<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Finanzmarkt &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
	<atom:link href="https://freigeist-magzine.de/tag/finanzmarkt/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://freigeist-magzine.de</link>
	<description>— News aus Kultur und Politik</description>
	<lastBuildDate>Fri, 01 Nov 2024 13:09:12 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2017/12/cropped-FreiGeist_Logo_Positiv_RGB-1-2-90x90.jpg</url>
	<title>Finanzmarkt &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
	<link>https://freigeist-magzine.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>„Geld ist wie ein komischer Parasit“</title>
		<link>https://freigeist-magzine.de/geld-ist-wie-ein-komischer-parasit-chris-kondek/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=geld-ist-wie-ein-komischer-parasit-chris-kondek</link>
					<comments>https://freigeist-magzine.de/geld-ist-wie-ein-komischer-parasit-chris-kondek/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2015 08:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[18.Internationale Schillertage]]></category>
		<category><![CDATA[Anonymous P.]]></category>
		<category><![CDATA[Big Data]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Kondek]]></category>
		<category><![CDATA[Christiane Kühl]]></category>
		<category><![CDATA[Falk Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Mousonturm Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Videokünstler]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://morgenroethe.wordpress.com/?p=495</guid>

					<description><![CDATA[FreiGeist hatte die Gelegenheit den Videokünstler Chris Kondek von der Installation „Anonymous P.“ zu treffen. Gequatscht haben wir über Big Data, das Geld und Selfies.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p></p>



<figure class="wp-block-embed alignright is-type-video is-provider-vimeo wp-block-embed-vimeo wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe src="https://player.vimeo.com/video/109430898?app_id=122963" width="640" height="360" frameborder="0" title="anonymous p trailer small" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Trailer: Chris Kondek – „Anonymous P.“</figcaption></figure>


