"><em>So ist das bürgerliche Gesetzbuch ein zentraler Markierungspunkt des Paradoxons […] Einerseits soll es die Gleichheit der Menschen sichern, andererseits jedoch legitimiert es auch die Herrschaft des Mannes über die Frau.<a href="#sdfootnote1sym" name="sdfootnote1anc"><sup>1</sup></a></em></p>
<p align="JUSTIFY">Die Performanz der Identität ist ein sehr wichtiger Bestandteil von Butlers Theorie zur Abschaffung von Geschlechterkategorien in männlich und weiblich, welche die Ursache für sexistische Unterdrückung seien. Es beschreibt das <i>Gender </i>als kulturell-geformtes Konstrukt mittels performativen Äußerungen, die permanent verifiziert werden müssen, damit das Konstrukt des <i>Gender </i>erhalten bleibt, sodass der Mensch mit einer Identität markiert werden kann. Hinzu das Beispiel der Geburt eines Kindes, wo der Arzt oder die Hebamme, nach der Geworfenheit eines menschlichen Wesens verkündet, es sei ein Mädchen und ihm so das Geschlecht der Weiblichkeit aufzwingt. Butler sieht die Abschaffung der Geschlechterkategorien und den Wegfall der unterdrückenden Macht in einer <i>kopernikanischen Wende der Sprache</i>. Hier gehe ich mit Butler d&#8217;accord: Die Abschaffung des <i>Gender </i>per geschlechtsneutraler Sprache; wobei man bedenken muss, dass dieses Postulat einer Utopie entspricht, weil alle Sprachsysteme modifiziert werden müssten, was nur möglich wäre, wenn die Denkungsart der Menschen zu <i>Gender </i>und <i>Sex</i> sich verändern beziehungsweise weiterentwickeln würden, sodass kein Geschlecht sprachlich wiedergegeben werden kann, so die Performanz wegfällt und das Konstrukt des <i>Gender</i> verschwindet. Ferner ist zu bedenken, dass Sprache keine Zustände verschwinden lässt, sondern nur Zustände beschreibt und ausdrückt. Frage: Wenn ein Mensch einen Zustand oder Sachverhalt nicht ausdrücken oder beschreiben kann, sind dann Zustand oder Sachverhalt noch in der Welt vorhanden oder existieren sie nicht, sind also nicht Teil der weltlichen Realität? Man wäre ein Tor, wenn man dies verneinen würde. Sprache besitzt zwar die Fähigkeit innerweltliches, intersubjektives oder intentionales auszudrücken, aber bei dem nicht verwenden dieser Fähigkeit, verlieren Dinge, Sachverhalte oder Zustände nicht ihren Realitätsanspruch. Das Problem ist die binäre Geschlechterordnung, die sich in das Denkmuster der Menschen manifestiert hat und nicht allein durch die Sprache überwunden werden kann. Der weibliche Charakter ist das Produkt der männlichen Gesellschaft, behauptet Adorno.</p>
<p align="JUSTIFY"><em>Der weibliche Charakter und das Ideal der Weiblichkeit, nach dem er modelliert ist, sind Produkte der männlichen Gesellschaft. Das Bild der unterstellten Natur entspringt erst in der Entstellung als ihr Gegensatz […] Der weibliche Charakter ist ein Abdruck des Positivs der Herrschaft. Damit aber so schlecht wie diese.<a href="#sdfootnote2sym" name="sdfootnote2anc"><sup>2</sup></a></em></p>
<p align="JUSTIFY">Ferner setzt er die Emanzipation der Gesellschaft mit der Emanzipation der Frau gleich, was eine falsche Äquivalenz ist, weil die Frau in weiten Teilen der bürgerlichen Gesellschaft als emanzipiert gilt und dennoch werden Menschen aufgrund ihrer Sexualität unterdrückt oder gezielt ausgegrenzt. Außerdem schreibt Adorno in seinem Werk <i>Minima Moralia</i>, dass die Frau eine doppelte Rolle der Vergesellschaftung einnehme. Einerseits durch ihre Position in der Erwerbstätigkeit und andererseits durch ihre Stellung innerhalb der Privatsphäre.</p>
