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	<title>Anouk van Dijk &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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	<title>Anouk van Dijk &#8211; FreiGeist-Magzine</title>
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		<title>&gt;&gt;Der Markt ist die letzte Diva</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Oct 2018 17:45:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Anouk van Dijk]]></category>
		<category><![CDATA[Dramatik]]></category>
		<category><![CDATA[Falk Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Poetikdozentur]]></category>
		<category><![CDATA[Regie]]></category>
		<category><![CDATA[Saarbrückender Poetikdozentur für Dramatik (2016)]]></category>
		<category><![CDATA[TRUST]]></category>
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					<description><![CDATA[„Was sagen die Worte, die ein Mensch benutzt, was sagt die Struktur seiner Sätze über sein Denken aus (…) ?“]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p> „<em>Was sagen die Worte, die ein Mensch benutzt, was sagt die Struktur seiner Sätze über sein Denken aus (…) ?“ </em>fragt Falk Richter, der Regisseur des Jahres 2018 (<em>Theater heute</em> 2018), während der fünften Saarbrückender Poetikdozentur für Dramatik (2016). Ein Forum für zeitgenössische Dramatik und wegweisende Dramatikerinnen. Hier hält Richter drei öffentliche Vorträge, die im erschienen Band <em>„Disconnected. Theater Tanz Politik“ </em>(2018) vom Alexander Verlag Berlin verlegt wurden. Er gehört zu den wichtigen internationalen Theatermachern aus dem deutschsprachigen Raum. Seine Arbeiten befassen sich mit der konkreten Gegenwart, unserer Art zu denken, zu fühlen und zu kommunizieren. Durch den erschienen Band, ist es erstmals möglich einen Blick in den Schaffensprozess des Künstlers zu werfen. Zahlreiche Textauszüge aus seinen Dramen, Notizen und Berichte von Probenprozessen vergegenwärtigen wie seine hochpolitischen Gesamtkunstwerke entstehen, in denen er den neoliberalen Kapitalismus klar analysiert und das Theater als Ort der Analyse von Sprache und Ideologie begreift. In seiner ersten Vorlesung beschreibt er sein philosophisches Suchen mit Hilfe von einzelnen Produktionen und er spricht von <em>„the void“</em>. Eine Leere, die sich immer mehr füllt. Seine Texte entstehen nicht mehr am Schreibtisch, wie die älteren Werke <em>„Die Verstörung“</em> (2005) oder <em>„Gott ist ein DJ“</em> (1999), sondern auf den Proben. Er erweitert den Autorenbegriff zum Regisseur und bezeichnet sich selbst als Autorregisseur, welcher im Schreibprozess Künstlerinnen und Ereignisse von den Proben einfließen lässt.  </p>



<p>
Sein
kreativer Motor; ein Fragenrausch. Der Wunsch <em>„(…)
all das (zu) begreifen, erfassen (…), was in mir und um mich herum
geschieht.“</em>
(S.10)
bildet
die Grundlage für ein
neues
Drama.
Am
Beispiel von der Inszenierung
„Trust“ (UA Schaubühne Berlin 2009), eine
Arbeit mit der Choreografin Anouk van
Dijk, verdeutlicht
Richter seine Arbeitsweise mit offenen Materialsammlungen,
Szenenskizzen, Essays und vieles mehr. Vier Tänzerinnen, fünf
Schauspielerinnen und ein Musiker begeben sich mit van Dijk und
Richter auf die Suche nach Vertrauen. Dem Vertrauen zwischen Bürger
und den staatlichen Institutionen.
Abhandengekommendes
Vertrauen in Beziehungen und der Frage, <em>„Was
bedeutet es für das Leben des Einzelnen, (…) wenn sich niemand
mehr auf irgendwas, auf irgendwen verlassen kann?“</em>
(S.14) Neben
Text erkunden die Künstler van Dijk und Richter den menschlichen
Körper, wie begegnen sich Körper ohne Vertrauen? <em>„Wie
agieren und bewegen sich erschöpfte Menschen in einem hochkomplexem
störanfälligen System (&#8230;)“ </em>(S.15)</p>



<p> Richters Vorlesungen, die seinen Schaffensprozess aufzeichnen, sind nicht nur interessant für <em>Falk-Richter-Liebhaber</em>, sondern auch für junge Regisseurinnen oder Dramatikerinnen, die einen verständlichen und umfassenden Einblick in seine Arbeitsweise bekommen möchten. Auch seine Sprache bleibt im Verlauf verständlich, leserfreundlich und hat einen poetischen Charakter. Richter drückt sich dennoch klar und detailliert aus, was dafür sorgt, dass <em>>>Disconnected&lt;&lt; </em>ein pures Lesevergnügen ist.  </p>