<p><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Wir leben in einem Zeitalter, in dem dir dein Handy mitteilt, wo du dich gerade befindest. <i>Amazon</i> dir dein Konsumverhalten vor Augen führt. <i>Google</i> dich über dein Denken aufklärt und <i>facebook</i> dir sagt, wer du bist. Wir sind gläsern geworden. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Überall transparent und nirgendwo unsichtbar.</span></span> – Die Künstler Chris Kondek und Christiane Kühl beschäftigen sich seit Jahren mit den Problemen von Big Data; der Datenkrake, die uns unsere Anonymität nimmt und an Konzerne, Unternehmen und Institutionen weiterreicht. In ihrer Performance „<span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;"><i>Anonymous P.</i>“</span></span>, die während des Impulse Theaterfestival 2015 zu sehen sein wird, haben sie das Thema von Big Data mythologisch aufgegriffen.</p>
<p>„<i>Anonymous P.</i>“, alias Prometheus macht sich in der Performance auf die Suche nach Daten. Er stiehlt sie den Mächtigen. Und schenkt den Menschen Dunkelheit, damit sie im Netz ihre Anonymität zurückerlangen.</p>
<p>Während der 18. Internationalen Schillertage in Mannheim hatte ich die Gelegenheit den Künstler Chris Kondek von der Installation „<i>Anonymous P.</i>“ zu treffen. Kondek produziert hauptsächlich Videos für bekannte Größen wie Falk Richter, Laurie Anderson, Angela Richter und Meg Stuart und arbeitet seit 2005 mit der Theatermacherin <a href="https://www.christianekuehl.de/" target="_blank" rel="noopener">Christiane Kühl</a> zusammen. Neben ihrer aktuellen Produktion „<i>Anonymous P.</i>“, die sich mit der Datenkrake „<i>Big Data</i>“ befasst, ist schon ihr neues Projekt „<i>Selfies</i>“ in Planung, welches 2017 in Frankfurt zu sehen sein wird.</p>
<p><em><strong>FG: Aber nun zu „Anonymous P.“. In der Performance erwacht die mythologische Figur Prometheus in einer Transparenzgesellschaft, mit Whistleblowern, oder wie die Regisseurin Angela Richter sie tituliert „Supernerds“. Wie kann sich die Antike Figur in so einer Welt zurechtfinden?</strong></em></p>
<p><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Chris: Prometheus hat das Feuer von den Göttern gestohlen, damit die Menschen durch das Licht freier und unabhängiger leben können. Die Götter wollten das natürlich nicht und haben versucht, das Feuer wiederzubekommen. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Auch Whistleblower stehlen den Mächtigen etwas, nämlich Daten, und verteilen sie unter die Menschen. Wie Prometheus werden sie verbannt. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Aber statt im Kaukasus, sitzen sie in Moskau oder in der ecuadorianischen Botschaft in London. Der neue Prometheus bringt den Menschen kein Licht, sondern Dunkelheit. Er ist <i>Anonymous P</i>., und mit der Dunkelheit erlaubt er den Menschen anonym zu sein.</span></span></p>
<p align="justify"><em><strong>FG: Ist Anonymität in einer Transparenzgesellschaft noch möglich?<br /></strong></em></p>
<p><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Anonymität ist heute mit viel Arbeit verbunden. Man kann versuchen seine Spuren zu verwischen, in dem man E-Mails beispielsweise verschlüsselt versendet. Aber ich denke, dass Anonymität keine reale Option mehr ist.</span></span></p>
<figure id="attachment_501" aria-describedby="caption-attachment-501" style="width: 626px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/07/anonymusp1-1.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-501 size-full" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/07/anonymusp1-1.jpeg" alt="AnonymusP." width="626" height="352" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/07/anonymusp1-1.jpeg 626w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/07/anonymusp1-1-350x197.jpeg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/07/anonymusp1-1-500x281.jpeg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/07/anonymusp1-1-360x202.jpeg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/07/anonymusp1-1-365x205.jpeg 365w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/07/anonymusp1-1-130x73.jpeg 130w" sizes="(max-width: 626px) 100vw, 626px" /></a><figcaption id="caption-attachment-501" class="wp-caption-text"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Foto: Nicolas Duc – „Anonymous P.“</span></span></figcaption></figure>
<p align="justify"><em><strong>FG: Bin ich der Datenkrake ausgeliefert?<br /></strong></em></p>
<p><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Wir können Big Data nicht mehr entgehen. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Das einzige, was wir vielleicht tun können, ist uns Strategien zu überlegen, in denen wir Big Data durch falsche Daten, wie fiktiv benannte Dateien verschmutzen. </span></span></p>
<p><em><strong>FG: Lass uns über Geld sprechen. In „Money – It came from outer space“ (2010) haben Christiane und du das Geld als gigantisch-lebenden Organismus entlarvt. Wie seid ihr darauf gekommen?<br /></strong></em></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Uns kam die Idee, dass Geld sich bewegt, als ob es ein lebendiger Organismus wäre. Eine Art von Kreatur. Wir haben uns gefragt: Welche Art von Kreatur kann Geld sein?</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Unsere Recherchen haben uns zu Sci-Fiction-Filmen geführt, sodass wir die Metapher des Aliens geschaffen haben. In dieser Phase sind wir auch auf den Essay „<i>Imagination of Disaster“</i> von Susan Sontag gestoßen. Hier behauptet Sontag, dass Sci-Fiction-Filme nie Prognosen über die Zukunft treffen, sondern sich mit den Ängsten der Gegenwart befassen. In den 50iger Jahren war es beispielsweise der Atomkrieg und heute ist es das Geld.</span></span></p>