<p align="JUSTIFY"><em>In der Zulassung der Frauen zu allen möglichen überwachten Tätigkeiten verbirgt sich die Fortdauer ihrer Entmenschlichung. Sie bleiben im Großbetrieb, was sie in der Familie waren, Objekte. Nicht nur an ihrem armseligen Werktag im Beruf und an ihr Leben daheim, das geschlossen-hauswirtschaftliche Arbeitsbedingungen inmitten der industriellen widersinnig festhält, ist zu denken, sondern an sie selber. Willig ohne Gegenimpuls spiegeln sie die Herrschaft zurück und identifizieren sich mit ihr.<a href="#sdfootnote3sym" name="sdfootnote3anc"><sup>3</sup></a></em></p>
<p align="JUSTIFY">Die Frau ist unter dem Blickwinkel der sozialen Wirklichkeit nicht emanzipiert, aber die Frau in der bürgerlichen Gesellschaft scheint emanzipiert zu sein. Was bedeutet bei Adorno <i>Emanzipation </i>in<i> </i>der<i> </i>sozialen Wirklichkeit? Die Loslösung von der Entfremdung des Subjekts zum Objekt durch Arbeit, sodass der Mensch sein Selbst und somit seine Identität entwickelt. Von der bürgerlichen Gesellschaft zur sozialen Wirklichkeit, das heißt von der nicht emanzipierten Frau zur emanzipierten Frau und so zur emanzipierten Gesellschaft mittels Dialektik. Ex falso quodlibet aus einem Widerspruch folgt beliebiges, ist zwar ein logisch gültiger Schluss, aber in der Realität leider nicht sehr hilfreich. Deswegen hat Adorno seine negative Dialektik entwickelt, wo beide entgegengesetzte Momente sich notwendig implizieren, wie Individuum und Gesellschaft oder Theorie und Praxis. Versuchen wir Adornos These von der emanzipierten Gesellschaft durch die Emanzipation der Frau mittels seiner negativen Dialektik zu erreichen. Die emanzipierte Frau und die bürgerliche Gesellschaft (= nicht emanzipierte Frau) bringen einen emanzipierten Staat hervor, weil Frau und Gesellschaft einen Staat hervorbringen. Die negative Dialektik Adornos vollzieht, wie die Dialektik einen logisch-gültigen Schluss, aber wie wird die Metaebene zur Realität? Keine Antwort. In der bürgerlichen Gesellschaft ist die Frau anscheinend emanzipiert , dennoch wird der Mensch mittels Sexualität unterdrückt und dies ganz offensichtlich im Falle der Transsexualität*.</p>
<p align="JUSTIFY">Butler mit ihrer Sprachkritik und Adorno mit seiner Logik bewegen sich innerhalb der binären Geschlechterordnung, um den Menschen von Herrschaft und Unterdrückung zu befreien, damit er sein Selbst, fern von Entfremdung und Geschlecht entwickeln kann. Der Weg zu einer <i>Genderfreien-Gesellschaft</i> liegt erstmal in der Befreiung von der binären Geschlechterordnung. Momentan liegen in unserer bürgerlichen Gesellschaft vier polyvalente Arten von <i>Sex </i>vor und zwar: inter*, männlich, trans* und weiblich. Wie bereits erwähnt, gehe ich mit Butler d&#8217;accord, dass das Subjekt seine Identität unabhängig vom kulturell-geformten <i>Gender</i> mittels Sprachkritik entwickeln kann. Meine Ansicht trennt sich von Butler bei der erzwungenen Modifikation von geschlechtsneutraler Sprache, weil kein lebender Mensch ertragen kann, als <i>Es</i> oder anders ausgedrückt <i>Neutrum</i> bezeichnet zu werden, wo er offiziell zum &#8218;Objekt&#8216; wird. Natürlich ist der Mensch in der bürgerlichen Gesellschaft entfremdet und verdinglicht, aber diese Wahrheit wird nicht mit der Sprache ausgedrückt, sodass es kein Mensch, ohne das Nachdenken über die bürgerlichen Verhältnisse wahrnimmt. Das <i>Gender, </i>welches zur Identitätsbildung des Menschen beiträgt und als soziales und performatives Konstrukt gilt, existiert &#8218;erfolgreich&#8216; neben dem <i>Sex</i>, weil der Mensch Angst vor Depersonalisierung und Identitätsverlust hat, die er mit <i>Gender</i> und <i>Sex</i> präsentiert bekommt. Das Wesen Mensch als absolutes <i>Neutrum</i> würde bedeuten, dass er sich seine Identität vollkommen selbständig entwerfen muss; unabhängig von Dritten. Er muss sich für die Entwicklung seines Lebens selbstbestimmend verhalten, was in Heideggers Worten gleichbedeutend mit <i>Existenz</i> ist. Der Mensch muss sich selbst definieren, also in der <i>Jemeinigkeit</i> leben. Mit der <i>Existenz</i> und der <i>Jemeinigkeit</i> kann er sein <i>Dasein</i> erfahren. „Das Wesen des Daseins liegt in seiner Existenz.“<a href="#sdfootnote4sym" name="sdfootnote4anc"><sup>4</sup></a> Mit der Existenz seines <i>Daseins</i> erschließt er sein Wesen und kann in der <i>Eigentlichkeit</i> leben.</p>
