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	<title>Berliner Ensemble &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<title>Berliner Ensemble &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<item>
		<title>Friedman im Gespräch: Wie viel Angst verträgt eine Demokratie?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Apr 2025 08:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
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					<description><![CDATA[Friedman und seine Gäste, Bude und Deitelhoff, entdecken gemeinsam im Diskurs die Ursachen für den modernen Populismus, der faschistoides Gedankengut nährt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Berlin <strong>· </strong>„Wovor haben Sie Angst?“, fragt der Publizist Michel Friedman seinen Gast, den Soziologen Heinz Bude, welcher mit den Worten, „vorm Sterben“ antwortet. Wer könnte es Bude verübeln, dass er sich vor dem eigenen Sterben ängstigt?! Die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff, welche dem Diskurs über die Angst am Berliner Ensemble ebenfalls beiwohnt, beschreibt Budes Angst vorm Sterben als etwas Existenzielles. Ist es das?</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="585" height="585" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff.png" alt="" class="wp-image-3477" style="width:498px;height:auto" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff.png 585w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff-450x450.png 450w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff-300x300.png 300w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff-250x250.png 250w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff-205x205.png 205w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/Friedman_Angst_Bude_Deitelhoff-90x90.png 90w" sizes="(max-width: 585px) 100vw, 585px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Moritz Haase</figcaption></figure>
</div>


<p>Für den Fundamentalontologen Martin Heidegger, der sich ausführlich mit „Angst“ in seinem Werk <a href="https://amzn.to/3G4POEk" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>„Sein und Zeit“</strong></a> auseinandergesetzt, ist die Angst eine Grundbefindlichkeit des Menschen. Sie verweist ihn auf „die Freiheit des sich-selbst-wählens“ und auf seine Endlichkeit. Die Angst vorm Sterben, die der Soziologe Bude empfindet, offenbart ihn seine Zeitlichkeit. Dieses Bewusstsein von Zeit benennt Heidegger als das <a href="https://freigeist-magzine.de/momo-und-die-zeitphilosophie-heideggers-2010/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>„Dasein als Sein zum Tode“</strong></a><em><a id="sdfootnote1anc" href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a>. </em>Sie ist des Menschen (existenzielle) Angst, die ihn sorgen lässt.</p>



<p></p>



<h6 class="wp-block-heading">Des Menschen Sorge ist sein Dasein</h6>



<p>Parallel zu Bude beschreibt Deitelhoff ihre Angst als Sorge. Sie sorgt sich, dass sie sich nicht mehr um ihre (jungen) Kinder kümmern, ihrer Verantwortung als Mutter nachkommen könnte. Für den Fundamentalontologen ist das „Sorgen“ ein zentrales Phänomen des Menschen. Es dient der Angst zu entkommen. Indem der Mensch („Dasein“) sich sorgt, verstreut er sich in die Welt, er kümmert sich („in-der-Welt-Sein“).</p>



<p>Weiter stellen die Diskutierenden fest, dass der Begriff „Angst“ in unserer modernen Gesellschaft teilweise inflationär verwendet wird. Sie führen die Furcht als Nebenbegriff ein und kommen dadurch zu einem neoliberalen Angstverständnis, der sich in drei Punkten äußert: </p>



<p>1. die Angst etwas zu verpassen, 2. die Angst nicht zu genügen und 3. die Angst sich selbst zu verpassen.</p>



<p></p>



<h6 class="wp-block-heading">German Angst: „Alles soll so bleiben, wie es ist.“</h6>



<p></p>



<p>Der moderne Mensch ängstigt sich sozusagen um seiner selbst willen, sprich er möchte seine gegebene Zeitlichkeit bewusst, ausgiebig, leistungsstark nutzen, schafft es aber aufgrund seiner mangelnder Priorisierung nicht und wird dadurch zum Spiegel der fragilen Moderne.</p>



