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	<title>FIND Festival 2019 &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<description>News aus Kultur und Politik</description>
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	<title>FIND Festival 2019 &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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		<title>Politische Gegenwart trifft neue internationale Dramatik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Apr 2019 20:11:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[F.I.N.D.]]></category>
		<category><![CDATA[Festival für neue internationale Dramatik]]></category>
		<category><![CDATA[FIND Festival 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Schaubühne Berlin]]></category>
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<p align="justify"]]&gt;<span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Innerhalb von elf Tagen präsentierte die Berliner Schaubühne mit der 19. Ausgabe ihres <i>Festival für </i><i>Neue </i><i>Internationale Dramatik</i>, kurz <i>F.I.N.D.</i> innovative Arbeiten von Künstlern aus Brüssel, Santiago de Chile, New York, London, Barcelona und Montréal. Im Festival-Fokus stand die <i>Archäologie der Gegenwart;</i> eine Forschungsreise durch politische und gesellschaftliche Umstände der gegenwärtigen Welt. Was in der letzten <i>F.I.N.D. </i>Ausgabe vernachlässigt wurde, bekam im diesen Jahr einen besonderen und umfangreichen Raum, wie die patriarchale Unterdrückung des weiblichen Geschlechts (unter anderem durch sexuellen Missbrauch) und das Gender als hinterfragbares Konstrukt.</span></span></p>
<figure id="attachment_2244" aria-describedby="caption-attachment-2244" style="width: 390px" class="wp-caption alignright"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-2244" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549907010_k1600_paisajeacutescreacuteditosnicolaacutescalderoacuten6-1-300x200.jpg" alt=" Paisajes para no colorear. Foto: Nicolas Calderon." width="390" height="260" /><figcaption id="caption-attachment-2244" class="wp-caption-text"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>Paisajes para no colorear.</i> Foto: Nicolás Calderón.</span></span></figcaption></figure>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Den Einstieg in diesen Raum machte die Inszenierung <i>Paisajes para no colorear</i> (Santiago de Chile) von <i>Teatro La Re-Sentida</i> unter der Regie von Marco Layera. Gemeinsam erarbeitete der Regisseur Layera mit neun Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren <i>(Ignacia Atenas, Sara Becker, Paula Castro, Daniela López, </i><i>Angelina Miglietta, Matilde Morgado, Constanza Poloni, Rafaela Ramírez, Arwen Vásquez</i><i>) </i>ein Stücktext aus Situationen, in denen sich Frauen im Alltag konfrontiert sehen. Die fragmentarischen Geschichten umfassen beispielsweise Themen, wie Borderline, Schwangerschaft, Abtreibung, Mobbing, (Trans-)Gender und sind die persönlichen Erlebnisse der Laiendarstellerinnen oder dokumentierte Auszüge von gesammelten Erzählungen aus einer Castingreihe mit 140 (jungen) Frauen. Wie in einem Mosaik reflektieren die jungen Performerinnen über das weibliche Geschlecht in der chilenischen Gesellschaft, das zu 75 Prozent der Fälle in der eigenen Familie sexuell missbraucht wird und bei 80 Prozent ist dies auch noch der eigene Vater. In <i>Paisajes para no colorear </i>spricht ein Mädchen über ihren Missbrauchsvorfall in der Familie. Ihr Stiefvater habe sie mit gerade mal zehn Jahren vergewaltigt. Sie wurde schwanger und musste laut Gesetz das Kind gebären. Mehr als 30 000 Abtreibungen werden jährlich illegal in Chile durchgeführt. Abtreibungen sind bis heute in Chile verboten. Feministische Gruppierungen demonstrieren gegen dieses Verbot, scheitern aber immer wieder vor den konservativen Kräften des Landes. In Schulen lernen die Schülerinnen an Übungspuppen den Umgang mit Babys, berichtet die junge Mutter Ignacia zu Beginn des Stücks. Die regierende chilenische Politik betreibt damit nur fälschlich eine Ursachenbekämpfung, unter anderem weil sie nicht die patriarchalen Struktur des Landes durchbricht, sondern stützt. Weswegen eine Spielerin im Wortgefecht ruft, <i>&gt;&gt;Kein Geld für Bildung, aber für Tränengas.&lt;&lt;</i>. In der Inszenierung <i>Paisajes para no colorear </i>werden die einzelnen unchronologischen Erzählungen temperamentvoll mit peppigen Songs unterbrochen. Sie fügen sich am Ende der Inszenierung harmonisch zu einem multiperspektivischen Bild der (chilenischen) Frau(-engeschichte). Weiter zurück in die Vergangenheit zu den intellektuellen Ursprüngen des Feminismus, reist das New Yorker Kollektiv <i>The Wooster Group</i> (Enver Chakartash, Ari Fliakos, Greg Mehrten, Erin Mullin, Scott Shepherd, Maura Tierney, Kate Valk) mit ihrer Arbeit <i>THE TOWN HALL AFFAIR</i>. Mit der Methode des Reenactments und der Struktur eines Einakters rekonstruierte das Kollektiv eine Debatte, die 1971 unter dem Titel <i>&gt;&gt;A Dialogue on Women‘s Liberation&lt;&lt; </i>in der New Yorker Town Hall unter der Moderation des Frauenfeindlichen Norman Mailer stattgefunden hat. Nachempfunden wurde das Reenactment mit Hilfe der Dokumentation <i>&gt;&gt;Town Bloody Hall&lt;&lt;</i> von Chris Hegedus und D.A.Pennebaker. Unter den Diskussionsteilnehmern war die radikale Lesbe Jill Johnston, die in ihrem Buch <i>Lesbian Nation </i>ein Loblied auf die homosexuelle Frau hält. </span></span></p>