<p align="JUSTIFY"><em>[&#8230;] Eigentlich lebt, wer sein Leben aus den authentischen Zugangsweisen lebt, in denen ihm die Welt und er selbst gegeben sind, also in klaren Bewusstsein der Geworfenheit seiner Existenz und der daraus ergebenen Notwendigkeit, sein Leben selbst zu entwerfen.<a href="#sdfootnote5sym" name="sdfootnote5anc"><sup>5</sup></a></em></p>
<p align="JUSTIFY">Selbstständigkeit geht mit Verantwortung einher und erzeugt zugleich Freiheit und Freiheit macht Angst, nicht nur wegen dem Wegfall von Sicherheit, sondern auch wegen der Unsicherheit bei Entscheidungsfragen. Die absolute Freiheit bei der Bildung von Identität ist minder ein Geschenk, sondern eher ein Urteil. Der Mensch ängstigt sich in der <i>Eigentlichkeit</i>, vor allem wegen dem Verständnis über sein <i>Dasein als Sein zum Tode</i> und empfindet das Leben in der <i>Eigentlichkeit</i> als Last und strebt nach einer <i>Seinsweise des Man</i>, in welcher er verfallen kann. Das <i>Man</i> oder das <i>Dasein der Alltäglichkeit</i> bedeutet die Verdrängung des <i>Daseins als Sein zum Tode</i>, weil es <i>Sorge</i> und <i>Angst</i> bereitet. Das Leben wird zur Last und der Mensch übernimmt im <i>Man</i> keine Verantwortung für sein Leben. Der Mensch verfällt in ein Kollektivbewusstsein. Deswegen ist eine Gesellschaft ohne <i>Gender </i>kaum vorstellbar, weil es eine große Orientierungslosigkeit hinsichtlich der Identitätsfrage mitsichbringt.</p>
<p align="JUSTIFY">Das <i>Sex </i>existiert<i> </i>notwendigerweise und das <i>Gender</i> soll aufgehoben werden, damit eine <i>Genderfreie-Gesellschaft</i> existieren kann und die Menschen nicht in Geschlechterkategorien hineingepresst oder sich hineinfühlen müssen, um in einer bürgerlichen Gesellschaft akzeptiert zu werden. Diese soziale Wirklichkeit kann nur erreicht werden, wenn eine Relativierung des Geschlechts stattfindet, in dem diverse Geschlechtsvariationen gemeinsam existent sind. Eine legitime Existenz von diversen Geschlechtern, wie Intersexualität*, Männlichkeit, Transsexualität* und Weiblichkeit in der bürgerlichen Gesellschaft, kann eine Relativierung des <i>Gender </i>hervorrufen, weil eine Vielzahl an Bedeutungsmöglichkeiten oder Performanzen das begrifflich-gefasste Konstrukt <i>Gender</i> überlädt. Hat ein Begriff mehrere Synonyme oder diverse Performanzen, wird der Begriff zur Leerformel, das heißt eine Anzahl von Performanzen und Bedeutungsmöglichkeiten, die durch legitime Existenzen von diversen Geschlechtern hervorgerufen werden, sorgt dafür, dass <i>Gender</i> als kulturell-geformtes Konstrukt sich relativiert und so zu einem leeren Begriff wird. Folglich würde das <i>Gender</i> weiterhin zur Identitätsbildung des Menschen beitragen, aber es hat an Wert verloren und ist nicht mehr das Zentrale bei der Bildung von Identitäten. „Die Identität liegt in der Nichtidentität.“<a href="#sdfootnote6sym" name="sdfootnote6anc"><sup>6</sup></a>, schreibt Adorno und dieser Ausspruch lässt uns den Schluss fassen, dass in der Relativierung des <i>Gender</i> eine Anzahl an Nichtidentitäten in der bürgerlichen Gesellschaft herrschen und dem Menschen die Möglichkeit geben seine Identität selbst zu wählen, sodass es selbstständig sein Selbst entwickeln kann. Schließlich wäre unsere bürgerliche Gesellschaft <i>intersexuell,</i> mit anderen Worten, das kulturell-geformte Gender wäre ein uneindeutig bestimmtes Geschlecht und unsere bürgerliche Gesellschaft würde sich langsam in Richtung soziale Wirklichkeit entwickeln; mit der Möglichkeit einer geschlechtsneutralen Sprache ohne Angst.</p>