<blockquote>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Geld ist ein Alien. – Chris Kondek</span></span></p>
</blockquote>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;"><i><b>FG: Geld ist ein Alien? </b></i></span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Speziell 2009 und 2010 schien es, als habe Geld ein Eigenleben entwickelt, das sich nicht mehr kontrollieren lässt. Kein Ökonom, wusste, wieso die Weltfinanzkrise passiert ist und keiner konnte erklären, wer davon betroffen ist und wer nicht. </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">In unserer Recherchephase haben wir uns gefragt, was ein Alien ausmacht. Wir kamen zu dem Schluss, dass es versucht, immer mehr Gebiete einzunehmen, um größer und stärker zu werden. Außerdem versucht ein Alien sich in einen Körper einzunisten, damit dieser Körper ihm Untertan ist. </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Geld ist wie ein komischer Parasit, der dich infiziert, damit du schließlich für ihn arbeitest. Unsere Inszenierung „Money – It came from outer space“ war ein Experiment, das sich aus Interviews mit Ökonomen und Alien-Filmen zusammensetzt. Wir wollten damit eine neue Art und Weise schaffen über Geld zu sprechen, in der man sich nicht am Sprachgebrauch von Politikern oder Ökonomen bedient. </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Wenn man die Sprache von Ökonomen benutzt, spricht man, wie das System es möchte. Das Sprachproblem wird momentan vor allem bei Griechenland deutlich, in dem die griechische Bevölkerung keine Stimme bekommt.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;"><i><b>FG: Wie würdest du die Situation von Griechenland beschreiben?</b></i></span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Da der IMF (<em>International Monetary Fund)</em>, Europa und Amerika alle dieselbe Meinung verbreiten, lässt es sich schwer einschätzen, was in Griechenland wirklich vor sich geht.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Immer wieder wird nur gesagt, dass Griechenland Kompromisse eingehen muss und die Griechen nicht kompromissbereit sind; als ob die Menschen dort verrückt wären. </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Das treibt die Diskussion nicht voran und beweist, dass die Banken die zentralen Entscheidungsträger sind. Weil immer mehr Geld ins System gesteckt wird, um Banken zu stützen, die schließlich das Geld verwalten. Trillionen von Dollar werden ins Bankensystem gesteckt, damit der Markt wächst. Somit wird der Finanzmarkt zum grundlegenden Entscheidungsträger.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;"><i><b>FG: An welchen aktuellen Projekten arbeitet ihr?</b></i></span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Christiane und ich arbeiten momentan an „Selfies“ und „Du und das Dokument“.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">In „Selfies“ möchten wir herausstellen, dass ein Selfie neben seiner Bildseite einen digitalen Code besitzt, der Metadaten in sich trägt. Wir möchten gerne in einer Installation oder Performance den Zuschauern das strukturelle Gesicht der Selfies zeigen. Das Projekt wird voraussichtlich 2017 zu sehen sein. </span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">Unser zweites Projekt „Du und das Dokument“ setzt sich mit Identifikation auseinander und der Frage: Was muss man tun, um zu beweisen, wer man ist? Es thematisiert Dokumente und ID-Karten als Überwachungs-Hilfsmittel, fragt nach der Geschichte von Identifikation und was mit Menschen passiert, die keine Papiere oder ID-Karten besitzen.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Avenir;"><span style="font-size: medium;">In Indien haben wir uns mit einem Mann unterhalten, der uns von neuem indischen Identifikationssystem mit biometrischen Pässen erzählt hat. Er sagte: „Seid es diese neuen ID-Karten gibt, haben wir eine Existenz.“ Die Performance wird im Frühling kommenden Jahres im Frankfurter Mousonturm zu sehen sein.</span></span></p>
<p class="western" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://freigeist-magzine.de/geld-ist-wie-ein-komischer-parasit-chris-kondek/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auch im Himbeerreich wird die Rechnung am Ende serviert</title>
		<link>https://freigeist-magzine.de/auch-im-himbeerreich-wird-die-rechnung-am-ende-serviert/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=auch-im-himbeerreich-wird-die-rechnung-am-ende-serviert</link>
					<comments>https://freigeist-magzine.de/auch-im-himbeerreich-wird-die-rechnung-am-ende-serviert/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Sep 2014 20:37:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Andres Veiel]]></category>
		<category><![CDATA[Banker]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Himbeerreich]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinisches Landestheater Neuss]]></category>
		<category><![CDATA[RLT]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://morgenroethe.wordpress.com/?p=327</guid>