<p></p>



<h6 class="wp-block-heading">Die Geburt des modernen Populismus</h6>



<p>Denn nicht nur der moderne Mensch ist instabil, sondern die gesellschaftlichen Zustände und die Politik sind es ebenfalls. Das ängstigt den Menschen. Er sieht sich in seiner immanenten Freiheit bedroht und reagiert auf die von ihm erlebte Bedrohung mit Hass, Wut. Laut dem Soziologen Bude schwallen diese Emotionen in unsere Gesellschaft, verkleiden sich als Extreme und äußern sich populistisch – die Geburt des modernen Populismus.</p>



<figure class="wp-block-embed aligncenter is-type-wp-embed is-provider-acast wp-block-embed-acast"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted" title="Friedman im Gespräch: Angst" src="https://embed.acast.com/$/65a54c60fa24f50016271d84/67ee58369524713132ff4f71?#?secret=R4vWT0hPwH" data-secret="R4vWT0hPwH" frameBorder="0" width="700" height="250"></iframe>
</div></figure>



<p>Der moderne Populismus ernährt sich von den neoliberalen Ängsten des Menschen und sichert sich dadurch seine politische Macht, die faschistischen Ideologien folgt. Ironischerweise erlagen die rechten Populisten mit ihren faschistoiden Gedanken Zuspruch bei den geängstigten Menschen. Es ist so ironisch, weil die neoliberale Angst des Menschen sich vor dem Verlust seiner immanenten Freiheit fürchtet, dabei opfern sie ihre Freiheit mit dem Zuspruch von faschistischem Gedankengut.  </p>



<p>Als die letzten Worte an diesen Abend bei Friedman fallen, wird klar, dass die neoliberale Angst des Menschen seinen letzten Schatz kosten wird – die Demokratie. </p>



<p>Friedman im Gespräch | <a href="https://www.berliner-ensemble.de/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>weitere Termine und Karten </strong></a></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://www.berliner-ensemble.de/widerstand"><img decoding="async" width="850" height="233" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE.png" alt="" class="wp-image-3533" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE.png 850w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-500x137.png 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-350x96.png 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-768x211.png 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-360x99.png 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-390x107.png 390w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-130x36.png 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2025/04/WiderstandBE-650x178.png 650w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Am 26. April 2025 12.00 &#8211; 19.00 Uhr Neues Haus</figcaption></figure>
</div>


<p class="has-text-align-center">__________________________________________________________________________________</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Der Fundamentalotologe Martin Heidegger schreibt in seiner eigenen Terminologie. Seine Begrifflichkeit wurden fürs bessere Verständnis in Anführungszeichen gesetzt. Heideggers Sprache lässt sich nicht eins zu eins übersetzen, aber erläutern.</li>
</ol>
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			</item>
		<item>
		<title>RCE #RemoteCodeExecution: „Es braucht eine Revolution, zu der man tanzen kann!“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Apr 2024 11:58:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[#Zine]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
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					<description><![CDATA[Regisseur Voges bringt Bergs dystopischen Roman „RCE“ auf die Bühne des Berliner Ensembles und zeigt mit Mitteln der Theatralik, wie Hacker eine durchdigitalisierte Welt beeinflussen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="638" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/03_RCE_BE_Moritz-Haase.png" alt="" class="wp-image-3166" style="width:673px;height:446px" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/03_RCE_BE_Moritz-Haase.png 960w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/03_RCE_BE_Moritz-Haase-500x332.png 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/03_RCE_BE_Moritz-Haase-350x233.png 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/03_RCE_BE_Moritz-Haase-768x510.png 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/03_RCE_BE_Moritz-Haase-360x239.png 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/03_RCE_BE_Moritz-Haase-308x205.png 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/03_RCE_BE_Moritz-Haase-130x86.png 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/03_RCE_BE_Moritz-Haase-650x432.png 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/03_RCE_BE_Moritz-Haase-272x182.png 272w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption class="wp-element-caption">RCE im Berliner Ensemble © Moritz Haase </figcaption></figure>
</div>