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<p align="LEFT"><a href="http://klartex.wordpress.com/wp-admin/post-new.php#sdfootnote1anc" name="sdfootnote1sym">1</a> Groß, Melanie: Geschlecht und Widerstand – post&#8230;|queer&#8230;|linksradikal. Königstein/Taunus: Ulrike Helmer Verlag, 2008. S.20ff.</p>
<div id="sdfootnote2" dir="LTR">
<a href="http://klartex.wordpress.com/wp-admin/post-new.php#sdfootnote2anc" name="sdfootnote2sym">2</a>Ebd. S.320ff.</div>
<div id="sdfootnote3" dir="LTR">
<a href="http://klartex.wordpress.com/wp-admin/post-new.php#sdfootnote3anc" name="sdfootnote3sym">3</a>Ebd. S.161ff.</div>
<div id="sdfootnote4" dir="LTR">
<a href="http://klartex.wordpress.com/wp-admin/post-new.php#sdfootnote4anc" name="sdfootnote4sym">4</a>Heidegger, Martin: Sein und Zeit. Tübingen: Max Niemeyer Verlag, 1972. S.42.</div>
<div id="sdfootnote5" dir="LTR">
<a href="http://klartex.wordpress.com/wp-admin/post-new.php#sdfootnote5anc" name="sdfootnote5sym">5</a>Günter, Martin: Kann man Heidegger verstehen? &#8211; Eine Rekonstruktion von Sein und Zeit. Regensburg: Roderer Verlag, 2007. S.34.</div>
<p><a href="http://klartex.wordpress.com/wp-admin/post-new.php#sdfootnote6anc" name="sdfootnote6sym">6</a>Adorno, Theodor W.: Minima Moralia – Reflexionen aus dem beschädigten Leben. <a href="http://www.copyriot.com/sinistra/reading/agnado/minima.html">http://www.copyriot.com/sinistra/reading/agnado/minima.html</a><br />
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<p align="JUSTIFY">Literatur:</p>
<p align="JUSTIFY"><i>Primärliteratur:</i></p>
<ol>
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<p align="LEFT">Adorno, Theodor W.: Minima Moralia – Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Berlin/ Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1951.</p>
</li>
<li>
<p align="LEFT">Adorno, Theodor W.: Minima Moralia – Reflexionen aus dem beschädigten Leben. <a href="http://www.copyriot.com/sinistra/reading/agnado/minima.html">http://www.copyriot.com/sinistra/reading/agnado/minima.html</a> (28.3.2012).</p>
</li>
<li>
<p align="LEFT">Freud, Sigmund: <i>33. Vorlesung – Die Weiblichkeit</i> aus: Neue Folge der Vorlesungen in die Psychoanalyse. Wien, 1933. S.61-73. <a href="http://www.psychanalyse.lu/Freud/FreudNeueVorlesungen.pdf">http://www.psychanalyse.lu/Freud/FreudNeueVorlesungen.pdf</a> (28.3.2012).</p>
</li>
<li>
<p align="LEFT">Heidegger, Martin: Sein und Zeit. Tübingen: Max Niemeyer Verlag, 1972.</p>
<p align="LEFT"><i>Sekundärliteratur:</i></p>
</li>
<li>
<p align="LEFT">Groß, Melanie: Geschlecht und Widerstand – post&#8230;|queer&#8230;|linksradikal. Königstein/ Taunus: Ulrike Helmer Verlag, 2008.</p>
</li>
<li>
<p align="LEFT">Günter, Matthias: Kann man Heidegger verstehen? &#8211; Eine Rekonstruktion von Sein und Zeit. Regensburg: Roderer Verlag, 2007.</p>
</li>
<li>
<p align="LEFT">Schweppenhäuser, Gerhard: Kritische Theorie. Stuttgart: Philipp Reclam jun., 2010.</p>
</li>
</ol>
<p>_____________________________________________________________</p>
<p align="LEFT">In der ersten Gender Bänder online Ausgabe als pdf. Download verfügbar:</p>
<p align="RIGHT">&nbsp;http://genderbaender.files.wordpress.com/2012/09/genderbaender1.pdf</p>
<p>]]&gt;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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