<p>
<strong>Falk
Richter</strong><strong>: </strong><em><strong>&gt;&gt;</strong></em><em><strong>Di</strong></em><em><strong>sconnected.
Theater Tanz Politik</strong></em><em><strong>&lt;&lt;</strong></em><em>,
</em>(Hrsg.
Johannes Birgfeld), erschienen
am 25.10.2018 im Alexander Verlag Berlin. Kosten: 16,00 Euro,
<a href="https://www.alexander-verlag.com/programm/titel/413-disconnected.html">https://www.alexander-verlag.com/programm/titel/413-disconnected.html</a>

</p>
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		<title>TRUST ME</title>
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		<dc:creator><![CDATA[SabineSchmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jun 2016 00:42:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Angie Lau]]></category>
		<category><![CDATA[Anouk van Dijk]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehungskrise]]></category>
		<category><![CDATA[Byung-Chul Han]]></category>
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		<category><![CDATA[Krise]]></category>
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		<category><![CDATA[Schaubühne]]></category>
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		<category><![CDATA[Vincent Redetzki]]></category>
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					<description><![CDATA[
				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><![CDATA[

<p align="JUSTIFY"]]&gt;<span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">&gt;&gt;YOU NEED MORE THAN A GERHARD RICHTER HANGING ON YOUR WALL&lt;&lt;, singt Judith und verweist darauf das Werte vergänglich sind. Virtuelle Werte werden geschaffen und reale Werte werden verbrannt. Der Wert von Geld und Mensch stürzt in unserer Leistungsgesellschaft zusammen. </span></span></p>
<p> </p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">&gt;&gt;ICH BIN WIE GELD</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Das ist auch was Schönes, denn Geld ist überall und kennt keine Grenzen, </span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">keine Moral und keine Angst&lt;&lt;</span></span></em></strong></p>
<p align="JUSTIFY"> </p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">SYSTEMZUSAMMENBRUCH. Wir leben in einem Zeitalter des Zerfalls. Nichts hat mehr Bedeutung, nichts hat mehr Wert oder bildet eine Einheit. KRISE. Finanzkrise. Identitätsproblem. Beziehungskrise.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"> </p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">&gt;&gt;Und wenn ich gehen würde, würde es nichts ändern</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Und wenn ich bleiben würde, würde es nichts ändern</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Und wenn du mich anschauen würdest, würde es nichts ändern</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Und wenn ich dich berühren würde, würde es nichts ändern</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Und wenn ich dich wirklich, wirklich wollen würde, würde es nichts ändern</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Vergiss alles, was ich gesagt habe</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Lass uns einfach alles so lassen, wie es ist</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Es ist zu kompliziert, das jetzt zu ändern</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Das hat nur mit mir zu tun</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Das hat nichts mir dir zu tun</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Du lebst dein Leben, ich leb mein Leben</span></span></em></strong></p>
<p style="text-align: right;" align="JUSTIFY"><strong><em><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Du bist da, ich bin hier&lt;&lt;</span></span></em></strong></p>
<p align="JUSTIFY"> </p>