					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Spielzeiteröffnung <i>#Weisheit</i> des Rheinischen Landestheater Neuss beginnt mit Andres Veiel Schauspiel „Das Himbeerreich“, in dem Banker auch nur Menschen sind und über Introspektion ermöglichen sie dem Zuschauern eine zuvor unbekannte Sichtweise auf die Finanzkrise.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Wir befinden uns in einem Nicht-Ort. Weiße Fließen, Neonröhre, schwarze Bänke, Luftschacht. Genau wie Neo in „Matrix Reloaded“ von den Wachowski-Geschwistern sind die Banker in einer Zwischenwelt gefangen. Ein Abstellgleis ohne die Möglichkeit hinaus. Sechs Charaktere aus der Finanzwelt schauen sich desinteressiert und verachtend an. Sie sind verärgert und genervt. Niki Modersohn (Markus Gläser) bricht als erster die Stille mit einem Monolog. Nach einander bricht jeder sein Schweigen und erzählt, wie er es an die berufliche Spitze geschafft hat. Modersohn: „Das sind kleine Flirts mit Mephisto, keine Frage, am Anfang arbeitest du mit ein paar Millionen, dann kommt &#8217;ne Null ran und dann noch eine&#8230;“. Dr. Dr. hc Walter K. Von Hirschstein (Joachim Berger) hat Geschichtsbücher gelesen, um zu verstehen, wie man zu einer Führungsperson wird. Und Dr. Brigitte Manzinger (Ulrike Knobloch) als einzige Frau in der Männerrunde, erzählt wie sie sich im Job prostituieren musste, um an die Spitze zu kommen. Schließlich werden die wahren Deals nachts außerhalb des Büros vollzogen und für die Frau bleibt halt nur das Bett als lukrative Location für einen Deal. Eine Diskussionsrunde entsteht und es wird klar, dass Ignoranz die Entscheidungsfähigkeit erhöht und Entscheidungsfähigkeit steigert die Position. Interessant wird es als sie über „den Deal“ sprechen. Die Fusion eines deutschen Geldhauses mit einer US-Bank, dadurch sollte der Frankfurter Finanzmarkt gestärkt werden. Tja, die Frage, wo heutzutage das Geld gebraucht wird, ist belanglos. Es ist eher wichtig, wo das Geld den größten Ertrag bringt. Eins stellt Dr. Dr. hc Walter K. Von Hirschstein auf jeden Fall richtig fest, wir wollen alle nur in den Himmel, wegen des Klimas und nicht wegen der Gesellschaft.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Der Dokumentarfilmregisseur und Dramatiker Andres Veiel (Black Box BRD, Der Kick) führte für sein Stück „das Himbeerreich“ – ein Ausdruck von Gudrun Ensslin (RAF) für die kapitalistische BRD – rund 25 Interviews mit ehemaligen Spitzenbankern aus unterschiedlichen Ländern und sein Material füllt mehr als 1400 Seiten, mit denen er einen transparenten Blick in das Innenleben der Banker ermöglicht und somit eine szenische sowie umfassende Perspektive auf die Finanzwelt zu Zeiten der Finanzkrise schafft. Aus den 25 Interviews mit den Bankern, die ein Untotenleben deluxe mit Chauffeur führen, hat er sechs Figuren geschaffen, die den Zuschauern ein kompaktes Wissen über die heutige krisenbehaftete Finanzwelt übermittelt und dadurch mit dieser abbrechnen. Dabei hat Veiel die weibliche Figur Dr. Brigitte Manzinger zu großen Teilen aus den Interviewfetzen von männlichen Bankern zusammengesetzt, weil sich kaum Frauen in der oberen Banketage befinden. Die Inszenierung von Bettina Jahnke zeigt eine typische Runde von Bankern, die zwar eine eisige Kälte ausstrahlen, aber immer wieder mit Momenten des Intimen zeigen, dass es sich auch hier um menschliche Wesen handelt, die eigentlich gar nicht Wissen, was sie tun, weil keiner die permanent getroffenen Entscheidungen in diesem Bereich durchdringen kann. Alle sechs Figuren, denen die Macht abhanden gekommen ist, zeichnen mit ihren unterschiedlichen Geschichten verschiedene Perspektiven des Machtverlusts auf, wobei es bei allen nur einen gleichen Affekt gibt: die Wut. So läuft Bertram Ansberger (Philipp Alfons Heitmann) hin und her und versucht verzweifelt aus diesem Zwischendasein, ein Leben, das keines mehr ist, heraus zu kommen. Und währenddessen philosophiert Herr Dr. Dr. hc von Hirschstein ein wenig über Philosophen wie Machiavelli oder gibt Weisheiten von sich preis, wie: „Menschen sind immer mit den Bestehenden unzufrieden“. Schließlich kommt er zu den Schluss, dass wir doch alle mal wieder Marx lesen sollten, weil wir doch alle Geister sind.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Die Spielzeit <i>#Weisheit</i> mit dem „Himbeerreich“ zu eröffnen, war definitiv eine gute Entscheidung, auch wenn die Schauspieler*innen hin und wieder vor Nervosität kleine Texthänger hatten und der Text an einigen Stellen zu komplex war. Der Inszenierung hat es keinen Abbruch getan und das Bühnenbild (Juan Le<span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;">ó</span>n), welches ein Abstellgleis, eine Zwischenwelt, ein ungelebtes Dasein ohne Auswege darstellt, unterstützt in vollster Kraft den Text von Veiel und ermöglicht dadurch bei den Zuschauern ein besseres emotionales Gespür für die Situation. Aber nicht nur das fabelhafte Bühnenbild und der zynische Humor begeisterten das Publikum, sondern vor allem der Schauspieler Markus Gläser hat in seiner kaugummikauenden Rolle Niki Modersohn überzeugend einen schmierigen und machtgeilen Banker gespielt, den man am liebsten eins übergezogen hätte. </span></span></p>




<p align="LEFT"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;"><b>Rheinisches Landestheater Neuss</b>| Karten unter: http://www.rlt-neuss.de/spielplan/index.php?page=get_tickets</span></span></p>




<p align="LEFT">[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=b7cGmv0k-No]</p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;"><span style="text-decoration:underline;">Nächsten Termine sind Gastspiele:</span> </span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Fr. 14.11.2014 Städt. Bühnenhaus (Wesel)| 20 Uhr</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">So. 23.11.2014 Forum Niederberg (Velbert)| 18 Uhr</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;"><span style="text-decoration:underline;">Wieder im Schauspielhaus:</span> </span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">Do. 05.02.2015| 20 Uhr</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Liberation Sans, sans-serif;"><span style="font-size:small;">So. 22.02.2015| 18 Uhr</span></span></p>

]]&gt;		</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://freigeist-magzine.de/auch-im-himbeerreich-wird-die-rechnung-am-ende-serviert/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