<p>Berlin • Der Regisseur <a href="https://freigeist-magzine.de/2017/05/08/voyeurismus-in-dystopia/" target="_blank" rel="noopener" title="">Kay Voges</a> bringt Sybille Bergs rebellischen Roman „RCE #RemoteCodeExecution“ auf die Bühne des Berliner Ensembles und versucht mit den Mitteln der Theatralik aufzuzeigen, wie Hacker eine durchdigitalisierte Welt beeinflussen.</p>



<p>„Man muss noch Chaos in sich tragen, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“, sprach Zarathustra in Nietzsches Werk – auch Voges BE-Ensemble trägt noch Chaos in sich. Es überflutet das menschliche Hirn in Bruchteilen von Sekunden mit gesprochenen Wort, Gesang und Bildern. Die Aussagen der Darsteller:innen werden zeitgleich auf die Bühne, ein weißes Oktagon, projiziert. Dort finden ebenfalls KI-generierte Bilder, Fotos aus dem Weltgeschehen und Kurzfilme seinen Platz. </p>



<p>Es ist eine Masse an Daten und Informationen, die die uniformen, anzugtragenden Schauspieler:innen dem Publikum näherbringen. Dabei erinnert das weiße Achteck an ein Raumschiff oder an eine Wohnzelle aus dem Science-Fiction-Film „das fünfte Element“ – jedenfalls befinden wir uns in einer nicht allzu weit entfernten <a href="https://freigeist-magzine.de/2017/09/18/welche-zukunft/" target="_blank" rel="noopener" title="">Zukunft</a>, in der die Welt vollständig digitalisiert ist. Maschinen haben einen großen Teil menschlicher Aufgaben übernommen und (Fitness)influencer haben die Dauerwerbesendung für sich entdeckt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Daten, Daten, Daten! – Panoptikum und Simulakren in „RCE“</h3>



<p>Daten, Daten, Daten! – Der Mensch lebt in „RCE“ in einer spätkapitalistischen Gesellschaft, in der die Autokratie herrscht. Durch die großzügige Freigabe an seinen Daten, wird das Individuum komplett überwacht und von den Plattform- und Kapitaleigner:innen durchleuchtet, die seine freigegebenen Daten als Ware handhaben. </p>



<p>Seinen Drang nach Wohlstand hat ihn in ein <a href="https://freigeist-magzine.de/2014/07/28/weightwatch/" target="_blank" rel="noopener" title="">foucaultsches Panoptikum</a> verachtet. Dort lebt er völlig verwahrlost zwischen Simulakren; kann Wirklichkeit von Simulation nicht trennen und verläuft sich in unterschiedlichen Propaganda-Zweigen. Diese Situation macht sich ein europaweites Hacker:innen-Netzwerk zunutze, in dem sie über eine Fernsteuerung entscheidende Systeme mit #Remote Code Executions (=RCE) hackt. Die Hacker:innen beginnen die lethargische Gesellschaft zu einem Neustart zu mobilisieren und versuchen das System mit seinen eigenen Methoden zu Fall zu bringen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">„Kill your Darlings“ – Reizüberflutung lässt den Faden verschwinden</h3>



<p>Regisseur Voges hat den üppigen Roman von der Autorin Berg auf 75 Minuten zusammengestaucht; was hinsichtlich der Story gut funktioniert. Problematisch sind jedoch die vielen eingesetzten Elemente, die es dem Hirn schwer machen, zu folgen. Die Augen springen nämlich von den Darsteller:innen, zu dem Text, zu den Bildern und gleichzeitig versuchen die Ohren die Akustik einzufangen. Oftmals wird dadurch nicht deutlich, welches Anliegen die Schauspieler:innen auf der Bühne haben; weil eine totale Reizüberflutung herrscht und so der Faden verloren geht. Das Spiel mit den vielen digitalen Mitteln ist zwar ästhetisch ansprechend; aber zu viel des Guten. </p>