<p align="JUSTIFY"> </p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die Inszenierung <b>TRUST</b> von Falk Richter und Anouk van Dijk hatte ihre Uraufführung am 10. Oktober 2009 an der Schaubühne in Berlin und nach fast sieben Jahren, hat sie nicht an Aktualität und Qualität verloren. Nein, es ist noch immer unbeschreiblich schön und zeigt, wie sehr eine Aufführung von Ensemble (Peter Cseri, Lea Draeger, Jack Gallagher, Cathlen Gawlich, Franz Hartwig, Angie Lau, Vincent Redetzki, Kay Bartholomäus Schulze, Nina Wollny) lebt und am Leben erhalten wird. Alle Beteiligten am diesen Abend <em>-hier muss ich doch mein Bedauern ausdrücken, dass Judith Rosmair nicht mehr mitspielt-</em> haben Großes auf der Bühne geleistet und gemeinsam mit Falk Richter und Anouk van Dijk ein überwältigendes Schauspiel geschaffen, das mit der Musik von Malte Beckenbach <em>-und immer die Frage: Wo ist der Soundtrack der Aufführung erhältlich?-</em> zutiefst bewegt. Der Text trifft den Nerv der Zeit und gemeinsam mit der Choreografie fesselt <b>TRUST </b>das Publikum. Die Ästhetik des Stücks ist genial und glänzt mit den Talenten, die jede Szene unvergesslich werden lassen.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><b>TRUST</b></span><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"> ist das zweite Projekt, welches Anouk van Dijk und Falk Richter entworfen haben, in dem sie mit der Ästhetik von Tanz, Text und Musik, Stimmungen, Erkenntnisse der politischen Gegenwart und Gefühle erzeugen. Dabei sind die Momente, in denen sich Schauspieler und Tänzer gemeinsam zu wohlklingenden Tönen bewegen, die Augenblicke, in denen alles eigentlich ganz Still wird und die reine Ästhetik zu Tränen rührt. </span></span></span></p>
<figure id="attachment_617" aria-describedby="caption-attachment-617" style="width: 700px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-617 size-large" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1-1024x596.jpg" alt="Nina Wollny und Peter Cseri. Foto: Heiko Schäfer" width="700" height="407" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1-1024x596.jpg 1024w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1-350x204.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1-500x291.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1-768x447.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1-360x210.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1-1536x895.jpg 1536w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1-2048x1193.jpg 2048w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1-352x205.jpg 352w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1-130x76.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2016/06/1371735936_trust_ninawollny_heikoschaefer-1-650x379.jpg 650w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></a><figcaption id="caption-attachment-617" class="wp-caption-text">Nina Wollny und Peter Cseri. Foto: Heiko Schäfer</figcaption></figure>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: Liberation Mono,monospace;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;">Derzeit arbeiten Richter und van Dijk an ihrer neuen Inszenierung </span><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><b>SAFE PLACES </b></span><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;">am Schauspiel Frankfurt. Wir dürfen gespannt sein; das Stück feiert am 8.10.2016 seine Uraufführung uns setzt sich mit der europäischen (Krisen-)Gesellschaft auseinander (<a href="https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/premieren/safe-places/">https://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/premieren/safe-places/</a>).</span></span></span></p>
<p align="JUSTIFY"><span style="font-family: FreeSans,sans-serif;"><span style="font-size: small;">TRUST von Falk Richter und Anouk van Dijk| Schaubühne Berlin| 30.6.2017| 20 Uhr| Karten erhältlich unter: <a href="mailto:ticket@schaubuehne.de">ticket@schaubuehne.de</a>. Weitere Spieltermine folgen in der kommenden Spielzeit.</span></span></p>
<p align="JUSTIFY"> </p>
<p> </p>


