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	<title>Aufklärung &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<title>Aufklärung &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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		<title>Berliner Theatertreffen: „Begnügt Euch doch ein Mensch zu sein!“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 May 2024 14:02:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Den Auftakt des 61. Theatertreffens machte im Kant-Jahr Ulrich Rasches Inszenierung „Nathan der Weise“ mit der herausragenden Valery Tscheplanowa – ein Spiel mit dem Gedanken von Toleranz.]]></description>
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<p>Berlin • Den Auftakt des 61. Theatertreffens machte im Kant-Jahr Ulrich Rasches Inszenierung „Nathan der Weise“ mit der herausragenden Valery Tscheplanowa – ein rezenter Start der Festspiele mit dem Gedanken von Toleranz.</p>



<p></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/nathandweise-1.png" alt="" class="wp-image-3196" width="758" height="504" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/nathandweise-1-350x233.png 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/nathandweise-1-768x512.png 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/nathandweise-1-360x240.png 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/nathandweise-1-307x205.png 307w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/nathandweise-1-130x87.png 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/nathandweise-1-272x182.png 272w" sizes="(max-width: 758px) 100vw, 758px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nathan der Weise | Nicola Mastroberardino (Saladin) und Valery Tscheplanowa (Nathan) © SF |&nbsp;Monika Rittershaus</figcaption></figure>
</div>


<p>Das 61. Berliner Theatertreffen hätte nicht besser beginnen können, als mit Rasches Inszenierung von Lessings Drama „Nathan der Weise“, welches zwar seine Uraufführung bei den <a href="https://freigeist-magzine.de/2019/09/09/jugend-ohne-gott-ostermeier/" target="_blank" rel="noopener" title="">Salzburger Festspielen</a> 2023 feierte, aber mehr als sonst den politischen Zeitgeist trifft. Dank Rasche befindet sich das Publikum in vom Militär besetzten Jerusalem. Hier lebt Nathan, ein reicher Jude, mit seiner Pflegetochter, Recha, die beinahe bei einem Hausbrand ums Leben gekommen wäre, hätte sie nicht der junge Christ gerettet. Trotz aller religiösen Vorbehalte gegenüber Juden, trifft sich der junge Lebensretter mit Nathan.</p>



<h3 class="wp-block-heading">„<em>Sind Christ und Jude eher Christ und Jude, als Mensc</em>h?“</h3>



<p>Nathan sagt zu dem Tempelherrn, „<em>Verachtet mein Volk so sehr Ihr wollt. Wir haben beide uns unser Volk nicht auserlesen. Sind wir unser Volk? Was heißt denn Volk? Sind Christ und Jude eher Christ und Jude, als Mensch?“</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2024/05/TT2024_Berliner-Festspiele_15994-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-3186" width="444" height="296"/><figcaption class="wp-element-caption">Nathan der Weise |&nbsp;Ensemble © SF | Monika Rittershaus</figcaption></figure>
</div>


<p>Lessings aufklärerische Werk, das aufgrund seiner Ringparabel zur religiösen <a href="https://freigeist-magzine.de/2015/05/11/unsere-drei-huren-freiheit-gleichheit-bruderlichkeit-gehen-wieder-anschaffen/" target="_blank" rel="noopener" title="">Toleranz </a>aufruft und erklärt, dass keine objektive Wahrheit auf der Metaphysik fußt, lebt in Rasches Arbeit auf einer neoklassizistischen Bühne, die neben einer Drehscheibe mit zwei bewegenden Elementen durch Säulen ergänzt wird. Die Säulen geben dem minimalistisch und eher kalt gehaltenen Setting etwas Wärme. Sie ermöglichen mit sanftem Lichtspiel hervorragende Übergänge, schaffen Räume und Wände, die ästhetisch sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wissen und Macht sind die zentralen Instrumente der Aufklärung</h3>



<p>Rasches Minimalismus mit neoklassizistischen Elementen wirkt düster, bringt aber das anstrengende Schauspiel uneingeschränkt hervor und lässt ebenfalls zu, dass mensch sich auf das gesprochene Wort konzentrieren kann. Die Kostüme der Darsteller:innen sind hauptsächlich in schlichten Kontrasten gehalten, tragen eher subtil zur Geschichte bei, in dem sie beispielsweise Verbindungen unter den Spielern offenlegen. </p>