<figure id="attachment_2247" aria-describedby="caption-attachment-2247" style="width: 268px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-2247 " src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-200x300.jpg" alt="THE TOWN HALL AFFAIR Foto: Prudence Upton." width="268" height="402" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-300x450.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1-413x620.jpg 413w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1550232572_the-town-hall-affair_27_photo-by-prudence-upton_erin-mullin_kate-valk_016-1.jpg 533w" sizes="(max-width: 268px) 100vw, 268px" /><figcaption id="caption-attachment-2247" class="wp-caption-text"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>THE TOWN HALL AFFAIR </i></span></span> <br /><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Foto: Prudence Upton.</span></span></figcaption></figure>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die homosexuelle Frau ist, nach ihrer Ansicht, die einzige Frau, die es verstanden hat, sich selbst und das weibliche Geschlecht uneingeschränkt zu lieben. Durch die Liebe zu sich selbst, emanzipiert sie sich völlig vom männlichen Geschlecht und wird unabhängig. Dokumentarisch war <i>F.I.N.D. </i>auch mit seiner Uraufführung von <i>Danke Deutschland – Cảm ơn nước Đức </i>unter der Regie von der aufstrebenden Europäerin Sanja Mitrović. In ihrer neuen Performance <i>Danke Deutschland (&#8230;)</i> vermischt Mitrović professionelle Schauspielkunst mit Laiendarsteller*innen aus Vietnam, um mehr über Migration zu erfahren. Dafür lässt sie die Performer*innen <i>(Veronika Bachfischer, Mai-Phuong Kollath, Denis Kuhnert, Khanh Nguyen, Felix Römer, Kay Bartholomäus Schulze, Mano Thiravong, Lukas Turtur)</i> ihre biografischen Hintergründe hinterfragen, um sich dem Begriff von einem <i>deutschen Staatsbürger</i> zu nähern. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Auf Forschungsreise und mit viel experimentellen Theater ging auch das Passagierschiff <i>&gt;&gt;Arctic Serenity&lt;&lt; </i>in der Brüsseler Inszenierung <i>ARCTIQUE</i> von Anne-Cécile Vandalem/ Das Fräulein (Kompanie). Die Inszenierung spielt im Jahr 2025, eine Zeit in der Europa von Kriegen zerstört, Ressourcen knapp und das Klima sich soweit erwärmt hat, dass die schmelzenden Eiskappen vom Nordpol seltene Mineralien, wie Uran, Gas und Öl freigelegt haben. Das ehemalige Kreuzfahrschiff <i>&gt;&gt;Arctic Serenity&lt;&lt;</i>, welches von Kopenhagen (Dänemak ist hier nun unabhängig) mit einem Schleppboot abfährt, um in Nuuk (Grönland) in ein Luxushotel umgewandelt zu werden, erweist sich für die fünf bilden Passagiere (Véronique Dumont, Epona Guillaume, Zoé Kovacs, Jean-Benoit Ugeux, Mélanie Zucconi), die über einen anonymen Brief aufs Schiff gelockt wurden, als Horrortrip.</span></span></p>
<figure id="attachment_2250" aria-describedby="caption-attachment-2250" style="width: 248px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" class="wp-image-2250" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-200x300.jpg" alt="ARCTIQUE  Foto: Christophe Engels." width="248" height="372" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-300x450.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1-413x620.jpg 413w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1549906678_k1600_9_christophe_engels-dscf6924-1.jpg 533w" sizes="(max-width: 248px) 100vw, 248px" /><figcaption id="caption-attachment-2250" class="wp-caption-text"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>ARCTIQUE</i> </span></span> <br /><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Foto: Christophe Engels.</span></span></figcaption></figure>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Mit einer geräumigen Bühne (Ruimtevaarders), die den Schiffsinnenausbau der <i>&gt;&gt;Arctic Serenity&lt;&lt; </i>suggeriert, einer spitzfindigen Videotechnik und einer Motto-Live-Band <i>&gt;&gt;W</i><i>E LOVE GLOBAL WARMING</i><i>&lt;&lt; </i>erlebt der Zuschauer ein intensives Schauspiel, welches mit Leinwand und Live-Kamera ein Erweiterungselement geschaffen hat; sozusagen <i>Bild im Bild</i>. Leinwand und Bühnenspiel verbinden sich zu einer polyperspektivischen Atmosphäre, versetzen den Zuschauer immer wieder in Spannung und ins Staunen, vor allem als ein lebendiger Eisbär in Lebensgröße auf der Bühne erscheint. Die außergewöhnliche Arbeit <i>ARCTIQUE </i>von <i>Vandalem/ Das Fräulein, </i>die etwas an den Film <i>GHOST SHIP</i> von den Autoren Mark Hanlon und John Pogue erinnert, hat die 19. <i>F.I.N.D.</i> Ausgabe hervorragend eingeläutet und Lust auf neue internationale Dramatik gemacht, was sich auch an den </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Rekordbesucherzahlen von 9 500 Besuchern</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> und einer Auslastung von 98 Prozent ablesen lässt. Der künstlerische Leiter der Schaubühne Thomas Ostermeier: <i>&gt;&gt;</i><span lang="de-DE"><i>Am meisten habe ich mich über das Publikum gefreut. Es waren viele junge Leute dabei und ich habe selten so viele verschiedene Sprachen im Foyer gehört. Das ist für uns der beste Beweis, dass sich das Festival in der Stadt durchgesetzt hat.</i></span><span lang="de-DE"><i>&lt;&lt;</i></span></span></span></p>