<p>Um es mit den Worten des kürzlich verstorbene Dramatikers <a href="https://freigeist-magzine.de/2014/10/02/house-for-sale-ein-haus-geht-auf-distanz/" title="">René Pollesch</a> auszudrücken, <a href="https://www.3sat.de/kultur/theater-und-tanz/kill-your-darlings-rene-pollesch-theatertreffen-2012-100.html" target="_blank" rel="noopener" title="">„Kill your Darlings“</a>. Manchmal ist weniger mehr. – Aber vielleicht bringt die Inszenierung Bergs Wunsch, „Europa neu (zu) erfinden, alle kaputten Systeme durch funktionierende austauschen (…) (durch) eine friedliche und effektive Revolution (…), etwas näher.</p>



<p></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="&quot;RCE #RemoteCodeExecution&quot; | Trailer" width="1140" height="641" src="https://www.youtube.com/embed/2uilbGdxN0s?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p><u>Weitere Spieltermine</u>, 5. Mai, 25. und 26. Mai, 17. und 18. Juni, 24. und 25. Juni, sowie am 8. Juli und letztmalig vor der Sommerpause am 9. Juli 2024. Karten sind zu ergattern über den <a href="https://berliner-ensemble.eventim-inhouse.de/webshop/webticket/eventlist">Webshop</a> oder an der Theaterkasse<em>.</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sündenfall: Mensch!</title>
		<link>https://freigeist-magzine.de/selbstbezichtigung/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=selbstbezichtigung</link>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Oct 2017 15:26:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Ensemble]]></category>
		<category><![CDATA[Dušan David Pařízek]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Handke]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbezichtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Regisseur Dušan David Pařízek und Schauspielerin Stefanie Reinsperger präsentieren Peter Handkes &gt;&gt;Selbstbezichtigung&lt;&lt; am Berliner Ensemble.</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Nachdem der Autor Peter Handke mit seiner &gt;&gt;Publikumsbeschimpfung&lt;&lt; die Zuschauer zurecht gewiesen hat, bezichtigt er nun die Schauspieler. In seinem Drama &gt;&gt;Selbstbezichtigung&lt;&lt;, das Gegenstück zur &gt;&gt;Publikumsbeschimpfung&lt;&lt;, steht die Bühne vor Gericht und das Publikum wird zur höchsten Instanz aufgewertet. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sie stellen die Ordnung und das Recht wieder her. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Der Zuschauerraum ist transzendental </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und Gericht </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zugleich. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Die</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> sprechende</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">n</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Schauspieler </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sind </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">durch den Gebrauch der Sprache unausweichlich schuldig geworden. Nun bekenn</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">en</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sie</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> sich </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">vor ihrem Adressaten zu</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ihrer </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">schuldhaften Entwicklung. Der Regisseur </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Pa</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ří</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zek </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">hat </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">für </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">seine Inszenierung &gt;&gt;Selbstbezichtigung&lt;&lt; (UA </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">31. Oktober 2015 </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Volkstheater Wien) mit der Schauspielerin Stefanie Reinsperger gearbeitet. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Reinsperger, die zurecht unter anderem 2015 zur Schauspielerin des Jahres ausgezeichnet wurde, verteilt vor Beginn ihrer Bezichtigung Äpfel im Zuschauerraum; theologisch betrachten, besitzt der Zuschauer nun die Fähigkeit über </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">G</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ut und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">B</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">öse zu urteilen. Mit dieser Gabe ausgestattet, macht sich die Schauspielerin auf den Weg zur Bühne, auf der sie geboren wird. Zusammengekauert in Embryo-</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">S</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">tellung liegt sie auf de</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">n</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Boden. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Bis sich ihres Selbst bewusst wird. Pflichtbewusst wird </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und gesellschaftsfähig ist</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span></p>




<blockquote>


<p style="text-align: right;" align="justify"><span style="font-size: small;"><i><span style="font-family: Ubuntu;">&gt;&gt;Ich bin geboren worden. Ich bin in das Geburtenregister eingetragen worden. Ich bin älter geworden. Ich bin verantwortlich geworden. Ich bin schuldig geworden.</span><span style="font-family: Ubuntu;">&lt;&lt;</span> <span style="font-family: Ubuntu;">(&gt;&gt;Selbstbezichtigung&lt;&lt;, Peter Handke)</span></i></span></p>