<p>Das lässt sich gut im ersten Treffen zwischen dem jungen Tempelherrn (<a href="https://freigeist-magzine.de/2014/03/01/gender-trouble-in-der-grosstadt/" target="_blank" rel="noopener" title="">Mehmet Ateşçi</a>) und Recha (Julia Windischbauer) erkennen, dort sind beide gleich gekleidet, was als subtilen Hinweis auf ihre gemeinsame Herkunft interpretiert werden kann. Weiter ist Nathan als einziger Charakter in Grau gekleidet; Grau wird oft mit Weisheit assoziiert. Darüber hinaus ist Nathan, der einzige Jude im Stück.</p>



<p>Am Ende vereint die dramatische Erzählung die aufklärerischen Elemente, Wissen (Nathan) und Macht (Sultan Saladin). Nathan und der Sultan <em>sühnen</em> sich in einem Toleranzgedanken aufgrund von Verwandtschaftsbeziehungen. Recha und der Tempelherr sind nämlich Geschwister und Saladin ist deren Onkel. Ein friedliches Zusammenleben erscheint nun möglich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eine Ringparabel wird keine tagesaktuellen Konflikte lösen</h3>



<p>Die Zwiste von Lessings „Nathan“ entstehen aufgrund von Religion und Nation. Und werden erst durch die Wiederbelebung des verlorenen Gedächtnisses vom <a href="https://freigeist-magzine.de/2014/07/05/momo-und-die-zeitphilosophie-heideggers-2010/" target="_blank" rel="noopener" title="">Mensch-Sein</a> beigelegt. Vermutlich wird eine Ringparabel über Toleranz keine tagesaktuellen Konflikte lösen, aber Rasche und sein Ensemble beweisen mit ihrer Arbeit, dass „Nathan der Weise“ schmerzlich den Zeitgeist trifft und als Auftakt von den Berliner Festspielen gut gewählt ist.</p>



<p>Nicht nur, weil das aufklärerische Drama dem Kant-Jahr mehr als würdig ist, sondern auch, weil es mit seiner neoklassizistischen Ästhetik Lessings schweren Text zugänglich macht. Die Inszenierung unterhält und vermittelt gelungen einen Konflikt, der unsere Zeitströmung anspricht und zu Toleranz aufruft.</p>



<p><em>Die Berliner Festspiele gehen noch bis zum 20. Mai und bieten ein spannendes Programm. <a href="https://www.berlinerfestspiele.de/theatertreffen/programm/2024" target="_blank" rel="noopener" title="">Es lohnt sich, mal hereinzuschauen!</a></em></p>
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		<title>Theater trifft politische Bildung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Oct 2017 12:45:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Vom 1.-3. Oktober 2017 haben die Heinrich Böll Stiftung Berlin und das Schauspiel Dortmund sich die Frage gestellt: Kann Theater ein Ort der Bildung und Aufklärung sein?</span></span></p>