<p align="justify">
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><u><span lang="de-DE">Vorstellungen </span><span lang="de-DE">von F.I.N.D. 2019 im Repertoire:</span></u></span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE"><i>Danke Deutschland – Cảm ơn nước Đức, 01.05., </i></span></span>02.05., 04.05., 05.05., 13.05., 14.05., 15.05., 18.06.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE"><i>a</i></span></span><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE"><i>bgrund, </i></span></span><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE"><i>09.05., </i></span></span>28.05., 29.05., 30.05., 01.06., 02.06.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Karten unter: 030 890023 oder ticket@schaubuehne.de</span></span></span></p>
<p><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ffind-19-schaubuehne-berlin%2F&amp;linkname=Politische%20Gegenwart%20trifft%20neue%20internationale%20Dramatik" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ffind-19-schaubuehne-berlin%2F&amp;linkname=Politische%20Gegenwart%20trifft%20neue%20internationale%20Dramatik" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ffind-19-schaubuehne-berlin%2F&amp;linkname=Politische%20Gegenwart%20trifft%20neue%20internationale%20Dramatik" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Ffreigeist-magzine.de%2Ffind-19-schaubuehne-berlin%2F&#038;title=Politische%20Gegenwart%20trifft%20neue%20internationale%20Dramatik" data-a2a-url="https://freigeist-magzine.de/find-19-schaubuehne-berlin/" data-a2a-title="Politische Gegenwart trifft neue internationale Dramatik"></a></p>]]></content:encoded>
					
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		<title>Hipster auf Abwegen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2019 20:02:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[abgrund]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Schaubühne]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Subkultur]]></category>
		<category><![CDATA[FIND Festival 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Geschwisterneid]]></category>
		<category><![CDATA[Maja Zade]]></category>
		<category><![CDATA[Moderner Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Ostermeier]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><![CDATA[<p align="justify"]]&gt;<span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">In einer modisch-</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">hochglänzenden Edelstahlk</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">üche auf der Bühne</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> (Nina Wetzel)</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> der </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Berliner </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Schaubühne bekochen die frischen Eltern Bettina und Matthias (Jenny König und Christoph Gawenda) das junge offene Paar, Sabine und Stefan (Alina Stiegler, Moritz Gottwald), die jetsettende Sing</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">le</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> Lady Anna (Isabelle Redfern) und den homosexuellen Mark (Laurenz Laufenberg). Unterschiedliche Alltage, Beziehungsmuster </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">und</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> sexuelle Orientierungen prägen die Berliner Szenemenschen. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die konstruierten Charaktere im Stück </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;abgrund&lt;&lt; </i></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">von der Dramatikerin Maja Zade sind facettenreich und ihre Gespräche schwanken zwischen </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Trüffelsuppe, vollmundigen Weißwein und </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Filmkritik, </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">zu Religion, Faschismus und linker Politik</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Fetzige Diskussionen, die sich zu ernsthaften Konflikten </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">entwickeln</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> oder zu intim werden, gibt es im Drama </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;abgrund&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> nicht. Meist bleiben die Dialoge oberflächlich. Die Szenemenschen bleiben distanziert und hüpfen von einem Thema zum nächsten, um nicht verfänglich zu werden. Kein Charakter investiert zu viel Gefühl an diesem Abend. Auch nicht als der Plot </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">auf </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">den dramatischen Akt der Kindstötung durch Geschwisterneid </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">stößt. </span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Regisseur Thomas Ostermeier inszeniert </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;abgrund&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> mit einem ausgeprägten Realismus, um den gegenwärtigen Menschen und seine Gesellschaft umfassend offenzulegen. Der moderne Mensch neigt zu Distanz, Isolation, möchte flexibel bleiben, sich nicht festlegen, sich nicht involvieren. Er möchte Ich-Sein, oder doch lieber jemand anderes. Sein Ego steht im Vordergrund, aber am besten ist alles ganz unverfänglich und gleichzeitig irgendwie doch mittendrin. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Gut erkennbar wird der moderne Mensch in Sabines Verhalten. Sie weist</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> ängstlich das Telefonat von der verzweifelten Bettina ab, um nicht in ein Problem miteinbezogen zu werden. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Der Mensch ist da und engagiert, aber nur insoweit es für ihn nützlich ist. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Ostermeier</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> greift </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">für seine realistischen Phänomene,</span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> unter anderem auf einen PVC-Vorhang zurück und bespielt diesen mit Filmaufnahmen, die sich mit weiteren Filmaufnahmen kreuzen. Vereint wirken die Bilder dreidimensional. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Eine Live Kamera projiziert dramatische Momente und Gefühle auf die Wand. Zwar sind die Stimmungen intensiver sichtbar, werden aber gefiltert, sodass Empathie verloren geht. </span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Emotionen sind an diesen Abend minder erfahrbar. </span></span></p>
<figure id="attachment_2214" aria-describedby="caption-attachment-2214" style="width: 265px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2214" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-200x300.jpg" alt="" width="265" height="398" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-200x300.jpg 200w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-300x450.jpg 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-768x1151.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-683x1024.jpg 683w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-167x250.jpg 167w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-1025x1536.jpg 1025w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-1366x2048.jpg 1366w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-137x205.jpg 137w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-60x90.jpg 60w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2019/04/1553529619_abgrund-3700_copyarnodeclair-1-1-414x620.jpg 414w" sizes="auto, (max-width: 265px) 100vw, 265px" /><figcaption id="caption-attachment-2214" class="wp-caption-text"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;">Ensemble. Foto: Arno Declair.</span></span></figcaption></figure>
<p class="western" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Die am Publikumssitz installierten Kopfhörer spielen Ton und Musik in Stereo und verstärken somit das Hörerlebnis; andererseits entfremden sie vom Schauspiel. Mannigfache Überschriften und Stimmungen sorgen für andere Settings und geben Gesprächsthemen an. Realismus und zeitliche Chronologie schwinden mit der Einführung des zweiten Plots; in dem das Kleinkind Pia (Tabea Fromholz / Lucy Kip / Nele Richter) ihre Mutter Bettina aufdringlich nach Mich fragt, während sie ihre kleine Schwester Gertrud stillt. </span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p class="western" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Regisseur Ostermeier und Zade haben mit der Inszenierung <i>&gt;&gt;abgrund&lt;&lt;</i> ein gutes Abbild unserer (Berliner) Gesellschaft geschaffen. Hin und wieder macht die emotionale Distanz einige Szenen zu Abbildern aus einem Möbelhauskatalog. Stärkt damit aber den immanenten Appell an den Zeitgeist</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p align="justify"> </p>
<p align="justify"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i><b>&gt;&gt;</b></i></span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i><b>a</b></i></span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i><b>bgrund</b></i></span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"><i><b>&lt;&lt;, </b></i></span></span></span> <span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Schaubühne </span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">Berlin</span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">, Weitere Vorstellungen: </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">17.04.</span></span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">, </span></span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">19.04.,</span></span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> 21.04.,22.04.,09.05., 28.05., 29.05.,30.05.2019.</span></span></span></span><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE"> Karten unter: </span></span></span><strong><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">030 890023 oder </span></span></span></strong><strong><span style="font-family: FreeSans, sans-serif;"><span style="font-size: small;"><span lang="de-DE">ticket@schaubuehne.de</span></span></span></strong></p>
<p align="justify"> </p>
<p> </p>


<p></p>
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