</blockquote>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">R</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">egisseur und Schauspielerin erarbeiten gemeinsam eine Inszenierung, in der die sprachkritische Sprecherin auf der Bühne </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">als Schauspielerin geboren wird und eine </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">persönliche Geschichte bekommt. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Während der Entwicklung zum selbstbewussten Subjekt, werden Kinderbilder von Stefanie Reinsperger auf die Leinwand projiziert und als Reinsperger sich selbst bezichtigt, nimmt sie über Videoeinspielungen ihrer ehemaligen sprechenden Rollen Bezug aufs schuldige Ich, das damals gespielt hat </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und auf die Selbstreferentialität, die sich selbst in Paradoxien verstrickt. Beispielsweise sagt Reinsperger: &gt;&gt;Ich habe gespielt. Ich habe falsch gespielt.&lt;&lt; oder &gt;&gt;Ich habe den Zeigefinger moralisch genannt&lt;&lt;. </span></span></p>




<blockquote>


<p style="text-align: right;" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt. </i><i>Wovon man nicht sprechen kann, muß man schweigen. Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie &#8211; auf ihnen &#8211; über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.) </i>Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig. <i>&lt;&lt;</i><i> </i><i>(&gt;&gt;</i><i>Tractatus</i><i>&lt;&lt;, </i><i>Ludwig Wittgenstein</i><i>)</i></span></span></p>


</blockquote>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Ferner geht sie von der Sprachkritik und ihrer Offenbarung, dass sie die </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Sprache </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>nicht richtig gebraucht</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> habe über zu Konventionen, die sie nicht ordnungsgemäß angewendet habe, wie &gt;&gt;Ich habe das Obst nicht gewaschen&lt;&lt; oder &gt;&gt;Ich habe das Haarwasser nicht geschüttelt&lt;&lt;. Reinsperger spitzt es soweit zu, dass sie fast in Tränen ausbricht, als sie sagt: &gt;&gt;Ich habe nicht mit Messer und Gabel gegessen.&lt;&lt;. Handkes Text wird grandios von der Schauspielerin Stefanie Reinsperger gespielt und gesprochen. Sie spielt mit viel Humor, lässt einiges sarkastisch und zynisch wirken, was dem Text die Komplexität nimmt und ihn dadurch zugänglich und verständlich macht. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Verschiedene Charaktere mit unterschiedlichen Emotionen -durch eine Schauspielerin- scheinen manchmal auf der Bühne zu stehen. Reinsperger </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">verkörpert </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">den Text </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">regelrecht </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und zeigt somit unter anderem auf, dass Sprache und (Einhalten oder Nicht-Einhalten von) Konventionen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">das Selbstbild formen, sowie der Mensch mit dem Eintritt in die Mündigkeit schuldig gesprochen werden kann; </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">was das Publikum an diesen Abend aber nicht vorhatte. Stattdessen gab es große Ovationen. Und das Bekenntnis, dass</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Pa</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ří</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zek</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">s</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Inzenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und die Schauspielerin </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Stefanie Reinsperger</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> ein Traum von Sprechtheater </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">sind</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. </span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>&gt;&gt;</b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>SELBSTBEZICHTIGUNG</b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><b>&lt;&lt;</b></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">|</span></span><i> </i> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Berliner Ensemble</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">| </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">5.11., 8.11., 9.11.2017 jeweils um 20.00 Uhr</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">| Karten unter: </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><a href="mailto:theaterkasse@berliner-ensemble.de">theaterkasse@berliner-ensemble.de</a> </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">oder 030/ 284 08 155</span></span></p>