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		<title>SEARCHING FOR A PLACE OF BELONGING</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2015 08:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Anouk van Dijk]]></category>
		<category><![CDATA[Belonging]]></category>
		<category><![CDATA[Chunky Move]]></category>
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		<category><![CDATA[Karen Sibbing]]></category>
		<category><![CDATA[Lauren Langlois]]></category>
		<category><![CDATA[Malte Beckenbach]]></category>
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		<category><![CDATA[Zugehöhrigkeit]]></category>
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				<![CDATA[]]>		]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[

<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Das multitalent Falk Richter und die herausragende Choreografin Anouk van Dijk begaben sich am 26. Mai 2015 an der Berliner Schaubühne mit ihrer Inszenierung „Complexity of Belonging“ auf die Suche nach dem Begriff von Zugehörigkeit. Dabei formulieren sie basierend auf persönlichen Geschichten und Improvisationen mit Text, Performance und Bewegung individuelle Standpunkte, die vor dem Hintergrund eines weiten australischen Himmelpanoramas (Robert Cousins) aufeinander treffen, auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen und dadurch das Publikum nicht nur bezaubern, sondern vergegenwärtigen, wie politisches Theater heute sein kann.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Alle sind auf der Suche nach Identität beziehungsweise dem Gefühl von Zugehörigkeit; egal ob Frau, Mann, heterosexuelles oder homosexuelles Pärchen. Ihr Alltag ist ständig von Fragen begleitet: Wer bin ich? Wer sind wir? Was macht uns aus? Wo gehören wir hin? Und wer gibt uns vor, wer, wie, was wir sein sollen? Ist es die Gesellschaft? Sind es die Eltern oder die Herkunft, die für mein Zugehörigkeitsgefühl verantwortlich sind und mir sagen sollen, wie ich zu sein habe? </span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">In Falk Richters und Anouk van Dijks fünftem gemeinsamen Projekt „Complexity of Belonging“, in der fünf Tänzer und vier Schauspieler unterschiedlich miteinander agieren und sich in Szene setzen, begibt sich die französische Forscherin Eloise (Eloise Mignon) auf die Suche nach dem Begriff von Zugehörigkeit. Mittels Interviews über Herkunft, Beziehung, Gemeinschaft versucht sie sich dem Begriff und dem Gefühl von Zugehörigkeit zu nähern. Dabei trifft sie auf unterschiedliche Charaktere, wie einer Traumatherapeutin (Karen Sibbing), die um ihre Fernbeziehung kämpft oder auf einen Mann (Stephen Phillipps), der kurz vorm Burnout steht, weil die Gesellschaft mit all ihren Ansprüchen an ihm zerrt. Dieses Moment, in der der Mann seiner Freundin via Skype seine innigsten Gefühle mitteilt und von seiner Erfolgsdepression berichtet, treffen die Genres Text, Tanz und Musik in gemeinsamer Harmonie aufeinander, ergänzen sich gegenseitig und erzeugen somit die intendierte Stimmung von Stress, gesellschaftlichen Druck und Angst im Raum. Malte Beckenbachs düstere Klänge, die sich unter anderem wie ein pulsierender Herzschlag anhören, unterstützen Stephen Philipps Aussagen: „<i>Ich hasse meinen Körper und vielleicht sollte ich mit meinem Leben etwas sinnvolles machen, wie beispielsweise zu Greenpeace gehen“</i>. Während des Gesprächs tanzt Lauren Langlois um ihm herum, zerrt wie die gesellschaftlichen Zustände an ihm, laugt ihn aus, in dem sie auf ihn klettert, auf seinen Schultern sitzt und mit ihrem Gewicht einen Druck ausübt, der unsere heutigen Leistungsgesellschaft nahe kommt. <i>„Ich will schlafen und ausruhen. (…) Wieso kann mir keiner sagen, was ich machen soll? Ich möchte glücklich sein!“. </i></span></span></p>


[caption id="attachment_458" align="aligncenter" width="660"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-458 size-large" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1.jpg?w=660" alt="complexityofbelonging_Stephen_Lauren" width="660" height="440" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1.jpg 1000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-768x511.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_stephen_lauren-1-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a> Complexity of Belonging_Stephen Philipps_Lauren Langlois_Foto: Jeff Busby[/caption]


<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Aber auch die Szene in der Lauren nach ihrem perfekten Mann sucht, vergegenwärtigt, dass wir uns in einer <i>Identitätskrise</i> befinden. Lauren ist nämlich hin und her gerissen von den ganzen Stereotypen, die einen perfekten Mann ausmachen. </span></span></p>


[caption id="attachment_460" align="aligncenter" width="660"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-460 size-large" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1.jpg?w=660" alt="_complexityofbelonging_1902" width="660" height="440" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1.jpg 1000w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-350x233.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-500x333.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-768x511.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-360x240.jpg 360w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-308x205.jpg 308w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-130x87.jpg 130w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-650x433.jpg 650w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_1902-1-272x182.jpg 272w" sizes="auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a> Complexity of Belonging_Lauren Langlois_Foto: Jeff Busby[/caption]


<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Innerhalb ihres Monologs wird sie durch den Bühnenraum gezogen, gestellt, gesetzt; wie eine Marionette lässt sie sich von den ganzen gesellschaftlichen Normen und Stereotypen beeinflussen und formen. Dabei möchte sie eigentlich nur geliebt werden; auch wenn sie nicht genau weiß, was das eigentlich sein soll.</span></span></p>




<p align="JUSTIFY">„<span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Complexity of Belonging“ erweitert nicht nur Text durch Tanz, sondern unterbricht das Schauspiel mit spektakulären Tanzeinlangen. Besonders aussagekräftig ist die Choreografie, in der Schauspieler und Tänzer in einer Diagonale auf Sesseln sitzen. Erst adrett, abwechselnd nach links oder rechts fallend, dann gemütlich sitzend. Wie in einem Loop gefangen, symbolisieren sie ihre Verfangenheit in der Gesellschaft, in der sich der Mensch seinen eigenen Platz suchen muss, um existieren zu können. Diese äußerst bee</span></span><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">indruckende Choreografie, wird von Malte Beckenbachs Komposition bestens untermalt und erzeugt eine energiegeladene und doch nachdenkliche Stimmung. </span></span></p>