<p align="justify"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Die Vorstellung von darstellender Kunst ist eng mit dem Wunsch nach kultureller Wirksamkeit verbunden; so ist das Schauspiel für den Dramatiker Friedrich Schiller ein Ort der Aufklärung und eine moralisch-politische Anstalt. Heutzutage ist nicht allein der Ort <i>Theater</i> eine moralisch-politische Anstalt, sondern es kommt immer häufiger auf den geschaffenen Raum, den Ort, die Methode und die Art und Weise des Schauspiels an. Das MOBILIZE!-Event &gt;&gt;Moralische Anstalt 2.0 – Theater trifft politische Bildung&lt;&lt; initiiert von der Heinrich Böll Stiftung Berlin und dem Schauspiel Dortmund, versuchte vom 1.-3.Oktober 2017 in den Räumlichkeiten der Heinrich Böll Stiftung die Frage nach dem Theater als moralische Anstalt auf den Grund zu gehen. Innerhalb von drei Tagen fanden Diskussionen, Vorträge und Inszenierung zu den Thema: Theater trifft politische Bildung statt. Den Anfang eröffnete der junge Regisseur Arne Vogelgesang mit seiner Video-Lecture-Performance <i><a href="http://www.freigeist-magzine.de/index.php/2017/10/02/flammende-koepfe/">&gt;&gt;FLAMMENDE KÖPFE&lt;&lt;</a></i>, in der er den Zuschauern rechte Propaganda-Strukturen und Charaktere aus der digitalen Welt vorstellte. Schon bevor die AfD gewählt wurde, war im Netz Rassismus salonfähig und Stammtischparolen gehörten zum Alltag. Welche Auswirkungen der rechte online Extremismus hat, lässt sich an der vergangenen Bundestagswahl erkennen, in dem wieder offiziell Nationalsozialisten sitzen. Die erste Diskussionsrunde befasste sich mit dem Leitmotiv der Veranstaltung: <i>&gt;&gt;Theater trifft politische Bildung&lt;&lt;</i> und Esther Slevogt <i>(Redakteurin und Geschäftsführerin von nachtkritik.de)</i> begrüßte Kay Voges <i>(Intendant Schauspiel Dortmund</i>), Ulrich Khoun (Präsident des Deutschen Bühnenvereins) und Ellen Ueberschär <i>(Vorstand Heinrich Böll Stiftung)</i>. Slevogt fragte in die Runde: &gt;&gt;Kann Theater uns zu besseren Menschen machen?&lt;&lt;, Khoun bezog sich auf Schiller bei dem Theater versucht eine Synthese zwischen Denken und Gefühl herzustellen. Voges findet, dass es heute nicht mehr ums Wissen, sondern ums Verstehen geht. Wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem Globalisierung, Digitalität, Beschleunigung und technischer Fortschritt uns keine Zeit und keinen Raum für Verständnis und für Verstehen geben, sodass wir Existenzangst empfinden. Das Theater kann einen Raum fürs Verstehen bieten und ist insofern eine Anstalt der Aufklärung. Allein pro Sekunde werden 70 Stunden Material in die digitale Welt geladen; wir ertrinken im Chaos und können vor lauter Wahrheiten, keine Wahrheit erkennen. Ferner kann Theater auch einen Ort der Debatte schaffen und Menschen politisch mobilisieren. Beispielsweise ist das Schauspiel Dortmund enger Kooperationspartner des </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>PENG!-Kollektiv</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, welches politische Aktionskunst betreibt und im Juni 2016 hat das Schauspiel Dortmund mit dem Künstlerkollektiv </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Tools for Action</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> eine Spiegelbarrikade aus mit </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">luftbefüllten</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> Würfeln gegen den europaweiten Naziaufmarsch in Dortmund choreographiert Für Ueberschär müssen vor allem die Menschen selber aktiv werden und sich politisch engagieren, weil der Staat kein Pizzalieferdienst ist, den mensch bei nicht gefallen nicht einfach so wechseln kann. Am Folgetag fragte die Professorin Dr. Ingrid Hentschel </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>(FH Bielefeld)</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> während der Tagung in ihrem Vortrag </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Vielfalt statt Einfalt – Potentiale des Theaters 2.0&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ob wir ein inklusives Theater brauchen. Verschiedenheit ist ihrer Meinung nach eine Bereicherung. Menschen mit Behinderungen sollten aber nicht nur in künstlerische Prozesse integriert und involviert werden, sodass sie sich partizipieren, sondern sie sollten auch selber in künstlerischen Betrieben arbeiten und dafür müssen Möglichkeiten geschaffen werden. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Weiter ging Dr. Hentschel auf den Partizipationsbegriff generell ein; weil künstlerische Prozesse heutzutage einfach nur abgearbeitet werden, meistens nach Zielgruppen und Erfolg streben, ohne den Prozess als künstlerischen Akt zu begreifen. Dies liegt vor allem an beschleunigte Produktionsprozesse und geringe bis unausgewogene Verteilung an Gelder. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Die Veranstaltung endete am 2. Oktober mit Marcus </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Lobbes </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Inszenierung</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i><a href="http://www.freigeist-magzine.de/index.php/2017/10/03/trump-the-show-goes-on/">&gt;&gt;TRUMP&lt;&lt;</a></i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">. Eine fingierte Wahlkampfparty </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> auf der neben patriotischen US-Flair, Hot-Dogs und Popcorn, das Phänomen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;Donald Trump&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> hinterfragt </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">wurde, und schließlich über ein &gt;&gt;Ja, so ist unser Donald&lt;&lt; hinausging. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Der abschließende Tag stand ganz im Zeichen von Journalismus und Performanz, hier erläuterte der Journalist Martin Kaul </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>(u.a. soziale Bewegung und taz)</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, wie er über die Videoliveübertragungs-App </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Periscope</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> den G20-Gipfel, der in Hamburg stattgefunden hat, im Netz übertragen hat und </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">welche Rolle journalistische Berichterstattung in Echt-Zeit zugemessen werden kann. Beispielsweise verfügt die App </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Periscope</i></span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">über eine Kommentarfunktion, sodass Kaul immer wieder über Dinge auf den laufenden gehalten wurde, die er momentan nicht wahrnehmen konnte. Er bekam von seinen Followern immer wieder Hinweise oder Ratschläge, welchen Ort er aufsuchen sollte. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Periscope </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">könnte eine neue Form von interaktiven Journalismus in Echt-Zeit mit sich bringen, in dem Konsumenten und Journalist</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">en</span></span><span style="font-family:
 Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> miteinander eine Berichterstattung erstellen. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Einen weiteren spannenden Vortrag lieferte Ruben Neugebauer </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>(Sprecher SEA WATCH e.V.)</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> über die kritische Lage im Mittelmeer </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und den Verein</span></span> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>Sea Watch e.V., </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">der sich </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">2014</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> aufgrund des Versagens der </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">E</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">uropäischen Union geflüchteten Menschen </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">auf den Mittelmeer vor dem Ertrinken </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">zu </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">retten</span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">gegründet hat. Die NGO ist erfolgreich in ihren Seerettungen, auch wenn sie immer wieder von Staaten, Grenzschutzagenturen oder identitäre Bewegungen bei der Rettung von Menschenleben gehindert werden. Momentan wird ihr Schiff Juventa von Geheimdiensten überwacht; die europäische Union sieht es nicht gern, wenn Organisationen oder Einzelpersonen versuchen ihr Konzept des Sterbens auf dem Mittelmeer zu durchbrechen. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Dennoch schafft es die NGO pro Tag knapp 500 Menschen zu retten und hat bislang 30 000 Menschen vorm Ertrinken bewahrt. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>SEA WATCH</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"> verfügt mittlerweile über drei Schiffe und einen Helikopter mit dem sie über das gesamte Einsatzgebiet Lauftaufklärung leisten können. Über weitere Unterstützung freut sich </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>SEA WATCH</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">: <a href="https://sea-watch.org/unterstuetzer/">https://sea-watch.org/unterstuetzer/</a>. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Angeregt von Neugebauers Vortrag über </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">die tragischen Verhältnissen an den europäischen Außengrenzen, folgt Kay Voges Inszenierung </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;DIE SCHWARZE FLOTTE&lt;&lt;</i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">, </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">in der ein Journalist die Handelsroute &gt;&gt;Mittelmeer&lt;&lt; erkundet und nach den Frachtern fragt, die Menschen, Waffen und Drogen schmuggeln. </span></span><a href="http://www.freigeist-magzine.de/index.php/2017/10/04/die-schwarze-flotte/"><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>&gt;&gt;DIE SCHWARZE FLOTTE&lt;&lt;</i></span></span></a> <span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">ist eine Produktion vom Schauspiel Dortmund und dem Rechercheverbund </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;"><i>CORRECT!V </i></span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">und stellt den Höhepunkt der Tagung &gt;&gt;Moralische Anstalt 2.0 – Theater trifft politische Bildung (&#8230;)&lt;&lt; dar, weil hier ganz deutlich wird, dass Theater mehr als ein Unterhaltungsmedium sein kann. Theater kann ein Ort der Aufklärung sein und uns die Möglichkeit geben die Welt zu verstehen. </span></span><span style="font-family: Ubuntu;"><span style="font-size: small;">Somit war das MOBILIZE! Event des Schauspiel Dortmunds und der Heinrich Böll Stiftung ein grandioser Erfolg.</span></span></p>