]]&gt;		</p>
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		<title>&#8222;Nationalismus ist die Pest&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Sep 2017 07:44:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Abschottungspolitik]]></category>
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<p align="justify"]]&gt;<span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Am 25.9.2017 eröffnete das Berliner Ensemble mit<i> &gt;&gt;EUROPA!&lt;&lt;</i> seine Dialogreihe <i>&gt;&gt;Friedman im Gespräch&lt;&lt;</i> und konfrontierte seinen ersten Gast Joschka Fischer mit der Frage: <i>&gt;&gt;Wie soll es mit der europäischen Union weitergehen?&lt;&lt;</i></span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Kaum auf dem Bühnen-Sofa Platz genommen, fragt der Jurist, Publizist und Fernsehmoderator Michel Friedman seinen Gast Joschka Fischer, ehemals Parteimitglied bei den <i>Grünen</i>, Außenminister (1998-2005)<i> </i>und nun selbstständiger Berater für internationale Institutionen, wie es mit der europäischen Union weitergehen soll? Schon bevor Fischer darauf antworten kann, pöbelt eine AfD-Sympathisantin irgendetwas mit <i>&gt;&gt;Hitler und Europa&lt;&lt;.</i> Friedmans Gesprächsreihe am Berliner Ensemble beginnt einen Tag nach der Bundestagswahl, in der nun wieder offiziell eine nationalsozialistische Partei mit 12,6 % in den Bundestag einzieht. Rassismus ist wieder salonfähig geworden; doch im Gegensatz zu vergangenen Zeiten sind zumindest die Stimmen an diesem Abend nicht still und pfeifen den <i>nervenden &gt;&gt;Drachen&lt;&lt;</i>, wie Fischer sie liebevoll nannte<i>, </i>zur Ruhe. </span></span></p>
<blockquote>
<p style="text-align: right;" align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Nationalismus ist die Pest&lt;&lt; (Joschka Fischer)</i></span></span></p>
</blockquote>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Fiedman und Fischer widmen sich vor der Frage nach der Zukunft der europäischen Union, dem Thema des vorhandenen Rechtsruck in Deutschland und in Europa. In anderen europäischen Ländern sind schon längst viele neoliberale, rechte, und nationalsozialistische Parteien an der Macht, der Rechtsruck ist also nicht neu. Woran liegt das? Fast ein Drittel aller Männer in Sachsen habe die nationalsozialistische AfD gewählt. Fischer glaubt, dass es an der Digitalisierung, Globalisierung, den neuen Kommunikationstechnologien und am (deutlichen) Wandel des Frauenbildes liegt. Arbeitsverhältnisse sind prekärer als sonst, die Frau befindet sich in Führungspositionen <i>–obwohl sie noch immer nicht das gleiche Gehalt, wie ein Mann bezieht– </i>und der Mann steht nun nicht mehr allein an der Spitze der Hierarchie, Armut und Reichtumsgefälligkeiten breiten sich aus. Abstiegsängste und Verlustängste sind laut Fischer die Folge. In vielen Ländern, die unter anderem an Europa grenzen, herrscht Krieg, der die Menschen zwingt ihre Heimat zu verlassen und ihre Existenz woanders zu sichern. Doch woher hat die deutsche Bevölkerung Angst, fragt Fischer. Deutschland ist ein reiches Land und eine zentrale Europamacht. Und unser europäisches Versprechen ist eine Wertegemeinschaft, die die Außengrenzen schützt und den europäischen Ländern, einen innenpolitischen Freiraum bietet. Hier betont der ehemalige Grünen Politiker auch, dass Deutschland in dieser Hinsicht sehr durchdachte <i>–beziehungsweise mit nicht moralisch vertretbaren Hintergedanken–</i> Vereinbarungen getroffen hat, in dem diejenigen Staaten, die Außengrenzen haben, für diese Grenzen verantwortlich sind und sie schützen müssen. Nach den <i>Dublin Verordnungen</i> wird Deutschland so nie ein Aufnahmeland für Geflüchtete werden. Zugleich fordert Fischer von Deutschland und den anderen EU-Ländern Solidarität mit den Aufnahmeländern und verlangt zugleich mehr Geld für die Grenzschutzagentur <i>Frontex</i> und einen wirksamen Grenzschutz. Eine Militärische Lösung, muss es aber nicht (unbedingt) sein. Noch