[caption id="attachment_456" align="aligncenter" width="660"]<a href="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-large wp-image-456" src="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1.jpg?w=660" alt="ComplexityofBelonging_Ensemble_Foro:JeffBusby" width="660" height="495" srcset="https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1.jpg 800w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-350x263.jpg 350w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-500x375.jpg 500w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-768x576.jpg 768w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-333x250.jpg 333w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-273x205.jpg 273w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-120x90.jpg 120w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-600x450.jpg 600w, https://freigeist-magzine.de/wp-content/uploads/2015/06/complexityofbelonging_ensemble1-1-650x488.jpg 650w" sizes="auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px" /></a> Complexity of Belonging_Ensemble_Foto: Jeff Busby[/caption]


<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Richters Texte, die er mit Hilfe von persönlichen Geschichten der Darsteller geschrieben hat, greifen nicht nur Klischees auf, stellen unsere transparente Leistungsgesellschaft in Frage, sondern thematisieren ganz zentral Rassismus, Gender, das Finden von </span></span><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;"><i>Geschlechteridentitäten </i></span></span><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">und wie unsere Gesellschaft damit umgeht. Beispielsweise wünscht sich Josh von Joel ein Kind. Mit Sarkasmus versucht Josh seinem Partner zu erklären, wie sie ihren Kinderwunsch erfüllen können: „</span></span><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Let’s have an international surrogate baby“</span></span><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">. </span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;">Falk Richters und Anouk van Dijks Projekt „Complexity of Belonging“, welches am 6.10.2014 an der Melbourne Theatre Company seine Uraufführung feierte und nun durch Europa tourt, ist eine beeindruckende Inszenierung, in der die Schauspieler und vor allem die Tänzer von Chunky Move großartige Leistungen vollbringen. Auch die Musik von Malte Beckenbach, die immer wieder mit ihren Klängen Tanz und Text unterstützt und die Szenen in Emotionen und Energien festigt, ist einfach wundervoll. Das australische Himmelpanorama von Robert Cousins wird durch die unterschiedliche Beleuchtung (Niklas Pajanti) zum Leben erweckt und verleiht der ganzen Szenerie Lebendigkeit. So atemberaubend „Complexity of Belonging“ auch ist, weil ernsthafte politische Problematiken sich in beeindruckenden Tanz und unter anderem Humor finden lassen, eröffnet das Schlussmoment die „Weisheit des Abends“, dass der Mensch für den Anderen lebt – abgesehen von der falsche Schlussfolgerung – eine viel zu starke Tragik, die nicht weiter ausgeführt wird und dadurch plakativ wirkt. Dennoch ist „Complexity of Belonging“ von den Künstlern Falk Richter und Anouk van Dijk ein großartiges Meisterwerk mit atemberaubenden Tänzern und Schauspielern, das jegliche Art von Bewunderung verdient!</span></span></p>




<p align="JUSTIFY">[embed]https://vimeo.com/115044879[/embed]</p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Loma;">Schaubühne Berlin | COMPLEXITY OF BELONGING | 26., 27., 28., 29. Mai 2015 | Jeweils um 20:00h. Karten unter: <a href="mailto:ticket@schaubuehne.de">ticket@schaubuehne.de</a></span></span></span></p>




<p align="JUSTIFY"><span style="font-family:Loma;"><span style="font-size:small;"><span style="font-family:Loma;">Thèâtre National de Chaillot | COMPLEXITY OF BELONGING | 3., 4., 5., 6., Juni 2015 | Jeweils um 21:00h. Karten unter: <a href="http://theatre-chaillot.fr/en/dance/complexity-of-belonging">http://theatre-chaillot.fr/en/dance/complexity-of-belonging</a> </span></span></span></p>