]]&gt;		</p>
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		<title>Ausschweifende Sexualkunde im Ankleidezimmer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 May 2014 14:40:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[
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										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[Am 3. Mai 2014 feierte das Werkstück „Die Philosophie im Boudoir“ von Marquis des Sades unter der Regie von Andrea Imler im Schauspiel Köln eine herausragende Premiere.
Licht aus. Musik an. „Strict Machine“ von Goldfrapp läuft. Die Darstellerinnen bauen das Bühnenbild auf. Licht an. Musik aus. Madame de Saint-Ange (Nicola Gründel) sitzt auf einem Kosmetikstuhl. Neben ihr ein Beistelltisch mit einer Schüssel voller rosafarbenen Süßigkeiten und ein paar andere Requisiten. Es riecht nach Parfum und Puder. Das sanfte Licht, welches in Farben wie rosa oder gelb strahlt, verleiht den ansonsten kalten Raum wärme. Mit ihrem aufreizenden schwarzen Kleid und ihrer blonden hochtoupierten Perücke, erzählt die freigeistige Madame de Saint-Ange dem jungen brünetten Mädchen, Eugénie (Larissa Aimée Breidbach) von den Vorzügen eines Lebens in körperlichen und geistigen Ausschweifungen, die zur Unabhängigkeit führen, sowie von einer erfüllenden egoistischen Ekstase durch die Objektivierung des Anderen. Die 15-Jährige Eugénie ist dieses Wochenende bei Madame, um diese Unabhängigkeit zu erlangen. Sie soll von ihr in Sexualkunde unterrichtet werden. Denn für Madame de Saint-Ange soll sich „ein hübsches Mädchen nur mit Ficken befassen und nie mit Zeugen“. Dafür erörtern sie die Sexualorgane und die erogenen Zonen. Das Gelernte wird in konkrete Sexualpraktiken überprüft, wobei Madame immer wieder die Vorteile des Oralverkehrs und des Analverkehrs betont. „Welche Gefahren vermeidet eine Frau übrigens auf diese Weise! Weniger Risiken für ihre Gesundheit und keines der Schwangerschaft.“
Der Mensch soll seiner Fantasie, den düsteren Stachel der Lust freien Lauf lassen, postuliert Marquis de Sade und möchte dadurch die bewusste Auseinandersetzung mit dem Körper und das Akzeptieren von sexuellen Extremen fördern, um den Menschen von religiösen oder gesellschaftlichen Schranken zu befreien. Dabei sind die Äußerungen von de Sade zu meist drastisch, provokant, philosophisch und sogar feministisch intendiert, wie die Bühnenfassung von Nadja Gross und Andrea Imler beweist. Das Werkstück „Die Philosophie im Boudoir“ streicht bis auf eine Szene die ganzen männlichen Rollen und lässt nur die beiden Frauen Madame de Saint-Ange und Eugénie auftreten, sodass es im Werkstück in weiten Teilen um die Befreiung der Frau durch Sexualität geht. Für Madame de Saint-Ange wird das Austreiben von moralischen Prinzipien und Tugenden aus Eugénie zum zentralen Anliegen. Hierzu greift das Stück vermehrt moralische Problematiken rund um das Thema Schmerz, Lust und Grausamkeit auf. Beispielsweise fragt Eugénie: „Ist es vertretbar den Anderen Schmerz zuzufügen, um selber Lust zu erfahren?“ darauf entgegnet Madame de Saint-Ange: „Solange Du selber glücklich bist, ist alles egal.“ Diese Aussage wird Madame am Ende selber zum Verhängnis werden.
Neben den faszinierenden und ausdrucksstarken Schauspielerinnen, die an diesem Abend sich für so einige vulgäre Akte preisgeben mussten, ist die Spielstätte „Grotte“ mehr als sonderbar, denn sie befindet sich in einem Container, der wiederum innerhalb eines grünen Hügels platziert ist.
Die Premiere schloss mit einem applaudierenden und begeisterten Publikum. Auch von mir ganz viel Beifall und ein großes Lob für das Hervorbringen von de Sade unter der Ladentheke.
Schauspiel Köln: Di. 3. Juni und Mi. 18. Juni jeweils um 20 Uhr in der Grotte.
Karten unter 0221 - 221 28400 oder <a href="mailto:tickets@buehnenkoeln.de">tickets@buehnenkoeln.de</a>]]&gt;		</p>
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