mal zurück zu Rechtsruck und Nationalismus. </span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">In vielen Momenten des Gesprächs lässt sich Friedmans strategischer Umgang mit Fragen und ein geschicktes Hinterfragen von gegebenen Antworten erkennen, was die Reihe <i>&gt;&gt;Friedman im Gespräch&lt;&lt;</i> ankündigt, wird jedenfalls eingehalten. Intellektueller Genuss, eine widerspruchsaufdeckende Auseinandersetzung mit den aufgreifen von aktuellen Debatten. Beispielsweise fragt Friedman, wie es sein kann, dass die europäische Wertegemeinschaft sich nur auf die Außengrenzen bezieht und nicht auf die Innenpolitik eines EU-Landes. Fischer betont hier sehr stark, dass die EU nicht gegründet wurde, um ein Staat zu werden, sondern um Kriege zu verhindern. Die europäische Union ist ein demokratischer und rechtstaatlicher Staatenbund. Und wieso sitzen Rassisten und Diktatoren im EU-Parlament?, möchte Friedman wissen. Darauf hin verweist Fischer auf einen begrenzten Spielraum und auf Goethes Worte : <i>&gt;&gt;Am Gelde hängt, am Gelde drängt </i><i>doch alles</i><i>&lt;&lt;</i>. Hätte Fischer sich auf Goethes Faust bezogen, hätte Mephisto gesagt: <i>&gt;&gt;</i><i>Nach Golde drängt, am Golde hängt. Doch alles. </i><i>Ach wir Armen!</i><i>&lt;&lt;.</i> Schon bedauerlich, dass es anscheinend keine andere Möglichkeiten gibt als die Pädagogik des Geldes, um von allen (potentiellen) Mitgliedsstaaten ein demokratisches Werte- und Rechtsystem einzufordern. Nach Fischer muss die zukünftige europäische Union einen Solidaritätskurs einschlagen, vor allem mit den Aufnahmeländern, der Euro muss sich europaweit stabilisieren und die Union muss sich einen Identitätsbegriff zulegen. Die Gespräche mit der Türkei, die nur in kürzester Zeit zu einer Diktatur verkommen ist, abzubrechen, hält er nicht für richtig, weil die Türkei ein (schwieriger) Sicherheitspartner <i>–</i><i>was so viel bedeutet, wie: sie hält die Grenzen dicht– </i>ist. </span></span></p>
<p><iframe loading="lazy" width="1140" height="400" scrolling="no" frameborder="no" src="https://w.soundcloud.com/player/?visual=true&#038;url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F344401976&#038;show_artwork=true&#038;maxwidth=1140&#038;maxheight=1000&#038;dnt=1"></iframe></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Und hier treffen schließlich alle Faktoren aufeinander: die Abschottung der Außengrenzen, das Auslöschen von Menschen im Mittelmeer, das Zurückschicken von Menschen in Krisengebiete, das Kooperieren mit Rassisten und Diktaturen, die Rüstungindustrie und das Fördern von Kriegen, der unantastbare freie Markt und schließlich das liebe Geld. – Woher kommt noch mal Rechtsruck?</i></span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><u><b>FRIEDMAN IM GESPRÄCH</b></u></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><u>| </u></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><u>Berliner Ensemble</u></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><u>| Nächsten Termine: </u></span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">6.11. KRIEG! Mit Nicole Deitelhoff, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">20.00 Uhr, kleines Haus</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">6.12. POPULISMUS! Mit Robert Menasse, 20.00 Uhr, kleines Haus</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">27.1. AUSCHWITZ!, 20.00 Uhr</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">28.2. DEMOKRATIE!, 20.00 Uhr</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Karten unter: </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">030-284-08-155</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> oder </span></span><a href="mailto:theaterkasse@berliner-ensemble.de"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">theaterkasse@berliner-ensemble.de</span></span></a></p>
<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
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