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		<title>Ekstatische Zustände in Düsseldorf – RAUSCH!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sabine Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jan 2013 22:06:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Anouk van Dijk]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorfer Schauspielhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Falk Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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		<category><![CDATA[Theaterkritiken]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>				<![CDATA[Falk Richter und Anouk van Dijk erzeugen beim Publikum bewusstseinserweiternde Zustände mit ihrer Inzenierung "RAUSCH". Mit der Kooperation von Text und Bewegung erreichen sie eine postmoderne Gesellschaftskritik auf höchsten künstlerischen Niveau.
Aller Anfang ist die Einsamkeit und so stürmt der Schauspieler Aleksandar Radenkovic mit einem unglaublich-energiegeladenen Monolog über den Wunsch nach der Zerstörung von Struktur auf die Bühne: <i>„ich würd so gern einfach schreiben/ ohne ein thema/ ohne eine richtung/ ohne etwas zu bearbeiten, das sich angestapelt hat/ ohne all diese materi</i><i>alien und textmassen, notizen, empfndungen, enttäuschungen und ängste/ mich einfach wegschreiben in eine andere Welt/ in eine andere Welt hineinschreiben“</i>. Kaum hat er seine Klage an System und Struktur zu Ende gesprochen, füllt sich die gedämmte Bühne im Stil eines Tanzstudios mit zahlreichen Menschen, die zu den gesprochenen Worten der Monologisten schwingen und aus einzelnen Bewegungen eine Choreografie ableiten. Nicht nur die Bewegungen der sieben Tänzer und fünf Schauspieler mit ihrer anfangs schlicht getragenen Kleidung, versetzen das Publikum in einen ekstatischen Zustand. Sondern vor allem die experimentelle Musik von dem australischen Künstler Ben Frost,  erweitern das Bewusstsein der Anwesenden und versetzen den Zuschauer in eine andere Welt, welche nicht weit von der Postmoderne ist.
Keine Zeit, kein erkennbarer Ort, keine identifizierbaren Personen prägen die Inszenierung RAUSCH. Dennoch ist das Interesse der beiden Künstler Richter und van Dijk eindeutig: eine postdramatische Widerspiegelung von körperlich-seelischen Zuständen des modernen Individuums, sowie seine aktuelle Position im ökonomischen System. Die gemeinsame Zusammenarbeit von Schauspielern und Tänzern lassen die künstlerische Inspiration von der Wechselwirkung Text und Bewegung zur Erreichung eines ekstatischen Zustands umsetzten und öffnen den menschlichen Geist für eine Kritik an die bürgerliche Gesellschaft, in der der Mensch sich in einer allumfassenden Krise befindet. Das menschliche Selbst mit seiner Gefühlswelt und seinen Partnerschaften im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit wandelt sich zu einer Krise, weil die Liebe mit ihrem Rauschzustand zur letzten erfüllbaren Utopie geworden ist. Der Liebesrausch als einziges authentisches Gefühl fällt nun mit den im Kapitalismus arrangierten kapitalsteigernden Räuschen, wie Arbeitsrausch, Börsenrausch und Kaufrausch zusammen. Liebe ist zu einer unersättlichen Ware geworden und in der Postmoderne auch über soziale Netzwerke, wie <i>facebook</i> erhältlich. RAUSCH spiegelt in einer anderen ekstatischen Welt unsere Gesellschaft wieder, in der die konservativ-verfehlte Politik der CDU und FDP in die Mangel genommen wird und auf die herrschenden Occupy-Aufstände auf der ganzen Welt aufmerksam macht. Auch die Adelshäuser und die parasitäre katholische Kirche stehen auf der Bühne im Augenmerk des Gefechts und lassen einige Zuschauer schmunzeln oder andere wiederum zornig werden. Jegliche Kritik an unserer bürgerlichen Gesellschaft über die Zuspitzung des Kapitalismus, welche bis zur Rechtsverletzung des Bürgers führt, wird auf der Bühne annehmbar und sorgt für Reflektion, die unter anderem mit einer Parodie über den Pfefferspray-Einsatz der Polizei bei Demonstrationen gegen das kapitalistische System erreicht wird. Der unkontrollierbare RAUSCH und der Wunsch nach einem Ausbruch aus den gesellschaftlichen Zwängen in eine soziale Wirklichkeit der Freiheit, sind im Tanz der einzelnen Darsteller und in der schauspielerischen Leistung erkennbar. Eine Paartherapie unter der Obhut eines profitorientierten Therapeuten sorgt für Witz und pointierender Problematisierung von Partnerschaften, wo alle Beteiligten aufgrund des Überflusses an Bedürfnisbefriedigung ihre Bedürfnisse befriedigt haben möchten, obwohl keiner seine Bedürfnisse kennt. Wo ist die alles verzehrende Leidenschaft hin? Verschwunden; unter den anderen Räuschen.
RAUSCH ist eine gelungene gesellschaftskritische Inszenierung auf höchsten künstlerischem Niveau. Literatur, Tanz, Musik und Schauspielkunst animieren zum Applause ins Unendliche und verlangen nach Reflektion und Ekstase. Gratulation.
Karten und aktuelle Spieltermine: http://duesseldorfer-schauspielhaus.de/de_DE/Aktuell/Rausch.783870]]&gt;		</p>
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